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"Rommel" in der ARD: Hitlers Hamlet

SWRVerführter? Zweifelnder? Mitwisser? In dem NS-Drama "Rommel" versucht Ulrich Tukur den Generalfeldmarschall als innerlich zerrissenen Helden darzustellen - und scheitert. Denn seinem tragischen Supersoldaten kann man nichts übelnehmen, er ist einfach zu gut, um wahr zu sein.

"Rommel": Ulrich Tukur als Hitlers "Wüstenfuchs" in der ARD - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Hurra-Patrioten

    Nach dem Krieg flüchteten sich enorm viele in das "Wir konnten nicht anders". Nüchtern betrachtet verstecken Hurra-Patrioten wie Rommel und Stauffenberg ihre Verbrechen.

    Rommel hat entscheidend an dem Angriffskrieg gegen Belgien, Frankreich und Holland beteiligt. Man war begeistert, mit den Panzern schnell zur Nordsee vorzustoßen um dann die Briten aus Dünkirchen zu vertreiben. Man war stolz, dass es geklappt hat, ohne auf die Infanterie zu warten, das Modell Blitzkrieg etabliert zu haben. Kriegsverbrecher, die fremde Völker überfallen. Stauffenberg war dann mit Rommel in Afrika. Was haben deutsche Soldaten in Afrika zu suchen, ausser einen verbrecherischen Angriffskrieg zu machen. Wie jeder Imperialist versucht man mit Waffengewalt zu rauben, zu plündern und ein fremdes Volk zu unterwerfen. England war stärker und hat den Osmanen Ägypten, Palästina udn vieles mehr geklaut. Die Beute haben sie dann z.T. noch großzügig verschenkt udn damit Konfliktherde geschaffen, die es über 60 Jahre später nicht zu einer normalen Zivilisation gebracht haben und nicht im Frieden mit den Nachbarn leben.

    Diese Soldaten unterscheiden sich nicht von den Plünderern und Mördern des dreissigjährigen Krieges. Besodners zynisch ist dann, Helden_Epen im Nachhienin zu dichten. Stauffenberg, der mit Rommel Afrika überfallen hat und dort verwundet wurde, wollten ihr eigenes militärisches Versagen, dass sie großzügig dem Führer Sieg beim Angriffskrieg versprochen hatten aber nicht liefern konnten, dem Führer dann als Sündenbock unterschieben. Stauffenberg plante den Mord, um anschließend eine Militärdiktatur errichten zu wollen. Großmäulighes Junkertum, Mittäter beim Angriffskrieg, kein Held sondern Hasardeur, der seine Arbeitskraft dazu verschwendet hat, das Deutsche Reich zu vernichten durch realitätsfremden Militarismus, der gegen die Demokratie gewandt war.

    Rommel war nicht Held. Er war Mehrfachtäter im verbrecherischen Angriffskrieg. Feige hat er sich durch Selbsttötung jeder Verantwortung entzogen.

    Auf solche Soldaten kann Deutschland verzichten.
  2. #2

    Moralkeule?

    Ist es nicht so, dass sich Soldaten immer in einem Gewissenskonflikt befinden, egal für welche Macht sie unterwegs sind? Unseren Bundeswehrsoldaten auf den aktuellen Kriegsschauplätzen dieser Welt geht es ja nicht anders. Den Ruf Rommels zu diskreditieren wird nicht gelingen, dafür genießt er selbst unter unseren ehemaligen Feinden im Ausland viel zu viel Anerkennung. Ich bin sehr gespannt auf die filmische Umsetzung mit Tukur, der Erwin Rommel ja wirklich zum verwechseln ähnlich sieht...
  3. #3

    Sind wir jetzt....

    ...schon wieder so weit die Verantwortlichen Generäle des 2. Weltkriegs zu Helden zu stilisieren und von Schuld freizusprechen?
    Alles aufrechte Deutsche die nur dem Wohl des Volkes gedient haben oder was...?
    Da schüttelts einen ja....
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verführter? Zweifelnder? Mitwisser? In dem NS-Drama "Rommel" versucht Ulrich Tukur den Generalfeldmarschall als innerlich zerrissenen Helden darzustellen - und scheitert. Denn seinem tragischen Supersoldaten kann man nichts übelnehmen, er ist einfach zu gut, um wahr zu sein.

    "Rommel": Ulrich Tukur als Hitlers "Wüstenfuchs" in der ARD - SPIEGEL ONLINE
    Also doch nur ein geschichtsrevisionistisches Nico-Hoffmann-Drama, das einen Heldenmythos für die Nation der fehlenden Kriegshelden basteln soll.
    Ein Rommel, der schon 1943 in Norditalien (z.B. Boves) von ihm unterstellten SS-Einheiten ganze Dörfer niederbrennen und Alte, Kranke und Kinder töten lies, wusste sicher nichts von den ganzen Kriegsverbrechen und war bestimmt ganz erschüttert, als er 1944 Fotos aus Oradour gesehen hat...
    Rommel war alles andere als dumm. Ihn als nichtwissendes, verblendetes Opfer Hitlers hinzustellen funktioniert absolut nicht.
    Er wusste was er tat und er tat es bewusst und freiwillig.
  5. #5

    Gute Frage

    Zitat: "Der General ist aufrichtig erschüttert, als lägen solche Verbrechen tatsächlich außerhalb seines Vorstellungsvermögens. Doch schon 1940 verübte die Waffen-SS beim Westfeldzug Verbrechen - konnte der Wehrmachts-Held vier Jahre später wirklich so unwissend gewesen sein? Konnten Rommel wirklich erst in seinen letzten Monaten die Augen aufgehen, welchem verbrecherischen Regime er diente?" Zitat Ende.

    Den Effekt kennen wir doch alle: unser ganzes Wissen um tausende verhungernder Menschen in - egal wo - Biafra z.B. berührt uns nicht so, wie ein einzelnes eines vor Hunger sterbenden Kindes. Es berührt uns.

    Vielleicht -bitte, wohlgemerkt vielleicht - ist das Rommel beim betrachten der Bilder von Oradour genauso gegangen? Zumal der Urschwabe in seiner Pflichterfüllung - so einen haben wir z.Zt. ja auch als Finanzminister - und der General in preußischer Tradition eines bestimmt gelernt hat: keine Gefühle an sich heranzulassen und keine zu zeigen. Dies soll nun wirklich keine Wertung oder irgendwie geartete Rechtfertigung darstellen. Vielleicht könnte es eine Antwort sein - auf Ihre gute Frage.
  6. #6

    Zitat von jan.dark Beitrag anzeigen
    Nach dem Krieg flüchteten sich enorm viele in das "Wir konnten nicht anders". Nüchtern betrachtet verstecken Hurra-Patrioten wie Rommel und Stauffenberg ihre Verbrechen.
    Von Tarantino hervorragend in der Figur des Hans Landa dargestellt.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verführter? Zweifelnder? Mitwisser? In dem NS-Drama "Rommel" versucht Ulrich Tukur den Generalfeldmarschall als innerlich zerrissenen Helden darzustellen - und scheitert. Denn seinem tragischen Supersoldaten kann man nichts übelnehmen, er ist einfach zu gut, um wahr zu sein.

    "Rommel": Ulrich Tukur als Hitlers "Wüstenfuchs" in der ARD - SPIEGEL ONLINE
    Tukur als Rommel...das ist ungefaehr so eine gelungene Besetzung wie Ottfried Fischer als Manfred von Richthofen! Also bitte so ein Weichei: Muss Hollywood denn wieder mal ran um zu zeigen wie man die richtigen Leute aufbietet? Cruise als Stauffenberg! Das hatte was!
    Aber Tukur als Rommel...das ist echt Kaese!
  8. #8

    @ huettenfreak

    Stimme Ihnen zu, Tukurs Spiel und Aussehen ist sehr nahe an der Figur Rommel dran. Gibt eine Szene in der er mit leicht zusammen gekniffenen Augen in die Ferne guckt, das könnte theoretisch auch ein nachkoloriertes Original sein.
  9. #9

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ...schon wieder so weit die Verantwortlichen Generäle des 2. Weltkriegs zu Helden zu stilisieren und von Schuld freizusprechen?
    Alles aufrechte Deutsche die nur dem Wohl des Volkes gedient haben oder was...?
    Da schüttelts einen ja....
    gute deutsche tradition: wir sind alle im widerstand gewesen.
    bei den grossen verbrechern dauert es etwas länger, bei anderen nicht.

    fragen sie mal auf dem strietzelmarkt - 100% haben da 1989 "für die freiheit demonstriert" und nur der rest hat das system unterstützt...








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