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Roman "Selbstmord": Der Eigentümer des Todes

plainpictureIm dem Roman "Selbstmord" versucht der Erzähler, die Selbsttötung seines Freundes zu verstehen und den Verstorbenen zu ergründen. Doch der Roman lässt sich nicht von der Realität trennen: Autor Edouard Levé brachte sich kurz nach seiner Fertigstellung um.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...843527,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im dem Roman "Selbstmord" versucht der Erzähler, die Selbsttötung seines Freundes zu verstehen und den Verstorbenen zu ergründen. Doch der Roman lässt sich nicht von der Realität trennen: Autor Edouard Levé brachte sich kurz nach seiner Fertigstellung um...
    Offenbar hat er seinen Freund am Ende doch verstanden.
  2. #2

    Nekrophile Gesellschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im dem Roman "Selbstmord" versucht der Erzähler, die Selbsttötung seines Freundes zu verstehen und den Verstorbenen zu ergründen. Doch der Roman lässt sich nicht von der Realität trennen: Autor Edouard Levé brachte sich kurz nach seiner Fertigstellung um.

    Rezension: "Selbstmord" von Edouard Levé - SPIEGEL ONLINE
    Die Nekrophilie nimmt immer mehr Raum in unserer Gesellschaft ein. Die Liebe zum Tod, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zum Auto, die Liebe zur stumpfen Mechanik, die Liebe zu Exkrementen. Alles Tote wird hochgejubelt und kultiviert. Disziplin, Ordnung, Technik werden vergöttert und Spontanität, Struktur und Natur werden bedrängt. Was soll die Scheisse? Wir müssen endlich aufwachen und erkennen worauf es wirklich angekommt!
  3. #3

    Ihr Aufschrei

    Zitat von drspieler Beitrag anzeigen
    Die Nekrophilie nimmt immer mehr Raum in unserer Gesellschaft ein. Die Liebe zum Tod, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zum Auto, die Liebe zur stumpfen Mechanik, die Liebe zu Exkrementen. Alles Tote wird hochgejubelt und kultiviert. Disziplin, Ordnung, Technik werden vergöttert und Spontanität, Struktur und Natur werden bedrängt. Was soll die Scheisse? Wir müssen endlich aufwachen und erkennen worauf es wirklich angekommt!
    Ihr Aufschrei ist verständlich. Ihr Anliegen ist ein individuelles. Sie können es für sich selbst realisieren, aber nicht als Konzept für Alle durchsetzen.
  4. #4

    Ein sehr guter Roman der den Zeitgeist berührt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im dem Roman "Selbstmord" versucht der Erzähler, die Selbsttötung seines Freundes zu verstehen und den Verstorbenen zu ergründen. Doch der Roman lässt sich nicht von der Realität trennen: Autor Edouard Levé brachte sich kurz nach seiner Fertigstellung um.

    Rezension: "Selbstmord" von Edouard Levé - SPIEGEL ONLINE
    Ein sehr guter Roman der den Zeitgeist berührt. Ich habe auch schon einige Selbstmordversuche hinter mir und das schlimme ist bei einem `Fehlversuch`die ganze Horde der selbsternannten Lebensretter und Gutmenschen in Psychiatrischen Einrichtungen die einem den `Sonnenschein` und das `positive Denken` einhämmern wollen anstatt dass Sie anfangen verstehen zu wollen weshalb man sich zu diesem Schritt entschliesst. Ein positiver Schritt ist die Organisation Dignitas die ein anonymes Forum im Internet anbietet wo sich `Erfahrene` und `Betroffene` über ihre Erfahrungen austauschen können:

    DIGNITAS-Forum • Foren-Übersicht
  5. #5

    Zitat von drspieler Beitrag anzeigen
    Die Nekrophilie nimmt immer mehr Raum in unserer Gesellschaft ein. Die Liebe zum Tod, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zum Auto, die Liebe zur stumpfen Mechanik, die Liebe zu Exkrementen. Alles Tote wird hochgejubelt und kultiviert. Disziplin, Ordnung, Technik werden vergöttert und Spontanität, Struktur und Natur werden bedrängt. Was soll die Scheisse? Wir müssen endlich aufwachen und erkennen worauf es wirklich angekommt!
    Ordnung wird also vergöttert..und Struktur bedrängt?

    Ein Buch, welches sich mit Selbstmord beschäftigt, hat etwas mit Nekrophilie zu tun?

    Die Liebe zur Gewalt hat etwas mit Nekrophilie zu tun? Die zum Auto? Die zu Exkrementen?

    Muss da jemand vielleicht nochmal nachschlagen, worum es sich bei Nekrophilie handelt? Hier wird alles in einen Topf geworfen, einmal umgerührt und losgepöbelt. Mit dem Thema zu tun hat das allerdings so circa...überhaupt nichts.

    Das Buch hingegen klingt wirklich interessant, da es sich auch einfach mit einem der letzten wirklichen Tabus unserer Gesellschaft beschäftigt.
  6. #6

    ich würde ...

    Zitat von drspieler Beitrag anzeigen
    Die Nekrophilie nimmt immer mehr Raum in unserer Gesellschaft ein. Die Liebe zum Tod, die Liebe zur Gewalt, die Liebe zum Auto, die Liebe zur stumpfen Mechanik, die Liebe zu Exkrementen. Alles Tote wird hochgejubelt und kultiviert. Disziplin, Ordnung, Technik werden vergöttert und Spontanität, Struktur und Natur werden bedrängt. Was soll die Scheisse? Wir müssen endlich aufwachen und erkennen worauf es wirklich angekommt!
    ... es gar nicht mal als nekrophilie bezeichnen. eher als überforderung. ob durch den terror materieller bedürfnisförderung oder aber durch die gleichfalls geförderten immensen ansprüche an die eigene persönlichkeit und die fixierung auf dieses EINE leben, in welchem alle vorstellbaren träume umgesetzt werden müssen. dies kann nur in desillusionierung münden. die unterhaltung durch extreme sehe ich dabei nur als eine facette im rahmen der exklusivität. was soll noch reizen, wenn alles überreizt ist? schneller, härter, grösser, mehr.
  7. #7

    Zitat von doytom Beitrag anzeigen
    (...) Ich habe auch schon einige Selbstmordversuche hinter mir und das schlimme ist bei einem `Fehlversuch`die ganze Horde der selbsternannten Lebensretter und Gutmenschen in Psychiatrischen Einrichtungen die einem den `Sonnenschein` und das `positive Denken` einhämmern wollen anstatt dass Sie anfangen verstehen zu wollen weshalb man sich zu diesem Schritt entschliesst. (...)
    Ich will nicht zu hart mit Dir ins Gericht gehen, da ich annehme, dass Du schon genug Spaß im Leben hast.
    Aber eines kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen:
    Wenn Du Dich umbringen willst, dann mach es richtig: sorgfältig geplant und mit Rücksicht auf die Anderen - alles andere ist nichts anderes als laut um Hilfe zu schreien.
    Über die Menschen abfällig reden, die für einen gelaufen kommen, wenn man schreit, ist extrem (bitte selbst ausfüllen)!!!
    Gute Besserung.
    Lass die Gutmenschen in Zukunft in Ruhe.
  8. #8

    Zitat von drspieler Beitrag anzeigen
    Was soll die Scheisse? Wir müssen endlich aufwachen und erkennen worauf es wirklich angekommt!
    worauf kommt es denn Ihrer Meinung nach wirklich an?
    Ist das dann auch allgemeingültig?

    Mit 5 sagte ich mir das erstemal, dass ich nicht leben möchter. Mit 14 begann ich, den Sinn des Lebens zu suchen. Mit 16 gestand ich mir ein, keinen anderen als den biologischen (Weitergabe der Gene) zu sehen und das war eine "Notlösung", da ich nicht sinnlos leben wollte.

    Mit 25 wollte ich Schriftstellerin werden um etwas zu hinterlassen. Mit 30 verwarf ich das, da alles, was ich zu sagen hatte, schon vielfach von anderen gesagt wurde und doch kaum jemanden erreichte.
    Mit 40 beendete ich meinen Traum von "Gene weitergeben".

    Nun bin ich fast 50 und um mich herum sind schon viele gegangen, teils unfreiwillig, teils freiwillig.
    Immer wieder schwanke ich zwischen Trauer (besonders die freiwillig gegangenen waren mir die lustigsten und angenehmsten Zeitgenossen).

    Ich weiß für mich persönlich, was mir das wichtigste im Leben war oder ist, stehe aber immer wieder sehr allein damit da!

    Andere sehen das eben anders als ich.

    Hand an mich legen tu ich nicht und frage mich immer wieder warum das so ist, Feigheit oder Lebenswillen?

    Aber was zum Teufel hat das mit Nekrophilie zu tun?
  9. #9

    Nicht jeder hat das Glück gepachtet

    Ich habe letztes Jahr ein Buch herausgebracht, welches diese Thematik ebenfalls auf sehr eindringliche und vor allem nachvollziehbare Weise behandelt. Da es von keinem bekannten Verlag verlegt wurde, blieb ihm die große Aufmerksamkeit in den gestandenen Rezensentenkreisen jedoch verwehrt.

    Hier noch mal ein kleiner Hinweis auf der Werk:
    "Magic Hotel - Glücksritter auf dem Weg nach Hollywood"
    www.magic-hotel-buch.de








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