Rohstoffsuche in Deutschland: Herr Müllers Gespür für Erz

SolarworldLithium gilt als Rohstoff der Zukunft, man braucht es zum Bau von Akkus für Elektrofahrzeuge und Solarsysteme. Jetzt sucht ein deutscher Konzern im Erzgebirge nach dem begehrten Leichtmetall. Geologen vermuten ein Lager von Milliardenwert.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...828889,00.html
  1. #10

    Luftschloß?

    Zitat von schmunda Beitrag anzeigen
    Im Prinzip hing der ganze Bergbau der Region zu DDR-Zeiten am Tropf des Ostblocks. Unter realistischen Gesichtspunkten wäre da nichts abbauwürdig gewesen. Jedes Gestein enthält irgendwas, was man erstmal in Tonnen angeben kann um Politiker zu beeindrucken. Dazu noch das Zauberwort Arbeitsplätze und schon werden Luftschlösser gebaut. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Bergbau dort identitätsstiftend ist. Da trauern zu viele, den angeblich so guten alten Zeiten hinterher.
    Sprechen Sie jetzt von den Luftschlössern zu DDR-Zeiten (da wurden ja viele gebaut) oder sprechen Sie auf die aktuelle Entwicklung an?

    Ich glaube kaum dass Investitionen ausländischer Unternehmen in Millionenhöhe nur dazu dienen Luftschlösser zu bauen.
  2. #11

    Das ist doch ein Schnäppchen!
    In Köln soll eine 100m lange Unterführung unter Straßenbahn-Gleisen ca. 50 Millionen Euro kosten.
    Da würde ich doch lieber ein Bergwerk bauen!
  3. #12

    Gut und schön

    Zitat von MannAusBerlin Beitrag anzeigen
    ...rohstoffarmen Deutschland wird immer lächerlicher.
    Ausländische Investoren suchen bereits fieberhaft nach .......
    Auch wenn in Deutschland Rohstoffe en masse gefördert würden, bestünde ja keine Verpflichtung, diese Rohstoffe deutschen Unternehmern zu Vorzugspreisen anzubieten. Wir sind ja nicht in Russland.

    Daher ist es ja auch vollkommen unerheblich, ob ein deutscher, ein australischer, ein französischer oder ein multinationaler Konzern die Bergbaurechte erwerben würde.

    Wichtig ist nur, dass der Bergbau genehmigt wird, was bei Naturschützern, BUND und Die Grünen sehr wahrscheinlich auf massiven Widerstand stoßen wird, da dann mit erheblichen Belastungen für die Umwelt gerechnet wird. Wenn erst der nach 200 Jahren Absenz zugewanderte Wolf in der Lausitz gefährdet würde, kommt mit Sicherheit ein großer Aufschrei.

    Der Juchtenkäfer ist ja auch wichtiger als ein Bahnhofsprojekt.
  4. #13

    Rohstoffabbau

    Zitat von bunterepublik Beitrag anzeigen
    Auch wenn in Deutschland Rohstoffe en masse gefördert würden, bestünde ja keine Verpflichtung, diese Rohstoffe deutschen Unternehmern zu Vorzugspreisen anzubieten. Wir sind ja nicht in Russland.

    Daher ist es ja auch vollkommen unerheblich, ob ein .....
    Mir wäre es lieber es würden deutsche Unternehmen die Rohstoffe abbauen und von deren Verkauf profitieren, als irgendwelche chinesischen oder russischen Konzerne.
    Wir müssten in Deutschland eigentlich genügend Know-How und ungenützte Bergbaukapazitäten zur Verfügung haben, nachdem die ganzen Gruben im Ruhrgebiet stillgelegt wurden. Das alles könnte man -vielleicht- jetzt im Osten nutzen.

    Zum Thema Vorzugspreise: Russland versorgt seine Unternehmen mit Rohstoffen zu Vorzugspreisen und China macht das auch. Wenn Deutschland langfristig wirtschaflich überleben will, müssen wir uns hier wohl oder übel anpassen und versuchen es genauso zu machen.
    Zudem gibt es noch einen moralischen und ethischen Aspekt. Schließlich kennt man in Deutschland begriffe wie Menschenrecht und Arbeitsrecht. In Russland und China wird´s da eher duster.
    Was die Genehmigungsverfahren betrifft stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Wenn wir so weitermachen können sich bald Juchtenkäfer und Wolf ungehindert auf etlichen stillgelegten Industrieanlagen ausbreiten.
  5. #14

    Da möchte ich die ganzen Michels mal sehen, wenn der Staat hier anfinge Rohstoff günstiger an einheimische Firmen abzugeben. Selbst jetzt wird doch schon überall gemeckert, dass angeblich Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.

    Wann ist ne Firma eigentlich deutsch genug für Sie? Wenn Sie sich im Eigentum von Deutschen befindet? Wo müssen diese leben und wie viel % müssen diese halten? Oder eher wo der Sitz des Unternehmes ist? Dann aber auch nur wenn keine Verluste von Auslandstöchtern gegengerechnet werden können?
  6. #15

    [QUOTE=MannAusBerlin;10105013]Mir wäre es lieber es würden deutsche Unternehmen die Rohstoffe abbauen und von deren Verkauf profitieren, als irgendwelche chinesischen oder russischen Konzerne.
    Wir müssten in Deutschland eigentlich genügend Know-How und ungenützte Bergbaukapazitäten zur Verfügung haben, nachdem die ganzen Gruben im Ruhrgebiet stillgelegt wurden. Das alles könnte man -vielleicht- jetzt im Osten nutzen.QUOTE]

    Wie bitte?
    Know-How und freie Kapazitäten aus dem Ruhrgebiet nutzen?

    Als hier im Erzgebirge die ersten Erzgruben aufgefahren wurden, haben an Rhein und Ruhr noch Halbwilde gegen Römer gekämpft... (ok, ich übertreibe ein bißchen...)
    Schonmal was von Georgius Agricola gehört? Auch ein Sachse.
    Und die Generation der Bergleute, die kurz nach der Wende ihren Beruf an den Nagel hängen mußten, ist zum Teil noch deutlich unter dem Renteneintrittsalter, was ja auch in dem Artikel anklingt.
    Ich glaube kaum, daß wir Know-How und "Kapazitäten" aus dem Ruhrpott bräuchten, um das hier vernünftig aufzuziehen. Ihr wißt doch nicht mal, was Berggeschrey heißt...
  7. #16

    Technische Probleme?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Bergwerk tatsächlich zu bauen und - wie geplant - für 25 Jahre zu betreiben, wäre ungleich teurer, von 20 bis 30 Millionen Euro ist die Rede.
    Im Jahr? Vermutlich, aleine 150 Mitarbeiter wurden auf 25 Jahre wohl ein vielfaches dieser Summe an Loehnen kosten. Nicht zu reden von der Managment Ebene
  8. #17

    Wer die Rohstoffpolitik der DDR kennt, weis, dass es dort einige Lagerstätten gibt, diese aber erst ab einem 10-fachen Rohstoffpreis (Stand 1987) bauwürdig sind. Also abwarten und....
  9. #18

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Da möchte ich die ganzen Michels mal sehen, wenn der Staat hier anfinge Rohstoff günstiger an einheimische Firmen abzugeben. Selbst jetzt wird doch schon überall gemeckert, dass angeblich Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.

    Wann ist ne Firma eigentlich deutsch genug für Sie? Wenn Sie sich im Eigentum von Deutschen befindet? Wo müssen diese leben und wie viel % müssen diese halten? Oder eher wo der Sitz des Unternehmes ist? Dann aber auch nur wenn keine Verluste von Auslandstöchtern gegengerechnet werden können?
    Firmensitz in Deutschland und mehrheitlich Arbeitsplätze in Deutschland. Es geht mir darum, dass wenn diese Rohstoffe schon unter unseren Füßen liegen, auch möglichst viele Menschen hier in Deutschland davon profitieren sollten und nicht Firmen wie Gazprom und Co. den großen Reibach machen und den Profit ins Ausland abzweigen und hier nicht mal Steuern zahlen, wegen der von Ihnen angesprochenen kreativen Buchführung.
  10. #19

    Was soll das denn nun?

    Zitat von damtschweli Beitrag anzeigen
    (...) Als hier im Erzgebirge die ersten Erzgruben aufgefahren wurden, haben an Rhein und Ruhr noch Halbwilde gegen Römer gekämpft... (ok, ich übertreibe ein bißchen...)
    Schonmal was von Georgius Agricola gehört? Auch ein Sachse.
    Ja und? Ob sich Leute nun an Agricola oder nur an Afri-Cola erinnern können, hat doch wirklich weder etwas mit dem Artikel noch mit modernem Bergbau zu tun.

    Zitat von damtschweli Beitrag anzeigen
    Und die Generation der Bergleute, die kurz nach der Wende ihren Beruf an den Nagel hängen mußten, ist zum Teil noch deutlich unter dem Renteneintrittsalter, was ja auch in dem Artikel anklingt.
    Ich glaube kaum, daß wir Know-How und "Kapazitäten" aus dem Ruhrpott bräuchten, um das hier vernünftig aufzuziehen. Ihr wißt doch nicht mal, was Berggeschrey heißt...
    Dieser dumpfe und überflüssige Lokalpatriotismus wird nur wieder zur Stolperfalle künftiger Entwicklungen anstatt gemeinsame Kenntnisse und Erfahrungen in einen Pool einfließen zu lassen. Eifersüchtige Engstirnigkeit erinnert nur an Zickenkriege im Schminkraum. Um künftig die vorhandenen Rohstofflager Deutschlands zu nutzen, braucht man allerdings Teamgeist und lokal übergreifende Anstrengungen.