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Roboter lernen Greifen: Ist das zu fassen?

Viele Jobs, die wir mit unseren Händen erledigen, kommen uns simpel vor. Doch für Roboter sind es Herkulesaufgaben. Neuroinformatiker arbeiten deswegen daran, ihnen die menschliche Grifftechnik beizubringen - und müssen die Maschinen vor ihrer eigenen Kraft schützen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...778473,00.html
  1. #1

    Sehr interessant

    Bei sowas wird einem wieder mal bewusst, wie komplex das Leben an und für sich ist - alleine schon darum, wenn es gilt, ein Deckel abzuschrauben. Die Forscher scheinen das alles sehr realistisch zu sehen und sind nicht abgehoben im Sinne von "Wir programmieren hier den Cyborg der Zukunft! Arnie, der Terminator, ist nur eine Frage der Zeit!"

    Das erinnert mich auch wieder daran, wie es Forscher bislang nicht vollständig gelungen ist, Spinnfäden herzustellen. Was meine kleine Spinne in ihren Terrarium jeden Tag macht, stellt die Forscher trotz High-Tech immer noch vor ein grosses Problem.
  2. #2

    Geldverschwendung

    Fein, wieder eine weitere innovative Idee, um die Menschheit vorran zu bringen. Oder doch die erste? Auf jeden Fall ist sie brandneu und hochspektakulär!

    Ironie bei Seite.

    Gut und in gewissem Sinne als "natürlich" empfinde ich die industrielle Entwicklung von Robotern: zielgerichtet, für einen konkreten Einsatz, gebaut unter dem Dach der freien Marktwirtschaft. Maschinen, die den Mars besiedeln, Autos bauen, Minen entschärfen. All die Geräte stehen für einen produktiven Zweck: die Förderung des gesellschaftlichen Wohlstandes.

    Für sehr bedenklich halte ich hingegen die ständigen Pseudo-Bastelprojekte (Forschung möchte ich nicht nennen, was im Wesentlichen nur Auslebung des männlichen Spieltriebs ist) an Hochschulen.
    Für die jeweilige Einrichtung eine tolle Sache. Sie erlangt Gelder und Bekanntheit, z.B. durch diesen Artikel. Ein kleines Baby zum Anschauen und Anfassen wird auch geboren und trägt den Nachnamen der Universität als Werbung hinaus in die Welt. Die Forschung erfindet gleichzeitig ein paar Arbeitsplätze. Und, ach ja, fast hätte ich vergessen, dass die Bastelei vielen Menschen zudem ettliche Doktortitel hinterherschmeißt. Andere müssen dafür etwas zum Wohle der Allgemeinheit leisten; hier wird das öffentliche Geld einfach in das schwarze Roboter-Loch geworfen. Investiert in hochspezialisierte Grundlagenforschung, die das Rad immer und immer wieder neu erfindet, obowohl es noch nicht gebraucht wird, weil es nicht rollt. Die Öffentlichkeit wird dann mit kleineren Artikeln wie diesem bei Laune gehalten, und die wichtigen Probleme der Gesellschaft verhungern. Und niemand mokiert sich über die erbärmlichen Ergebnisse.

    Mich wundert, wieso die Verschwendung öffentlicher Gelder für Spaßprojekte hier plötzlich immer noch so breite Akzeptanz findet.
  3. #3

    Baaah

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    Für sehr bedenklich halte ich hingegen die ständigen Pseudo-Bastelprojekte (Forschung möchte ich nicht nennen, was im Wesentlichen nur Auslebung des männlichen Spieltriebs ist) an Hochschulen.
    ...
    Mich wundert, wieso die Verschwendung öffentlicher Gelder für Spaßprojekte hier plötzlich immer noch so breite Akzeptanz findet.
    Spaßprojekte? Wie willst du denn definieren, was Spaß ist und was Ernst? Insbesondere bei Visionen kann man immer sagen: Das sind doch nur Spinner, die spielen nur rum, die machen nichts Ernsthaftes/Wichtiges.
    Nach deiner Einstellung von Forschung würde der Mensch heute noch verschlafen aus seiner Höhle gucken. ;)

    Nur die Visionen, Spielereien und Utopien von ein paar Leuten haben die Menschheit dahin gebracht, wo sie heute steht und wie sie sich vom Affen unterscheidet. Telefon? Fernsehen? Fliegen? Elektrischer Strom? Ich würde behaupten, dass jede Erfindung vor ihrer Präsentation/Massenmarktauglichkeit nichts anderes war als die "Spielerei", wie sie mit den Robotern hier getrieben wird.
  4. #4

    ...

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    Fein, wieder eine weitere innovative Idee, um die Menschheit vorran zu bringen. Oder doch die erste? Auf jeden Fall ist sie brandneu und hochspektakulär!
    Ironie bei Seite.
    Gut und in gewissem Sinne......
    ...sie halten Forschung also für reine "Spaßprojekte".
    Interessante Einstellung, aber eben doch überaus kurzsichtig.
    Gerade Forschungen in Robotik und Automatisierung sollten doch offensichtliche praktische Anwendungen erkennen lassen - und wie immer steht die Grundlagenforschung am Anfang, ohne die eben nichts funktioniert (die aber immer zu grob und primitiv aussieht, als dass man reale Anwendungen wahrhaben will.

    Ohne diese "Spaßprojekte" würden wir aber heute noch auf nen Blitz warten, wenn wir unser Essen garen wollen. Menschen würden Tag für Tag ihre Hände in Pressen verlieren und die durchschnittliche Lebenserwartung läge bei knapp 40 Jahren, weil sich dann jeder kaputtgearbeitet hätte.

    Was glauben sie denn, wo Industrieroboter herkommen.... und Autos.... und Elektrizität?
  5. #5

    Das ging ja schnell

    Für Roboter sind das Herkulesaufgaben? Ich dachte immer, dass das Herkulesaufgaben für Ingenieure sind. Aber man ist ja lernfähig.
  6. #6

    Geldverschwendung II

    Okay, das Wort "Spaßprojekte" war vielleicht etwas ungewöhnlich. Der Spaß bezog sich auf die wenigen Leute, denen wir die Lego-Bauprojekte finanzieren.
    Und: Ich würde das, was gerade bei der Robotik an Forschung läuft, auf keinen Fall mit qualifizierter Grundlagenforschung gleichsetzen! Die grundlegenden Verfahren sind, gerade in der Neuroinformatik, immer dieselben. Die einzige Kunst besteht in der Kalibrierung, um für den jeweiligen Einsatzzweck, und unter genau abgesteckter und wohldefinierter Umgebung ein Verhalten, oder auch eine Zuverlässigkeit zu erreichen, die alleine mit allgemeinen Verfahren nicht gegeben ist. Nein. Die allgemeinen Verfahren sind Grundlagenforschung. Das, was die Informatik bisher geliefert hat, sind die Grundlagen. Das Gefrickel, etwas daraus zu bauen, ist äußerst speziell. Sich wissenschaftlicher Grundlagen zu bedienen ist für Akademiker Berufsalltag, das darf man ja wohl verlangen. Und das, was viele auf Arbeit leisten, und in teils sehr schwierigen Projekten mit viel Disziplin in den Markt eingeliedern, rechtfertigt hier keinen Artikel? Einen Doktor-Titel gibt's dafür auch nicht? Dann machen (geschätzte) 80% der Menschen aber etwas falsch, dass sie nach abgeschlossenem Studium nicht an der Universität verbleiben.

    Deshalb finde ich den Vergleich mit großen wissenschaftlichen Errungenschaften auch übertrieben. Natürlich - es gab sie, und natürlich wurde die Elektrizität damals zuerst als Taschenspielerei abgetan. Aber: Die Elektrizität war etwas völlig neues, während die aktuellen Roboter nur bereits Existierendes zusammenfügen, und das Rohmaterial bereits die Horizonte abschätzen lässt. Und unter perfekt abgestimmten Bedingungen funktioniert es gerade ein mal ausreichend. Menschen applaudieren z.B., wenn der Torwart beim Roboterfußball den Ball aufhebt und abwirft. Sicher eine grandiose Leistung - da steckt viel Getüftel dahinter. Aber abgesehen von der Sinnfrage zeigt es doch, wie sehr die Technik überschätzt, oder das menschliche Gehirn unterschätzt wird. Viele scheinen sich hier sehr gerne blind vom visionären Geist eines menschenebenbürtigen Roboters führen zu lassen, statt selber die Augen zu öffnen, um der Realität in selbige zu blicken.

    Fakt ist: Nach derzeitigem Technikstand führen die Tüfteleien zu keinen Fortschritten. Wenn die Grundlagen auf einen Spezialfall abgestimmt werden, dann bitte nicht zum Spaß und mit unseren Geldern, sondern dann mit konkreten Zielen und zumindest einer Chance, dass sich das Produkt auf dem Markt (oder auf dem Mars ;-) ) rentiert, statt nach Abschluss der Dissertation ein fristloses Dasein in der Besenkammer des Bionik-Lehrstuhls zu führen.

    Vielleicht bringt die Informatik irgendwann neue grundlegende Entwicklungen hervor, die der Robotik einen neuen Schub geben. Aber bis dahin sollten wir alle bescheiden bleiben.
  7. #7

    Sinnvolles Experimentieren

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    ...Deshalb finde ich den Vergleich mit großen wissenschaftlichen Errungenschaften auch übertrieben.
    Es geht um die Praxis, und da muss experimentiert werden, wenn etwas in Richtung "Menschenähnlichkeit" entwickelt werden soll. Rein theoretische Fortschritte helfen allein nicht weiter.

    Ich selber war im Laufe der letzten 6 Jahre wegen zweier Krebserkrankungen recht oft in Krankenhäusern. Dort erlebte ich den existierenden Personalmangel sehr deutlich. Mir wäre es sehr recht und auch angenehm, wenn ein Teil der reinen Rotinearbeit von Robotern übernommen werden könnte, weil dann die dort arbeitenden Menschen mehr Zeit für die Arbeit haben, für die bei der Betreuung von Menschen "echte Menschen" sinnvoll sind.

    Bis das möglich ist, wird wohl noch sehr viel experimentiert werden müssen.
  8. #8

    Geldverschwendung III

    Eine Sache noch kurz, damit alles so verstanden wird, wie es gemeint ist :-))
    Der Punkt ist, dass aus Experimenten neue Erkenntnisse abgeleitet werden können; aus den Spielereien nicht. Sicher ist es schön, immer mehr zu automatisieren, siehe

    http://www.nichtlustig.de/toondb/110719.html
    Aber die Technik gibt das, was wir wollen, derzeit nicht her. Grundsätzlich. Egal, wie viel Geld wir noch reinpumpen. Es bringt nichts, aus Legosteinen einen realen Wolkenkratzer bauen zu wollen. Immer, und immer wieder.
  9. #9

    Hier könnte Ihr Titel stehen!

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    Gut und in gewissem Sinne als "natürlich" empfinde ich die industrielle Entwicklung von Robotern: zielgerichtet, für einen konkreten Einsatz, gebaut unter dem Dach der freien Marktwirtschaft. Maschinen, die den Mars besiedeln, Autos bauen, Minen entschärfen. All die Geräte stehen für einen produktiven Zweck: die Förderung des gesellschaftlichen Wohlstandes.
    ... und sie sind das Ergebnis einer Ingenieurskunst, die wissenschaftliche Erkenntnisse in funktionierende Geräte umsetzt.

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    Für sehr bedenklich halte ich hingegen die ständigen Pseudo-Bastelprojekte (Forschung möchte ich nicht nennen, was im Wesentlichen nur Auslebung des männlichen Spieltriebs ist) an Hochschulen.
    Ist Wissenchaft in ihrem ursprünglichen Sinne das nicht immer: der Neugierde und dem Spieltrieb nachzugehen, um herauszufinden, wie etwas funktioniert, ohne das die Ergebnisse von vorherein detailiert planbar sind?

    Auch die Quantentheorie war in ihrer Anfangszeit eine Sammlung scheinbar abstruser Ideen, die für Otto Normalverbraucher damals sicher auch völlig nutzlos erschienen. Ohne die Quantentheorie gäbe es heute keine Computer, keine Magnetresonzanztomographen (MRT), ...

    Zitat von wirrpool Beitrag anzeigen
    Mich wundert, wieso die Verschwendung öffentlicher Gelder für Spaßprojekte hier plötzlich immer noch so breite Akzeptanz findet.
    Kann es daran liegen, dass es noch Menschen gibt, die nicht nur in Quartalsergebnissen denken können, sondern noch wissen, dass aus den kleinen, spinnerten Ideen und Spielereien der langfristige Fortschritt erwächst?


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