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Ritterturnier in Sankt Wendel: Schauen und Stechen

david crabbeDie besten Neuzeit-Ritter der Welt treten im saarländischen Sankt Wendel beim Tjost-Turnier gegeneinander an - und das ist einzigartig, denn nichts ist gespielt. Die Pferde sind hochspezialisierte Kampfmaschinen, die Rüstungen das Ergebnis jahrelanger Forschung - und die Lanzen sind echt.

http://www.spiegel.de/reise/deutschl...852601,00.html
  1. #20

    Einheit

    Zitat von averagejoe Beitrag anzeigen
    Pferde sind weder Maschinen noch sind ihre Körper für solche Kämpfe ausgelegt.
    Weshalb ja auch Pferde eine Rüstung bekommen. Der Körper des Ritters ist noch viel weniger darauf ausgelegt für einen "Ritt über die Planken"...

    Übrigens werden Pferde schon lange nicht mehr dressiert. Sie können ein Pferd schlicht nicht zwingen zu so einem Turnier. Sie müssen erreichen, dass das Pferd es selbst tun will. Wenn Sie mal eine richtig gute Reitershow gesehen haben mit Reitern, die während des gestreckten Galopps ab- und aufsteigen können, kopfunter (!) neben dem Sattel reiten können und ähnliches: Sowas geht nur mit der sprichwörtlichen "Einheit von Pferd und Reiter".
  2. #21

    falsche vorstellung

    99 % der leute die da ihrer romantischen vorstellung nach in diese zeitepoche flüchten würden sehr schnell merken wie naiv ihre vorstellungen waren ! krankeiten , kirche , gewalt , schmutz , armut usw. die würden sich ganz schnell wieder ins 21 jahrhundert wünschen .
  3. #22

    "Ich hatte bereits zehn Jahre Erfahrung als professioneller Tjoster und bin über 400 Turniere in über zehn Ländern auf drei Kontinenten geritten", sagt Koets, "aber ich hatte das Gefühl, mir fehlte für die Vorbereitung noch die historische Dressur, wie sie weltweit nur in Bückeburg gelehrt wird."
    In der selbsternannten fürstlichen Hofreitschule wird nichts anderes als barocke Dressur/haute école praktiziert, welche anderswo wesentlich länger (und seriöser) geritten wird, in der spanischen Hofreitschule zu Wien beispielsweise.
  4. #23

    Zitat von pfeiffer-perkuhn Beitrag anzeigen
    Quatsch ist nicht dieses Hobby, sondern die Aussage zum Metall. Hätte es nicht schon sehr viel länger die Möglichkeit gegeben einen guten Härtbaren Stahl zu fertigen, hätte es niemals Waffen daraus gegeben.
    Das ist keine Voraussetzungen. Schwerter hat man bereits in der Bronzezeit und der Eisenzeit geschmiedet. Die waren halt nicht besonders haltbar, aber der Mangel an gutem Stahl hat niemanden abgehalten Schwerter und Rüstungen aus dem zu machen was zur Verfügung stand.
  5. #24

    als ob

    diese spielgesellen wirklich an fakten interessiert wären ;-) sie leben lieber in traumwelten :-)
  6. #25

    Zu Pferd

    Zitat von averagejoe Beitrag anzeigen
    ... Pferde, die .. beim Jousting alle...s geben für Ihren Reiter ...
    Im günstigen Fall ein Leben lang kann das Pferd den Menschen als Partner begleiten, von ihm um- und versorgt werden. Für manche Augenblicke verlangt man ihm etwas ab .. und ihm schönsten Moment wird Leistung freiwillig gegeben.
    Dies wirklich historische Zusammenwirken von Leben zu erfahren und anderen zu zeigen ist für Nicht-Pferde-Menschen schwer zu begreifen .. hier trotz allem Spektakel und Naturgewalt in Harmonie zu sehen.
    Erst schauen, beobachten, dann beurteilen ...
  7. #26

    Zitat von na!!! Beitrag anzeigen
    99 % der leute die da ihrer romantischen vorstellung nach in diese zeitepoche flüchten würden sehr schnell merken wie naiv ihre vorstellungen waren ! krankeiten , kirche , gewalt , schmutz , armut usw. die würden sich ganz schnell wieder ins 21 jahrhundert wünschen .
    Naja ganz schlecht haben die Menschen trotzdem nicht gelebt.
    Auch wenn die Kirche mächtiger war und Krankheiten oft tödlicher, war es nicht so, dass man an jeder Ecke vergewaltigt oder ausgeraubt wurde.
    Natürlich ist das 21. Jahrhundert komfortabler, aber ich verstehe nicht, warum alle Leute immer meinen, dass alles vor jetzt immer total Lebensunwürdig war.

    Im Mittelalter waren nicht dauernd alle krank und immer alles schmutzig und überall nur Mord und Totschlag. Man muss doch nur mal betrachten, welche Zeiträume man hier beschreibt. Auch die Pest hat zwar Millionen dahingerafft, aber man rechne mal über welchen Zeitraum und wieviele Menschen es damals gab und es gab auch kaum bis gar nicht betroffene Gebiete.

    Natürlich war es nicht alles lieb und nett und helfender Ritter und schöne Magd, aber halt auch nicht Mord und Totschlag-
  8. #27

    Mittelalter

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Das ist keine Voraussetzungen. Schwerter hat man bereits in der Bronzezeit und der Eisenzeit geschmiedet. Die waren halt nicht besonders haltbar, aber der Mangel an gutem Stahl hat niemanden abgehalten Schwerter und Rüstungen aus dem zu machen was zur Verfügung stand.
    Wir reden hier vom Mittelalter, also der Zeit nach den Römern. Damals war die Stahlherstellung und Veredelung längst bekannt und ausgefeilt. Das in der Bronzezeit (warum heißt die wohl so?) kein brauchbarer Stahl zur verfügung stand dürfte klar sein. Und im Mittelalter war das tragen von Schwertern (in Deutschland) nur dem Adel erlaubt, und dieser ließ sich als Statussymbol das beste schmieden was er sich leisten konnte. Die billige Alternative waren Äxte, Morgenstern...
  9. #28

    Welt

    Zitat von Teile1977 Beitrag anzeigen
    Wir reden hier vom Mittelalter, also der Zeit nach den Römern. Damals war die Stahlherstellung und Veredelung längst bekannt und ausgefeilt.
    Mit dem Gladius hätten die Römer ja nicht die gesamte damals bekannte Welt erobern können, wenn es nichts getaugt hätte. Trotz Massenfertigung.

    Die billige Alternative waren Äxte, Morgenstern...
    Und vor allem: Die Hellebarde. Wer hat's erfunden? :-) Neben der teuren Armbrust die Waffe die den Rittern den Tod brachte. Erst vom Pferd ziehen, und dann mit der Spitze oder der Schneide dem hilflosen Käfer in der Blechdose den Garaus machen :-)
  10. #29

    Peinlich...

    So manchen Kommentar hier kann ich nur als peinlich, oder platter formuliert, als daneben empfinden. Damit meine ich diejenigen, die das als Kinderkram ("werdet erwachsen") abtun. Sie scheinen nicht in der Lage zu sein, sich in andere hineinzuversetzen oder abschätzen zu können, was eigentlich hinter dem Ganzen steckt und was alles dazu gehört, sich in voller Rüstung auf ein Pferd zu setzen, fast nichts sehen zu können und dann noch einen Gegner versuchen zu treffen und selbst einem gewaltigen Treffer stand halten zu können...

    Ich war an einem Tag dort und fand es extrem beeindruckend. Es war weit weniger spektakulär als man es aus Hollwood-Filmen oder von Stunt-Shows von "Schaukampf-Rittern" kennt. Das lag hauptsächlich daran, dass die Teilnehmer sehr auf ihre Pferde und deren Gesundheit geachtet haben, es war nichts eingeübt oder abgesprochen. Zudem waren alle Teilnehmer sehr fair und sportlich. Die Pferde wurden regelmäßig auf ihre Gesundheit überprüft und auch während des Melée wurde unterbrochen, um zu prüfen, ob die Pferde noch weiter machen können (Schwitzen, Atmung, ...). So viel nur zu dem Kommentar über "die armen Pferde".

    Gerade deswegen fand ich die Veranstaltung sehr gelungen. Alleine schon die gezeigte Reitkunst war das Anschauen wert. Das Tjost verlief sichtbar unabgesprochen, es gab einige Anläufe ohne Treffer, aber wenn es einen gab, dann sah man, welche Kräfte da wirken.

    An diejenigen, die das Ganze belächeln: lassen Sie sich doch bitte einmal eine solche Rüstung anlegen und setzen Sie sich mehrere Stunden bei sommerlichen Temperaturen auf ein Pferd und versuchen selbst, im Tjost eine Lanze zu brechen. Sie würden danach mit Sicherheit nicht mehr so reden.








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