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Riskantes Experiment: Veränderte Immunzellen heilen Kind von Leukämie

US-Mediziner feiern einen Erfolg: Mit Hilfe von genetisch veränderten Immunzellen haben sie das Leben eines siebenjährigen Mädchens gerettet, das an Leukämie litt. Für Emily war es die letzte Hoffnung - ein Pharmakonzern wittert in der experimentellen Methode nun das große Geschäft.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-871892.html
  1. #10

    Letzte Hoffnung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    US-Mediziner feiern einen Erfolg: Mit Hilfe von genetisch veränderten Immunzellen haben sie das Leben eines siebenjährigen Mädchens gerettet, das an Leukämie litt. Für Emily war es die letzte Hoffnung - ein Pharmakonzern wittert in der experimentellen Methode nun das große Geschäft.

    Experimentelle Immuntherapie bei Leukämie: Ärzte retten Emilys Leben - SPIEGEL ONLINE
    Die letzte Hoffnung waere wohl eher die Knochenmarks-Transplantation. Es scheint auch, dass die Behandlung, ueber die hier berichtet wird, erst kurze Zeit zurueck liegt; kann man da wirklich schon von Heilung sprechen? Normalerweise wartet man mit so einer Bewertung ein paar Jahre. Es kann durchaus sein, dass dieses Maedchen doch noch in der Transplantation endet.

    Eine angemessenere Bewertung der neuen Therapie waere wohl, dass sie eine neue therapeutische Alternative darstellt, die moeglicherweise einigen Patienten die Transplantation ersparen kann.
  2. #11

    @oanorm1

    Manchmal frage ich mich wirklich, wieso Leute, die ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung von dem entsprechenden Thema haben, meinen, sich derart emotional und unsachlich dazu äußern zu müssen. Sie werfen auf unqualifizierte Art verschiedene Dinge in einen Topf, die nichts miteinander zu tun haben. Immuntherapien gehören zu den innovativsten und erfolgversprechendsten Ansätzen in der Bekämpfung von Krebs, und dahinter stecken Generationen von Wissenschaftlern, die bei ihrer meist sehr mühsamen Arbeit den Nutzen für spätere Patienten im Sinn hatten. Für das weitere Fortschreiten der wissenschaftlichen Entwicklung hin zu einer zugelassenen Therapie bedarf es auch des Einsatzes von Pharmafirmen, weil die akademische Forschung alleine nicht in der Lage ist, klinische Studien der entsprechenden Größenordnung zu finanzieren. CAR T-Zellen sind nur einer dieser vielen Ansätze, aber vielleicht ein besonders interessanter. Das Ganze hat aber weder etwas mit Gentherapie von Lebensmitteln zu tun, noch werden dabei irgendwelche Erreger bekämpft, die daraufhin mutieren könnten. Der Artikel ist im Grunde gut recherchiert und sehr aktuell, auch wenn einige Informationen darüber hinaus für das Verständnis sicherlich hilfreich gewesen wären.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    US-Mediziner feiern einen Erfolg: Mit Hilfe von genetisch veränderten Immunzellen haben sie das Leben eines siebenjährigen Mädchens gerettet, das an Leukämie litt. Für Emily war es die letzte Hoffnung - ein Pharmakonzern wittert in der experimentellen Methode nun das große Geschäft.

    Experimentelle Immuntherapie bei Leukämie: Ärzte retten Emilys Leben - SPIEGEL ONLINE
    Es schüttelt einen, wie weltfremd und verbohrt SPON hier wieder gegen den großen Satan "Pharmaindustrie" herzieht ...
    Was hätte SPON wohl geschrieben, wenn die Pharmaindustrie diese wirksame Therapie links (!) liegen gelassen hätte - eben, weil sie komischerweise nicht bereit sind Milliarden des ihnen anvertrauten Geldes im Klo zu versenken.
  4. #13

    So nennt man das jetzt?

    Zitat von oaonorm1 Beitrag anzeigen
    ... Ich finde Darwinismus in Gesellschaft und Kultur Faschistisch, aber das ist nur meine Meinung.
    Das nennen Sie Faschismus, ja? Das ein kleines Kind ein lebenswertes Leben zurückerhalten hat (wie lange das auch immer dauern mag) passt da nicht in ihr Weltbild? Wäre es doch besser gestorben, schliesslich muss man ja auch was gegen die Überbevölkerung tun, nicht wahr?
    Wollen Sie diesen Faschismus- Schwachsinn dann auch den Eltern der Kleinen erzählen?

    Um den Krebs zu bekämpfen muss nahezu (!) JEDES Mittel recht sein! Da können Sie Ihre moralischen Bedenken und ihre Faschismus- Paranoia gern behalten.

    Wenn Sie eines Tages eine solche Diagnose bekommen (was ich niemandem wünsche!), höre ich Sie schon sagen "Ja neeee, du musst mich nicht genetisch behandeln, das wäre ja Faschismus so irgendiwe... da sterbe ich lieber, das wäre dann auch politisch korrekt, weisst du..."

    Boah ich fasse es nicht...
  5. #14

    Zitat von immu Beitrag anzeigen
    Manchmal frage ich mich wirklich, wieso Leute, die ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung von dem entsprechenden Thema haben, meinen, sich derart emotional und unsachlich dazu äußern zu müssen..
    wenn Menschen etwas nicht verstehen, dann haben sie davor Angst. Science Fiction- und Fantasy-Filme und Bücher schüren diese Ängste zusätzlich. Daher ist es wichtig, dass Wissenschaftler und Journalisten rationale Aufklärungsarbeit leisten. Die Risiken und Schwächen einer neuen Therapie nicht verschweigen, aber auch den Nutzen und das Potential erklären.

    Bei den Krebstherapien geht der wissenschaftliche Trend nunmal in Richtung personalisierte Medizin. Das wird wohl nichts, das sich jeder wird leisten können.
  6. #15

    Die Grünen?

    Haben die Grünen eigentlich SPON übernommen? Ich lese in letzter Zeit immer dümmlichere Kritiken gegen "Böses", welches man eigentlich Errungenschaften nennen müsste.

    Oh mein Gott, die haben ein an Leukämie erkranktes Kind gerettet, diese Teufel aber auch. Was genau ist da jetzt das Empörende? Das sich die Therapie im Versuchsstadium befindet und schon einen großen Erfolg abgeliefert hat? Oder geht es eher in Richtung: "igitt, da sind Gene drin in der Therapie".
  7. #16

    personalisierte Medizin kann man sich nicht leisten??

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    Daher ist es wichtig, dass Wissenschaftler und Journalisten rationale Aufklärungsarbeit leisten. Die Risiken und Schwächen einer neuen Therapie nicht verschweigen, aber auch den Nutzen und das Potential erklären.

    Bei den Krebstherapien geht der wissenschaftliche Trend nunmal in Richtung personalisierte Medizin. Das wird wohl nichts, das sich jeder wird leisten können.
    Sind Sie bitte so nett und informieren sich,was der Begriff "personalisierte Medizin" beinhaltet.

    Sicher nicht,dass es nur noch Medizin für ganz wenige gibt,so ähnlich wie neulich die Meldung,Mondfahrten mit Raumschiffen für etwa 1 Milliarde Dollar anzubieten.

    Personalisierte Medizin bedeutet,Unterschiede in der Medikamentwirksamkeit bei Subpopulationen zu erkennen und dann eben spezifischer (= personalisierter) zu therapieren.
  8. #17

    Inferax

    Eine langfristige Schädigung der 'normalen' B-Zellen ist (theoretisch) ausgeschlossen, da einerseits die genmodifizierten, reifen T-Zellen eine begrenzte Lebensdauer haben und andererseits die lymphoiden Stammzellen, aus denen sich künftige B-Zellen entwickeln, im Knochenmark unbeeinflusst bleiben.

    Würde mich allerdings wundern, wenn bei der Genmodifikation nicht ein Marker eingeschleußt wurde, der die modifizierten Zellen künstlich in die Apoptose treibt - nach entweder einem gewissen Zeitfenster der Aktivität, oder über eine medikamentöse Induktion.

    Die Interaktionen der genmodifizierten T-Zellen halte ich allerdings für nur schwer beeinflussbar. Entweder wirken sie wenig oder überhaupt nicht - oder über die Reaktion mit ihren Targets (den B-Zellen) über die Zytokinausschüttung (genauer: Interleukin- und Interferonausschüttung) hochgradig gewebsschädigend, was durch Entzündungshemmer nicht grundsätzlich in den Griff zu kriegen ist. Das ist, als ob man in eine Cola-Flasche eine Handvoll Menthos einwirft und blauäugig 'nur' damit rechnet, dass sich der Geschmack in Richtung Minze ändert.
  9. #18

    Ach Gott, "Teufel"...

    Zitat von spon-facebook-10000283853 Beitrag anzeigen
    Es schüttelt einen, wie weltfremd und verbohrt SPON hier wieder gegen den großen Satan "Pharmaindustrie" herzieht ...
    Realistisch betrachtet: Die Pharmafirmen müssen sich am Kapitalmarkt finanzieren und konkurrieren damit mit Handyherstellern, Automobilfirmen und Keksbäckern um das Kapitel der Anleger. Sie müssen also mindestens die gleichen Wachstumsraten und Gewinnaussichten vorweisen.
    Ich bin mir da nicht sicher, ob da nicht die Anforderungen der Kapitalanleger u. U. über Gebühr Vorrang haben vor medizinischen Notwendigkeiten ....
    Lesen Sie mal die Wirtschaftsseiten: Analysten und Anleger kriegen die Krise, wenn der Patentschutz für einen Renner ausläuft.
    Also muss was neues her, auf Teufel komm raus. Wie man dann auf den Wissenschaftsseiten liest, ist der Nachfolger teuerer, dafür weniger wirksam.
    Kommt aber nur bei Massenuntersuchungen raus, die eher selten angestellt werden, weil sowas die Allgemeinheit zahlt. Da gab es mal selbiges Ergebnis für einen Blutdrucksenker.
    Aber dank Marketing kriegt man es erstmal in den Markt.

    Überlegen Sie mal: ein neues Produkt soll entwickelt werden. Ein paar Leute setzen sich hin, schätzen die Entwicklungskosten, die Anzahl der potentiellen Abnehmer und was die zahlen können (man muss ja entsprechenden Gewinn vorweisen).
    Gibt's viele, die das zwar brauchen könnten, aber kein Geld haben, dann schaut's finster aus.
    Will man für die Medikamente entwickeln, bleibt's an der Gesellschaft hängen, also uns.
    Unsere Pharmaindustrie? Zu Risiken und Nebenwirkungen und Nebenwirkungen und so weiter ...
  10. #19

    Elfenbeinturm

    Zitat von drstrangelove Beitrag anzeigen
    Sie uebersehen, dass in dem gegenwaertigen Modell die Allgemeinheit zweimal zahlt: Erst fuer die Forschung an den Universitaeten, und dann noch einmal fuer die Gewinne der privaten Firmen, die den Universitaeten die Patente abkaufen, und zwar fuer, aufs Ganze gesehen, sehr wenig Geld.
    Eine gerechte Verteilung, dann aber auch des untermehmerischen Risikos, ist von nöten -ok. Mal ein Quiz: Wie hoch schätzen sie die Fehlschlagquote in dieser Phase ein? Eine Idee hier (und sie sind noch nicht mal in Phase I, also unter 8%):

    Klinische Studie

    Sie übersehen weiterhin, die Hierachiepyramide der Unis und Kliniken. Wo landen denn die Armeen von Akademikern, also Diplomanden und Doktoranten? Alle auf dem Professorstuhl? Wohl kaum. Viele entwickeln in Firmen genau diese Ideen zur Marktreife, gründen Start-Ups und bringen Leute in sozialversicherter Jobs. Meistens jedoch beziehen sie ein Gehalt als Angestellter, zahlen Steuern/Abgaben und finanzieren dadurch wieder neben den anderem Staatsausgaben die Grundlagenforschung. Wo soll denn das Geld für die von ihnen erwähnet "Allgemeinheit" herkommen? Wohnt die auch im Elfenbeinturm?


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