Zitat von
Nathan Söderblom d. Weise
Es ist leicht und gut vorstellbar, dass die Kapitäne von Seiten der Hände, die sie füttern, also den Passagieren und Arbeitgebern, mit Erwartungshaltungen konfrontiert werden, die insbesondere mit Blick auf das Entertainment recht hoch sind. Es ist genauso gut vorstellbar, dass diejenigen, die diese Erwartungen hegen und stellen, die möglichen Folgen gar nicht überblicken, die sich ergeben können, wenn den laienhaften Erwartungen entsprochen wird.
Das ganze ist ein weiteres Beispiel dafür, wie immer mehr die reine Aussicht auf Kunden, Vergnügen und monetäre Gewinne, gegen jede Vernunft und gegen jedes Risiko das Ruder übernimmt.
Letztlich ist es die gleiche Gier, die Finanzblasen erzeugt und platzen lässt und ganze Volkswirtschaften gefährdet. Es ist die Gier einer kapitalistisch umnachteten Gesellschaft, die sich für nichts als zeitbindende Freuden interessiert. Es ist ein Phänomen einer Gesellschaft von Sexsüchtigen, von Koksern, von Individualhedonisten.
In einer solchen Gesellschaft zählt nicht mehr das Eigentliche und Wahrhaftige. Es zählt die Simulation, das Simulacrum. Das Trugbild wird zur bejubelten Wahrheit. Ohne Nebel und Gefahr werden Nebelhörner, die eigentlich genau bestimmten Situationen vorbehalten sind, zu einem Erlebnis. Wie es auch Kirschbonbons ohne jedes Bisschen Kirsche gibt, gibt es auch Aktienleerverkäufe, bei denen Aktien verkauft werden, die es gar nicht gibt.
Die Tragik bei dem ganzen durchaus unterhaltsamen Spektakel ist, dass selbst die Instanzen, die Risiken einschätzen und bewerten können, von Menschen, von denen diese Profis finanziell, also leider damit auch existenziell, abhängig sind, inzwischen derart unter Druck gesetzt werden können, dass auch diese Profis, Risiken unbeachtet lassen, die zum Untergang von Schiffen oder Volkswirtschaften führen können.
Schauen wir mal, wie es weitergeht - dann sehen wir schon.