Riskante Kreuzfahrt-Manöver: Kapitäne müssen Highlights bieten

Warum fuhr das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" so nahe an die Küste heran? Ein deutscher Experte ist der Meinung: Die Kapitäne auf solchen Luxuslinern sind einem enormen Druck ausgesetzt - die Passagiere haben große Erwartungen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...809192,00.html
  1. #20

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Warum fuhr das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" so nahe an die Küste heran? Ein deutscher Experte ist der Meinung: Die Kapitäne auf solchen Luxuslinern sind einem enormen Druck ausgesetzt - die Passagiere haben große Erwartungen.

    Riskante Kreuzfahrt-Manöver: Kapitäne müssen Highlights bieten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    ich habe einige Kreuzfahrten u.a. mit Costa hinter mir und irgendwelche Highlights die das Risiko mit sich führen, dass das eigene Leben bedroht ist habe ich nie gebraucht. Highlight war ja an und für sich die Kreuzfahrt als solche. Und die Erwartung eines Passagieres ist doch eher, dass man dort ankommt wo man hin will. Achterbahn fahren kann ich ja dann auf dem Volksfest.
  2. #21

    Italiener?

    Zitat von Tubus Beitrag anzeigen
    Bevor man zu solchen Urteilen kommt, sollte man vielleicht einen ausführlichen Unfallbericht abwarten. Bislang scheint alles möglich. Unrealistisch erscheint mir die Erwartung vieler Passagiere, dass eine Rettung von über 4000 Passagieren von einem sinkenden Schiff anders als chaotisch ablaufen kann. Die Italiener sind ein liebenswertes Volk aber Disziplin gehört nunmal nicht zu ihren bemerkenswertesten Eigenschaften. Immer wieder faszierend ist dagegen das Verhalten von Japanern bei Katastrophen.
    Das Schiff gehört dem Kreuzfahrtgiganten Carnival in USA, Costa ist nur eeine Marke von Carnival, die Amerikaner bestimmen, was gebaut wird und wer das Schiff fährt. Auch wenn der Kapitän Italiener ist, der Großteil der Mannschaft kommt wie überall auf diesen Schiffen aus Asien.

    Entweder hat der Kapitän hier richtig Mist gebaut, oder das Schiff hatte vorher einen Defekt, war beim Schwesterschiff Carnival Splendor schon mal der Fall. Carnival sollte besser gescheite Schiffe bei der Meyerwerft oder STX kaufen, statt Billigliner von Fincantieri in Italien.
  3. #22

    wird es normal auch

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Man kann doch mit Echolot immer sehen wie es untern aussieht. Warum wird das Schiff nicht von einer Software gesteuert?
    Zumal es schon Nacht war, irgendetwas ist hier seltsam.
  4. #23

    Zitat von keppler Beitrag anzeigen
    staune u. wundere mich schon länger über diesen Kreuzfahrt-Wahn.
    und ich mich über den Flugzeugverkehrwahn.
  5. #24

    Der Kapitän verließ das Schiff zu früh

    Zitat aus dem Artikel:
    ...das Schiff um 21.45 Uhr auf den Felsen auflief, der Kommandant aber schon gegen 0.30 Uhr an Land war. Zu diesem Zeitpunkt versuchten noch zahlreiche Passagiere und Besatzungsmitglieder, das sinkende Schiff zu verlassen. Der Kapitän habe es außerdem versäumt, die Hafenkommandantur in Livorno rechtzeitig darüber zu informieren, was an Bord geschieht.
    Es sich sehr seltsam, dass der Kapitän das Schiff vor Abschluss der Evakuierung der Passagiere verlassen hat. Noch seltsamer ist die Tatsache, dass er die Hafen-Kommandantur nicht informiert hat. Aus diesem Grund würde ich a priori den Vorsatz nicht ausschließen.
  6. #25

    Sorry

    Zitat von Nathan Söderblom d. Weise Beitrag anzeigen
    Es ist leicht und gut vorstellbar, dass die Kapitäne von Seiten der Hände, die sie füttern, also den Passagieren und Arbeitgebern, mit Erwartungshaltungen konfrontiert werden, die insbesondere mit Blick auf das Entertainment recht hoch sind.
    Aber fürs Entertainment auf so einem Schiff ist nicht der Kapitän, sondern der Cruise Director und seine Mannschaft zuständig.
  7. #26

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Man kann doch mit Echolot immer sehen wie es untern aussieht. Warum wird das Schiff nicht von einer Software gesteuert?
    Abhängig von seiner Masse, benötigt ein Schiff etwa das 15- bis 20-fache seiner Länge, um zum Stillstand zu kommen. Ein Echolot müßte also in etwa mehr als 4,5 Kilometer des Seegebietes in Fahrtrichtung - bei Höchstgeschwindigkeit - untersuchen können, um automatisch eine Kurskorrektur überhaupt noch rechtzeitig vornehmen zu können.

    Das Schiff operierte in Küstennähe, bei welcher Geschwindigkeit es auf Grund lief, ist zur Zeit wohl noch unbekannt. Die Offiziere verließen sich wohl auf Seekarten, die möglicherweise ungenau waren.
  8. #27

    Neidhammelei ???

    Zitat von somasemapsyches Beitrag anzeigen
    Diese ganzen Kreuzfahrten sind gigantische Verschwendungsorgien für gedankenlose Prasser.
    Es ginge auch um einige Nummern kleiner.
    Daher bewegt sich mein Mitgefühl in recht engen Grenzen.
    Bei dem ganzen gigantsichen Luxus vergisst man leicht, dass es sich um Schiffe handelt...die schwimmen zumeist auf tiefem Wasser und haben stets die Tendenz unterzugehen.
    Hochmut kommt vor dem Untergang.
    Dass die Besatzung nicht eingewiesen war, erhellt das Bild auf die ganze Abzockerbranche.
    Genau !
    Und jeder Rallye-Dakar-Fahrer ist ein Idiot.
    Und jeder Skifahrer soll sich doch die Haxen brechen (könnte ja auch zu Hause bleiben!).
    Und jeder Benz oder Porsche-Fahrer, der sich vor eine deutsche Eiche setzt, ist selber Schuld!
    Und jeder, der auf so einem Prasser-Liner auch noch freiwillg arbeiten will ... ach nein ... gut, die vielleicht nicht! Aber zumindest jeder Gast, der an Bord eines solchen Schiffes mal an einem Glas Sekt oder auch Schampus schlürft, sollte von Amts wegen seine Rettungsweste gleich persönlich beim Kapitän abgeben müssen !

    Vielen Dank für Ihren erhellenden Beitrag.
    Ihr Mitgefühl bewegt sich in engen Grenzen ?
    Hochmut kommt vor dem Untergang ??
    Diesen Satz sollten Sie sich mal zu Herzen nehmen wie mir scheint !
  9. #28

    Doch. Es könnte Vorsatz gewesen sein...

    Zitat von hyho Beitrag anzeigen
    ca. 300 m von der Stelle, wo das Schiff jetzt (noch) liegt, scheint sich der Felsen zu befinden, der gestreift wurde. Der Kurs wurde abrupt von NW auf N gedreht, also nach rechts, obwohl das Schiff links hinten aufgesessen war, also einen Impuls nach links hätte bekommen müssen. Mit geringer Geschwindigkeit fuhr es noch ca 500 m weiter, dort hört die Tracking-Route auf, dann muß es doch gewendet haben, um an die Stelle zu gelangen, wo es jetzt ist?! Dort erst hat es dann - weil auf Grund gelaufen - die volle Schlagseite angenommen und den großen Riss im Rumpf freigegeben. Wie bitte soll das gelaufen sein? und wann genau ist es küstennah auf Grund gelaufen und zum Stillstand gekommen? Bisher scheinen diese Fragen niemanden zu interessieren.
    Da totale Unwissenheit über die Ursachen der Havarie herrscht, muss alles geprüft werden. Auch Vorsatz.
    Im Übrigens würde es mich wundern, wenn so ein modernes Schiff mit einem Warnsystem gegen Unterwasser-Kollisionen Ausgestattet wäre (auf Sonar- oder Radarbasis).
  10. #29

    hier wurde

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Man kann doch mit Echolot immer sehen wie es untern aussieht. Warum wird das Schiff nicht von einer Software gesteuert?
    offenbar "nautisch" nicht sehr genau hingeguckt! Denn es gibt bei den Echolots die Einstellung > Flachwasser < ! Das heißt, Flachwasser liegt vor, wenn die Übertragung den Charakter eines Wellenleiters mit wenigen akustischen Moden hat. Dies ist der Fall wenn die Wassertiefe nur wenige Wellenlängen des abgestrahlten Echo-Schallstrahls beträgt. Als Faustformel kann man ansetzen, dass Flachwasserausbreitung vorliegt, wenn das Produkt von Wassertiefe in m und Frequenz in kHz kleiner als 100 ist. Zudem ist der nach vorne abgestrahlte Winkel, schon wegen der Schiffsgeschwindigkeit über Grund, eine recht genau, und ständig zu kontrollierende Größe. Warum, bei allen guten nautischen Ausbildungen dann jemand ein so großes Schiff, das sicher ne knappe Seemeile Fahrweg benötigt, um wesentlich vom momentan anliegenden Kurs abzulaufen, in so, für das riesen Schiff enge Manövergebiete fährt, ist uns schleierhaft! Aber vllt. sind ja automatische Maschinensteuerungen ausgefallen, oder es war der Autopilot falsch programmiert? Aber das würden wir eher nicht als wahrscheinlich ansehen. Und wenn man, wie jeder Seefahrer, Nautik studiert hat, weiß man, dass sich der Meeresboden durch Seebeben, jederzeit, und überall ändern kann.