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Ringen um IWF-Kredite: Mister Schäuble auf Euro-Mission

DPAFinanzfestspiele in der US-Hauptstadt: IWF und Weltbank laden zum Frühjahrsgipfel, sammeln 430 Milliarden Dollar für Krisenhilfen ein. Mittendrin der deutsche Finanzminister mit dem Versuch, Europa nach vorn zu reden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...829041,00.html
  1. #1

    Sind wir ein vereintes Europa?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzfestspiele in der US-Hauptstadt: IWF und Weltbank laden zum Frühjahrsgipfel, sammeln 430 Milliarden Dollar für Krisenhilfen ein. Mittendrin der deutsche Finanzminister mit dem Versuch, Europa nach vorn zu reden.

    Ringen um IWF-Kredite: Mister Schäuble auf Euro-Mission - SPIEGEL ONLINE
    Irgendwie wäre es mir peinlich, diese lächerlich geringe Schuldenkrise nur durch IWF und Weltbank lösen zu können.

    Schaut man sich die Volumina der Schuldner- und Gläubigerbeziehungen von Euroland mit anderen Staaten an, wird das auch deutlich - das Gros der Schulden besteht innerhalb des Euro-Währungsraums.

    Was allerdings die Politiker mit den weltweiten Bankstern gemeinsam haben, ist das Unverständnis der Ursachen der Krise, und wer nicht weiß wo er steht und wohin er will, wird nie ankommen:

    Ein Europa in der Demografiefalle wird auf der Basis dieser immensen Staatsverschuldung einerseits und seinen Ansprüchen an soziale Sicherung andererseits in Zukunft mit sinkender Kreditwürdigkeit zu kämpfen haben. Die heutige Schuldenbremse kommt zu spät und reicht bei Weitem nicht aus, sondern erfordert viel stärkere strukturelle Eingriffe.

    Das Geld muss weg - die Schulden müssen einkassiert werden. Durch Vermögens- und Erbschaftsteuer, damit es kein Unheil mehr anrichten kann. Rezepte wie "aus den Schulden rauswachsen" sind einfach nicht glaubwürdig.

    Mit immer mehr Geldmenge immer höhere Brandmauern heraufzubeschwören, kann keine Lösung sein. Solange Schäuble das nicht kapieren möchte (wissen tut er es vermutlich längst), wird das alles nichts. Und Weltbank und IWF tun gut daran, diesem kollektiven Wahnsinn nicht noch stärker beizutreten - und die BRIC-Staaten erst recht!
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen

    "Der Erfolg der nächsten Phase bei der Krisenbewältigung hängt vom Willen und der Fähigkeit Europas ab, kreativ, flexibel und aggressiv Reformen umzusetzen", sagte Geithner.
    Ich hingegen würde mehr Aggressivität gegenüber denjenigen unserer "Freunde" empfehlen, die derartige Forderungen an uns stellen.
  3. #3

    Nicht unbedingt nach vorn, aber auch nicht nach unten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzfestspiele in der US-Hauptstadt: IWF und Weltbank laden zum Frühjahrsgipfel, sammeln 430 Milliarden Dollar für Krisenhilfen ein. Mittendrin der deutsche Finanzminister mit dem Versuch, Europa nach vorn zu reden.

    Ringen um IWF-Kredite: Mister Schäuble auf Euro-Mission - SPIEGEL ONLINE
    Herr Wolfgang findet den Mittelweg - nicht herunterreden lassen, aber auch nicht den grossen Meister spielen.
    Die BRICS Staaten beklagen sich mit Recht, aber 18 Milliarden fuer Mexico in den 1980er Jahren war ein Riesengeld. Dank der Masslosigkeit der US und weltweiten Finanzindustrie, sind 100 Milliarden $ heutzutage fast wie frueher 100 Mrd Lira.

    Die Rezepte der grossen Geldschwemme ablehnen ist in Ordnung. Wenn einer seine Hypothek nicht zahlen kann gibt ihm dort die Bank eine Kreditkarte welche fuer die naechsten 3 Monate die Hypothekenzahlungen ueberbrueckt, nur 'verdient' die Bank an der Kreditkarte das fuenffache im Vergleich zur Hypothek und Pleite ist der Kunde ohnehin schon.

    Solide sein ist die Zukunft, und Scheinsolide bringt nur ein paar extra Tage in der Sonne.
  4. #4

    Die PIIGS Pleitestaaten sind an der Globalisierung gescheitert!

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen
    Das Geld muss weg - die Schulden müssen einkassiert werden.
    Durch Vermögens- und Erbschaftsteuer,
    damit es kein Unheil mehr anrichten kann.
    Rezepte wie "aus den Schulden rauswachsen"
    sind einfach nicht glaubwürdig.
    Da ist es nur fair, dass sich die Gewinner der Globalisierung
    an den Kosten über den IWF beteiligen. Das sind die
    BRICS Staaten. Jetzt fließt z.Z. viel Kapital
    diesen BRICS Schwellenländern zu,
    weil Investoren sich höhere Profite von dem dort
    erwarteten höheren Wirtschaftswachstum versprechen.

    Diese alternativlose Wirtschaft der globalen Profitmaximierung
    führt voraussehbar und berechenbar zur Senkung des
    Lebensstandards der "Vielen-99%" in Europa. Auch wir
    "Vielen-99%" in Deutschland werden weiter ärmer werden.

    Es werden vom IWF viele Existenzen vernichtet, die nach der
    neoliberalen Ideologie als nicht "fit for survival"
    erklärt werden und zwar im wörtlichen Sinne. Dem IWF
    fehlt die Legitimierung für die harten Auflagen, die er
    über Pleiteländer verhängt.
  5. #5

    Schäuble freut sich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzfestspiele in der US-Hauptstadt: IWF und Weltbank laden zum Frühjahrsgipfel, sammeln 430 Milliarden Dollar für Krisenhilfen ein. Mittendrin der deutsche Finanzminister mit dem Versuch, Europa nach vorn zu reden.

    Ringen um IWF-Kredite: Mister Schäuble auf Euro-Mission - SPIEGEL ONLINE
    Deutschland zahlt 41,5Mrd Euro in den IWF ein und Schäuble freut sich. Geht es aber um Steuersenkung, Infrastruktur, Bildung etc. ist kein Geld da. Die Eurozone ist ein Faß ohne Boden und Deutschland sollte sie so schnell wie möglich verlassen, dann wäre auch wieder Geld für vernünftige Sachen da.
  6. #6

    Gefangen im Machterhalt!

    Zitat von Pandora0611 Beitrag anzeigen
    Deutschland zahlt 41,5Mrd Euro in den IWF ein und Schäuble freut sich. Geht es aber um Steuersenkung, Infrastruktur, Bildung etc. ist kein Geld da. Die Eurozone ist ein Faß ohne Boden und Deutschland sollte sie so schnell wie möglich verlassen, dann wäre auch wieder Geld für vernünftige Sachen da.
    Der Euro ist ein rein politisches Projekt, was man unter allen Umständen erhalten möchte, selbst um den Preis einer völligen Übeschuldung Deutschlands. Gerade die Entwicklungen seit Februar 2010 haben dies ganz klar gezeigt. Die bisherigen gigantischen Rettungs- und Stabilisierungsanstrengungen sind heute schon für uns selbst kaum mehr tragbar und auch verantwortbar. Durch die zahlreichen verdeckten und versteckten Transfers und Haftungsgarantieübernahmen wurde nur eine Vergemeinschaftlichung, eine Monetarisierung und eine Sozialisierung von Fremdschulden und Fremdrisiken erreicht.

    An den grundlegenden Problemstellungen, den völlig verschiedenen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten der einzelnen europäischen Volkswirtschaften, ändern die gigantischen Hilfsmaßnahmen kurzfristig nichts. Gerade die EZB untergräbt mit ihren Maßnahmen (Target 2, aufgekaufte Staatsanleihen, riesige Liquiditätstender zu Niedrigzins ohne werthaltige Besicherungen) eine nachhaltige, glaubwürdige und dauerhafte Geld - und Währungsstabilität.

    Währungsexperte Hankel: "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Währungsexperte Hankel: Rückführung zur Wechselkursunion - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Hans-Werner Sinn: "Wahrscheinlichkeit für deutschen Staatsbankrott wächst" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
    Ökonomen warnen: Ungleichgewicht durch Target-2 - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland steuert über die Bundesbank gut 55 Milliarden Dollar bei.
    Dann ist ja alles gut! Ich dachte schon, wir muessten sparen.

    Während etwa das kleine Griechenland in den vergangenen beiden Jahren fast 40 Milliarden Dollar empfangen hat, erhielt etwa Mexiko in den neunziger Jahren gerade mal knapp 18 Milliarden Dollar.
    Ist diese Angabe absolut oder inflationsbereinigt?
    Mag ansonsten 'vielleicht' auch daran liegen, das man in den 90igern fuer den Dollar auch noch was bekam. Ausserdem hatt Mexico auch noch ne eigne Druckerei!
    Nicht das ich es fuer gut befinde, das die Griechen ueberhaupt im Euro gehalten werden, aber was ist der Dollar (und der 'so erfolgreiche' T€!) heute bitte noch wert?
  8. #8

    Was unsere Eliten uns vorbeten wird auch durch Wiederholung nicht wahrer!

    Zitat von Pandora0611 Beitrag anzeigen
    Deutschland zahlt 41,5Mrd Euro in den IWF ein
    und Schäuble freut sich.
    Geht es aber um Steuersenkung, Infrastruktur, Bildung etc.
    ist kein Geld da.
    Die Eurozone ist ein Faß ohne Boden ....
    Die Eurokrise wird nicht durch zu wenig Sparen und zu viel
    Geldausgaben ursächlich verursacht sondern durch
    unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeiten der Länder
    in der Globalisierung.

    Deshalb hilft Schäubles Gemache und Getue nicht und
    der IWF kann nur kurzfristig helfen. Mehr als etwas
    Zeitgewinn kann sich aus diesen Rettungsmaßnahmen
    nicht ergeben:
    Zeitgewinn wofür? Wofür wollen die
    Eliten die gekaufte Zeit nutzen? Wer weiß das?


    Um schnell noch mehr in Sachwerte zu gehen? Wollen die
    Konzerne und 1%/0,01%-Reichen gar alles billigst
    aufkaufen und besitzen?
  9. #9

    Die Eurofalle

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Der Euro ist ein rein politisches Projekt, was man unter allen Umständen erhalten möchte, selbst um den Preis einer völligen Übeschuldung Deutschlands. Gerade die Entwicklungen seit Februar 2010 haben dies ganz klar gezeigt. Die bisherigen gigantischen Rettungs- und Stabilisierungsanstrengungen sind heute schon für uns selbst kaum mehr tragbar und auch verantwortbar. Durch die zahlreichen verdeckten und versteckten Transfers und Haftungsgarantieübernahmen wurde nur eine Vergemeinschaftlichung, eine Monetarisierung und eine Sozialisierung von Fremdschulden und Fremdrisiken erreicht.
    Richtig beobachtet!
    Es gibt noch mehrere, die vor einer Transferunion warnen.

    Hans-Werner Sinn: „Wir sitzen in der Falle“

    Rolf von Hohenhau (TAE)
    ESM-Vertrag stoppen! Die EU-Bürger zahlen die Zeche


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