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Rikscha-Report: Todesdrohungen im Paradies

Malaysia verspielt gerade seinen Bonus als asiatisches Traumziel. Muslimische Hardliner sind auf dem Vormarsch - das einst weltoffene Land verwandelt sich zusehends in ein engstirniges Gebilde.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...495440,00.html
  1. #1

    Malaysia

    Guter Artikel!

    Malaysia wird seit ein paar Jahren stark von radikalen Muslims beeinflusst und es ist richtig, dass die traditionelle bunte und freundliche Tracht der radikalen Tracht der streng verschleierten muslemischen Frau Platz macht. Es ist Schade, dass diese bunte und offene Kultur zerstoert wird.

    Dies wurde sehr deutlich als man Jagd auf knutschende Paare machte, sogar auf Touristen.

    Oder man lass in der Zeitung von einem Paar, dass zusammen in einer Wohnung vorgefunden wurde und nicht verheiratet war.

    Malaysia beliefert Singapur mit Wasser und hat vor ein paar Jahren den Preis des Wassers erhoeht. Daraufhin hat Singapur auch den Preis des Wassers erhoeht, dass es gereinigt wieder nach Malaysia geliefert hat. Schon witzig.

    Eingebildet sind die Menschen dort auch mehr als anderswo. Man wollte mich nicht einreisen lassen, da man vermutete, dass ich mein Kind in Malaysia zur Welt bringen wollte um eine malayische Staatsbuergerschaft zu ergaunern. Da winkte aber ein Staatsbeamter mit kullernden Augen ab. Wenigstens Einer der durchblickte.
  2. #2

    Die Enttäuschung ist groß

    Nachdem ich im März dieses Jahres 2 Wochen Malaysia auf Geschäftsreise besucht habe, kann ich dem Artikel, was die Ungleichbehandlung angeht, nur zustimmen. Vor allem im Gespräch mit der indischen und der chinesischen Minderheit zeigte sich, wie sehr sich aus dieser Ungleichheit auch sozialer Sprengstoff zu entwickeln scheint.

    Selbst ein meiner Reisegruppe bis dahin unbekannter Taxifahrer äußerte sich ausführlich über die Ungleichbehandlung der Nichtmuslime und nannte neben der Bildung und der Erlaubnis zum freien Wirtschaften noch viele weitere Beispiele.

    Auch wenn ich das Malaysia der 70 er Jahre nicht kenne, muss ich allerdings sagen, dass mir sowohl in Kuala Lumpur als auch in der Provinz der Anteil der verschleierten Frauen insgesamt eher gering vorkam. Vielmehr gab es scheinbar in allen Schichten viele Malayinnen, die sich äußerst freizügig kleideten. Es gab fast überall Alkohol zu kaufen und Frauen fuhren Auto (auch wenn wir keine weibliche Taxifahrerin hatteb, was mir aber auch in Deutschland erst sehr selten passiert ist).

    Für mich schien die Problematik also viel mehr in den (letztlich verdeckten) fundamentalen Lebensgrundlagen zu liegen als in den offensichtlichen Aspekten und gleichzeitig denke ich, dass die Spaltung eher zwischen Regierung und Bevölkerung als zwischen den einzelnen Gruppen vorlag.
  3. #3

    Guter Artikel, wenn auch unpassender Titel

    Als jemand der das Land seit 25 Jahren kennt und seit 10 Jahren bewohnt, kann ich dem Artikel nur zustimmen.
    Die Überschrift allerdings ist mehr als schlecht gewählt, weil Malaysia ungefähr das erste Land in Südostasien war, in dem die Rikschas verschwunden waren.
    Der in Singapur lebende Autor sollte auch ganze journalistische Wahrheitstreue leisten was den Staat und die Religion angeht: Malaysia ist kein islamischer Staat, sondern eine (demokratische) Föderation, eine verfassungsmässige Demokratie. Der Islam ist lediglich Staatsreligion.
    Eine Hadith ist auch keine Koraninterpretation, mein lieber Jürgen Kremb. Eine Hadith ist eine anekdotische Überlieferung aus dem Leben des Propheten.
    "Töte jeden, der seine Religion wechselt" ist auch nicht ganz astrein als Zitat. "There is no compulsion in religion" (2:256). Der Wechsel hin zum Islam wird durchaus sehr befürwortet; ein Verlassen der Religion hingegen als 'Hochverrat' eingestuft. Daher die Idee der strengen Strafe.

    Der Rest des Artikels, wie gesagt, beschreibt die momentane Stimmung sehr gut. Hinzugefügt werden könnte vielleicht lediglich noch, dass unter Mahathir ein Versuch unternommen wurde, auch als 'Asian Tiger', mit der Welt zu konkurrieren. Badawi hat damit nichts am Hut. Deshalb hat der Massstab 'global' ausgedient und ist durch Selbstbespiegelung ersetzt worden, de facto. Hier heisst das 'suka sendiri'; sich selbst gefallen. Das führt dann regelmässig zu clownesquen Szenarien, so wie die Entsendung eines Malaysiers als bezahlter Tourist an Bord eines Russischen Raumschiffes als Glanzleistung Malaysischer Weltraumforschung gefeiert wird.
    Manchmal kann es einen schon schön schaudern und an Animal Farm oder 1984, beziehungsweise die Propaganda einer Sowjetunion erinnern lassen.
    Einen grossen Pluspunkt hat Malaysia, noch, und hoffentlich noch lange: es ist ziemlich demokratisch. Das soll heissen: die Bevölkerungsmehrheit glaubt an den ganzen Schamonz.
  4. #4

    selbstbewusste Frauen

    Zitat von sebparker Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich das Malaysia der 70 er Jahre nicht kenne, muss ich allerdings sagen, dass mir sowohl in Kuala Lumpur als auch in der Provinz der Anteil der verschleierten Frauen insgesamt eher gering vorkam. Vielmehr gab es scheinbar in allen Schichten viele Malayinnen, die sich äußerst freizügig kleideten. Es gab fast überall Alkohol zu kaufen und Frauen fuhren Auto (auch wenn wir keine weibliche Taxifahrerin hatteb, was mir aber auch in Deutschland erst sehr selten passiert ist)..
    2004 war ich ein Monat in Malaysia. So wie ich das mitbekam tragen fast alle muslimischen Malaysierinnen (etwa 60% der Bevölkerung) einen Schleier, zumindesestens dann wenn sie verheiratet sind. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass dies Malaysierinnen unterdrückt wären. Der Schleier ist eher ein modisches Assesoir. Dies Frauen sind durchaus selbstbewusst, fahren Moped, beherrschen anders als in den arabischen Ländern das Straßenbild und scheuen sich auch nicht mit ausländischen Männer in Kontakt zu treten.
    Es ist natürlich von außen schwer zu beurteilen ob und wie sehr die malaysische Frau unterdrückt wird. Mir erscheint dies jedoch weniger der Fall zu sein wie in der Türkei oder den arabischen Ländern. Vielleicht auch deshalb, weil dies nicht dem asiatischem Naturell entspricht. Auch in Thailand treten die Frauen häufig sehr selbstbewusst auf.
  5. #5

    Tama Negara

    Zitat von Jürgen Kremb
    Wer etwa von Singapur auf der Autobahn nach Kuala Lumpur durch den Süden Malaysias fährt, erspäht auf den ersten 200 Kilometern wahrlich keine Tropenromantik. Der Urwald wurde hier beiderseits der Strecke radikal abgeholzt, um eintönigen Palmölplantagen Platz zu machen..
    Stimmt - aber Herr Kremb hätte sich durchaus mal die Mühe machen können und nach Tama Negara reisen können: ein einzigartiger Regenwald- Nationalpark. Ich habe schon einige andere ähnliche Nationalpärke besucht, dieser ist aber der bei weitem beste!
  6. #6

    Chinesen werden systematisch unterdrückt

    Wir sind schon seit vielen Jahren in Maylasia unterwegs. Einerseits als idealer Stoppover nach Australien, anderseits auch um dieses Land kennen zu lernen. Leider mußte ich in den vergangenen Jahren immer mehr Repressalien gegenüber chinesischen Mitbürgern erleben. Wir haben einen guten Optiker in Kuala Lumpur - Chinese - der sich uns gegenüber über alle Schwierigkeiten geäußert hat, die im als chinesischen Geschäftsmann das Leben schwer machen. Ich möchte auch noch auf eine Antwort eingehen, die das Leben als freizügig und die Malayinnen als freizügig gekleidete Frauen bezeichnet hat. Falsch, normal gekleidet sind nur die ChinesInnen und die InderInnen, die Malayinnen verschleiern sich von Jahr zu Jahr mehr. Bei einem Aufenthalt auf Langawi habe ich mehrere Familien erlebt, mit ganzkörperverkleideter Mutter, die nicht einmal zu den Mahlzeiten ins Restaurant mitgenommen wurde. Ich möchte gar nicht auf die EinreisebeamtInnen am Flughafen eingehen, die mit schwarzen Kopftüchern und bösem Blick einem die Freude auf einen Aufenthalt sehr vergällen können.
  7. #7

    Deprimierend, aber nicht hoffnungslos

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Malaysia verspielt gerade seinen Bonus als asiatisches Traumziel. Muslimische Hardliner sind auf dem Vormarsch - das einst weltoffene Land verwandelt sich zusehends in ein engstirniges Gebilde.
    Meine Antwort?
    Deutschland verspielt gerade seinen Bonus als europäisches Traumziel. Christliche (und völkische) Hardliner sind auf dem Vormarsch - das einst weltoffene Land verwandelt sich zusehends in ein engstirniges Gebilde.

    Jedes Wort stimmt. Oder etwa nicht?

    Schleier in Malaysien? Gibt es nicht auch in Köln oder Istanbul einen riesigen Zuwachs? Mindestens in Deutschland ist die Verschleierungswachstumsrate in den letzten 10 Jahren zwischen 30 und 170% im Jahr gewesen (bevor jemand die Zahl anzweifelt, bitte nachdenken!)

    Ich glaube, Kreationismus soll nicht im Malaysien sondern in Deutschland im Biologie-Unterricht gelehrt werden...

    Und in D. braucht man nicht zu konveriteren, um Arbeitsplatz oder gar das Leben zu verlieren. Es reicht schon, anderer Hautfarbe, Religion oder politischer Einstellung zu sein, um eine realistische Chance zu haben, auf den Gehsteig verbluten zu dürfen.

    Die Zukunft Malaysiens 2057? Wie wäre es über die Zukunft der BRD im gleichen Jahr nachzudenken? Deutschland rutscht Jahr für Jahr zurück sowohl im Bildungswesen, in Forschung und Entwicklung, in Technologienutzung. Ich befürchte, 2057 wird Deutschland eine der profilierten Armen- und Altenh-eimstätten der Welt sein, die Bildungshilfe von malaysischen Lehrern unter UNESCO-Schirmherrschaft bekommen wird.

    Es wunder mich, wie wenig SpiegelOnline-Autoren von Denken und Wirken Stefan Aust's berührt werden. Es gibt zwei Welten bei Spiegel. Eindeutig!

    S.
  8. #8

    2057 und ich nehme an Sie werden es nicht mehr erleben. Ich jedenfalls traue trotz aller - Ihrer Meinung - Verschlechterung im Bildungs- usw-wesen in Deutschland, den Deutschen bei weitem mehr zu, ihre Probleme in den Griff zu kriegen als in den sogenannten Tigerstaaten. Warten wir einfach ab, den verstärkte "Religonisierung" hat genauso wenig Zukunft wie ein totaliärer Staat. Beispiele dafür gibt es genug - ob Spanien, Chile, die kommunistischen Länder, die griechische Militärdikatur usw. Alles hat ein Ablaufdatum.
  9. #9

    sie schreiben....
    weil Malaysia ungefähr das erste Land in Südostasien war, in dem die Rikschas verschwunden waren.

    ich sage ..purer unsinn, ich bin vor 2 monaten mit der rikscha in penang gefahren und da gibts dutzende davon usw.

    mehr gibts hier:
    http://www.penangcentral.com
    http://www.kualalumpurcentral.com und hier ist der beweis das man nicht alles glauben soll...
    http://www.kualalumpurnightlife.com

    los jetzt.








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