Sind denn eigentlich schonmal vorab irgendwelche Ticketpreise genannt worden? Was müßte ich denn so hinblättern, um in der Elbphilharmonie einen Beethoven-Abend auf einem guten Sitzplatz zu genießen?
Der Pfuschereien sind verheerend, die Kosten exorbitant - beim Richtfest der Hamburger Elbphilharmonie beschworen Architekt und Bürgermeister trotzdem die Vision eines weltbekannten Renommierbaus. Draußen vor dem Eingangsportal sammeln sich Protestler und spotten über römische Dekadenz.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...697396,00.html
Sind denn eigentlich schonmal vorab irgendwelche Ticketpreise genannt worden? Was müßte ich denn so hinblättern, um in der Elbphilharmonie einen Beethoven-Abend auf einem guten Sitzplatz zu genießen?
Kurz gesagt: wer dreimal im Monat ins Kino geht, wird fuer den Gegenwert einmal ein Konzert des NDR-Sinfonieorchesters, bekanntlich dann das staendige Residenzorchester der EP, besuchen koennen, wobei sich erst heraustellen muss, ob Hamburg mit zwei Konzerthallen nicht mehr Angebot als Nachfrage generiert (was zu befuerchten ist, nimmt man die Belegung der Laeizhalle als Massstab).
Auf internationale Ticketnachfrage zu hoffen, ist naiv.
Hamburg hat nunmal keine weltbekannten Klangkoerper wie die Berliner oder Wiener Philharmoniker.
Und Thomas Hengelbrock ist in Japan und USA geringfuegig weniger bekannt als Sir Simon Rattle oder Nikolaus Harnoncourt.
Ob die Akustik mit dem Scharounbau in Berlin oder dem Wiener Musikverein mithalten kann, steht ebenfalls in den Sternen, denn neben allen anderen Problemen ist die Akustik immer die heikelste Angelegenheit.
Fuer die Burberry-Trenchcoatsammler und Champagnerkenner wird zumindest ein neuer Treffpunkt geschaffen, einerseits, um die Klamotten zu zeigen, andererseits, um im Konzertsaal ein bisschen Schlaf nachzuholen.
Fuer den erfahrenen Musikfreund wirds sicherlich am spannendsten sein, bei einem Adagio gleichzeitig ggfs. den Schiffs-und Nebelhoernern zu lauschen und sich in den Schwingungen vorbeiziehender 100000BRTer zu wiegen.
Zitat von timewalk;
" Wie sich das Gemäuer wohl macht, bei 25 Meter Meeresspiegelanstieg?
Sicherlich wurde daran schon gedacht beim ersten Spatenstich. "
Wozu denn das? Wer da einzieht oder zuhört hat auch das nötige Kleingeld um sich ein U-Boot und entsprechende Technik zu leisten.
Richtig erkannt.
Es gab allerdings eine selige Zeit vor Herrn v. Beust, da war die Stadt wohlhabend und konnte sich alles leisten.
Durch die Offenlegung der dramatischen Finanzierungs-und Planungsprobleme der Elbphilharmonie sollte der Buergermeister nun eigentlich gezwungen sein, seine "kreative" Bilanzierung der letzten Jahre nicht nur offen zu legen, sondern abzustellen.
Schon meldet er noch in der Nacht zum Sonntag Ansprueche auf die Austragung des naechsten Song-Contest an, dazu der Hinweis: das reiche Oslo hat gerade mit 20 Mio Euro Miesen abgeschlossen.
Noch teurer wirds eventuell im Jahre 2013 mit der Ausrichtung der Schwimmweltmeisterschaft, die Dubai sich aus finanziellen Gruenden nicht mehr leisten will...zuletzt in Hamburg geschaetzte Ausrichtungskosten: 45 Mio Euro.
Beides wird sich die Stadt aber letztendlich aus finanzieller Bewegungsunfaehigkeit sowieso nicht mehr leisten koennen, da die Kostenstruktur der Elbphilharmonie sowohl immer raumgreifender als auch unkalkulierbarer wird.
Abseits der beustschen Zahlen schreibt man bereits von einer halben Milliarde Euro an reellen Kosten.
Gerade ist der Bundespraesident wegen einer Kleinigkeit zurueckgetreten.
Beust faehrt eine ehemals reiche und prosperierende Stadt gegen die Wand und bleibt im Amt.
Sind in Hamburg alle demokratische Moeglichkeiten bereits ausgereizt?