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Richard Dawkins: "Religion? Die Wirklichkeit hat ihre eigene Magie"

Er gilt als einer der einflussreichsten Evolutionsbiologen der letzten Jahrzehnte. Vor allem aber macht Richard Dawkins mit vehementen Attacken gegen Kreationismus und fundamentalistische Religiösität von sich reden. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE erklärt er, warum er keinen Glauben braucht.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...745672,00.html
  1. #620

    im Prinzip völlig richtig

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Hinter dem menschlichen Hang zur Mystik steckt eine enorme Energie, man sieht ja, was im Namen der Religion alles so angerichtet wird.
    Daher denke ich, dass wir mit den beiden großen Kirchen in Deutschland ganz gut bedient sind, denn sie kanalisieren dieses Bedürfnis .....
    Wenn man die ganzen Ersatzreligionen betrachtet, kann man dem leichten Herzens zustimmen. Das Problem der konventionellen Kirchen besteht darin, daß sie sich überlebt haben, weniger durch die Naturwissenschaften, sondern die Ärzte sind an ihre Stelle getreten. Ein bißchen transzendent noch, was das Honorar angeht, aber hin und wider helfen sie, zumindest mit einer gegenüber Gebeten geringfügig höheren Erfolgsquote.

    Man sieht die Entwicklung deutlich in der Theologie. Protestanten waren immer schon halbe Atheisten, aber bei modernen evangelischen Theologen bleibt von der Lehre bannig wenig übrig, weil die Philosophie die Oberhand gewonnen hat, und die sagt recht deutlich, daß sich die Menschen nicht lieben. So schön das wäre.

    Die Kirchen haben nicht die Möglichkeit, sich aus allen Religionen und Philosophien eine Ersatzreligion zusammenzubasteln, wie das moderne Guru kann und darf. Zulauf hat der auch, weil der Mensch die Rezepte und Erklärungen mag. Was Zauberkunststückchen und Indoktrination angeht, würde ich auch den etablierten Kirchen den Vorzug geben. Aber nur, wenn sie weniger Einfluß hätten.
  2. #621

    Worte....

    Zitat von Sophie Amrain Beitrag anzeigen
    Ich vermute, daß man eine gewise Ichstärke braucht, um die Unwissenheit und Unsicherheit zuzulassen. Wenn man nicht von seinem eigenen Wert überzeugt ist, muß es wenigstens eine überirdische Autorität einem versichern:-)
    Was ist das eigentlich, Ichstärke? Nannte man das früher nicht Egozentrik? Und was ist ein eigener Wert, auf welches Referenzsystem beziehen Sie sich da?
  3. #622

    Im Namen der Toleranz...

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Der Kommunismus hatte auch den Charakter einer Kirche. Kirchen sind immer autoritär, anders können sie nicht existieren. Nur die Pluralität der Weltanschauungen auf der Grundlage von Freiheit und Toleranz gewährleistet eine friedliche Gesellschaft.
    Im Namen der Toleranz und Freiheit müssen also Kirchen und ihre Weltanschauungen verboten werden? Und vielleicht sind Kirchen gar nicht per definition autoritär? Wenn es darum geht, alle Einrichtungen, die nicht-demokratisch sind abzuschaffen müssten wir auch fast alle Firmen und Betriebe im Namen der Freiheit und Toleranz schließen...
    Wäre schön, wenn man mit Ihnen so offen über sakrale Themen diskutieren könnte wie über wissenschaftlich-philosophische Themen... Aber da ist scheinbar ein Anti-Klerikaler Reflex stark ausgeprägt. Ich kann das sogar nachvollziehen, finde es aber trotzdem schade.
  4. #623

    .

    Zitat von white eagle Beitrag anzeigen
    Genau das macht die Seite. Sie gehört zu den wenigen wissenschaftlich innovativen Seiten!
    Ich kann bei dieser Seite keinen wissenschaftlichen Ansatz erkennen.
    Keine Belege, keine Verweise auf andere wissenschaftliche Arbeiten, nichts.
    Die Seite ist durch und durch vom Mysterium durchsetzt und Sie als Mystiker wollen auch, dass das so bleibt.
    Wissenschaftler sind an dem Ergründen des Mysteriums interessiert.
  5. #624

    Vorsicht, beim Unterschätzen der Mystik

    Zitat von Sophie Amrain Beitrag anzeigen
    Die zivilisierende Wirkung der katholischen Kirche in Deutschland kann ich nicht nachvollziehen. Sie arbeiten gegen die Gleichberechtigung, gegen die sexuelle Selbstbestimmung, und für Autoritätshörigkeit. Da gibt es bessere Religionen im Angebot. Grundsätzlich sind mystische Strömungen weniger gefährlich, da nicht so schlagkräftig.
    Es liegt mir fern, die katholische Kirche zu verteidigen. Mir sind deren Standpunkte sehr wohl bewusst und deren Vergangenheit auch.
    Ich glaube nur nicht, dass es nach Auflösung der katholischen Kirche (wie auch immer) weniger Probleme mit religiösen Überzeugungen gibt, sondern mehr.
    Ich halte diese mystischen Strömungen für sehr gefährlich. Im Moment fehlen denen noch geeignete Köpfe und eine Organisation, aber das kann sich ändern und schon müssen sie die Elfenbeauftragte fragen, ob sie Bauen dürfen oder nicht.
    http://www.womenweb.de/horoskope-und...auftragte.html
    Das mag im Moment noch kauzig und lustig wirken, ich versichere Ihnen aber, dass die Isländer keine dümmeren Menschen sind als wir.
  6. #625

    .

    Zitat von pulpicon Beitrag anzeigen
    Im Namen der Toleranz und Freiheit müssen also Kirchen und ihre Weltanschauungen verboten werden?
    Ich hatte nur geschrieben, dass Kirchen autoritär sind, nichts von verbieten. Die christlichen Kirchen sind im Verlauf der Geschichte zurechtgestutzt worden, weil die Mehrheit der Menschen ziemlich vernünftig ist und nach Freiheit verlangte wie in Libyen. Die Kirchen aber waren immer Gegner demokratischer Bestrebungen und haben die Demokratie bekämpft. Dass mir die Kirchen und ihre Vertreter nicht sympathisch sind, das gebe ich zu:)
  7. #626

    .

    Zitat von bennoko Beitrag anzeigen
    In der Tat, wobei natürlich schon der alte Wein recht unbrauchbar war...
    Nun, Dawkins kann seine Thesen zur Evolution wenigstens wissenschaftlich belegen und herleiten. Welche Religion kann das schon.
    Außerdem versteht er es trefflich die Evolutionstheorie auch für Laien verständlich zu machen.
    Sehr flüssig und spannend geschrieben fand ich sein Buch
    Geschichten vom Ursprung des Lebens: Eine Zeitreise auf Darwins Spuren.
    Über den "Gotteswahn" kann man natürlich streiten, über seine fachliche Kompetenz als Biologe nicht.
  8. #627

    Jesus, Buddha?

    Zitat von kallistos Beitrag anzeigen
    Die meisten Religionen sind dadurch entstanden, dass ein erleuchteter spiritueller Meister (z.B. Buddha oder Jesus) seine Erfahrung an seine Schüler weitergeben wollte. Eine solche Erleuchtungserfahrung ist aber jenseits von Worten, sie kann nicht hinlänglich mit Worten beschrieben werden. Manche Meister (z.B. Buddha) haben versucht, möglichst treffende Worte zu benutzen (Nirvana, Leere etc.), andere wiederum drückten sich sehr bildhaft aus, wie z.B. Jesus, der sich z.B. als Gottes Sohn bezeichnete. Eine solche Aussage muss einem aufgeklärten Menschen natürlich als völlig inakzeptabel erscheinen, und doch besitzt sie Wahrheit, eben weil sie nur ein Bild ist. Und vor allem aus dieser bildhaften Sprache entstehen dann religiöse Traditionen, die die unaussprechliche innere Erfahrung ihrer Begründer nach außen projizieren und versuchen, das Beschriebene mit dem Verstand zu erfassen, und das notwendigerweise Missverstandene mit Überzeugung zu verbreiten. Es lässt sich aber nur im Innern erfahren (Jesus: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch").

    Allen echten spirituellen Wegen ist eines gemeinsam: Das Ego muss vollständig verschwinden. Das ist z.B. die Bedeutung des Gleichnisses mit der anderen Wange, die man hinhalten soll, wenn man auf die eine geschlagen wird. Das Ziel eines echten spirituellen Weges ist nicht seine eigene Erhaltung und Verbreitung, sondern ausschließlich das Auslöschen des Egos des spirituell Strebenden, mit dem Ziel, die begrenzte Existenz und somit das Leiden zu überwinden.


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