Rhön-Übernahme durch Fresenius: Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten

ReutersIm Gesundheitssektor bahnt sich ein Mega-Deal an. Der Dax-Konzern Fresenius will den Krankenhaus-Betreiber Rhön-Klinikum für rund drei Milliarden Euro übernehmen und mit den eigenen Helios-Häusern zusammenführen. Dadurch entstünde Deutschlands größter privater Klinikkonzern.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...829857,00.html
  1. #50

    Ich frage mich, warum Gewinne im Gesundheitssystem, dass sich aus den Beiträgen einer Solidargemeinschaft finanziert, sich nicht in der Senkung der Kassenbeiträge für die Versicherten niederschlägt. Für mich nicht zu verstehen, dass sich hier Unternehmen und Aktionäre bereichern können auf Kosten der Versicherten.

    Auch wird der Wettbewerb, was Nierenersatzverfahren und alle anderen Produkte des Konzerns Fresenius angeht, total ausgesetzt. Schon heute suggeriert der Konzern seinen Kunden Therapien, die nach Studienlage eher nachhaltige Kosten für die Krankenkassen und somit für die Versicherten bedeutet. Wettbewerb wird es bald nicht mehr geben. Aber es geht ja nur um kranke Menschen, die wie auch immer, möglichst lange als Patient behandelt werden müssen - denn nur so bringen sie Unternehmen wie Fresenius die ersehnten Gewinne. Wahnsinn, dass dies die Politik zulässt!
  2. #51

    Zitat von paisi Beitrag anzeigen
    Wahnsinn, dass dies die Politik zulässt!
    Aus dem Bericht des Bundeskartellamtes über seine Tätigkeit in den Jahren 2009/2010

    Im Bereich der Krankenhäuser hat sich der Konzentrationsprozess im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum weiter abgeschwächt. Angemeldet wurden beim Bundeskartellamt über 20 Zusammenschluss - Vorhaben.
    Im Fall Gesundheit Holding Nordhessen/Gesundheitsholding Werra-Meißner wurde ein Hauptprüfverfahren eingeleitet, das zu einer Untersagungsentscheidung führte. Alle weiteren Fälle konnten im Vorprüfverfahren freigegeben werden.

    I. Kartellabsprachen bei Papptellern
    In dem Kartellordnungswidrigkeitenverfahren gegen Hersteller von Papptellern wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Preis- und Kundenschutzabsprachen wurden gegen insgesamt sechs Unternehmen Bußgelder in Höhe von 958.000 Euro verhängt.

    Man muss eben Prioritäten setzen.
  3. #52

    Zitat von bert1966 Beitrag anzeigen
    Frage an die Experten: Herr Professor Lauterbach, haben wir vielleicht zu viele Politiker mit Interessenkonflikten in den Aufsichtsgremien derartiger Unternehmen ?
    Lauterbach sitzt selber bei Rhön im Aufsichtsrat.

    abgeordnetenwatch.de: Blog » Karl Lauterbach und das Versteckspiel mit dem Nebenverdienst (Update)
  4. #53

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen

    Im Interesse des Lands und seiner Bürger, will ich sogar, daß auch das Gesundheitssystem und besonders Krankenhäuser sich an den Begriffen Wettbewerb, Rendite, Aktionäre oreintieren.

    Aufgabe des Staats ist Rahmenbedingungen zu schaffen, die Missbrauch verhüten.
    Wettbewerb ja, natürlich. Aber Rendite? Operationen durchführen, weil die Aktien dann steigen? Nein. So kann es nicht gehen. Menschen sind keine Werkstücke, sondern Menschen.
  5. #54

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Ich halte es für normal, daß jeamnd der das doppelte für sein Zimmer bezahlt etwas komoder - gern auch im Einzelzimmer - untergebracht wird, und sein Essen aus einer Speiskarte auswählen kann.

    Solange jeder Bürger ungeachtete seine Brieftasche eine vernünftige medizinische Betreuung erhält, ist das schönere Zimmer wohl nicht so bedeutsam!
    Ds ist aber leider nicht so - wenn es nur um die Ausstattung der Zimmer ginge, kein Problem. In einem modernen Staat darf es aber keine medizinische Ungleichbehandlung geben, und die gibt es leider.
  6. #55

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    da tun sich ja Abgründe auf, da hat doch tatsächlich eine AG auch einen Aufsichtsrat, der noch dazu für seine Tätigkeit honoriert wird!!!
    Daß der betreffende Aufsichtsrat auch noch ein versierter Fachmann ist, setzt dem ganzen wirklich die Krone auf, wie kann das sein?
    Entweder Sie wissen nicht genau Bescheid, das wäre betreffs Ihrer Aussage nicht gut, oder Sie schreiben es wider besseren Wissens, das wäre allerdings noch schlechter.
    Es geht um die Doppelmoral von Lauterbach. Gegen "Privat" ins Feld ziehen und selber als Aufsichtsrat locker mal rund 50.000 Euro im Jahr bei der Privaten mitnehmen - das geht nicht. Heuchelei? Nein. Mammon.
  7. #56

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Dass man wegen eines gebrochenen Fingers fuer 15.000 Euro in die "Roehre" geschoben wird?
    Uups, was soll den das? Beides stimmt nicht. Der Preis und der Aufwand. Für einen gebrochenen Finger kommt niemand in die Röhre, und 15.000 Euro kostet es auch nicht, wenn man es tun würde.
  8. #57

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Ich halte es nicht für kriminell, wenn redeniteorientierte Unternehmen für angemessenen Lohn eine guten Service bieten.
    Ein gutes Beispiel ist die Privatisierung des Telekommarkts. Heute haben wir einen hundertmal besseren Service, einen hundertmal besseres Angebot als zu den seligen Zeiten der Bundespost und dies noch zu einem viertel des damaligen Preises.
    Ein Beispiel für eine gelungene Privatisierung.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn dies in den von Ihnen genannten Bereichen - Strom, Wasser, Verkehr - genauso geschieht, natürlich genaustens Überwacht von einer entsprechenden Regulierungsbehörde, wie sie es ja für den Telekommarkt auch gibt.
    Der Staat soll hoheitliche Aufgaben wahrnehmen und in anderen Bereichen Rahmenbedingungen und Regeln setzen, diese durchsetzen bzw. überwachen, dies mit aller Strenge.
    Der Staat könnte und müßte regulieren, wenn er wollte, macht er aber nicht. Energie ist schön auf eine Handvoll konzentriert und die bestimmen die Preise. So wird es uns auch im Gesundheitswesen ergehen, weil der Staat hier nicht reguliert.