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Rezept für Krustentier-Suppe: Mein Hummer stirbt fachgerecht

Peter WagnerFast alle Tiere, die wir essen, kommen tot in unserer Küche an. Nur der Hummer soll direkt vor dem Mahle zu Tode gebrüht werden. Muss das sein? Wir meinen: "Jein" - und stellen ein Rezept vor, bei dem das nicht nötig ist.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...851720,00.html
  1. #1

    Die Haltung der Hummer

    z.B. bei Hummerfirmen auf dem Hamburger Fischmarkt ist eine Katastrophe, da stimmen die Ausführungen von Herrn Wagner schon.
    "Das bringt teilweise monatelange artfremde Aufbewahrung ("Hälterung") nach der Hauptfangzeit im europäischen Sommer mit sich; in dunklen Tanks ohne Nahrung mit bis zu anderen 4.000 Tieren. Für typische Einzelgänger-Wesen mit Hang zum Rückzug in Felsspalten ist das eine Quälerei, bei der sie derart viel Gewicht verlieren können, dass am Ende nur noch zwei Drittel ihres ursprünglichen Fleisches im Panzerschwanz herumschlackert."
    Daher besteht auch Kannibalismus und die Tiere kneifen sich gegenseitig die Scheren ab und sterben.
    Trotzdem werden auch diese Tiere noch als gekochter Hummer noch verkauft. Das Veterinäramt schreitet nicht ein. Dass sind dann meistens die Hummer die nach Salmiak mehr oder weniger riechen.
    Es gibt eben keine artgerechte Haltung der Tiere, daher sollten solche Hälterungsmethoden verboten werden.
  2. #2

    Langusten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast alle Tiere, die wir essen, kommen tot in unserer Küche an. Nur der Hummer soll direkt vor dem Mahle zu Tode gebrüht werden. Muss das sein? Wir meinen: "Jein" - und stellen ein Rezept vor, bei dem das nicht nötig ist.

    Rezept für Hummer-Suppe mit Crunch aus Filoteig - SPIEGEL ONLINE

    Waehrend meiner Zeit in Kapstadt, Suedafrika, habe ich als Taucher wohl an die 1000 Langusten gefangen.

    Zunaechst die Regeln:
    Mindestgroesse vom mittleren Kopfhorn bis zum Schwanzansatz 90 mm
    Softshells nach der Haeutung verboten
    Eiertragende Weibchen verboten
    Innerhalb der Brutsaison alles verboten
    Pressluftflaschen verboten
    Tauchen vom Boot verboten
    Verwendung von Hakeninstrumenten oder Harpunen verboten
    Maximal pro Tag pro Person = 5 Stueck

    Das ist ziemlich schwer, bei dem meist hohen Seegang an der Atlantikkueste.

    Eine 1.000 bar Druckkammer hatte ich leider nicht zur Verfuegung.
    Also grosser Topf mit brodelnd siedendem Wasser. Languste rein fuer 2 Minuten, dann in die Tiefkuehltruhe.
    Vor dem Verzehr wird die Languste nochmal fertig gebrueht, was 3-5 Minuten dauert, je nach Groesse.

    Der einmalige frische Meeresgeschmack war immer vorhanden.

    Das erwaehnte langsame erwaermen im kalten Wasser halte ich fuer eine unnoetige Qual.
  3. #3

    Sehr Aufschlussreich für diesmal- NUR...

    ...EINE Antwort sind Sie uns noch schuldig Herr Wagner:
    WAS soll eigentlich "KREBSBUTTER" sein- HMMM ???
    Ist das Butter, die von einem Krebskranken sachte angeschmolzen und dann wieder gestockt wurde, -oder wie oder was ???
    Wenn nur nicht immer diese exotischen Zutaten (AUSTRALUISCHE BUSCHTOMATEN im "ORIGINAL-GULASCH"!!!) bei Ihnen wären...
    Dann hätten sie schon mal 50% weniger Kritik !
  4. #4

    gedanke

    Nur, weil die restliche Tiere schon tot in der Küche ankommen, heisst das nicht, dass diese nicht gelitten haben. Ein Schweinetransport quer durchs Land bei brühender Hitze ist genau so anzuprangern. Aber wenn man da schon anfängt, dass sollte man gleich auf alle tierischen Produkte verzichten oder beim Landwirt um die Ecke einkaufen.
  5. #5

    Au weia, Hobbkoch!

    Sehr geehrter Hobbykoch!

    Bei uns in der Bretagne, wo der sog. Blaue Hummer (zu Recht) eine absolute Delikatesse ist, wirken Ihre Ausführungen natürlich überaus befremdlich und ernten allenfalls ein müdes Lächeln. Schon allein die Behauptung über das "eher zurückhaltende Aroma dieser Delikatesse" zeugt, mit Verlaub, von eher zurückhaltendem Sachverstand bzw. wenig ausgebildeten Papillen. Das von Ihnen als "klassisch französisch" angepriesene Rezept "Hummer-Samtsüppchen mit Filo-Crunch" ist mir ebenfalls noch nicht auf den hiesigen Karten aufgefallen. Kommen Sie doch einmal nach Cancale: dort tischt man Ihnen nebst entsprechendem Werkzeug immer den (viel klassischeren!) ganzen Hummer auf, kleinere Mägen dürfen sich auch schon einmal mit einem halben begnügen. Aber als Suppe?

    Das von der kanadischen Clearwater Seafood genutzte Hochdruck-Tötungsverfahren ist übrigens gegenüber der Methode, den lebenden Hummer in kochendes Wasser zu tauchen, nicht schonender oder schneller, denn beide liegen 'gleichauf'. Außerdem ist bei tiefgekühltem Hummer (abgesehen vom prinzipbedingten Geschmackverlust) die Energiebilanz derart schlecht, dass man allein daher schon besser von solchen Auswüchsen der Hummerbehandlung absieht. Da auch beim Transport von Nahrungsmitteln über weite Strecken die Energiebilanz fast immer schlecht aussieht, ist es eh viel sinnvoller, die lokale Küche wieder etwas mehr zu favorisieren: in Ihren Landen wachsendes Gemüse wie Mangold, Sauerampfer und Co. oder auch Fisch, der in Ihren eigenen Gewässern wie Nord- oder Ostsee oder den Flüssen gefangen wird, sollte viel häufiger auf Ihrem Teller liegen als exotische Produkte, die zwar toll schmecken, aber eben herzlich unökologisch sind.

    Was also tun? Hummer, richtig zubereitet, ist ein Genuss für die Sinne (und wird auch nicht zwischen Tür und Angel gegessen, sondern mit Seinesgleichen bei einem geselligen Mahl zelebriert). Am besten - und umweltschonendsten - geht das dort, wo er gefangen wird und daher frischer nicht sein kann. Verzichten Sie also besser darauf, ihn bei der 'Nordsee' (der nachhaltige Fischerei eh unbekannt ist) oder womöglich in einem Supermarkt zu kaufen und gönnen sich lieber einen schönen Urlaub in der Bretagne! Falls Ihnen das Aroma des Hummers dann wieder "eher zurückhaltend" vorkommen sollte, haben Sie wenigstens den Blick auf die See frei Haus dazu. Aber Obacht: Wiener Schnitzel und Würstchen gibt es als Alternative hier nirgends auf den Speisekarten ... ;-)

    Hochachtungsvoll und mit lukullischen Grüßen aus dem sonnigen Finistère, Ihr ‚kölscher Bretone‘

    PS: Den Satz "lebende Tiere zu essen, ist keine schöne Alternative" sollten Sie aber in der Bretagne nicht kolportieren, denn die hier perfekten Austern (z. B. Belon oder Creuse de Cancale) essen nur Unwissende gegrillt, überbacken oder irgendwie anders fehlinterpretiert ... Aber das ist bekanntermaßen ein anderes Thema!
  6. #6

    Der gruselige Brauch des Krebskochens

    Zitat von seppiverseckelt Beitrag anzeigen
    ...EINE Antwort sind Sie uns noch schuldig Herr Wagner:
    WAS soll eigentlich "KREBSBUTTER" sein- HMMM ???
    Ihre Frage finde ich interessant. Es gibt natürlich auch hier eine banale Antwort: Wikipedia aufschlagen!
    Zielführender dürfte es sein, Sie kaufen sich einfach ein Fertigprodukt mit diesem Namen (Beurre de Homard) für 4,35 €. So wird es Herr Wagner vermutlich gemacht haben und wenn sie es ihm gleich tun, wird es bei Ihnen vermutlich auch genauso schmecken?!
    Aber deshalb melde ich mich hier nicht zu Wort. Im Gegenteil. Ich möchte Ihnen beipflichten. Auch ich schätze zwar leckeres Essen.
    Den Schreiberlingen vom 'guten Essen' kann auch ich meistens nur Kopfschütteln abgewinnen. Das betrifft aber beileibe nicht nur Herrn Wagner.
    Was den Hummer bzw. die Hummerbutter betrifft, habe ich noch ein interessantes Detail zur Diskussion beizusteuern. Vergangenes Jahr hatte ich die Gelegenheit, einen creolischen Eintopf zu probieren.
    Da er an einem Fluß zubereitet wurde, sind dementsprechend ein paar Krabben (Epilobocera spec.) im Topf gelandet. Der Geschmack von derart zubereiteten Krabben hat mich nicht im Geringsten an das von handelsüblichem Krebsfleisch erinnert. Es schmeckt statt dessen fast wie ein sehr blutig gebratenes Steak. Unter der Schale der Krebse befand sich zu meiner Überraschung sehr viel Fett, dass natürlich geschmolzen ist: Der Eintopf war ja heiß. Vielleicht hatte der Begriff Krebsbutter ursprünglich mit dem Fett der Krebse zu tun?
    Ich möchte hier natürlich nicht zur Tierquälerei aufrufen. Aber ich denke schon, dass die französische Küche einen guten Grund dafür hat, an dem gruseligen Brauch des Krebskochens festzuhalten.
  7. #7

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

    Zitat von bretone Beitrag anzeigen
    Am besten - und umweltschonendsten - geht das dort, wo er gefangen wird und daher frischer nicht sein kann. Verzichten Sie also besser darauf, ihn bei der 'Nordsee' (der nachhaltige Fischerei eh unbekannt ist) oder womöglich in einem Supermarkt zu kaufen und gönnen sich lieber einen schönen Urlaub in der Bretagne!
    Tolle Wurst: Statt wenige Kilo Tier von der Bretagne nach Deutschland zu schicken, soll es ökologischer sein, gut 200 kg Famile von Deutschland in die Bretagne (und auch wieder zurück!) zu transportieren?

    Aber ansonsten geht's Ihnen noch gut?
  8. #8

    Ha, ha...

    Zitat von ArnoNym Beitrag anzeigen
    Tolle Wurst: Statt wenige Kilo Tier von der Bretagne nach Deutschland zu schicken, soll es ökologischer sein, gut 200 kg Famile von Deutschland in die Bretagne (und auch wieder zurück!) zu transportieren?

    Aber ansonsten geht's Ihnen noch gut?
    Selbstverständlich geht der Mitforist davon aus, dass man nicht für einen Hummer in die Bretagne fährt und dann gleich wieder zurück, sondern das Ganze im Rahmen einer Urlaubsreise genießt.

    Das dürfte auch jedem Leser hier klar sein, ohne dass man es extra erwähnen muss. Außer Ihnen, offensichtlich...
  9. #9

    Im Gegensatz...

    Zitat von ArnoNym Beitrag anzeigen
    Tolle Wurst: Statt wenige Kilo Tier von der Bretagne nach Deutschland zu schicken, soll es ökologischer sein, gut 200 kg Famile von Deutschland in die Bretagne (und auch wieder zurück!) zu transportieren?

    Aber ansonsten geht's Ihnen noch gut?
    ...zum Hummer sollte die Familie nicht tiefgefroren transportiert werden. Das spart Energie... ;-)

    Aber Sie haben schon recht... NUR für ein Hummeressen dürfte die Ökobilanz deutlich verheerend ausfallen...


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