Nun, bezugnehmend auf den Artikel kann ich als damals studentischer Rucksackreisender in den 1980er/90er, dann hauptsächlich in Süd- und Südostasien unterwegs, als halbwegs erfahrener "Kenner" der Küche des Subkontinents in etwa wie folgt Stellung nehmen:
Die Einordnung des Autors der verschiedenen Küchen "Indiens" gemäß den geografischen und soziologischen Gegebenheiten dort stimmt. Fleischkonsum ist dort hauptsächlich die Domäne der Muslime. Und die gegebenen religiösen Verhältnisse dort lassen eigentlich nur den Konsum von Geflügel und Lamm zu. Schweinefleisch, sowie der Konsum von Rindfleisch (Kühe) ist dort ein allgemeiner gesellschaftlicher Tabukonsens. Nichtsdestotrotz bestehen die Mahlzeiten dort hauptsächlich aus vegetarischer Kost, was vor Ort beim Anblick manchmal vorhandener Fleischereien als natürliche Konsequenz gesehen werden muss, für westeuropäische Gemüter wenigstens. Trotz alledem hab ich es dennoch einmal mit Huhn versucht, und es schien mir, dass eben dieses Huhn vielleicht doch nicht geschlachtet wurde, weil es vorher schlichtweg verhungerte, was die Fleischkonsistenz vermuten ließ.
Nun ist die vegetarische Küche des Subkontinents allerdings weltweit unübertroffen, meiner Meinung nach, was ja auch der Vielfalt von Obst und Gemüse dort gezollt ist, von den vielfältigen endemisch vorkommenden Gewürzpflanzenarten dort ganz zu schweigen. Einzig die vielfältigen Milchprodukte dort tragen zur Aufnahme von tierischen Proteinen und Fetten bei. Vielleicht sollte mal in dieser oder ähnlichen Kolumnen häufiger Bezug darauf genommen werden. Im Artikel vermisse ich zum Beispiel die Erwähnung des Wortes "Thali", welches gerade in Südindien eine zentrale Bedeutung besitzt, jedoch sind auch viele nordindische vegetarische Gerichte nicht zu verachten.
Am Schluss sei hier vielleicht noch erwähnt, dass ich in anderen Weltgegenden auch Nichtvegetarier sein kann, gerade hier in Europa, wo ich hauptsächlich Anhänger guter mitteleuropäischer und mediterraner Kost bin ;-)
P.S. Viele Backpacker können dort trotzdem nicht auf ihren "Banana Pancake", wohl britischer Herkunft, nicht verzichten...

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