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Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber

Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813388,00.html
  1. #20

    Was soll daran revolutionär sein?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Dieses Modell gibt es unternehmensunabhängig schon lange, Plattformen für freelancer, die einem per eMail Projektstellen vorschlagen, sind nicht "revolutionär". Vielleicht ist es für IBM eine Revolution, aber wahrscheinlich sind sie damit doch wieder etwas spät dran.
    Die Vor- und die Nachteile sind bekannt. Das Risiko von Arbeitsausfall durch Krankheit und zu schlechter Auftragslage auf den operativ Tätigen zu schieben, damit gleichzeitig in kauf zu nehmen, dass er dann aber nicht zur Verfügung steht, wenn ein anderes Unternehmen bessere Konditionen bietet oder unternehmensinterne Informationen mitnimmt, wird IBM gegeneinander abwägen müssen.
    Langfristig wird sich die Frage stellen, wozu IBM denn dann noch gebraucht wird:
    Welches Unternehmen lässt sich denn auf eine Projektlösung ein, bei der die Folgebetreuung nicht gesichert ist?
    Warum soll ein Unternehmen noch IBM zwischenschalten, wenn sie die Verträge mit den Freelancern selbst gestalten können?
  2. #21

    So so,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    da will IBM also auch in das Geschäft mit den Mietsklaven einsteigen. Sie wollen die anfallende Arbeit projekt-bezogen organisieren und diese Jobs dann von Externen erledigen lassen, im Prinzip also das Schema Generalunternehmer und viele Subs.
    Na, wenn das mal so funktioniert. Die Identifikation von externen Mitarbeitern mit der auftraggebenden Firma ist mit Sicherheit wesentlich geringer, als bei Festangestellten.
    Ausserdem ist Projektarbeit doch eine feine Sache, das Projekt muss nur so lange funktionieren, bis es abgenommen ist und die Kohle auf dem Konto ist.... nach mir die Sintflut ...
    Projektarbeit gibt es in der IT ja schon seit Jahrzehnten, allerdings einen kompletten Konzern in Projekte aufzugliedern....nun ja, viel Spass IBM.
    Willkommen in der schönen Welt der IT
  3. #22

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Das ist ja übel. Keine Sicherheiten mehr um Familien zu gründen oder gar Häusle zu bauen. Sowas funktioniert sozial akteptabel nur in Verbindung mit einem BGE.
  4. #23

    Sackgasse

    Natuerlich kann man auf diese Weise Mitarbeiter loswerden, die unmotiviert und traege sind. Aber was man nicht mehr kann, ist langfristig Personen aufbauen, die gut sind. Wenn man dann fuer ein Projekt ein par Top-Ingenieure braucht, bekommt man die mit hoher Warscheinlichkeit nicht. Ausserdem ist natuerlich jegliche echte Bindung zur Firma weg, und damit Loyalitaet und der Wille von IBM Schaden abzuwenden.

    Dazu kommt, das formale Kriterien nicht taugen um die Qualitaet von besseren und sehr guten Mitarbeitern einzuschaetzen, da diese praktisch immer einen sehr individuellen Werdegang haben. Damit lassen sich dann gute und sehr gute Ingenieure nicht mehr von solchen unterscheiden, die nur auf dem Papier gut aussehen. Insbesondere essentiell wichtige Experten die gezielt Schwachstellen finden koennen und kritisieren, werden hier unterbewertet werden und sind damit praktisch nicht mehr verfuegbar. Damit ist das scheitern in jedem auch nurt etwas anspruchsvolleren Projekt vorprogrammiert.

    Ich sage mal folgendes voraus: IBM wird massiv mit scheiternden Projekten kaempfen muessen, sowohl wegen mangeldem guten Personal, als auch weil die falschen fuer Projekte angeheuert werden, als auch weil sich viele gute das nicht bieten lassen und sich sichere Arbeitsplaetze woanders suchen. Insgesamt wird alles massiv teurer werden als jetzt.

    Ursache? Vermutlich wie immer ein Versager in Nadelstreifen, der dem Unternehmen seinen Stempel aufpraegen muss, und laengst we ist, wenn das ganze Ausmass der Katastrophe sichtbar wird.
  5. #24

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.[...]
    Na prima, dann schmeißt man also die Mitarbeiter raus, damit sie sich künftig als Pseudo-Selbstständige um ihre ehemaligen Jobs bewerben dürfen, natürlich gerne zu Dumpingpreisen und ohne jede Absicherung.
    Und für die Leerlaufzeiten, wenn "von Fall zu Fall" keine Arbeit da ist, kommt dann ja Vater Staat auf.
  6. #25

    Respektlos gegenüber den Staaten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Die Banken haben es vorgememacht. Entweder der Staat zahlt, oder er sieht sich großen Problemen gegenüber. Der Steuerzahler, hier vor allem die Mittelschicht, die meist mit festen Arbeitsverträgen ausgestattet ist solles nun nach dem willen großer Konzerne an den Kragen gehen. Die Respektlosigkeit der Wirtschaftsmächtigen gegenüber Rechtsstaaten scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Ethik scheint vollständig verloren gegangen zu sein. Man sollte denken, der Zeitpunkt ist nah, dass sich Staaten dies nicht mehr länger gefallen lassen.
  7. #26

    Ausbeutung 2.0

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    "internationaler Arbeitsvertrag", die haben doch nen Rad ab. Wahrscheinlich dann nach den Konditionen aus Timbuktu.

    IBM ist ab sofort von meiner Einkaufsliste gestrichen...
  8. #27

    Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte

    denn Freiberufler können nicht streiken, Sozialabgaben werden umgangen, vermutlich wird auch das Lohnniveau drastisch sinken.

    Allerdings wird IBM meiner MEinung damit auch einen totalen Reinfall erleben, denn Kreativität und Interaktion im Team wird es bei dieser Beschäftigungsform nicht mehr geben und die Firma läuft außerdem Gefahr, Betriebsgeheimnisse nach "draußen" zu vergeben.

    Bei uns (einer noch viel größeren) Firma hat man mal scharf gerechnet, daß ein Arbeitstag eines Externen etwa so teuer ist wie eine Woche eines Internen, außerdem ist man bei "uns" sehr sensibel was Betriebsgeheimnsise betrifft, auch will man aus ethischen Grüunde (ja, man verwendet tatsächlich den Begriff ETHIK im Umgang mit ARbeitnehmern) die Leute möglichst mit unbefristeten Verträgen binden.

    Aber IBM ist ja keine Firma die größtenteils der Belegschaft gehört und was denen nicht gehört, gehört der hauseigenen Bank. IBM hat wohl nur noch wenige Prozent Eigenbesitz, ich wunder mich was stellen die eigentlich noch her, was man so kennt? Computer? Nach LEnovo verkauft. Festplatten? An Hitachi verkauft. Servicegeschäft für Großrechner? Huch, war da mal was?

    Bei "uns" hat man z.B. die IT outgesourct, aber das geschah in den letzten 20 Jahren schon dreimal und immer hat später ein Vorstandsheini gesagt daß das nicht angeht daß Betriebsfremde "unsere" Daten verwalten.
  9. #28

    Das macht IBM doch jetzt schon...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    IBM setzt doch jetzt schon massiv auf externe Kräfte. Teilweise vermitteln die sogar externe Projektkräfte unter Umgehung von IBM selbst direkt in deren eigene Projekte bei Kunden, weil sie aufgrund der internen Kostenstrukturen und den daraus resultierenden Stundensätzen sonst nicht wettbewerbsfähig wären.
  10. #29

    Mitarbeiter sind wertvollstes Gut?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

    Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    <Ironie on>
    Tolle Idee. Die Arbeitnehmer müssen dann aber gegenhalten und über entsprechende Internetplattformen den günstigsten Wohnraum und die günstigste Krankenversicherung weltweit suchen .... also auf nach Bangladesh zum H&M und Kick ...
    <Ironie off>

    Dem muß natürlich gegengehalten werden und so ausufernde Leiharbeit (was anderes ist es ja nicht) verhindert werden.

    Das wäre erst aktzeptabel bei einem garantierten Grundeinkommen und weltweit ähnlichen Lebensverhältnissen. Davon sind wir weit entfernt. Natürlich bringt das Konzept IBM erhebliche Kostenvorteile - erstmal. Aber wenn alle das machen ...

    Aber in ähnlicher Weisse verfahren ja schon viele Unternehmen. Am besten nur noch Projektleiter und alles andere (inklusive der Risiken) an Sub-Unternehmen auslagern.

    Wie heißt oder hieß es doch so schön - die Mitarbeiter sind das wertvollste Gut eines Unternehmens. Letztlich wird und muß das Konzept so scheitern - so wie Schlecker letztlich gescheitert ist.
    Es würde keine Identifikation mehr mit dem Unternehmen geben ... IBM wäre nur noch eine Hülle.








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