Revolutionäres Arbeitsmodell: IBM schafft den Miet-Jobber

Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813388,00.html
  1. #280

    Employee on Demand

    Zitat von besergehtsimmer Beitrag anzeigen
    Die beabsichtigte "Mitarbeiter-Cloud" ist nichts weiter als die Einführung von "Arbeit für Tagelöhner"
    Miet-Jobber sind Tagelöhner, die sich zudem gegenseitig unterbieten
    sollen
    "Freie Mitarbeiter aus der ganzen Welt" sollen sich bei IBM auch um die
    Jobs in Deutschland bewerben !
    Aber als Aufstocker haben Deutsche sogar gute Chancen im Wettbewerb
    Lou Gerstner hat Big Blue in den neunziger Jahren vor dem Kollaps,
    wahrscheinlich vor der Insolvenz gerettet und die Service-Epoche
    eingeläutet. Jetzt soll das Social Community Konzept die Arbeitswelt
    verändern.

    Rückblick: Als IBM Anfang der siebziger Jahre im Antitrust-Verfahren
    die internen und externen Honorarsätze für Programmierer und
    Systemanalytiker offenlegen musste, entschieden sich viele IBMer für die Selbstausbeutung und machten sich selbständig. Dietmar Hopp und
    Hasso Plattner, Claus Wellenreuther und Klaus Tschira gehörten zu den
    Abtrünnigen, die lieber in Freiheit rund um IBM Mainframes
    Anwendungsentwicklung betreiben wollten.

    Fazit: Dieses "Cloud-Externe-Mitarbeiter" Konzept könnte jetzt auch
    wieder Konkurrenz wie damals mit SAP schaffen und könnte
    dehalb wie ein Boomerang schmerzhaft zurückkommen.

    siehe
    Employee on Demand | bonnblog.eu
  2. #281

    Ich finde die Idee SUPER!

    Bin selber IT-Fachkraft und jetzt nach 6 Jahren London zurück in Berlin. Als Freiberuflerin in London hab ich ein kleines Vermögen anhäufen können, bei Tagessätzen von £400-450 ja auch nicht schwer, selbst im teuren London. In einem Festangestelltenverhältnis für £40 000 pro Jahr wär das nicht möglich gewesen. Ausserdem habe ich mir lange Urlaube gegönnt (Neuseeland, Indien, Südafrika...) da ich mir mal 6 oder 8 Wochen freigenommen habe, auch etwas was man als Festangesteller so ohne weiteres nicht kann.

    Mal 6 Monate hier oder 1 Jahr dort zu arbeiten finde ich spannend. Ich hab so viel gelert und so viele Freundschaften geschlossen eben weil ich herumgekommen bin. Ich hab auch so viele unterschiedliche Unternehmenskulturen kennengelernt, mich bringt nix mehr aus der Ruhe ;-)

    Jetzt bin ich zurück in Deutschland und es nervt mich dass mich jedes Unternehmen hier am liebsten auf Lebenszeit binden möchte. Ich hab aber kein Bock auf die ganze Firmenpolitik, die Überstunden die man schieben muss den man ist ja "Besitz" der Firma, das mickrige Gehalt, die generelle Unfreiheit.
    Ich kann nur hoffen, dass IBM's Idee Schule macht!
    Ausserdem möchte ich noch auf diesen TED-Talk verweisen: Nigel Marsh: Come far funzionare il binomio lavoro-vita privata | Video on TED.com

    Also ihr deutschen Michels, Sicherheit ist eine Illusion und Freiheit eine Chance! Eine Kündigung kann jeden treffen. Bevor ich im Stromberg-Style in meinem Büro versauere für mickriges Gehalt so wie ihr verdiene ich in der Zeit lieber das DOPPELTE als Freelancer und kann morgens wenigstens in den Spiegel schauen :-D :-D :-D
  3. #282

    Zitat von killerkatze Beitrag anzeigen
    Bin selber IT-Fachkraft und jetzt nach 6 Jahren London zurück in Berlin. Als Freiberuflerin in London hab ich ein kleines Vermögen anhäufen können, bei Tagessätzen von £400-450 ja auch nicht schwer, selbst im teuren London.
    Unsere festangestellten Berater holen das Dreifache rein. Nicht sehr überzeugend, Ihr Argument.

    Jetzt bin ich zurück in Deutschland und es nervt mich dass mich jedes Unternehmen hier am liebsten auf Lebenszeit binden möchte.
    Ich bezweifle, dass "jedes" Unternehmen Sie haben möchte. Aber wenn Sie das nervt, dann gehen Sie doch bitte zurück nach London.

    Ich kann nur hoffen, dass IBM's Idee Schule macht!
    Ich auch. Dann werden so Leute wie Sie schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Oder glauben Sie, dass IBMs (ohne Apostroph) Strategie dazu dienen soll, Sie zu stärken? So naiv kann man eigentlich gar nicht sein.
    Also ihr deutschen Michels, Sicherheit ist eine Illusion und Freiheit eine Chance! Eine Kündigung kann jeden treffen. Bevor ich im Stromberg-Style in meinem Büro versauere für mickriges Gehalt so wie ihr verdiene ich in der Zeit lieber das DOPPELTE als Freelancer und kann morgens wenigstens in den Spiegel schauen :-D :-D :-D
    Hochmut kommt vor dem Fall. Mehr als die Angestellten von IBM sollten sich Freelancer wie Sie fürchten, weil die besprochene Strategie Ihnen mehr schaden als nutzen wird.
  4. #283

    Hmmmm?

    @Vorzeichen: Bin ja auch kein Berater sondern Entwickler. Die Frage ist ja auch ob Ihre Berater um 18 Uhr heim dürfen oder sich bis 22h und an Wochenenden für die Firma aufopfern müssen.

    Nicht jede Firma will mich hier, dass kam satzbautechnisch falsch rüber. Was ich meinte ist, dass hier ein Deutschland eigentlich jede Firma nur Festangestellte oder Praktikanten (!) sucht weil das Modell Freelancer hier einfach noch nicht so bekannt ist.

    Insgesamt sind Ihre Argumente etwas wage und irgendwie....typisch deutsch ;-) Neulich hab ich mich mit einer Beamtin unterhalten und sie hat tatsächlich gefragt ob sich "meine Eltern keine Sorgen machen" weil ich keinen festen Job habe....
  5. #284

    thema verfehlt

    Zitat von killerkatze Beitrag anzeigen
    Neulich hab ich mich mit einer Beamtin unterhalten und sie hat tatsächlich gefragt ob sich "meine Eltern keine Sorgen machen" weil ich keinen festen Job habe....
    der "freelancer" ist typischerweise ein freiberufler, der hochqualifiziert seine arbeitskraft zur verfügung stellt und dafür ordentlich entlohnt wird. ich denke, dass hat sich IBM so nicht vorgestellt, eher möchte sich IBM von festen arbeitsverhältnissen aus wirtschaftlichkeitsgründen von den mitarbeitern trennen, um kosten zu sparen. und lediglich bei bedarf jeweils tagelöhner einzustellen. freelancer sind zu teuer!!
    zusatz zur "beamtin" - sie hätten der Dame ihre vermögensaufstellung zeigen müssen, dann hätte sie sich keine gedanken über ihre evtl. fehlende unterhaltsfähigkeit machen müssen, tja, wir deutschen denken eben immer an das schlimmste! denn in deutschland gelingt es nicht jedem mitarbeiter, mit seinem lohn auch seinen lebensunterhalt zu sichern! ich verzeihe der beamtin!
  6. #285

    Zitat von killerkatze Beitrag anzeigen
    @Vorzeichen: Bin ja auch kein Berater sondern Entwickler. Die Frage ist ja auch ob Ihre Berater um 18 Uhr heim dürfen oder sich bis 22h und an Wochenenden für die Firma aufopfern müssen.
    Die dürfen auch mittags zum Volksfest. Und ich arbeite gerne mal am Wochenende, wenn ich dafür bis Mittwoch frei habe.

    Was ich meinte ist, dass hier ein Deutschland eigentlich jede Firma nur Festangestellte oder Praktikanten (!) sucht weil das Modell Freelancer hier einfach noch nicht so bekannt ist.
    Sie müssen wirklich lange weggewesen sein.

    Insgesamt sind Ihre Argumente etwas wage und irgendwie....typisch deutsch ;-)
    Ohja, das kann ich erklären: In diesem Thread geht es darum, ob es sich bei der Strategie von IBM um eine Revolution handelt und welche Auswirkungen das Umsetzen auf den Markt haben kann.
    Ihre Tätigkeit als Freelancer ist davon überhaupt nicht betroffen. Sie üben nur einen klassischen Job aus (machen genügend meiner Bekannten auch), spielen hier aber den großen Zampano, der superviel Freizeit hat, hochbezahlt ist und sich quasi jeden Job aussuchen kann. Wie nennt man das? Auch deutsch? Britisch? Angeberisch?

    Neulich hab ich mich mit einer Beamtin unterhalten und sie hat tatsächlich gefragt ob sich "meine Eltern keine Sorgen machen" weil ich keinen festen Job habe....
    Über diese Anekdote muss ich immer wieder lachen. Leider. Je mehr Freelancer man kennt, desto öfter hört man diese Story. Und da ich nicht als asozial gelten will, lache ich höflich über den "Witz".
  7. #286

    Zitat von killerkatze Beitrag anzeigen
    Bin selber IT-Fachkraft und jetzt nach 6 Jahren London zurück in Berlin. Als Freiberuflerin in London hab ich ein kleines Vermögen anhäufen können, bei Tagessätzen von £400-450 ja auch nicht schwer, selbst im teuren London.
    Autsch, ist das Ihr Ernst? In London 400-450 Pfund? Fehlt da jeweils eine Null? Und damit können Sie ausgerechnet in London leben? Immerhin fehlen Ihnen dabei jegliche Rentenbeiträge, Fortzahlung bei Krankheit, bezahlter Urlaub, Ausfallzeiten bei Schulungen oder während Akquise sowie Administration.
    Ich kenne viele IT-Freiberufler in Deutschland, unter 800 Euro Tagessatz (Berufsanfänger, einfache Entwicklungsarbeiten) kriegen Sie niemanden, erfahrene Leute liegen eher deutlich oberhalb der 1000 Euro, einen Senior-IT-Berater von einem der großen Unternehmen kriegen Sie niemals unter 1500 Euro Tagessatz.
  8. #287

    Dueckileaks hat dies schon letztes Jahr veröffentlicht

    Zitat von balestra Beitrag anzeigen
    ich denke, dass hat sich IBM so nicht vorgestellt, eher möchte sich IBM von festen arbeitsverhältnissen aus wirtschaftlichkeitsgründen von den mitarbeitern trennen, um kosten zu sparen.
    Ihre Vermutung ist voll zutreffend. Nachzulesen im Buch "Professionelle Intelligenz" von Gunter Dueck, "Chief Technology Officer" bei IBM und bis zum Erbrechen von seinen Fans gefeierter Querdenker. Er schreibt in diesem im August 2011 erschienenen Buch sinngemäß, dass Firmen zukünftig nur noch die Premium-Angestellten fest anstellen werden. Alles andere ist "Commodity" (Mittelmaß) und soll sich gefälligst einem harten Wettbewerb in Onlinebörsen um die Aufträge stellen.

    Wir sollten alle schleunigst sein Buch kaufen, denn darin lehrt er uns, wie wir Premium werden. Denn "entweder wir werden professionell, oder wir werden Teil halbautomatischer Workflows - in einem Niedriglohnjob" (zitiert aus der Kurzzusammenfassung des Buches bei Amazon).
  9. #288

    Zitat von schaf42 Beitrag anzeigen
    Ihre Vermutung ist voll zutreffend. Nachzulesen im Buch "Professionelle Intelligenz" von Gunter Dueck, "Chief Technology Officer" bei IBM und bis zum Erbrechen von seinen Fans gefeierter Querdenker. Er schreibt in diesem im August 2011 erschienenen Buch sinngemäß, dass Firmen zukünftig nur noch die Premium-Angestellten fest anstellen werden. Alles andere ist "Commodity" (Mittelmaß) und soll sich gefälligst einem harten Wettbewerb in Onlinebörsen um die Aufträge stellen.
    Ich habe mich schon über ganz andere Dinge des Herrn geärgert, aber hier übertreiben Sie. Herrn Duecks Ausführungen sind naturgemäß akademischer Natur, ich kann Ihnen aber sagen, das Herr Dueck die Dinge differenzierter darstellt, manchmal sogar im SpON-Forum.

    Wir sollten alle schleunigst sein Buch kaufen, denn darin lehrt er uns, wie wir Premium werden. Denn "entweder wir werden professionell, oder wir werden Teil halbautomatischer Workflows - in einem Niedriglohnjob"
    Sie missverstehen das komplett. Zumindest mit dem von Ihnen genannten Zitat wird nichts "gelehrt", sondern Optionen dargestellt. Ich nenne das so, weil es keine Alternativen sind, es sind keine sich gegenseitig ausschließenden Szenarien.
  10. #289

    Zitat von volker99 Beitrag anzeigen
    Es drängt sich doch langsam der Eindruck auf, dass die Globalisierung den Firmen tolle Vorteile bringen, dass aber die Bürger der bisherigen Industriestaaten die Zeche dafür zu bezahlen haben.
    Bei der betont schnellen Auffassungsgabe würde ich auf Konservendosen und Großkaliber setzen.