Der massive Stellenabbau beim IT-Konzern IBM ist offenbar Teil eines radikal neuen Job-Konzepts. Nach Informationen des SPIEGEL soll das Unternehmen künftig nur noch eine kleine Kernbelegschaft haben - die meisten Aufgaben würden dann externe Kräfte erledigen, die von Fall zu Fall eingekauft werden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...813388,00.html
Die Strategie funkioniert, solange es ein hinreichendes Angebot an Spezialisten gibt. Werden die Spezialisten knapp, dann ist wird die Strategie riskant.
In Teilbereichen haben das deutshe Firmen in der Vergangenheit auch schon so gemacht. Geht die Konjuunktur in den Keller, dann kann man Arbeitsplätze abbauen, ergo werden Spareffekte erzielt. Die in oder andere Firma hat dann aber rasch feststellen müssen, daß kein internes Knowow mehr da war, weil dieses auch fremd eingekauft ("outgesourct" worden) war.
Ich zweifele auch daran, ob sich IBM mit dieser Strategie auf Dauer ein eigenständiges Profil bewahren kann.
Nun gut, das andere Extrem haben wir bei Siemens gesehen, die sind mir ihrem Rezept in der IT ebf. gescheitert.
Das wird seht lustig wenn es um IT-Projekte geht. Ist ein Projekt abgeschlossen ist meist schon die nächste Adaption zu planen. Unternehmen entwickeln sich schließlich weiter und ihre Prozesse bedürfen öfters der Anpassung. Da ist es besonders schlau wenn am Ende eines Projekts das ganze Wissen sich wieder in der Welt verstreut. Auch wenn gute Dokumentation vorliegt (was ich noch nirgends gesehen habe), so müssen neue Entwickler erst die alte sich erarbeiten. Das sind doch auch Kosten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich gut funktioniert,
Davon abgesehen ist diese Vorgehenweise mal wieder total menschenfeindlich. Denn nicht nur werden die Projektbeteiligten dadurch weniger Geld verdienen. Nein sie werden auch unsichere Lebensumstände haben. Natürlich sind auch andere Jobs nicht sicher. aber wenn ich weiß, dass nach 3 Jahren wieder Schluss ist, werde ich nicht anfangen eine Familie zu gründen oder sonst groß Strukturen aufzubauen. Deshalb sind solche Konstrukte für qualifizierte Arbeitnehmer nicht attraktiv. Es gibt besseres.
BTW: Die größten Sparpotentiale in IT-Projekten lassen sich im Projektmanagement finden. Da gibt es einfach noch viel Potential. Da muss niemand weniger Gehalt bekommen.
Das Schlüsselwort sind die internationalen Arbeitsverträge hier. Da kann IBM dann Niedriglöhner aus Schwellenländern gegen nationale Arbeitnehmer ausspielen. Nur ein weiterer Versuch die Löhne und Wohlstandsverteilung noch weiter massiv zu drücken. Und sie werden damit Erfolg haben, wenn nicht die Politik selbst entsprechende Regulierungen einführt, wovon nicht auszugehen ist.
Vielleicht beantwortet das Ihre Frage:
Die Stundensätzen für halbwegs brauchbare IT-Freelancer fangen im Projektgeschäft bei 80€ an.
Und wenn man den Begriff "Tagelöhner" wirklich wörtlich nimmt:
Im Projektgeschäft findet die Personalplanung üblicherweise pro Projektphase statt. Die Laufzeit einer Projektphase hängt vom Gesamtumfang eines Projekts ab und beträgt häufig 3 oder mehr Monaten und seltener (bei Miniprojekten, dann reden wir aber mit Sicherheit nicht mehr von IBM) ab 1 Monat.
Die von Ihn genannte Inflexibilitaet des normalen Mitarbeiters beginnt schon ab Berufseinstieg+. Wie Sie selbst sagen, liegt dies " in der Persoenlichkeitsstruktur des gewoehnlichen Mitarbeiters verankert". Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass das Modell Schule macht. Was habe ich von einem externen Dienstleister, der nicht immer sicherstellen kann, dass das von mir benötigte Know How in seinem Unternehmen verbleibt und somit für mich immer abrufbar ist? Dann kann ich auch gleich selber Freelancer anheuern und mir die Durchlauferhitzerkosten sparen.