Was fuer ein arrogant-zynisches Geschwurbel - mit einem Mass an Scheinheiligkeit, dass fast schon auf dem gleichen Niveua liegt, wie Dubya's Mission, den mittleren Osten zu "befreien".
Schoen, dass Cem beschlossen hat, dass der Weg der Westlichen Demokratien der einzig richtige ist fuer die Menschen in Tunesiesn, Aegypten, Iran, und so weiter. Aber waere es nicht eher angebracht, die Menschen in den entsprechenden Laendern das selbst entscheiden und verantworten zu lassen? Wer sagt denn, dass die eine Staatsform nach westlichem Vorbild haben wollen?
Der Westen hat in der Region durch seine "Hilfe" genug Schaden angerichtet, zum Teil richtet sich der Zorn des Volkes ja eben gegen durch vom Westen unterstuetzte Despoten. Und damit auch gegen den Westen. Schoen, Jahrzehntelang Saddam zu unterstuetzen in seinen widerlichen Kriegen, und dann den Irak von dem "Monster" zu befreien. Damit gewinnt man vielleicht militaerischen Einfluss in der Region, aber man verliert auch jegliche Glaubwuerdigkeit. Sehr zur Ueberraschung westlicher Politiker sind die Menschen im Irak, in Afghanistan, in Aegypten und Tunesien, eben keine Idioten. Die wissen, was sie wollen und werden es bekommen. "Hilfe" des Westens steht bei den meisten wohl schon seit langem nicht mehr auf der Liste.
Erinnern wir uns doch mal an die "Hilfe" des Westens: Als die Tuerken die Kurden ermordet oder in den Irak vertrieben haben, wo sie zwischen den Iraksichen und den Tuerkischen Truppen zermalmt wurden, als die Aramaeer an der Reihe waren, als Saddam die Schiiten unterjocht und zu tausenden ermordet hat, als Mubarak die Herrschaft an sich riss, da hat der Westen schliesslich entschlossen gehandelt, und die Menschenrechte durchgesetzt, nicht wahr? Oder halt, wie war das damals noch mal???Ach ja, stimmt, der Westen hat einfach weggesehen, oder noch ein paar Panzer und Granaten an die Moerder geliefert... Wie schnell man doch vergisst... Diese Arten ethnischer Saeuberung in der Sprache des US-Militaers heute als "Kollateralschaden" zu bezeichnen, ist an Hohn und Zynismus wohl kaum mehr zu ueberebieten. Muessen halt ein paar Idioten sterben - Hauptsache der Westen hat einen Fuss in der Tuer zur "arabischen" Welt.
Auch schoen, dass Cem festgetstellt hat "dass die noch anwesenden Christen in der heutigen scheinbar konservativeren Türkei ihre freieste Zeit seit Gründung der Republik erleben." Demnach war dann wohl das Nazi-Regime auch nur halb so schlimm, denn den Ueberlebenden... ach lassen wir das...
Und all diese Verrenkungen, Euphemismen, Entschuldigungen von Voelermord und Verletzung der Menschenrechte nur, um dann im letzten Paragraphen endlich zu sagen, woher der Wind weht: EU-Beitritt der Tuerkei! Also geht es Cem wohl doch nicht um Menschenrechte, auch nicht um den Willen der Bevoelkerung in Aegypten oder Tunesien, oder sonstwo, sondern nur um eine Beguenstigung seiner angestammten Heimat.
Dieser Artikel ist ein tolles Beispiel dafuer, wie schnell Patriotismus Menschen verbloeden laesst.

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