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Rettungsschirm-Aufstockung: Die Eurokrise wird in Spanien entschieden

Griechenland? Vergesst Griechenland! Die wahren Probleme der Eurozone liegen in Spanien. Hier treibt der von Brüssel verordnete Sparkurs ein ganzes Land in die ökonomische Depression - auch die jüngste Rettungsschirm-Aufstockung wird dann nicht reichen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824215,00.html
  1. #110

    Zitat von Celestine Trueheart Beitrag anzeigen
    Nein, erstens gibt es keine Euro- sondern eine Bankenkrise, zweitens wird nichts in Spanien entschieden, gar nichts. Es ist ein Fass ohne Boden, und Länder wie Portugal und Italien sind längst nicht aus der Gefahrenzone. Die Ratingagenturen werden weitere Länder downgraden, damit Wucherzinsen verlangt werden können.
    Die Banken haben die irrwitzige Freiheit bekommen, ohne ausreichende Kapitaldeckung ......
    Wir als Bürger der entwickelten Industriestaaten haben ja ordentlich von diesem System profitiert und es were blöd von uns darauf aus ethnischen Gründen zu verzichten. Desshalb sehe ich die Bankenrettung nicht als falsch. Aber-- jetzt leiden Griechen, Spanier, Portugiesen .. unter den Auswirkungen dieser kurzsichtigen Kreditvergabe der Vergangenheit. Die Arbeiter dort protestieren weil sie ihr Geld behalten wollen und wir weil wir etwas von dem Kuchen abhaben wollen. Besser kann sich die ungleiche Verteilung des Kapitals in der EU nicht zeigen.
    -Jetzt finde ich den Bogen auch überspannt.
  2. #111

    Zitat von _meinemeinung Beitrag anzeigen
    Wer will schon Euros... Gehen wir zurück zu den Wurzeln, führen wir wieder Tauschhandel ein! Ein U-Boot für GR gegen 2 Millionen Tonnen Melonen, oder einen Airbus für Spanien gegen 10 Jahresernten Erdbeeren...
    Klingt seriös. Zumindest seriöser als pro Jahr eine Billion EURO zu drucken, zu den Banken und Versicherungen zu 1% zu karren, damit die dann Staatsanleihen kaufen und von der Zinsdifferenz ihr jämmerliches Leben am künstlichen Beatmungsgerät weiterfristen können.
  3. #112

    Es geht hier nicht um Rettung sondern um Umverteilung...

    Aber Herr Münchau, dass diese Rettungsschirme und der Fiskalpakt eine Transferunion durch die Hintertür sind, ist doch jedem klar, der die Entwicklung seit einigen Jahren beobachtet hat. Da wird seit Jahren mit virtuellen Geldern bzw. Staatsanleihen gepokert und gezockt. Jetzt hat man es auf die Sparguthaben der Deutschen abgesehen. Gerade die USA versuchen den Staatsbankrott vieler EU Länder mit allen Mitteln zu verhindern, denn durch die Kreditausfallversicherungen wäre die US-Finanzindustrie besonders betroffen. EU-Europa ist und war ein Umverteilungssystem, das eine kleine Minderheit reich gemacht hat, die große Masse der Bürger wurde jedoch ärmer und rechtloser.
  4. #113

    Ich frage mich nur....

    ... wie man völlig unterschiedlich starken Volkswirtschaften eine Einheitswährung überstülpen kann - und offensichtlich glaubt, daß das funktionieren könnte.

    Für Deutschland ist die Währung stark unterbewertet und mit hohen Kaufkraftverlusten verbunden, für viele andere Länder ist der Euro viel zu stark, da sie innerhalb des Euro nie wettbewerbsfähig werden können.

    Als ich mal vor Jahren in Saloniki war, stellte ich fest, daß das Preisniveau dort um einiges höher war als in Stuttgart - bei einem Bruchteil der Wirtschaftsleistung. Wie konnte das sein? Nun, heute wissen wir es...

    Der Euro kann überhaupt nicht funktionieren, sofern die Wirtschaftsleistung nicht einheitlich hoch ist. Und die Angleichung wird realistischerweise (wenn überhaupt möglich) hunderte von Jahren benötigen, siehe das Beispiel Italien, wo 160 Jahre staatlicher Einheit und Transferzahlungen in Billionenhöhe ja den Süden auch nicht auf das Niveau des restlichen Landes heben konnten.
  5. #114

    Unser Geburtsfehler-Euro

    Da genau der Euro die URSACHE fast all der auftretenden Probleme ist,
    ist es nur aus Politiker und "Experten"-Sicht logisch
    genau diese URSACHE mit aller Gewalt am Leben zu halten
    damit das Problem weiter gedeihen kann.

    Falls es eine Strategie der USA gäbe Deutschland und auch Europa machtpolitisch mit Hilfe willfähriger (bzw unfähiger) Politiker zu marginalisieren, dann sind die "Rettungen" der geniale Weg dorthin.
  6. #115

    Zitat von JoergHamburg Beitrag anzeigen
    Zu Beginn der Krise, das war vor mehr als 2 Jahren, wurden aus Börsenkreisen die Ansätze der europäischen Politiker so zitiert: "Sie wollen schwimmen, aber nicht nass werden."
    Yes, indeed.
    - den Euro erhalten, aber die Haftung dafür möglichst weiträumig umfahren
    - eine Schuldenbremse vorschreiben, aber selbst die Schulden erhöhen.
    - die "no bailout" - Klausel brechen, sich dann aber vor dem bailout drücken - die Lasten jedenfalls sollen andere (IWF, China, USA, der Finanzmarkt ...) tragen

    Auf mich wirken diese Versuche, zu schwimmen ohne nass zu werden - Alternative: "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - übrigens sehr weiblich. "Weibisch" trifft es besser, auch wenn das wohl wenig hilfreich ist und unkorrekt.
    Tja, "früher" konnte man in solchen Fällen sagen:
    "Du musst dich entscheiden, Kleines!"
    In einer komplett feminisierten Gesellschaft und im Zeitalter des Staatsfeminismus versteht dies niemand mehr.

    Zitat von JoergHamburg Beitrag anzeigen
    Gepriesen seien die Zeiten, in denen "wahr und falsch" und "meins und deins" noch so weit sortiert waren, dass man eine Krampfhenne “Krampfhenne” nennen konnte, in denen ein Feigling "Feigling" genannt wurde und nicht "Retter".
    JA! Ich hab die auch noch kennenlernen dürfen ;-)

    Die Probleme gehen ja nicht dadurch weg, dass man sie ignoriert.
    Und Geschichte findet oft zweimal statt: Einmal als Tragödie, dann als Farce.
  7. #116

    Zweitwährung für Schuldenländer? Was ist an diesem Vorschlag dran? Wer weiß das?

    Der Euro veränderte die Unterschiede in Produktivität und Wachstum
    der Länder nicht, sondern es wurde schlimmer durch eine Zinspolitik,
    die für den einen Teil zu streng und für den anderen zu locker war.

    Da es wegen der Währungsunion keine nominale Auf- und Abwertung
    mehr geben kann, bleiben nur die Anpassung der Löhne und Gewinne
    als Möglichkeit, real auf- bzw. abzuwerten. In Deutschland sollten
    jetzt die Preise und Löhne um mindestens 10 Prozent steigen, in den
    Defizitländern im gleichen Maße sinken.

    Ein weiteres Instrument neben den Rettungsschirm-, EZB- und
    IWF Krediten um den Schuldenländern zu helfen,
    wäre die Einführung einer nationalen Zweitwährung
    (Drachme, Escudo), die bei Bedarf in Not
    von den Pleiteländern selbst nachgedruckt werden könnte.

    Was spricht gegen dieses Zweitwährungskonzept?
    Warum wird das nicht gemacht? Wer kann mir das sagen?
  8. #117

    Schrecken ohne Ende

    [QUOTE=sysop;9903206]Griechenland? Vergesst Griechenland! Die wahren Probleme der Eurozone liegen in Spanien. Hier treibt der von Brüssel verordnete Sparkurs ein ganzes Land in die ökonomische Depression - auch die jüngste Rettungsschirm-Aufstockung wird dann nicht reichen.<
    Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Eine Schuldenunion wäre ein Schecken ohne Ende.

    Deshalb muss Deutschland aus dem Euro aussteigen.
    Selbst Frankreich hat eine Neuverschuldung, die Frankreichs Gesamtschuldenquote bald über die 90 % treiben wird.
    Im Euroverein werden die Deutschen nicht glücklich.

    Da werden Schulden sozialisiert und das Vermögen der Deutschen auch. Nein Danke, so etwas ist uns nicht versprochen worden, sondern das genaue Gegenteil von dem gerade erlebten.
    Die deutsche parlamentarische Demokratie ist dabei, sich ad adsurbum zu führen. Wir nähern und mit den hohen Zustimmungsquoten zu den Rettungschirmen den Verhältnissen in der DDR-Volkskammer.
    Ich mache da nicht mehr mit.
  9. #118

    Komisch

    Zitat von wowiku Beitrag anzeigen
    Jede Union bricht mal auseinander. Die Räte-Union (besser bekannt als Sowjetunion) hat's vorgemacht
    Komisch gibt es Deutschland noch und die Schweiz, im Grunde genommen ja auch nichts anderes als eine Union...
  10. #119

    Zitat von Sir Stroemming Beitrag anzeigen
    ... wie man völlig unterschiedlich starken Volkswirtschaften eine Einheitswährung überstülpen kann - und offensichtlich glaubt, daß das funktionieren könnte.
    Vergleichen Sie mal die Wirtschaftskraft von Mecklenburg-Vorpommern mit der von Bayern. Beide hatten auch vor der Euro-Einführung die DM. Oder gerne auch Bremen und Bayern, wenn Sie es nur mit der westdeutschen DM haben wollen.
    Sie können auch gerne die Wirtschaftskraft von Kalifornien mit der von Mississipi vergleichen, wenn Sie dasselbe in Dollar haben wollen.

    Es ist nicht die Einheitswährung an sich, die ein Problem darstellt. Wäre dem so, dann hätte man am besten in der spätmittelalterlichen Situation bleiben sollen, in der jede größere Stadt das Münzrecht, und damit eine eigene Währung hatte. Und selbst in einer Stadt prallen Stadtteile aufeinander, deren Wirtschaftskraft gewaltig unterschiedlich sind.
    Nein, wer stets die unterschiedliche Stärke der Volkswirtschaften als Argument betont, der gerät eher in den Verdacht, vor allem immer wieder laut betonen zu wollen, wie stark Deutschland und wie schwach der Rest ist. Hier wird die Volksseele gestreichelt, aber nicht nach einer seriösen Lösung gesucht.
    Für Deutschland ist die Währung stark unterbewertet und mit hohen Kaufkraftverlusten verbunden, für viele andere Länder ist der Euro viel zu stark, da sie innerhalb des Euro nie wettbewerbsfähig werden können.
    Würden die anderen Länder (in- oder außerhalb des Euro) wettbewerbsfähiger werden, würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands notgedrungen abnehmen. Die Überlegenheit von Borussia Dortmund oder Bayern München würde notgedrungen abnehmen, wenn die anderen Bundesligamannschaften wesentlich stärker würden. Logisch, denn es handelt sich bei Konkurrenz ja um einen Vergleich. Aber dass man letztlich dafür plädiert, dass das eigene Land schlechter dasteht als vorher, das realisieren die meisten nicht, die solche Forderungen stellen. Da geht es, wie gesagt, vor allem um das eigene Ego, was gestreichelt werden soll, und ein wenig gefahrlose Demütigung der anderen. Denn, unter uns, wir wissen doch alle, dass die faulen "Südländer" - mit oder ohne Euro - eh nie das hohe Niveau der anständigen deutschen Arbeitskräfte erreichen werden, gell?








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