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Rettungsmilliarden: Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung

Noch ziert sich die Kanzlerin, aber klar ist: Die nächste Aufstockung des europäischen Rettungsfonds wird kommen. Doch die Risiken sind gigantisch: Würden die vielen Bürgschaften tatsächlich fällig, wäre es mit dem sozialen Frieden in Deutschland vorbei.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,818301,00.html
  1. #60

    Joo, Herr Münchau, Glückwunsch,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Noch ziert sich die Kanzlerin, aber klar ist: Die nächste Aufstockung des europäischen Rettungsfonds wird kommen. Doch die Risiken sind gigantisch: Würden die vielen Bürgschaften tatsächlich fällig, wäre es mit dem sozialen Frieden in Deutschland vorbei.

    Rettungsmilliarden: Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Sie dringen ja langsam zum Kern des Problems vor!!!!
    Deutschland kann nicht die Eurozone retten. Sollte tatsächlich die Zahlung der Geldsummen, für die bisher "nur" gebürgt wurde, fällig werden, wäre Deutschland entweder völlig Pleite (zur Zeit immerhin 2 Billionen Schulden sind ja auch nicht von Pappe, aber dann wäre Ende Gelände) oder die Bundesregierung müsste in einem der Währungsreform nach dem WK II ähnlichen Kraftakt mit Sparguthabenhalbierung, exorbitanten Steuererhöhungen und Lastenausgleichszahlungen versuchen, das Geld aus den Bundesbürgern herauszupressen.
    Egal welcher Fall eintritt, Sie haben recht: mit dem sozialen Frieden wäre es vorbei.
  2. #61

    Zitat von Absurdistan-Veteran Beitrag anzeigen
    Wer hier die Rückkehr zur DM propagiert sollte vor allem eines dazusagen - den korrekten Umtauschkurs.

    1,95583 DM für jeden Euro, nicht 1 zu 1. Das ist wichtig.
    Ach, nehmen sie dann doch besser 1:1000 - also 1000 DM für einen Euro - dann fühlen sich doch alle gleich ganz schnell als Millionäre - und das wollen sie doch oder?

    (PS: Keine Ahnung von Geldsystemen - oder was soll der Unsinn mit dem Umrechnungskurs?)
  3. #62

    Wir brauchen

    gar keine Rettungsschirme weil diese Maastricht ausdrücklich verbietet.

    Tja, so einfach kann es sein wenn man in Berlin und anderswo nur lesen könnte.
  4. #63

    Zitat von europäer Beitrag anzeigen
    Nur dass Griechenland niemals dazu bereit wäre, Deutschland oder ein anderes EU-Land derartig zu unterstützen. Die dortigen Reichen sind doch noch nicht einmal bereit, etwas für den eigenen Staat zu tun.
    Na ja , alles eine Frage der Intelligenz. Während die dort so klug waren ihr Geld wieder in Bargeld umzutauschen und sich in die Tasche zu stecken, lassen die deutschen es ihren Banken zum Zocken .. ob das wirklich der klügere Weg ist?
    Manchmal ist es besser dem Staat nichts zu geben - und den Banken auch nicht, dann stellen die damit auch keinen Unsinn an!
  5. #64

    Zitat von roland56 Beitrag anzeigen
    ... das derzeiitige Geschäftsmodell dass wir das Geld zum Kauf der Waren gleich mitliefern ist auch nicht gerade zukunfsweisend.
    Die exportierende Industrie bekommt ja ihr Geld und damit ihre Gewinne. Die zur Absicherung der Exporte notwendigen Bürgschaften bleiben am Steuerzahler hängen. Die 500 Mrd. Forderungen aus dem Target II System sprechen Bände.
    Das ist natürlich auch schon vorher so gewesen. Nur sieht man es einfach mit dem Euro deutlicher.

    Aber was passiert denn mit den Waren, die wir z.B. in die USA exportieren? Wir erhalten Dollar dafür. Eine Währung, der man seit Jahrzehnten vertraut, die aber mindestens genauso wackelt wie der Euro.

    Nur - was passiert, wenn die USA irgendwann an den Punkt kommen, an dem sie ihre Fantastilliarden an Auslandsschulden nicht mehr bedienen können? Entweder sie werfen massiv die Druckerpresse an und entwerten damit die Schulden - was nichts anderes ist als "unsere" Forderungen zu entwerten - oder sie erklären sich gleich direkt bankrott. Auch das hat im vergangenen Jahrhundert mehrfach funktioniert. In beiden Fällen passiert genau dasselbe wie in Griechenland, ob Euro oder nicht: Das Geld ist weg. Man hat es zunächst für Waren verliehen und dann letztlich verschenkt.

    Der Euro hat hingegen einen Vorteil (sofern man dies als Vorteil sehen will): Hier kann man plötzlich hineinregieren, kann bestimmen, was in Griechenland passiert. Versuchen Sie das mal mit den USA oder China. Das ist ein Luxus, den man sonst niemals genießen würde.

    Und genau das ist der Punkt, den manche so händeringend zu erklären versuchen und der leider so oft auf taube Ohren stößt: Diese Entwicklung ist der zentrale Punkt der permanenten Exportüberschüsse. Das ist kein Zufall, kein Euro-Unfall, kein ungeschicktes politisches Agieren, sondern ganz elementare Logik. Wenn wir permanent Exportüberschüsse haben, dann haben andere permanent Importüberschüsse. Wenn wir immer mehr Guthaben anhäufen, MÜSSEN andere immer mehr Schulden anhäufen. Es geht gar nicht anders, das ist fundamentale Mathematik. Wenn wir aber jedes Jahr Rekordexporte haben, dann steigen die Schulden derer, die wir beliefern. Irgendwann sind die Schulden so hoch, dass sie nicht mehr bedient werden können, und es wird abgewertet, sprich die Schulden verfallen.

    Das hat nichts mit dem Euro zu tun, das gilt für absolut jede Währung, sei es nun Dollar, Yuan oder klingonische Darsek. Aber da rennt man gegen Wände. Nein, wir müssen ja unbedingt Exportweltmeister sein, ach was, Superweltmeister, Universumsmeister. Das beweist ja die tolle Schaffenskraft deutscher Arbeiter! Wenn man das aber will, dann muss man sich auch mit den direkten Konsequenzen befassen. Und ob nun letztlich die Verluste durchs Target2-System oder durch eine Abwertung des Dollars oder eine Bankrott-Erklärung eines Landes zustandekommen, ist zweitrangig. Handeln wir mit Griechenland, das die Drachme hat, und erwirtschaften wir da regelmäßig Exportüberschüsse, dann wird Griechenland bald wieder verschuldet sein und erneut "abwerten", und schwupps ist das Geld wieder weg.

    Diesen Mechanismus betreiben wir seit Jahrzehnten, und nie ist die Welt untergegangen. Aber heute soll jetzt alles anders sein? Nein, es ist nur plötzlich transparenter, und das ist der entscheidende Punkt.
  6. #65

    Zitat von Absurdistan-Veteran Beitrag anzeigen
    Wer hier die Rückkehr zur DM propagiert sollte vor allem eines dazusagen - den korrekten Umtauschkurs.

    1,95583 DM für jeden Euro, nicht 1 zu 1. Das ist wichtig.
    natürlich ist ein kurs von 1 zu 1 der sinnvollste. da bräuchte man nicht die löhne und preise, mieten usw. umrechnen und ein vergleich fällt leichter. zudem würde man gewaltige Kosten einsparen. Bitte überlegen sie doch mal und denken sie alles bis zum Ende durch! :-(
  7. #66

    Ironiker?

    Zitat von b.oreilly Beitrag anzeigen
    natürlich ist ein kurs von 1 zu 1 der sinnvollste. da bräuchte man nicht die löhne und preise umrechnen und ein vergleich fällt leichter.
    Sie meinten das hoffentlich ironisch. Schwierigeres Kopfrechnen würde ich jedenfalls einem 50prozentigen Vermögensverlust vorziehen.
  8. #67

    Bilderberger-Logik

    Das ist wieder so eine irre Bilderberger-Logik: Jetzt schnell eine Fiskalunion und dann ist alles gut. Der einzige Vorteil, zumindest aus der Sicht der EU-Fanatiker, ist ein besserer Zugriff auf das Geld der finanzstarken Länder. Fiskalunion bedeutet nichts anderes als Transferunion, ein großer Länderfinanzausgleich auch europäischer Ebene.

    Für mich ist nur eine Schlußfolgerung aus all den Finanzrisiken von Hilfspaketen und Rettungsschirmen: Schluß damit.

    Wer genaus so denkt, dem empfehle ich, mal nach Bündnis Bürgerwille zu googlen. Dort gibt es eine Unterschriftenaktion, bei der so namhafte Leute wie Prof. Hankel und der Präsident des Bundes der Steuerzahler unterzeichnet haben.
  9. #68

    Spätestens dann

    Zitat von Absurdistan-Veteran Beitrag anzeigen
    Wer hier die Rückkehr zur DM propagiert sollte vor allem eines dazusagen - den korrekten Umtauschkurs.

    1,95583 DM für jeden Euro, nicht 1 zu 1. Das ist wichtig.
    ,

    Spätestens dann, wenn Deutschlands Leistungsbilanzdefizit ins Minus abgerutscht ist, haben wir wieder einen Wechselkurs, der zur deutschen Volkswirtschaft passt, sofern die neue BUBA den Wechselkurs der Neo-DM nicht durch überhöhte Zinse stützt.
    Das Wechselkurssystem ist nicht statisch sondern dynamisch und passt sich den Notwendigkeiten an.
    Und genau daran fehlt es dem EURO-System, es ist innen starr, unflexibel und deshalb schädlich, in Deutschland wird viel gearbeitet , in den PIGS-Staaten immer weniger, weil es in Deutschland billig ist zu produzieren und in den PIGS teuer.

    1998 war es noch genau umgekehrt.
    Das ist doch alles andere als optimal, somit wird der Reichtum nicht vermehrt, sondern vernichtet.
    Nunr wenn alle arbeiten, hat man etwas von Zusammenarbeit.
  10. #69

    Zitat von waldgaenger Beitrag anzeigen
    Und durch Hyperinflation wird das Volk (Euro-europaweit!) enteignet. Der Bürgerkrieg in Euro-Europa ist vorprogrammiert.
    Warum? Wenn man schon das historische Beispiel von 1923 bemüht, dann sollte man auch erwähnen, dass es damals KEINEN Bürgerkrieg gab. Warum auch? Die meisten Leute besitzen nicht so unendlich viele Ersparnisse in Geld, die sie verlieren könnten. Bei einer Hyperinflation verlieren vor allem die, die sehr viel Geld haben, aber das sind vergleichsweise wenige.

    Das Elend der Weimarer Republik war auch nicht die Hyperinflation, sondern die Wirtschaftskrise 1929. Und die war das ganz genaue Gegenteil der Inflation. Es war übrigens die Regierung Brüning, die damals unbedingt die Inflation verhindern wollte und Deutschland kaputtsparte - eine Analogie zu den heutigen "Rettungsmethoden" für die Schuldenländer.

    Ich möchte übrigens auch noch eines aufzeigen: Wenn die Schuldenländer ihre Schulden zurückzahlen sollen, wie soll das funktionieren? Sie müssten, da sind sich fast alle einig, wesentlich wettbewerbsfähiger werden. Das ist ein anderes Wort für: Sie müssten Deutschland mehr Konkurrenz machen. Italienische Autos müssten deutsche überflügeln. Spanische Forschungsinstitute müssten deutschen den Rang ablaufen. Portugiesische Arbeiter müssten bei gleicher Arbeitsqualität weniger Lohn verlangen.

    Was würde das für die deutsche Wirtschaft bedeuten? Hat das mal jemand bedacht? Es ist doch gerade die Tatsache, dass die Deutschen da konkurrenzfähiger sind, die uns unseren Wohlstand beschert.
    Die Debatte kommt mir ein wenig so vor, als würde sich Bayern München über die schlechte Qualität in der Bundesliga beklagen. Aber was ist die Alternative? Dortmund, Gladbach usw. laufen den Bayern plötzlich den Rang ab und die Champions League rückt in weite Ferne. Ist es das, was wir wollen? Uli Hoeneß jedenfalls ist nicht so doof, so etwas zu fordern, der flucht schon genug, dass es im Moment so ist. ;)


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