(5) Nein, das würde ich anders sehen. Geld kommt der "Realwirtschaft" zugute, aber nicht notwendig im Faktor 1:1. BIP ist ja der Wert aller Güter und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft erwirtschaftet. Wenn ich 100 als Kredit aufnehme, ist das keine Dienstleistung (der Bank) von 100, sondern allenfalls in HÖhe der Zinsen. Wenn die Bank 100 einem Unternehmen zur Verfügung stellt, erwirtschaftet das Unternehmen damit (im selben Jahr) nicht zwangsläufig Güter und Dienstleistungen von 100, sondern vielleicht nur von 10, was immerhin - bei einem Zinssatz von 5 - eine Rendite von 5% bedeuten würde.
(6) Interessante These. Aus den oben genannten Gründen bin ich nicht überzeugt, ob sie richtig ist. Außerdem: was heißt "die Finanzwirtschaft"? Meinen Sie das Volumen der ausgereichten Kredite? Hier würde ich um weitere Erläuterungen bitten.
(7) Ich habe den Eindruck, dass hier betriebswirtschaftliche Parameter auf volkswirtschaftliche Vorgänge angewendet werden. Ich bin nicht sicher, ob das so möglich ist.
Zu dem Gedanken nur (auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Parameter) soviel: Die Zinslast von 20& bezieht sich ja auf den Ertrag der Volkswirtschaft. Da gibt es viele Unternehmen, die eine höhere ZInslast haben. Maßgeblich ist doch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Dazu gehören Eigen- und Fremdkapital, also auch die Schulden. Von daher sind 5% von 56 Bill. eben 5% Kapitalrendite, die durch die Zinszahlung abgehen, oder?
(8) Naja, abgesehen von den oben dargestellten PUnkten werden nicht notwendig die "REichen reicher". Die Personen, die Geld gegen Zins verleihen (das kann auch der Kleinsparer sein, der Rentenpapiere oder Staatsanleihen kauft), werden reicher. Das liegt im Wesen der Verzinsung.
Personen, die Geld leihen (die müssen nicht notwendig arm sein, viele große Unternehmen sind hoch verschuldet), werden nur dann ärmer, wenn Sie mit dem geliehenen Geld nicht eine entsprechend hohe Rendite erwirtschaften. Das ist in meinen Augen kein Problem.

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