Zitat von
damtschweli
Ich bin zwar kein Schiffahrtsexperte und kann mich natürlich irren, aber ich halte diese Ausführungen - mit Verlaub - für Unfug:
Aus meiner Sicht war es ein grober - und tödlicher - Fehler des Kapitäns (wenn er es denn, wie er behauptet, bewußt getan hat), den Kahn auf Grund zu setzen.
Das Schiff hätte vermutlich bei geschlossenen Schotten im freien Wasser noch ein wenig Wasser in die beschädigten Bereiche des Rumpfes genommen, die unbeschädigten Zellen hätten es aber wohl schwimmfähig gehalten. Seine eigene Gewichts- und Formstabilität sowie die aktiven Trimmsysteme hätten ein Kentern wahrscheinlich verhindert.
Dann hätte das Schiff keine kritische Lage eingenommen, und dann wäre das Wasser nicht plötzlich über Decks und Aufgänge hereingebrochen.
Selbst wenn man unterstellen würde, daß das Schiff gesunken wäre, hätte unter diesen Bedingungen ausreichend Zeit für eine totale Evakuierung zur Verfügung gestanden.
Allein der Umstand, daß der Kiel auf Grund ging und so ein weiteres Eintauchen des Schiffskörpers blockiert wurde, führte zum Umkippen und zum fatalen Hereinbrechen der Wassermassen über die Menschen, die sich noch auf unteren Decks und in den Aufgängen befanden. Als sich das Schiff auf die Seite legte und mit Steuerbord eintauchte, wurden zudem Fluchtwege geflutet. Bestimmte Bereiche des Schiffes wurden in diesem Moment zur ausweglosen tödlichen Falle für die dort verbliebenen Menschen.
Hätte der Kapitän das Schiff in freiem Wasser gehalten, wäre es langsam immer weiter eingetaucht, bis die leckgeschlagenen Kammern vollgelaufen wären. In diesen Sektoren wäre das Wasser von unten her gestiegen und nicht plötzlich über Deck hereingebrochen.
Vermutlich hätten in diesem Szenario alle überlebt. Auch eine Bergung des Schiffes wäre vermutlich ein Leichtes geworden.
Aus meiner Sicht hat der irre Kapitän nach seinem völlig irren Verbeugungsmanöver noch alles falsch gemacht, was er falsch machen konnte, sofern er in diesem Moment überhaupt noch Kontrolle über den Kahn hatte.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber so sehe ich die Sache derzeit.