Dänisches VerbraucherschutzministeriumVor Ekelessen wird gewarnt. Mit Hygienesmileys an der Lokaltür will Dänemarks Lebensmittelkontrolle Schmuddelwirten das Handwerk legen. Doch ist das Alarmsystem wirklich gerecht? Ein Test in den dunklen Ecken der Kopenhagener Gastro-Szene gibt die Antwort.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...822512,00.html
Liebe Mitforisten, die Ihr nach dem Smiley schreit: Wenn dieses System jemals in einer EHRLICHEN Form in D angewandt würde, wäre Euer Lieblingsrestaurant wahrscheinlich schneller dicht als Ihr gucken könnt.
Ich wage zu behaupten, dass 60% der privat geführten Restaurants in D die geforderten Hygienestandarts nicht einhalten. Was schlicht am System liegt. Die Wirte unterbieten sich gegenseitig und verkaufen teilweise noch unter Erzeugerpreis, für vernünftige Putzaktionen bleibt kein Geld.
Gehen Sie bitte davon aus, dass ein angestellter Koch heutzutage für 1400- 1600 € netto morgens einkaufen geht, anschliessend in der Küche das Essen vorbereitet, Mittags den Service bedient, danach offiziell um ca. 14.00 Uhr pausiert bis 16.30 Uhr, danach den Abendservice vorbereitet und kocht bis ca. 22.30. Und danach soll er die Küche putzen, denn die Eigner sind entweder zu geizig oder zu pleite um eine anständige Putzkolonne zu zahlen. Im Service läuft das ähnlich. Arbeitszeit ca 12- 16 Std täglich, ohne irgendeine Verghütung der Überstunden.
In Ihren wildesten Fantasien können Sie sich nicht vorstellen wie ein Großteil der Küchen aussieht. Ich komme selbst aus der Gastronomie und kann Ihnen von verrosteten Konvektomaten erzählen, die rundum 1cm dicke Fettschicht angesetzt haben. Ich kann Ihnen von Kakerlaken in der Salatbar und durchgehenden Zentimeterdicken Mäusedreckschichten im Geschirrlager erzählen. Ich kann Ihnen erzählen, wie Gemüse und Salate im gleichen Becken gespült werden wie Töpfe und Pfannen, und anschliessend im Abfallraum die Schnippelmaschine auf einer total versifften Unterlage, wenn nicht gar am Boden in Betrieb genommen wird, um Ihre wohlschmeckenden frischen, Rohkostsalate zu schneiden.
Ich habe tatsächlich schon Lebensmittelkontrolleure in solchen Läden gesehen. Aber nie mehr etwas von Ihnen gehört. Warum wohl????
Deshalb wird ein Smileysystem in D nicht funktionieren, genau deshalb !
Lieber Sysop, Sie können diesmal meine Antwort durchlassen, ich kann jedes Wort belegen, falls einer nachfragt und würde es sogar mit Freuden tun. Danke.
Ha, geschenkt.
Hier in Zürich kostet sie 20 Franken, also knapp das Doppelte ;-)
Wobei die dann wirklich gut ist.
Ich hab' mich mal mit dem Mann einer Kollegin unterhalten, der Polizist ist und wohl auch teilweise mit dem WKD mitgelaufen ist.
Er hat sich darüber beklagt, dass er seither nur noch ungern in Kneipen und Restaurants etwas bestellen mag, weil er gesehen hat, wie es in den Küchen aussieht.
Bin trotzdem dafür, dass die Ergebnisse öffentlich werden. Vom Geheimhalten wird es ja nicht besser.
Ich verstehe nicht was an diesem Smiley System vernünftig sein soll. Wenn ich in ein Restaurant gehe, will ich die Sicherheit haben das ich dort essen kann ohne gesundheitliche Folgen davonzutragen. Kann das ein Restaurant nicht garantieren muss es geschlossen werden. Ich hab überhaupt keine Lust nach irgendwelchen smileys Ausschau zu halten und dann im Detail nachzulesen, ob der Koch in die Suppe gepinkelt hat oder ob nur zwei Kacheln in der Küche schief hängen.
Das im Artikel aufgeführte Beispiel mit dem billig aber schlecht Restaurant ist der Gipfel der behördlich verordneten Geschmackslosigkeit. Was bedeuted das für mich, wenn ich mir in so einen Laden Salmonellen hole? Kann ich dann nicht klagen, weil ja der Smiley an der Eingangstür ein trauriges Gesicht gemacht hat? Lächerlich ist das!
Genau DESWEGEN würde das System funktionieren. Wenn durch die normalen Lebensmittelkontrollen keine Verbesserung der Standards zu erzielen ist, dann muss wohl der Verbraucher ran. Ich bin eigentlich kein Freund öffentlicher Pranger, aber in sicherheitsrelevanten Punkten ist es vermutlich unvermeidlich. Warum immer erst warten, bis einer weint?
...und wieso darf in Bayern nicht mit anderen Schwerpunkten kontrolliert werden als in Schleswig-Holstein oder in Sachsen-Anhalt? Vielleicht sollte die BUNDESRegierung der deutschen Bevölkerung eine Einheitsuniform verpassen, einheitliche Löhne verordnen und wenn möglich eine genetisch einheitliche Bevölkerung fördern.
In Deutschland darf sich auf Teufel komm raus kein gesunder Föderalismus entwickeln. Ein gewisser "Wettbewerb" unter den verschiedenen Ländern würde diesem Land nur gut tun...
Nordkorea muss in seiner Uniformität für manche "Föderalismus-Gegner" nahezu wie ein Paradies erscheinen.
Vielleicht einmal über den Begriff "Subsidarität" nachdenken, aber nein, Mutter Germania muss über allem wachen und für das gedeihliche Vorankommen sorgen...
Ich würde vermuten, dass bei schweren Verfehlungen auch in Dänemark Restaurants geschlossen werden können. Bei leichteren oder erstmaligen Verstössen ist es aber halt überall Praxis, das mal mit Warnungen zu belassen. Der Unterschied zwischen Smiley-System und den meisten anderen Ländern ist nun aber, dass man in letzeren als Kunde von derartigem überhaupt nichts mitbekommt. Mit den Smileys hat man zumindest einen Indikator, dass etwas faul sein könnte. Und die Betreiber darum eher Druck, etwas zu verändern. Beim System in Deutschland hingegen können halt alle knapp an der Unzumutbarkeit vorbei wursteln, solange es reicht um die Betriebslizenz zu behalten wird niemand je davon erfahren..
Na und? Wäre wohl Schade für die enttäuschte "Liebe", aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Im übrigen zeigen Ihre Beschreibungen ja gerade, dass da massive Missstände vorhanden sind. Ob ein Smiley-System daran was ändern könnte sei dahingestellt, aber zumindest wäre es wohl ein Versuch wert, denn wenn man Ihnen zuhört erhält man ja den Eindruck, dass es schlimmer kaum werden könnte..