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Rente mit 67: Kollege Silberlocke holt auf

Sie gehen demonstrieren, mischen länger auf dem Arbeitsmarkt mit, halten sich mit Sport gesund. Rentner sind in der Gesellschaft immer präsenter. Nicht nur, weil sie mehr werden - sie sind selbstbewusster und länger fit. Ruhestand war gestern. Rente mit 67:*na und?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...724295,00.html
  1. #1

    Passt dieser Beitrag nicht ins Bild?

    In diesem Bericht werden Äpfel mit Pflaumen verglichen. So schreibt der Spiegel:
    Immer häufiger arbeiten vor allem gut ausgebildete Rentner - Ärzte, Manager, Handwerksmeister - auch als sogenannte Senior Experten, weil sie ihr Wissen an Jüngere weitergeben wollen - häufig für ein kleines Entgelt. Sie beraten Existenzgründer oder bieten ihre Hilfe in Entwicklungsländern an.
    Das sind keine Rentner, die bis 67 arbeiten sollen, denn sie sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert, sondern in ständischen Versorgungswerken, die von der gesetzlichen Erhöhung der Lebensarbeitszeit nicht betroffen sind.
    Aber das Familienministerium legte jüngst Zahlen vor, wonach das Alter mit dem die Menschen in Ruhestand gehen, zwischen 2002 und 2008 von 62 auf 63 Jahre gestiegen ist. Und ein klares Signal setzen auch diese Zahlen: Vor zehn Jahren waren 19,9 Prozent der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig, 2009 waren es 38,4 Prozent.
    Das auslaufende Altersteilzeitmodell verfälscht die Statistik. Wer mit 61 in Altersteilzeit geht und mit 63 aufhört zu arbeiten, wird als passiver Mitarbeiter noch bis zum 65. Lebensjahr als beschäftigt geführt. Das verfälscht die Statistik auch bei jenen, die bereits mit 59 in die Altersteilzeit gegangen sind. Auch sie haben den Arbeitsprozess bereits mit 61 beendet, werden aber bis 63 als aktiv geführt. Verschwiegen wird auch, dass die "Entosrgung" Älterer in den Unternehmen vor 10 Jahren noch über die Arbeitslosigkeit praktiziert wurde. Sie meldeten sich arbeitslos und bekamen von den Unternehmen einen Aufstocker-Betrag. Seit Hartz IV geht das nicht mehr. Deshalb wurde das Atersteilzeitmodell eingeführt. Wie viele ältere Arbeitnehmer außerdem in der Statistik fehlen, weil sie in Modellen wie 50-plus oder Ein Euro Jobs abgeschoben wurden, das scheint die Presse nicht weiter zu interessieren.

    Es sind auch nicht die "Bummelstudenten", die von der Rente bis 67 betroffen sind, sondern hauptsächlich die Menschen, die mit einem Hauptschulabschluss ins Berufsleben eingestiegen sind. Diejenigen, die als "Bummelstudenten" aufgeführt werden, sind später als Anwälte, Steuerberater, Ärzte oder Politiker aktiv geworden oder in die Beamtenlaufbahn eingestiegen und sind deshalb ebenfalls nicht von der Rente mit 67 betroffen. Die Rente mit 67 betrifft in der Hauptsache Arbeiter und kleine Angestellte, sowie die Angestellten im öffentlichen Dienst. Alle anderen sind durch andere Versorgungswerke im Alter von den Eingriffen des Staates in die GRV nicht betroffen. Aber das vergisst die Presse bei ihren Darstellungen immer. Für die Presse sind "Rentner" immer alle Alten, wenn es gilt, positive Aspekte aufzuzeigen. Geht es aber um die Demographie, dann scheint das immer nur die GRV-Versicherten zu betreffen, obwohl es keine Studien gibt, mit denen die Lebenserwartung der Pflichtversicherten gesondert ausgewiesen wird.

    Zum Schluss sei noch angemerkt, dass die so genannten Sterbelisten nichts weiter als mathematische Wahrsagereien sind, die einfach hochrechnen, wie viele Menschen bei der Fortschreibung der Bedingungen der letzten Jahre wie alt werden könnten. Aber die Bedingungen ändern sich ständig (siehe Gesundheitsreform). Und faktisch erwiesen ist, dass der Lebensstil und die Gesundheitsvorsorge erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung haben. Dass die Lebenserwartung der GRV-Versicherten nicht ausufert, dafür sorgen unsere Politiker schon sei Jahren.
  2. #2

    Oh je da wurde ja wieder alles reinverwurschtet

    was nicht zusammenpasst.
    Erst die Protestkultur dann der Fachkräftemangel dann Senioren die andere Schützenhilfe geben.
    Nat. dürfen die Glaskugelkucker nicht unerwähnt bleiben, modern auch Zulunftsforscher genannt.

    Eigentlich gehts um längeres arbeiten im Berufsleben und was bringt die Lisa als Beispiel? Ärzte, Schauspieler und Musiker.
    Die die wirklich hart arbeiten müssen, werden erst gar nicht erwähnt, hat die Lisl noch nie was von gehört.

    Ein peinlicher Propagandaartikel, schön platziert auf Spon, der die Rente mit 67 beschönigen soll: Is ja alles gar nicht so schlimm.
  3. #3

    Vortäuschen falscher Tatsachen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen demonstrieren, mischen länger auf dem Arbeitsmarkt mit, halten sich mit Sport gesund. Rentner sind in der Gesellschaft immer präsenter. Nicht nur, weil sie mehr werden - sie sind selbstbewusster und länger fit. Ruhestand war gestern. Rente mit 67:*na und?

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...724295,00.html
    So einen unsinnigen und völlig überflüssigen Beitrag hat spon schon lange nicht mehr gezeigt.
    Er soll nun die Tatsachen verdrehen und aufzeigen, wie gut es doch den Rentnern in diesem Lande geht.
    Warum zeigen sie denn nicht mal auf, wie es der arbeitenden Mehrheit der Bevölkerung wirklich geht?

    Die arbeitende Bevölkerung wird heute so stark beansprucht, so dass ein Großteil, falls sie noch gebraucht werden kaum ihren 60 zigsten Geburtstag im Arbeitsleben miterleben können.

    Die Arbeitsbedingungen sind dermaßen stark angewachsen, dass viele vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters aus gesundheitlichen Gründen aufhören müssen.

    Deutschland war lange Zeit Exportweltmeister, aber das wurde auch zum großen Teil nur auf die Knochen der Beschäftigten erreicht und das alles hat dann auch Spuren hinterlassen.

    Die fröhlichen und gesundheitlich gutgehenden Rentner stammen nicht aus den Bereichen wo man wirklich hart für sein Geld arbeiten musste und das sind nicht nur schlechtqualifizierte Arbeitnehmer gewesen.
    HR
  4. #4

    Danke

    Zitat von gflegels Beitrag anzeigen
    In diesem Bericht werden Äpfel mit Pflaumen verglichen. So schreibt der Spiegel:

    Das sind keine Rentner ..... Jahren.
    Danke für diesen Beitrag, der diesen unsinnigen Bericht richtigstellt!
  5. #5

    Rente mit 67

    Der Anteil der körperlich schwer Arbeitenden in unserer Gesellschaft ist stetig gesunken. Warum sollte da - vom medizinischen Standpunkt her - keine Rente mit 67 möglich sein? Wenn immer nur die Pflegekräfte und Bauarbeiter zitiert werden, spiegelt das nicht unsere aktuelle Arbeitswelt wider. Die schwer Belasteten sollten die Möglichkeit haben, ohne Abzüge früher verrentet zu werden. Der Rest aber kann ruhig länger arbeiten.

    Übrigens: Die Rente mit 67 kommt ja nicht morgen, wie die Panikmache der Medien und Gewerkschaften glauben machen will. Sie soll ja schrittweise über viele Jahre erst eingeführt werden!

    Ich erlebe als Konsument immer wieder, dass ältere Arbeitsnehmer serviceorientierter, kenntnisreicher und engagierter sind als die jungen. Wenn diese Menschen zunehmend aussortiert werden, dann wird das Niveau der Dienstleistungen zunehmend sinken. Wenn Alt und Jung miteinander arbeitet, sich gegenseitig unterstützt und die Fähigkeiten kombiniert, kann eine erhöhte Produktivität herauskommen. Dies sei auch den Arbeitgebern gesagt, die heute leider immer noch auf jung = billig setzen!
  6. #6

    67

    Wer bis 67 noch keinen anderen Sinn im Leben gefunden hat als weiter arbeiten zu gehen, der kann einem wahrlich leid tun. Wieso sich nicht für die steigende Zahl der Unterprivilegierten engagieren, indem man ehrenamtlich Hausaufgabenhilfe und sonstige Dienste anbietet. Wieso nicht ein soziales Projekt in der Nachbarschaft im unterstützen oder selber gründen.
    Zudem ist die zunehmende Akzeptanz von älteren Mitarbeitern in der Wirtschaft eine Chimäre, solange man trotz Hochqualifikation gesagt bekommt, man sei mit 40 zu alt, kann ich mir nicht vorstellen dass man mit 60 mit Handkuss genommen wird, ausser man ist bereit zum Preis eines Berufseinsteigers zu arbeiten.
    Ausser den wenigen Jobs in der Politik und im Topmanagement wo es scheinbar keine Rolle spielt ob man bereits 70 ist, gibt es noch immer eine starke Altersdiskriminierung. Interessant wäre es zu sehen wo angeblich all die Jobs für Ältere entstanden sind, ich tippe schwer auf den Niedriglohnsektor, dann doch lieber frühzeitig etwas Sinnvolles tun, als mit 67 bei Aldi die Regale einzuräumen.
  7. #7

    Rente mit 67

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen demonstrieren, mischen länger auf dem Arbeitsmarkt mit, halten sich mit Sport gesund. Rentner sind in der Gesellschaft immer präsenter. Nicht nur, weil sie mehr werden - sie sind selbstbewusster und länger fit. Ruhestand war gestern. Rente mit 67:*na und?

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...724295,00.html
    So ein Unsinn!
    Nur weil ich länger fit und selbstbewusster bin, heisst das noch lange nicht, dass ich mich länger als nötig der modernen, arbeitnehmerfeindlichen Arbeitswelt zur Verfügung stellen möchte.
    Persönliche Entfaltung und Verwirklichung sowie "Mitmischen" kann durchaus auch ausserhalb der Arbeitswelt passieren, und nicht jeder will nach dem Motto "leben, um zu arbeiten" existieren und sich über seine Arbeit definieren, so wie es unsere Wirtschaft gerne hätte.

    Solche suggestiven Artikel, die uns einen immer späteren bzw. gar keinen Ruhestand schmackhaft machen wollen, sind einfach nur widerlich, vor allem wenn man bedenkt, aus welcher Ecke sie gesponsort werden und wo die Befürworter bzw. Profiteure sitzen.
  8. #8

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie gehen demonstrieren, mischen länger auf dem Arbeitsmarkt mit, halten sich mit Sport gesund. Rentner sind in der Gesellschaft immer präsenter. Nicht nur, weil sie mehr werden - sie sind selbstbewusster und länger fit. Ruhestand war gestern. Rente mit 67:*na und?

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...724295,00.html
    Gerade heute morgen kann ich über diesen verallgemeinernden Jubelartikel nur lachen. Das Herz sticht, ich hoffe, dieser Arbeitstag geht schnell und folgenlos an mir vorüber. Sowie auch die verbleibenden Jahre bis zum frühestmöglichen Moment des Ausstiegs aus der täglichen Plackerei.
  9. #9

    Antwort

    Ich gehöre zu den ersten Jahrgängen, die ein paar Monate länger arbeiten müssen, würde gerne weitermachen, allein schon weil ich wesentlich mehr verdiene, als ich an Rente erwarten kann.

    Doch mein Arbeitgeber (Kommunalverwaltung) lässt mich nicht, sondern ist froh um jeden, den er loswird.
    Am liebsten würde er sofort alle rausschmeißen, weil er pleite ist. Der Bürger kann sich dann online helfen lassen.


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