SPIEGEL ONLINEMehr als 100 Millionen Euro für 250 Menschen: Das spanische Dorf Sodeto räumte bei der Weihnachts-Lotterie "El Gordo" mächtig ab. Was macht man mit so viel Geld? Hochmut, Neid, Missgunst und teure Sportwagen sucht man dort jedenfalls vergeblich. Ein Ortsbesuch.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...813082,00.html
Was für eine Einstellung! Geld alleine macht nicht glücklich? Man sollte der Sache ein paar Monate/Jahre Zeit lassen. Irgendeiner wird schon anfangen mit neuen Autos, Häusern und Luxusgütern. Es liegt leider in der Natur des Menschen, sich durch "Möglichkeiten" korrumpieren zu lassen und sich äußerlich über andere Menschen zu erheben.
Ich denke das Dorf befindet sich noch in einer positiven Schockstarre, während die meisten sich privat durchaus die besten Anlagemöglichkeiten durchrechnen.
Rund 400.000 € pro Gewinn ist eher überschaubar, um dabei völlig aus dem Häuschen zu sein. Dieser Betrag reicht garantiert nicht um dauerhaft sorgenfrei zu leben. Warum sollen diese Leute nun ausflippen?
Bei 400k pro Spieler ist ja nun auch kein Geld für Sportwagen oder Luxus da-immerhin sind das Euro, also vergleichbar damit, als hätte man 200.000 DM gewonnen-da macht man nicht auf dicke Hose, weil man es nicht kann.
Spielgemeinschaften sind was für Idioten-kosten meistens deutlich mehr, als ein Einzeltipp, und wenn man mal den Megapot knackt, steht man arm wie ne Kirchenmaus da.
Wenn die schlau sind, dann liegt deren Kohle jetzt irgendwo investiert und die, die hier den Konsumverzicht bejubeln dürfen die Zinsgewinne für die Spanier erarbeiten-money rules the world.
Und in 10 Jahren fährt da unten jeder Maserati...
Im Artikel steht:
"Der Preis je Los: 20 Euro. Viele Menschen kauften Anteile, bildeten sozusagen Tippgemeinschaften. Der kleinste Einsatz betrug fünf Euro."
Das ist so nicht ganz richtig. Ein (volles) Los ("billete") der spanischen Weihnachtslotterie kostet 200 Euro (nicht 20 Euro), wird aber von den staatlichen Lotterieannahmestellen ("loterias y apuestas del estado"), aber auch in vielen Bars, in "decimos" (Zehnteln) für je 20 Euro verkauft. Mit einem Zehntellos kann man dann aber natürlich auch nur ein Zehntel des Gewinns einstreichen. Der Höchstgewinn für ein Los ("billete") lag 2011 bei 4 Millionen Euro, der Höchstgewinn für ein Zehntel ("decimo") folglich bei 400000 Euro. Da es mehrere Serien gibt (2011 waren es, glaube ich, 170), alle mit Nummern "00000" bis "99999", wird der Höchstgewinn allerdings mehrfach ausgeschüttet (einmal je Serie). Ein Los stammt aber immer aus einer bestimmten Serie. Will man mehrfach gewinnen, muß man mehrere Lose (oder Zehntellose) mit der gleichen Nummer aus mehreren Serien kaufen, was kaum einer macht. "Tippgemeinschaften" enstehen dadurch, daß bestimmte Gruppen (z.B. Geschäfte, Sportvereine, Berufsgruppenvereinigungen o.ä.) ganze Lose mit gleicher Nummer aus mehreren Serien kaufen und dann eigene Lose mit kleineren als Zehntelanteilen ausgeben. Diese sind für 3-5 Euro zu haben, erlauben dann aber natürlich auch nur entsprechend geringere Gewinne. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, daß in Sordeto eine Einzelperson mehr als 400000 Euro gewonnen hat. Das ist nun zwar eine schöne Stange Geld, aber nicht genug, um nicht mehr arbeiten zu müssen (es sei denn, man gibt sich mit Hartz-IV-Niveau zufrieden - Hartz-IV monetarisiert entspricht nämlich etwa einem Vermögen von ca. 400000 Euro). Und sicher nicht genug, um sich 'mal eben einen Jaguar für 250000 Euro zu leisten.
Übrigens: wenn 250 Personen je 400000 Euro gewinnen, kommt man in der Tat auf insgesamt 100 Millionen. Oder andersherum: 100 Millionen klingen zwar nach sehr viel, aber wenn sie auf 250 Personen verteilt werden, bekommt jeder eben nur noch 400000 Euro. Wer den Menschen von Sodeto daher extreme Luxusgüter anbietet, kann also schlicht und einfach nicht rechnen.