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Reichtum und Moral: Wer Kohle hat, kann Kant vergessen

Wie wäre es, reich zu sein? Arme-Leute-Essen wie Spinat würden Sie gar nicht kennen, dafür hätten Sie einen Butler namens Uwe-Carsten - und folgenden Wissenvorsprung: Moral ist nur etwas für Habenichtse.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...818672,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie wäre es, reich zu sein? Arme-Leute-Essen wie Spinat würden Sie gar nicht kennen, dafür hätten Sie einen Butler namens Uwe-Carsten - und folgenden Wissenvorsprung: Moral ist nur etwas für Habenichtse.

    Fragen Sie Frau Sibylle: Wer Kohle hat, kann Kant vergessen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Ein leicht resignierender Unterton in dem Beitrag.

    Um diese Welt beschreiben zu können, Frau Berg, sollten sie diese kennenlernen, und nicht mit Klischees die Klischees Anderer zu befriedigen versuchen.

    Zum Kennenlernen muss man in die Welt und dorthin zu diesen Menschen und mit diesen sprechen und diese portraitieren.
    Das wiederum wollen die wenigsten und das sprengt sicherlich auch den finanziellen Rahmen, den Sie für diese ´Kolumne´ bekommen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wozu moralisch sein, wenn es sich doch offensichtlich nicht bewährt? Wozu für das Gute eintreten, wenn doch jeder eine andere Definition davon hat?
    ...
    Würden wir es anders machen?
    Also wenn man das Thema Moral schon so rational angeht (ist es nicht eigentlich etwas, was mit Gefühl zu tun hat?) - dann müßte der Reiche in dem Gedankenexperiment moralischer und gütiger sein, als der/die Normalo - denn er kann es sich ja eher leisten.
  3. #3

    Wenn ich einmal reich wär - würde ich so gesehen.

    Nun lässt sie die ganzen Vorurteile und den Neid von Klein-Erna raus.

    Reich und dumm ist nicht so weit weg von arm und dumm. Es ist eine evidente Tatsache, dass das Bildungsniveau in wohlhabenden Kreisen das Niveau von Spiegel-Redakteuren wesentlich übersteigt.

    Kant kann man übrigens auch als armer Mensch vergessen. Dessen idealistische Philosophie ist mehr als verschroben und seine Sprache fast so verklausuliert wie von Adorno. Der schon vergessen ist. Weil sie es schon aus dem Elternhaus beurteilen können, befrachten sich "Reiche" nicht mit dem Bildungsschrott der Vergangenheit, sondern nur Parvenues, die über Protzbildung versuchen, sich einen sozialen Rang zu erschwätzen.
  4. #4

    Der "echte" Reichtum!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie wäre es, reich zu sein? Arme-Leute-Essen wie Spinat würden Sie gar nicht kennen, dafür hätten Sie einen Butler namens Uwe-Carsten - und folgenden Wissenvorsprung: Moral ist nur etwas für Habenichtse.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...818672,00.html
    Ein Gegenentwurf.
    Wie wäre es, wenn Michail Gorbatschow - in seinen Absichten leuchtendes Vorbild für jeden Linken - mit "Glasnost" u. "Perestroijka" erfolgreich die Sowjetunion politisch reformiert u. wirtschaftl. redynamisiert hätte?
    Der Sowjetführer könnte auf ein Land blicken - reich an Rohstoffen, gespickt mit modernen, leistungsfähigen Industriekomplexen - das durchzogen wäre von TGV-Linien, zusammen mit Frankreich u. der EU im Sinne wirtschaftl. Zusammenarbeit u. der Völkerfreundschaft gebaut. Wichtige seltene Erden, Erze bester Qualität u. höchster Reinheit, schwefelfreies, reinstes Erdgas u. viele Schätze mehr eilten geschwinde aus den unendl. Weiten der sibirischen Taiga auch ins hungrige Europa, um dort saubere Energieversorgung zu sichern u. wichtige Zukunftsindustrien zu versorgen, in denen zufriedene Menschen sinnvolle, Intelligenz, Kreativität u. Schaffenswille fordernde Arbeit verrichteten. Zu auskömmlichen Gehältern an sicheren Arbeitsplätzen u. mit reduzierten Arbeitszeiten, so daß fast alle beschäftigt wären. Menschen verrichteten ohne Existenzangst ihre Arbeit, Frauen könnten selbstbestimmt ihr Leben ohne äußere Zwänge einrichten, und - im Falle des Kinderwunsches - sich zuerst liebevoll u. sorgenfrei um ihre Kleinen, dann um ihre Karriere kümmern. Niemand dächte an Suizid, kein Sozialneid zerfräße das Miteinander, Wald u. Feld würden nicht von Chemikalien verpestet, u. in der Politik gäb es keine kleingeistigen Subventionsdebatten um zu üppige Apanagen, oder aufgeregt hektisches Geschacher wg. nicht endender Finanzkrisen. Rußland u. Europa wären wohlgeordnet, der Friede in der Welt wäre unbrüchig fest verbrieft, Überschüsse z. B. an Lebensmitteln kämen in Gebiete, wo Mangel herrscht, hoch-qualitative Gratis-Ausbildung wäre Standard für junge u. auch ältere Menschen, die alle integriert wären in einen gigantischen Schaffensprozeß.
    Zufrieden könnte sich der Sowjetführer - dem eine junge, entspannt lächelnde u. doch hoch konzentrierte Adjudantin das Tages-Reporting vorlegt - auf sein schöpferisches Werk blicken, u. sich für eine Sekunde im stillen selbst eingestehen: Frieden, Arbeit u. gerechten Wohlstand hab ich in die Welt gebracht u. in Freundschaft arbeiten die Völker Hand in Hand, und so hab ich doch millionenfach mehr geleistet u. geerntet als Milliarden Dollar je bedeuten könnten. Zufriedene Menschen dankten es ihm in der stillen Kammer ihres Herzens u. Gott würde sich seiner lobend erinnern am Tage seines Gerichts.

    Con admiración a Michail.
    Gregorio
  5. #5

    Oh nein

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    Also wenn man das Thema Moral schon so rational angeht (ist es nicht eigentlich etwas, was mit Gefühl zu tun hat?) - dann müßte der Reiche in dem Gedankenexperiment moralischer und gütiger sein, als der/die Normalo - denn er kann es sich ja eher leisten.
    Moral ist gerade das, was auf gar keinen Fall etwas mit Gefühlen zu tun
    hat. Moral ist ein Bestandteil der Ethik und stellt die Frage "Was soll ich
    tun?" und nicht "Worauf habe ich gerade Lust?". Natürlich gibt es
    Ethikmodelle mit Gefühlen als zentralen Aspekt, z.B. der Utilitarismus,
    der das Glück als Ideal nimmt. Die utilitaristischste und hedonistischste
    Gesellschaft der Welt sind die USA. Wenn man aber nun dieses Ethik-
    Modell mit Kants Kathegorischem Imperativ vergleicht, erkennt man die
    starke Überlegenheit des letzteren, da Moral auch die Grundlage für
    allgemeine Gestze bilden muss. In unserem Grundgesetz ist es das von
    Kant formulierte Sittengesetz. Vielleicht erklärt es der Vergleich besser:
    Kants Ethik ist allen anderen so sehr überlegen, wie Darwins Evolutions-
    Theorie der Schöpfungslehre und Lamarck überlegen ist.
  6. #6

    Kein Neid ...

    Nein, ich bin nicht neidisch auf Reiche.

    Was bei mir Hass auslöst ist, wenn jemand mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, kräftig Schaden anrichtet - den andere kitten müssen - und dann dafür auch noch eine fürstliche Abfindung kassiert.

    Mit einem Wort: Leo Apotheker bei HP

    Reich sein und parallel existieren, ja, das ist Ok. Aber die Elephanten im Porzelanladen, die dafür auch noch entlohnt werden, das sind die die Wut erzeugen.

    Und natürlich Christian Wulff, der uns sehr deutlich vor Augen hält in was für einem Wirtschaftssystem wir leben: Der Kleptokratie (Nullleistung, Peinlichkeit, Rückzug, Versorgung bis ins Grab).

    Jetzt klar warum Männer _manche_ Reiche nicht mögen? Es geht nicht um Neid, es geht darum, dass Leistungen, die bestraft werden müssten statt dessen belohnt werden.
  7. #7

    Eine Sache des Standpunkts

    Wie in diesem Artikel beschrieben:
    Einkommensdebatte: Amerika verhöhnt die armen Reichen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft ist immer alles relativ.

    Das Problem ist doch, dass jeder für ein stimmiges Selbstbild sorgen muss. So glauben viele Reiche tatsächlich daran, dass es harte Arbeit sei, die ihren Status rechtfertige. Würde er auf unmoralischen Verhalten beruhen, so wäre man nicht mit sich im Reinem. Man war also nicht kriminell, sondern eben ein Cleverle.
    Es gab einmal einen Bundespräsidenten, der wusste wie man an Dinge kommt, die einem Spitzenpolitiker zustehen.
    Leider wird in der Schule immer noch die Mär erzählt, dass harte Arbeit angeblich mit Reichtum korreliere.
    Zwar mag es stimmen, dass man mit harter Arbeit und ausreichender Flexibilität sich vom Existenzminimum entfernen kann. Aber wie in dem Lied: Songtext: Ideal - Blaue Augen Lyrics steht: "Der ganze Hassel um die Knete macht mich taub und stumm
    für den halben Luxus leg ich mich nicht krumm
    nur der Scheich ist wirklich reich."
    Wer also wirklich reich werden will, muss über den Einsatz von harter Arbeit mehr leisten. Manchen hilft einfach Glück, und die harte Arbeit
    wurde geleistst, nachdem man an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit die Gelegenheit am Schopfe packte, und Fortuna einem die Occasione gab, um mit entsprechender Virtù seine Ambizione zeigen zu können Niccolò Machiavelli

    Wie uns Niccolò Machiavelli schon vor hunderten von Jahren lehrte, darf man dabei nicht zimperlich sein. Moralisten und Weicheier werden eben nicht reich.
  8. #8

    Zitat von Stauss Beitrag anzeigen
    Nun lässt sie die ganzen Vorurteile und den Neid von Klein-Erna raus.

    Reich und dumm ist nicht so weit weg von arm und dumm. Es ist eine evidente Tatsache, dass das Bildungsniveau in wohlhabenden Kreisen das Niveau von Spiegel-Redakteuren wesentlich übersteigt.

    Kant kann man übrigens auch als armer Mensch vergessen. Dessen idealistische Philosophie ist mehr als verschroben und seine Sprache fast so verklausuliert wie von Adorno. Der schon vergessen ist. Weil sie es schon aus dem Elternhaus beurteilen können, befrachten sich "Reiche" nicht mit dem Bildungsschrott der Vergangenheit, sondern nur Parvenues, die über Protzbildung versuchen, sich einen sozialen Rang zu erschwätzen.
    Dieses reine Nützlichkeitsdenken ist doch genau das, was die Welt aus
    den Fugen hebt. Das Paradebeispiel der Nützlichkeit sind die USA.
    Dort ist nützlich gleich gut. Ist der Tod eines Menschen nützlich, ist
    ein Mord gut. Die Amis zögern nicht lange und erschießen bei einem
    Einbruch gerne mal den Räuber. Dieses Faustrecht ist meiner
    Meinung nach suboptimal, aber das kann man sehen wie man will.
    Aber wenn man Kant und Adorno als verschroben bezeichnet, spricht das
    für ein mangelndes Philosophisches Verständis oder einfach für Ignoranz.
    Bevor Sie Kant kritisieren ,würde ich gerne wissen, ob Sie etwa das
    Denken der nächsten 200 Jahre durch ihre Werke revolutionieren werden
    und ob Sie überhaupt eine Bildung haben, wenn Sie diese als Schrott
    bezeichnen.
  9. #9

    Oh Mann…

    Kompliziert, aber doch sehr - zu - einfach geantwortet.

    Kant ist kein Religionsersatz - oder doch?


    Ich empfehle, Ihre Kenntnisse über die USA mal aufzufrischen.


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