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Regionalwährungen: Mit Chiemgauer gegen den Euro-Crash

Wolfgang Maria WeberDie Wundermittel heißen Chiemgauer oder Urstromtaler. An die 40 Regionalwährungen existieren in Deutschland. Wenn es nach den Initiatoren dieser Idee geht, soll das Zweitgeld jetzt auch noch die Euro-Krise lösen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...844830,00.html
  1. #1

    Das Regiogeld muss erst umständlich eingetauscht und dann schnell ausgegeben werden. Es gilt nur in wenigen Geschäften und deren Produkte sind oft teurer als im Supermarkt.
    Das fasst es doch eigentlich perfekt zusammen. Es spricht nichts dafür, den Kram zu benutzen.

    Das Geld wurde in grauer Vorzeit ja mal von einem schlauen Kopf erfunden, weil man es flexibel eintauschen kann (ich muß also nicht wie Obelix erst jemanden suchen, der Hunger auf Wildschwein hat, um damit zu bezahlen), ich es dann ausgeben kann wenn ich möchte (und nicht zu irgend welchen unsinningen Augaben gezwungen werde wie Obelix, weil ihm das Wildschwein sonst verrottet) und ich ganz einfach weiß, was ich für etwas zu bezahlen habe (und ich nicht zig Wechselkurse zwischen Wildschweinen, Hinkelsteinen, Sesterzen, Wein, Fisch und Holz im Kopf haben muß).
  2. #2

    Wörgl

    Die Aktion damals war einfach ein (erfolgreicher) Versuch, die Deflationstendenz einer goldgedeckten Währung zu umgehen.

    Heut sind aber alle Währungen umlaufgedeckt.

    Andererseits kann ich gut verstehen, dass Leute, die Gold kaufen und sich vor einer Inflation fürchten, keine Lust auf eine automatisch abwertende Währung haben und die Regionalwährungen deshalb an Beliebtheit verlieren.
  3. #3

    Denkfehler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wundermittel heißen Chiemgauer oder Urstromtaler. An die 40 Regionalwährungen existieren in Deutschland. Wenn es nach den Initiatoren dieser Idee geht, soll das Zweitgeld jetzt auch noch die Euro-Krise lösen.

    Regiogeld: Ein Währungsmodell ist gescheitert - SPIEGEL ONLINE
    Die Idee der Regionalwährungen leidet an mehreren Denkfehlern, der gravierendste: Eine absichtliche Reduktion der potenziellen Tauschpartner kann langfristig nicht zu einer Erhöhung des Wohlstands führen.
  4. #4

    Geld in Regionalwährung tauschen...

    ... wer so blöd ist ist selbst schuld. Ich kämenicht auf die Idee Geld in wertlose Währungen einzutauschen. Was soll ich damit?
  5. #5

    Gute Frage, vernuenftig koennen die ja wirklich nur aus einem, Grund sein!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Das würde ja bedeuten, dass ich mir heute 10 Euro leihe und nächsten Monat nur 9 Euro zurückzahlen muss. Welcher vernünftige Mensch würde da noch Geld verleihen?" ]
    Das frage ich mich bei den Negativzinsen auf deutsche Kurzlaufzeitanleihen auch manchmal. Und dann weiss ich, auf einmal, warum: Zuviel geld in umlauf, und die Billiganleihen werden das naechstemal afuer umso hoeher verzinst werden muessen! Weil ja die Bonds noch das Ziel sind, der Bankstervereinigungen!
  6. #6

    Zitat von sponner_hoch2 Beitrag anzeigen
    Das fasst es doch eigentlich perfekt zusammen. Es spricht nichts dafür, den Kram zu benutzen.

    Das Geld wurde in grauer Vorzeit ja mal von einem schlauen Kopf erfunden, weil man es flexibel eintauschen kann (ich muß also nicht wie Obelix erst jemanden suchen, der Hunger ......
    Das "Geld" bleibt in der Region und fließt nicht ab. Auch hier könnten "Wir" von den Schweizern lernen WIR Bank
  7. #7

    Zitat von weltoffener_realist Beitrag anzeigen
    Die Idee der Regionalwährungen leidet an mehreren Denkfehlern, der gravierendste: Eine absichtliche Reduktion der potenziellen Tauschpartner kann langfristig nicht zu einer Erhöhung des Wohlstands führen.
    Was ist denn Wohlstand? Viel Geld auf der hohen Kante?
    Das ist einer der Geburtsfehler des Geldes, das man es überhaupt bunkern kann. Denn die gebunkerte Geldmenge muss anderen Menschen fehlen, sonst hätte sie keinen (ohnehin nur imaginären) Wert.
    Abgesehen davon lernt das jeder VWL-Schüler: je höher die Umlaufquote desto besser. Diese soll bei den Regionalwährungen eben durch Abwertung hoch gehalten werden.
  8. #8

    Alles gelogen

    Regionalwährungen erleichtern die Schwarzarbeit, gerne als Nachbarschaftshilfe getarnt, ungemein und wirken daher die Gemeinschafft zerstörend. Interessiert halt keinen, weil es ja so unglaublich spannend neu und unkonventionell ist.
    Alles Blödsinn, der Mensch bleibt was er ist. Hier geht es nur um Kohle und um Steuervermeidung. Alles ziemlich asozial. Und dies unter dem Deckmäntelchen des Gutmenschentums. Aber das entschuldigt ja alles.
    Die Initiatoren solcher Dinge wissen sehr genau was sie tun, die sind nicht blöd. In anderen Regionen Europas und er Welt würde man an Mafiöse Strukturen und der Etablierung eines Staates im Staat denken. Warum hier nicht?

    Im übrigen fördert diese Regionalwährungen die Kleinstaaterei, die eigentlich längst überwunden schien. Natürlich gibt man sich gerne Kosmopolitisch ist ja Pflicht in diesen Kreisen. Aber wenn es um das liebe Geld geht, dann soll das in der Region bleiben, ansonsten ist man natürlich zuerst Weltbürger, dann Europäer und zuletzt und ungewollt der deutsche Michel. Ziemlich verlogen das ganze geht es doch nur um die Bewahrung der eigenen Scholle (Landwirte haben sogar ihre eigenen gesetzlichen Erbregeln).

    Von den Schweizern in Geld Dingen zu lernen, heißt lernen wie man Schwartz- und Blutgeld von Diktatoren und Warlords am besten vermehrt, in Sicherheit bringt und davon lebt. Ekelhaft.

    Also hört auf mit dem Unsinn. Oder wandert aus und verabschiedet euch bitte aus der gewachsenen Solidargemeinschafft.
  9. #9

    Unglaublich

    Sensationell wie man die Parallelwährungsinitiativen mit einem solchen Artikel in die Ecke einer Spinnerei von Antroposophen oder wohlhabender Idealisten stellt. Dabei würde ein Blick über den eigenen Tellerand hier durchaus mal ganz gut tun. Die Umlaufsicherung ist als Freigeld ein Teil der Freiwirtschaftstheorie von Silvio Gesell (wird in diesem Artikel nichtmal erwähnt) und stammt aus der Zeit um 1920-25. Ein genaueres auseinandersetzen mit diesem Wirtschaftsansatz lohnt sich durchaus. Zudem gibt es auch erfolgreichere Regiogeld Initiativen die helfen gesellschaftliche Probleme zu lösen. Beispiele hierfür sind der Fureai Kippu (http://de.wikipedia.org/wiki/Fureai_Kippu) oder die Banco Palmas (http://www.sozialoekonomie-online.de/ZfSO-158-159_Sohn.pdf). Selbst in der Schweiz gibt es ein großes Komplementärwährungssystem (http://de.wikipedia.org/wiki/WIR-Bank). Zudem empfehle ich hier mal die Lektüre des Buches "Das Geld der Zukunft" von Bernard Lietaer der Aufgrund seiner Vita (http://de.wikipedia.org/wiki/Lietaer) gegen Anschuldigungen linker Spinnerei immun sein sollte.


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