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Regelstudienzeit: Wir brauchen halt ein bisschen länger

CorbisNur eine Minderheit der Studenten wird pünktlich fertig: Lediglich zwei von fünf schaffen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit, das zeigt eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Bachelor-Studenten halten sich jedoch meist an die Zeitvorgaben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...833792,00.html
  1. #1

    .

    Mir liegen zwar keine repräsentativen Daten über frühere Jahrgänge vor, doch anhand der Lebensläufe zu urteilen, die im Verlauf des letzten Jahres auf meinem Schreibtisch landeten, schaffte auch früher nur ein Bruchteil der Studenten ihr Studium in Regelstudienzeit. Finde ich persönlich auch nicht schlimm. Ich persönlich finde Lebensläufe spannender, bei denen Studenten sich die Zeit nahmen, um Leben- und praktische Berufserfahrung zu sammeln. Solche Absolventen erleben seltener einen Praxisschock und wissen dann auch meist, was sie wollen.
  2. #2

    ...

    Abbruchquote bei 30 und 39 % ? Das wäre mal ein Traum. An der Uni sind in den ersten Semestern 60 bis 80% der Leute durchgefallen. Sprüche wie: "Schauen Sie nach rechts, schauen Sie nach links. 9 von 10 werden´s nicht schaffen. " kommen nicht von ungefähr und decken sich auch mit dem Erleben aus meinem Bekanntenkreis.
    Auch eine interessante Aussage aus einem Prüfungsamt: "Sie sind hier um zu studieren, da haben Sie keine Zeit nebenbei zu arbeiten. Da müssen Sie sich schon entscheiden."
    Dritter Kritikpunkt betrifft vor alle Prüfungen. Das Handling ist völlig kontraproduktiv. An manchen Universitäten muss man sich sehr früh anmelden und kommt da auch nur mit amtsärztlicher Bescheinigung (wenn überhaupt) wieder heraus. Oft kann man zu dem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen, was der Prüfungsumfang ind -inhalt sein könnte. Ferner stehen selten die konkreten Termine dazu fest. Es ist nicht unüblich noch während der letzten Wochen Vorlesungszeit bereits Klausuren zu schreiben! Und wenn man pech hat, dann schreibt man innerhalb einer Woche 5 bis 10 Klausuren, teils Schwerpunkt, nach Vorlesungsende !
    Apropos Klausurangebot... es ist nicht einmal gesagt, dass bbestimmte, erforderliche Klausuren regelmäßig angeboten werden, bzw. man einen Platz erhält. Und wer hier Pech hat, oder auch einfach nur mal durch eine Klausur durchfällt kann mit etwas Pech 1 Jahr warten. Auf den nächsten versuch.
  3. #3

    Nette Auswertung, ja niemanden weh tun, ja nicht anecken !

    Ein Studium zu absolvieren heißt, Leistung zu zeigen.
    Leistung ist Arbeit pro Zeiteinheit !
    Wer die Leistungsvorgaben in dieser Welt nicht erreicht
    muß gehen (ich differenziere hier bei Krankheit ) oder
    hat reiche Eltern. Aber es werden Studienplätze für
    Leistungsstärkere blockiert ! Können wir uns so etwas
    leisten ?
    Wertet mal schön weiter aus, redet mal darüber oder
    sitzt es einfach aus.
    Vielleicht sollten die Bedingungen für eine Zulassung zum Studium einmal überprüft werden ?
    Macht natürlich Arbeit und kann zu Ärger führen !!
    MfG
    Rolf Winter
  4. #4

    zulange ?

    Nun , das erste was wir so 1985 vom Tutor hörten war , daß ein MINT Studiuem an der Universität eben keine 8 sondern mind 14 Sem dauert .

    Hinzu kommt noch das Verhalten der Wirtschaft , die kaum sog Industriepraktika rausrückte , so konnte es ohen Weiteres sein ,daß man de facto sein Vordiplom , aber wg zB Gießereipraktikum fehlen eben verharrte ...

    Zudem stellte die Industrie dermassen schwach ein , daß prolongieren und promovieren als gar Exclusivausgabe der kaschierten Arbeitslosigkeit bis heute ansich Gang und Gäbe ist .

    Also immer den ach so faulen Studenten zu kritisieren ist wenig zweckmäßig .

    Im weiterne wird seitens der Personaler intern einem quasi der Dipl.-Ing aberkannt- sie lesen richtig - wenn man zb 1 Jahr erfolgreich resonanzlos 800 bewerebungen bundesweit verschickt hat ....

    Wer so denkt und arbeitet sollte sich lieebr zurückhalten zB von Fachkräftemangel zu schwafulieren.

    Die MINT-ler sidn schon noch hier - nur man orientiert sich halt um ... als Würstchenverkäufer oder so ...

    War das mal in dieser Form angedacht ? wohl kaum --- achja . Kinder setzen die natürlich keine in die Welt , obwohl educatorisch ein optimaler background vorhanden .....
  5. #5

    die Studiengebühr wieder einführen?

    unser Student (Medizin) hat es innerhalb der Regelzeit schaffen müssen, schon deswegen, weil wir, Eltern, halbjährlich dafür zahlten! schön, dass man das für die ANDEREN, und gar nicht rückwirkend, abgeschafft hat! Die Leuten wie wir, die ALLE Nachteile der Gesetzgebung zu tragen hatten (Kiga erst ab 4 1/2 J. in dieser Stadt, 13 Schuljahren, 18 Monate Zivildienst, wenn ich mich gut erinnere, und was für eins, bei Pennern putzen gehen, für jemand, den man später am Schluss hätte als Arzt verpflichten können, und Studiengebühren für 2 Kinder,

    stellen fest:

    unsere Kinder sind in der Regelzeit, schon wegen den Studiengebühren... und nicht mit schlechten Ergebnissen, 2,0 in Medizin lässt sich vertreten...
  6. #6

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass die Regelstudienzeit nicht als Zeitvorgabe für die Studierenden erfunden wurde, sondern als Vorgabe für die Hochschulen, ihre Studiengänge so zu organisieren, dass man in dieser Zeitspanne fertigwerden kann.

    Und da liegt der Hase im Pfeffer.
  7. #7

    die regel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nur eine Minderheit der Studenten wird pünktlich fertig: Lediglich zwei von fünf schaffen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit, das zeigt eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Bachelor-Studenten halten sich jedoch meist an die Zeitvorgaben.

    Regelstudienzeit: Minderheit der Studenten wird pünktlich fertig - SPIEGEL ONLINE
    als ich 2004 zu einer einführungsveranstaltung für erstsemester ging, wurde uns vom studienberater gesagt: "regelstudienzeit? schaffen sie wahrscheinlich nicht. rechnen sie mit dem 1 1/2fachen."
    und es ist tatsächlich nicht eben einfach, wenn man z.bsp. nebenbei arbeitet.
  8. #8

    Zitat von rolf1951 Beitrag anzeigen
    Ein Studium zu absolvieren heißt, Leistung zu zeigen.
    Leistung ist Arbeit pro Zeiteinheit !
    Wer die Leistungsvorgaben in dieser Welt nicht erreicht
    muß gehen (ich differenziere hier bei Krankheit ) oder
    hat reiche Eltern. Aber es werden Studienplätze für
    Leistungsstärkere blockiert ! Können wir uns so etwas
    leisten ?
    (...)
    Vielleicht sollten die Bedingungen für eine Zulassung zum Studium einmal überprüft werden ?
    (...)
    Wieso differenzieren Sie denn bei Krankheit, aber nicht bei Talent? Für mangelndes Talent ist man genausowenig verantwortlich wie für gesundheitliche Schicksalsschläge.

    Man muss nicht durchschnittliche Studenten rausschmeißen oder vom Studium abhalten, damit die besonders begabten Studenten sich durchsetzen - die setzen sich auch so durch. Langzeitstudenten nehmen niemandem den Studienplatz weg - jeder hat ein Recht darauf zu studieren, einige müssen nur ein paar Jahre warten.
    Bildung ist kein Nullsummenspiel. Je mehr Menschen studieren, desto höher ist die durchschnittliche Qualifikation im Land - das bedeutet mehr Steuereinnahmen, mehr wissenschaftliches Personal, und damit mehr Geld, dass man in Bildung stecken kann.

    Übrigens ist es völlig willkürlich, den Leistungsbegriff der Physik einfach für eine politische Fragestellung zu benutzen. Auch die Behauptung, dass studieren bedeute, Leistung zu zeigen, ist eine absurde Vereinfachung - ein Studium hat viele Aspekte; (Prüfungs)-Leistung ist einer davon, lernen, üben, vernetzen und charakterbildung sind aber ebenso wichtig.

    Was wir uns wirklich nicht leisten können, ist, aus dem Studium einen pseudodarwinistischen Kampf ums Dasein zu machen ("wer die Leistungsvorgaben nicht erreicht mus gehen"). Je mehr Menschen studieren, desto besser wird es uns allen gehen. Einige brauchen eben ein bisschen länger als andere - das sollte kein Problem sein, denn eine breite studierte Mittelschicht ist erwiesenermaßen besser für das wohlergehen einer Gesellschaft als eine kleine studierte Elite.
  9. #9

    ich lache

    Zitat von oui Beitrag anzeigen
    unser Student (Medizin) hat es innerhalb der Regelzeit schaffen müssen, schon deswegen, weil wir, Eltern, halbjährlich dafür zahlten! schön, dass man das für die ANDEREN, und gar nicht rückwirkend, abgeschafft hat! Die Leuten wie wir, die ALLE Nachteile der Gesetzgebung zu tragen hatten (Kiga erst ab 4 1/2 J. in dieser Stadt, 13 Schuljahren, 18 Monate Zivildienst, wenn ich mich gut erinnere, und was für eins, bei Pennern putzen gehen, für jemand, den man später am Schluss hätte als Arzt verpflichten können, und Studiengebühren für 2 Kinder,

    stellen fest:

    unsere Kinder sind in der Regelzeit, schon wegen den Studiengebühren... und nicht mit schlechten Ergebnissen, 2,0 in Medizin lässt sich vertreten...


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