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Reform-Umkehr: Deutschland, Jammerland

Verkehrte Welt in Deutschland: Kaum erholt sich die Wirtschaft, bricht großes Wehklagen über die "Verlierer des Aufschwungs" los. Nicht nur die SPD probt die Rolle rückwärts - vor allem Merkels CDU verfrühstückt die Früchte der Reformen. Ein Zwischenruf von Eric Gujer.

http://www.spiegel.de/politik/debatt...513565,00.html
  1. #1

    Eric Gujer hat vollkommen Recht

    Ich sehe das ähnlich wie der Korrespondent der NZZ, es ist gefährlich früh für eine Rolle Rückwärts und ein "uff, jetzt ist alles wieder schön".
    Wahrscheinlich muß man in Deutschland die Legislaturperioden verlängern um einigermaßen vernünftige Politik auch durchzuhalten. Becks SPD ist für mich jedenfalls nicht wählbar.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkehrte Welt in Deutschland: Kaum erholt sich die Wirtschaft, bricht großes Wehklagen über die "Verlierer des Aufschwungs" los. Nicht nur die SPD probt die Rolle rückwärts - vor allem Merkels CDU verfrühstückt die Früchte der Reformen. Ein Zwischenruf von Eric Gujer.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...513565,00.html
    Hallo,

    was hat das mit wehklagen zu tuen ? Ist es denn "gerecht" wenn einige so richtig profitieren und das zum großen teil noch auf kosten derer die nicht an diesem "aufschwung" beteildigt sind. ?

    Die agenda 2010 hat nur mehr umverteilt und kein bißchen verändert. Doch die umverteilung von unten nach oben hat sie beschleunigt.

    Auch ist es eigentlich lächerlich von einem aufschwung zu sprechen während gleichzeitig die armut drastisch zu nimmt siehe kinderarmut.

    Wessen aufschwung war/ist das eigentlich ?

    Ach ja und was wohl auch viele nicht gewinner iritiert kam auch von unserem kanzler herrn schröder : "Alle müssen den gürtel enger schnallen", das war auf die reformen bezogen. Und jetzt wundert sich leute das die "verlierer" dieses aufschwungs sich auch noch beschweren.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkehrte Welt in Deutschland: Kaum erholt sich die Wirtschaft, bricht großes Wehklagen über die "Verlierer des Aufschwungs" los. Nicht nur die SPD probt die Rolle rückwärts - vor allem Merkels CDU verfrühstückt die Früchte der Reformen. Ein Zwischenruf von Eric Gujer.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...513565,00.html
    Seit einem guten Jahr wird der Aufschwung hochgelobt.

    Wer den nicht beötigt, dem wird nicht auffallen, dass er gerade bei denen, die ihn dringend privat benötigen, nicht ankommt.

    Diese Blindheit für die soziale Wirklichkeit soll den Gewinnern dieser korrupten Gesellschaft mit samt Herrn Gujer helfen, die eigenen bequemen Illusionen zu bebauchpinseln.

    Herr Gujer gefält sich in der Rolle des mahnenden Weisen, dessen Weisheit am Ende der eigenen sozialen Klasse abrupt ein Ende findet.

    Jedes 5. Kind in Deutschland, wie vor 2 Tagen gemeldet, lebt in Armut, viele dieser Kinder erleben Ihre eigene Zukunft als hoffnungslos. Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos und werden es auch bleiben, da Aufschwung hin und her - Wachstunsraten wie in China für die deutsche Wirtschaft illusorisch sind.

    Doch die Illusion, dass irgendwann alle mal was vom großen Kuchen ab bekommen werden, wird eifrig von denen krampfhaft am Leben erhalten, die von der ungerechten Verteilung des Reichtums und der Zukunft am meisten profitieren und schamlos ungehindert weiter profitieren wollen.

    Also ruft man denen im Rettungsboot dümmliche Durchhalteparolen zu, verbittert sich das Jammern und schenkt sich derweil in der 1. Klasse den Schampus nach.

    Millionen von Menschen wissen das nur inzwischen besser.

    Mit kalten nassen Füssen schmecken die lauwarmen Unwahrheiten schon lange nicht mehr und der soziale Riss unserer Gesellschaft kann nicht mehr mit dem billigen Kitt der positiv denkenden Stimmungsmache verklebt werden.

    Und nichts anderes ist der Kommentar von Herrn Gujer.

    Gruss Kleinlok
  4. #4

    Gujer hat Recht?

    Man kann es nicht mehr hören. Sozial und Gerechtigkeit sind Schimpfwörter, oder aus dem Sprachgebrauch zu verbannen. Wer nicht nach Friedmans Ökonomenweisheiten tanzt ist ein Gutmensch und wird verspottet.
    Was von der vielgepriesenen Agenda 2010 wirklich zu halten ist wird man sehen wenn die Weltkonjunktur schrumpft. Dann werden die Lügen über das Jobwunder für 50zig Jährige schnell entlarft. Denn kein Unternehmer ist ein Sozialamt. Der stellt berechtigter Weise nur Mitarbeiter ein, wenn er genügend Aufträge hat.Die Agenda 2010 hat nur Jobs in der Verwaltung der Armut gebracht, aber keine Aufträge für die Industrie. Die Ökonomen, die Deutschland schon beerdigt haben, weil die Agenda nicht genügte, bejubeln jetzt das gleiche Werk. Der Spiegel entfernt sich auch mit seinem von Steingart und Aust feprägtem neoliberalen Mainstream immer weiter von der "Basis".
  5. #5

    Hoffnungslos

    Der derzeitige Aufschwung in der deutschen Wirtschaft ist neben einer stabilen Weltkonjunktur in erster Linie der Duldsamkeit der deutschen Arbeitnehmer zu verdanken, die in den vergangenen 15 Jahren sogar Reallohneinbußen hingenommen, und damit den Standort Deutschland international wieder konkurrenzfähig gemacht haben. Die aktuelle Regierung schreibt diese Erfolge in unerträglichster Weise auf ihre Fahnen - und das bei einem kompletten Reformstillstand, bei einem Staat, der sich in seinen Ausgaben nicht bescheidet, ganz im Gegenteil. Die Regierung Merkel hat es bislang weder geschafft, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, noch zur Renten- oder Krankenkasse zu verringern. Sie schafft es nicht einmal, in einem Jahr der sprudelnden Steuereinnahmen einen Haushalt ohne neue Schulden vorzulegen. Und als wäre all das noch nicht genug, lässt sie den Stromkonzernen und weiteren kartellähnlich organisierten Wirtschaftszweigen freie Hand bei ihren Raubzügen durch die Portemonais der Bürger; den Frieden in der Koalition und der eigenen Partei erkauft sich die Kanzlerin mit teuren Zugeständnissen. De Facto hat Deutschland derzeit keinen Kanzler, oder jedenfalls niemanden, der das Amt innehat und sich dementsprechend verhält. Deutschland ist somit ein Gegenbeweis der These, dass jedes Land die Politiker hat, die es verdient. Die deutsche Politikerkaste hat sich in ihrer konzentrierten, in langen Jahrzehnten der Politik des Stimmenkaufs erworbenen, massiven und karzinomen Inkompetenz längst in Sphären der Gemeingefährlichkeit - im wahrsten Wortsinne - verabschiedet. Jede Demokratie ist immer nur so stabil wie das Handeln derer, die sie beschützen sollen - und wenn ich heute die Politiklandschaft in Deutschland betrachte, mache ich mir ohne Ausnahme Sorgen. Am Ende bleibt eben doch nur die Auswanderung.
  6. #6

    Eric Gujer, wann waren Sie zuletzt in der Schweiz?

    Die Verarmung der Deutschen durch Agenda 2010 führte dazu, dass immer mehr Deutsche als Gastarbeiter in der Schweiz arbeiten und die dortigen (Mindest)Löhne unterlaufen. Headlines in Schweizer Zeitungen, wie "Deutschland, das Armenhaus Europas" oder "Wieviele Deutsche verträgt die Schweiz?" sprechen für das Fiasko dieser Agenda. Die deutsche Politik wird von den Journalisten mit Recht an den Pranger gestellt.

    Wer hat Sie für diesen propagandistischen Aufsatz bezahlt?
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkehrte Welt in Deutschland: Kaum erholt sich die Wirtschaft, bricht großes Wehklagen über die "Verlierer des Aufschwungs" los. Nicht nur die SPD probt die Rolle rückwärts - vor allem Merkels CDU verfrühstückt die Früchte der Reformen. Ein Zwischenruf von Eric Gujer.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...513565,00.html
    So ein unnützer Artikel. Man sollte wehklagen nicht mit hinterfragen verwechseln.
    Sätze wie
    Eine skurrile Debatte um "Prekariat" und neue Unterschichten trübt den Blick dafür, dass die Bundesrepublik noch immer das Land der Facharbeiter und Ingenieure ist.
    Gleichzeitig gibt es aus der Wirtschaft klagen nach einem Facharbeitermangel, oder?
    Oder
    Statt die Erfolge der Agenda 2010 herauszustellen, macht sich die Partei in Teilbereichen daran, Schröders Reformpolitik zu demontieren
    Die Erfolge wurden die ganze Zeit herausgestellt mit Meldungen wie "Deutschlands Wirtschaft wächst", und nun wird halt hinterfragt wo dieser Wachstum landet.
    Schwach patriotisch und unsachlich, dieser Artikel.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Verkehrte Welt in Deutschland: Kaum erholt sich die Wirtschaft, bricht großes Wehklagen über die "Verlierer des Aufschwungs" los. Nicht nur die SPD probt die Rolle rückwärts - vor allem Merkels CDU verfrühstückt die Früchte der Reformen. Ein Zwischenruf von Eric Gujer.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...513565,00.html
    wenn ich die Antworten zwei bis vier hier lese ... reagieren genau wie im Artikel vorhergesagt. Wunderbar!

    ..also zurück zur jährlichen 40 Milliarden Schuldenaufnahme, das bisschen was an Aufschwung mehr Geld reinkommt, wird wieder verteilt bis wir bei 0-0,5% Wachstum sind. (ungeachtet der Tatsache, dass wir immer noch per anno mehr Schulden machen als getilgt wird)
  9. #9

    Ja, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Man sollte sich aber fragen, worauf das zurückzuführen ist. Fast 40% der Arbeitnehmer arbeiten inzwischen im Niedriglohnsektor, Arbeitslose werden abgeschoben in 1€-Jobs, in Mini- und Midijobs, von denen man nicht existieren kann. Sie verschwinden aus der Statistik, weil sie an teils fragwürdigen Weiterbildungsmaßnahmen oder Wiedereingliederungsmaßnahmen teilnehmen, deren Erfolgsquote kaum der Rede wert sind. Wir haben inzwischen über 6 Mio. Hilfebedürftige, die im Grunde abgeschrieben und aussortiert wurden.

    Es profitieren vor allem die Konzerne, denen am laufenden Band Steuergeschenke gemacht werden, es profitieren auch einige sehr gut ausgebildete Spitzenkräfte, die händeringend gesucht werden. Aber der große Teil der Menschen, seien sie nun in Arbeit oder nicht, merkt vom Aufschwung gar nichts.

    Übrigens, mal abgesehen davon, dass dieser Aufschwung an vielen vorbei geht, ist er kein wirklicher Grund für Jubelarien und gegenseitiges Schulterklopfen. 2,4% Wachstum, nach einer über 10 Jahre dauernden Phase der Stagnation sind zwar besser als nichts, aber eben auch kein wirklicher Grund zum Feiern. Auch die Anzahl neu geschaffener Vollzeitarbeitsplätze ist, verglichen mit dem letzten, vergleichbaren Aufschwung, eher gering.

    Wie man all das auch noch mit dem angeblichen Wirken der Hartz4 Reformen verknüpfen kann, entzieht sich völlig meiner Kenntnis.








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