DPABundesbank-Präsident Weidmann sorgt sich um einen möglichen Abwertungswettlauf der Währungen. Der Notenbankchef fürchtet, eine politisch motivierte Schwächung des Euro werde zu höherer Inflation führen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-882712.html
Nach den Vorstellungen der klassischen Makroökonomie bringt der Markt nach Angebot und Nachfrage bei freien Wechselkursen die Leistungsbilanzen quasi automatisch zum Ausgleich. Das ist nun leider nicht der Fall, wie man nicht erst seit heute und vor allem an der erfolgreichen Manipluation des US-Dollars von Seiten Chinas erfährt. Das besonders schäbige an Chinas Wechselkurspolitikk ist dabei, dass die eigene Währung Yüan nicht mal frei konvertierbar ist. Ansonsten hätte die amerikanische Notenbank FED mit ihrer Fähigkeit unbegrenzt Geld zu drucken hier "wie du mir so ich dir" machen können. Eine derart manipulierte Währung kann man nicht mehr durch Anpassung der eigenen Lohnstückkosten ausgleichen. Der Versuch der USA mehr Dollar zu drucken um den Kurs zu schwächen hat eine Kreditblase erzeugt, die Ursache für die sogenannte Finanzkrise war.
Es gilt also darüber nachzudenken, zu einem System der festen Wechselkurse zurückzukommen. Diese müssten auch nicht ewig starr bleiben, sondern könnten z.B. vom IWF bei Bedarf und periodisch angepasst werden (z.B. ein Jahr). Diese festen Wechselkurse könnten dann langfristig jeweils zum Ausgleich der Leistungsbilanzen führen. Eine Manipulation wäre nicht mehr möglich und ein Krieg der Zentralbanken unnötig.
Das Problem dabei: Damit würde eine weitere Bastion der sogenannten neoliberalen Wirtschaftspolitik fallen. Ich kann mir das Geheule schon gut ausmalen.
Weidmann hat recht, argumentiert aber aus deutscher Sicht. Ein schwacher Euro ist nicht in unserem Interesse. Anders sieht es für die Krisenstaaten aus.
Der Euro spiegelt nur einen Mittelwert. Stanley Morgan hat ausgerechnet, dass der deutsche Euro bei 1,53 liegen würde, der französische bei 1,22 und der griechische bei 1,02.
Marktfremde Wechselkurse sind nie stabil, zumal ein niedriger Wechselkurs eben nicht nur Vorteile hat, wie Weidmann richtig feststellt.
In Deutschland herrscht immer viel Unverständnis darüber, dass der Rest der Welt - einschließlich zweifellos wirtschaftsstarker Staaten wie den USA oder Japan - irgendwie von dem Konzept "starke Währung, kaum Inflation" nicht besonders begeistert ist.
Tatsächlich hat man ja auch keine besonders guten Gründe dafür. Eine "starke Währung" ist gut, weil "stark" schließlich gut und "schwach" schließlich schlecht ist? Das ist ökonomisch eine sehr schwache (lies: schlechte) Begründung.
Stattdessen setzt sich international die Wahrnehmung durch, dass man auch "zu stark" sein kann, dass derjenige mit dem schlechteren Wechselkurs durchaus Vorteile haben kann. Gerade bei Exportnationen. Die deutsche Seite hat da zu wenige Sachargumente auf der Seite. "Wir sind Deutschland, wir machen es richtig, ihr müsst es auch so machen" genügt da einfach nicht. Besonders dann nicht, wenn auch noch andere Spieler wie USA und Japan im Rennen sind.
und er hat recht - aber leider nichts zu sagen. die finanzmärkte suchen sich heute ihre eigenen regierungen. sie sind es doch, die durchregieren. das volk ist nicht mehr souverän, sondern eine simulierte in steter anhängigkeit vom ausschlagen der börsen. die demokratie wird verramscht und aus verfassungen werden ramschpapiere. weniger demokratie: gut für die märkte. deutschland ist doch zahl- und zuchtmeister europas und die zeremonienmeisterin ist murksel.
Ein Währungskrieg und Abwertungswettlauf droht. Die Folgen sind
klar unterscheidbare Gewinner únd Verlierer. Die Eurozone
könnte auf der Verliererseite stehen. Der Gewinner nimmt alles,
der Verlierer verliert alles. Das wird am Ende des Tages das
Ergebnis des Abwertungswettlaufes der Währungen sein.
siehe
Zero Hedge | On a long enough timeline the survival rate for everyone drops to zero