Zitat von
Emil Peisker
Nun, das Projekt Europa ist ein politisches. Es wuchs zuerst in die Breite, die Tiefe wurde lange als weniger wichtig angesehen, weil Europa am Beginn den Schwerpunkt auf die Wirtschaft legte.
Zweifellos einer der Gründe, warum man keine vernünftigen Entscheidungen zur Integration in die Tiefe treffen konnte, war die Vetomöglichkeit, bzw. der Zwang zur Einstimmigkeit.
Siehe GB, Thatcher, "I want my money back"
Und ich stimme dir auch zu, dass man vor den letzten Erweiterungen dieses Problem hätte beseitigen müssen.
Aber mit GB, die sich als die ersten EU-Egoisten verstanden, und die die EU nicht tiefer wollten, reichte dann deren Veto schon im Vorfeld aus, dass Projekt Europa auszubremsen.
Damit ist aber nicht das europäische Projekt ein schlechtes, nein, wir haben nur die Konstruktion von Beginn an zu sehr auf die Wirtschaft und nicht auf die Politik gerichtet.
Und das heutige Europa braucht eine gemeinsame Politik, die auch die Abgabe von Souveränität verlangt, sonst können wir das System nicht vertiefen.
Ich trat schon einige Zeit für das Europa der zwei Geschwindigkeiten ein, damit die Neinsager sich erstmal vor der Tür den Fortschritt ansehen konnten.
Ja, das hätte einiges anders asusehen lassen. Dann wäre die Euro-Union mit weniger Staaten gestartet. Zwar hätte uns das die letzte Finaz- und Wirtschaftskrise nicht erspart, aber man hätte die Rettungsschirme der Kerntruppe als Lockmittel nutzen können, die Zustimmung zu Vertragskonditionen für eine seriöse Vertiefung zu erhalten.
In Notzeiten, wenn man Hilfe braucht, ist die Zustimmung zu harten Bedingungen leichter zu erreichen. Siehe Griechenland.
Auch wenn das vielleicht sehr hart klingt, die erfolgreiche Zukunft Europas und seiner Stellung im globalen Umfeld kriegt man nicht für Kleingeld.