Rechtsextremismus-Vorwurf: Piraten-Chef Nerz nennt Kritik "billig"

dapdMit Nazi-Vergleichen sorgen Piraten für Aufruhr, die Empörung ist groß. Jetzt verteidigt der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz seine Partei: "Es gibt keine Nähe der Piraten zu Rechtsextremen." Politische Gegner würden manchmal die Fakten verdrehen. Das sei nicht "angemessen".

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...829355,00.html
  1. #40

    Wer gegen die EU ist...

    Zitat von brido Beitrag anzeigen
    Alles was gegen die EU ist, ist neuerdings rechtsextrem, lächerlich.
    Nicht rechtsextrem, aber -sagen wir mal- undurchdacht, denn was bringt es, wenn man gerne "Tante-Emma-Läden" hätte, jedoch die Mehrheit der Bürger bei Lidl&Co einkauft?
    Es ist ganz einfach so, dass "europäische Kleinstaaten" dann von den schnell wachsenden Schwellenländern genauso verdrängt werden würden, wie die Tante-Emma-Läden von den Discountern.

    Die Schweiz ist beispielsweise zu klein, um sich gegen jenen Effekt wirtschaftlich wehren zu können, weshalb der Franken an den Euro gekoppelt wurde.
    Auch die dänische Krone ist an den Euro gekoppelt.
    Die Norweger stehen ebenfalls unter Druck.
    Island überlegt, sich an den Kanadische Dollar zu koppeln

    Der Trend läuft einfach zu einem Oligopol der Währungen, weil dies sich aus dem Verhalten der Mehrheit der Bürger ergibt.
    Wonach also soll man sich richten?
    Nach dem, was die Bürger gerne hätten, oder nach dem, was sich aus ihrem Mehrheitsverhalten ergibt?
  2. #41

    stimmt

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Das ist - mit Verlaub - eine dreiste Verharmlosung! Wenn der Fraktionsgeschäftsführer der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus gegenüber dem SPIEGEL den rasanten Aufstieg der Piraten mit dem der NSDAP von 1928 bis 1933 vergleicht, dann "tappt er nicht in eine böse Falle" sondern ist er schlicht für ein öffentliches Amt ungeeignet.
    Bei der CDU/CSU wird Rassismus und Antisemitismus, Sexismus und Chauvinismus sowie Revanchismus in den Hinterzimmern ausgeuebt. Vertriebenenverbaende stellen haltlose Forderungen an Polen und Tschechien...Eine DieLINKE-Aktivistin faehrt mal eben auf ner Provokationsflottille mit Fundamentalisten nach Israel....Ex-Nazis durften sogar Kanzler werden in unserem Land...Die FDP war in ihrer Gruendungszeit sogar als Sammelbecken fuer Ex-Nazis ausgelegt und Moellemann kroente das Ganze mit nem Hetzflyer...

    Es ist eine Dummheit solch einen Vergleich zu ziehen, das ist richtig, aber die Kritik ist raus und so solls sein. Er wirds sich merken. Alles weitere halte ich fuer Uebertreibung. Raison und Oeffentlichkeitsarbeit muss auch erlernt werden! Ebenso werden die Piraten lernen, dass Abgrenzung und Selbstkritik zur Demokratie gehoert. Es ist ohnehin lustig zu beobachten, das Parteien die demokratisch diskutieren als verstritten gelten und Kritiker als Querschlaeger denunziert werden. Kandidiert einer fuer einen Posten, ist es eine Wahle, wenns schon zwei sind, ist es gleich eine Kampfabstimmung. Da lachen ja die Huehner! Die Selbstdarsteller und paar Rechtsabweichler werden in dieser PiratenPartei keine Karriere machen, da bin ich recht sicher.
  3. #42

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Das ist - mit Verlaub - eine dreiste Verharmlosung! Wenn der Fraktionsgeschäftsführer der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus gegenüber dem SPIEGEL den rasanten Aufstieg der Piraten mit dem der NSDAP von 1928 bis 1933 vergleicht, dann "tappt er nicht in eine böse Falle" sondern ist er schlicht für ein öffentliches Amt ungeeignet.

    Er machte diese Aussage ja bereits in einem sensiblen Kontext, als es nämlich um die zweifelhafte und unzureichende Abgrenzung seines Landesvorsitzende zu Neuparteimitgliedern mit offensichtlich rechtem Gedankengut oder gar einer NPD-Vergangenheit ging.
    Die Äußerung bezog sich allein auf die Wachstumsraten und in keinster Weise auf die Inhalte. Es geht hier also allenfalls um einen geschmacklosen Vergleich, rechtes Gedankengut ist aber keineswegs involviert. Jeder der einen solchen Zusammenhang herstellen will, tut dies wider besseren Wissens. Das ist schlichtweg unanständig. Deshalb wird diese "Affaire" den Piraten auch nicht im geringsten schaden, denn selbst ein Blinder mit Krückstock sieht, daß die Aufregung eine künstliche, geheuchelte ist.
  4. #43

    Nichts kapiert

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Die Äußerung bezog sich allein auf die Wachstumsraten und in keinster Weise auf die Inhalte. Es geht hier also allenfalls um einen geschmacklosen Vergleich, rechtes Gedankengut ist aber keineswegs involviert. Jeder der einen solchen Zusammenhang herstellen will, tut dies wider besseren Wissens. Das ist schlichtweg unanständig. Deshalb wird diese "Affaire" den Piraten auch nicht im geringsten schaden, denn selbst ein Blinder mit Krückstock sieht, daß die Aufregung eine künstliche, geheuchelte ist.
    Sehen Sie, auch Ihre Antwort zeigt, dass viele Piraten und Ihre Anhänger überhaupt nicht geeignet sind, politische Ämter zu bekleiden. Es rächt sich halt, wenn man bisher eher unpolitisch und historisch uninteressiert und somit ungebildet war.

    Denn der Vergleich ist auch isoliert auf die Steigerungsraten ahistorisch und somit schlicht falsch, weil unvergleichbar. Und das Sie sofort zum Gegenangriff wechseln, zeigt, wie überfordert auch Sie mit meinem berechtigten Einwand sind. Denn ich habe keinen Zusammenhang zwischen den Inhalten der NSDAP und der Piratenpartei hergestellt. Es geht um etwas ganz anderes. Aber das kapiert ihr einfach nicht und geriert Euch sofort als Opfer!
  5. #44

    Zitat von sanibel123 Beitrag anzeigen
    sondern Anarchie ist die Losung der Piraten. Nur gegen alles sein, reicht nicht. gewogen und zu leicht befunden !
    Das gegen alles sein ist eigentlich doch Markenzeichen der Grünen, in BW haben sie bei S21 bewiesen, wei man gleichzeitig dafür und dagegen sein kann. ;-)
  6. #45

    Zitat von skeptiker97 Beitrag anzeigen
    ... soll ruhig in Ruhe Ihre Richtung suchen und es es ist gut, wenn sie sich nicht von den üblichen Meinungsmachern reinreden lassen. Es braucht endlich mal eine Partei, die sich der Bedürfnisse des Volkes wieder annimmt und nicht automatische eine ....
    Euro-Kritik ist mittlerweile in der Bevölkerung auch mehrheitsfähig, unser Bundestag macht eindeutig Politik gegen die eigene Bevölkerung, was sich spätestens bei den Wahlen rächen wird für diese Parteien. Wenn die Piraten den Part der Kritik nicht nur gegenüber der Währungspolitik übernehmen, dann liegen sie bestimmt in der Wählergunst oben.
  7. #46

    Zitat von fauleoma Beitrag anzeigen
    Wenn ich mit den großen Jungs mitspielen will, muss ich auch die Spielregeln kennen. Jeder kriegt eine aufs Haupt, wenn er sich Nazi-Vergleichen bedient.
    Wenn das so ist, wäre es an der Zeit, die Spielregeln zu ändern.
  8. #47

    Zitat von skeptiker97 Beitrag anzeigen
    Eine Partei, die sich Freiheit und Selbstbestimmung auf die Fahnen geschrieben hat, tut unserem Land bitter not.
    Tja, aber Selbstbestimmung und bedingungsloses Grundeinkommen paßt irgendwie nicht recht zueinander.
  9. #48

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Es rächt sich halt, wenn man bisher eher unpolitisch und historisch uninteressiert und somit ungebildet war.
    Sie irren sich. Weder sind wir ungebildet noch wird sich diese "Affaire" für die Piraten in irgendeiner Form rächen. Dazu ist die Heuchelei seitens der Kritiker viel zu offensichtlich. Es gibt zum Glück mittlerweile genügend Wähler in diesem Land, die dieses ritualisierte Hyperventilieren, sobald einer "Nazi" sagt, einfach satt haben, ohne deshalb auch nur im geringsten mit braunem Gedankengut zu liebäugeln. Es war ein unpassender, geschmackloser Vergleich, nichts weiter.
  10. #49

    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    Die PIRATEN haben kein Theoriedefizit, sondern sie sind einfach nur noch politisch unerfahren und tappen da in so manche böse Falle.
    Ich finde es grundsätzlich erfrischend, einmal nicht den "politisch erfahrenen" Polit-Talk zu hören, der sich an den Begrenzungen des reibungsfreien, pc-sagbaren orientiert. Hier haben wir es aber mit echten Bildungsdefiziten zu tun, die zu solch geistigen Rohrkrepierern wie der Leugnung des Holocaust oder der Rechtfertigung des Polenfeldzugs führen.

    Und das hat hauptsächlich zwei Ursachen. Das eine ist die Abneigung der die Schulszene immer noch beherrschenden linken Lehrerklientel gegen Argumente auf sachlicher statt auf moralischer Basis - vermutlich unter der Leitidee, Fakten lassen sich diskutieren und interpretieren, "Moral" (jedenfalls linke) hingegen hat immer recht. Die Lerninhalte zum Dritten Reich sind daher in der Regel auch eher dürftig. Das Modell versagt immer da, wo jemand zu der Ansicht kommt, seine Meinung an den Fakten statt an der herrschenden Moral auszurichten - ein absolut legitimer Standpunkt.

    Das zweite ist der "130er", dank dessen die öffentliche Debatte und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Holocaustleugnung unter Strafe gestellt wird. Die Folgen liegen auf der Hand - deren konkrete "Argumente" sind kaum bekannt, ganz zu schweigen von einer Diskussion, die der interessierte Laie zur Kenntnis nehmen könnte. Wer also unvorbereitet mit den Thesen der Holocaustleugner konfrontiert wird und sich ein Urteil auf "sachlicher" und nicht auf "moralischer" Basis bilden will, ist dem hilflos ausgeliefert. Aber darum natürlich noch lange kein Neonazi.

    Wer sich also hier lautstark rot-grün-schillernd aufplustert und über angebliche Neonazi-Tendenzen bei den PIRATEN schwafelt, sollte sich wegen der Ursachen an die eigene Nase fassen. Darüberhinaus muß die "konservative" rot-grüne Betroffenheitsindustrie zur Kenntnis nehmen, daß es heutzutage kaum mehr einen Markt für unhinterfragte moralische Überheblichkeit gibt, und daher von den heutigen Teens und Twens nicht erwartet werden kann, darauf zu verzichten, einer Sache allein aufgrund eines moralischen Verdikts im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auf den Grund zu gehen. Mit Fehlern und Irrtümern muß man da leben - aus der Warte eines IT-Freaks ist eine falsche oder irrtümliche Behauptung über den Holocaust vermutlich nicht "dramatischer" als irgendeine andere Fehleinschätzung historische Frage oder alltägliche Dinge betreffend.