Zitat von
Spiegelkritikus
Würde ein Gott unsere Welt aus sicherer Entfernung betrachten, so müsste er sich vor Lachen erst mal schütteln: In den wohlhabenden Teilen dieser Welt, wo es nicht mehr ums Überleben geht, spreizen sich die Menschen auf wie Pfauen, streben nach Reichtum, Macht, Wichtigkeit und Bedeutung.
Enttäuscht würde er feststellen, dass die Menschen trotz ihrer Vernunft nur verstandesmässig ihren Vorteil suchen, dass sie sich mit Kampf und Konkurrenz das Leben gegenseitig schwer machen und ihre natürliche Lebensgrundlage blind zerstören.
Da dieser Gott jenseits von Raum und Zeit die Endlichkeit jeder irdischen Existenz permanent vor Augen hat, wird er befremdet feststellen, dass viele Menschen die Gabe der Vernunft verraten und ebenso egoistsich wie riegeldumm durchs Leben gehen, den unausweichlichen Tod schlicht verdrängend.
Verständnis hätte er nur für die Bescheidenen, die Einsichtigen und Vernünftigen, die ihrer prekären Situation geistig mit Humor, Lachen und Gelassenheit begegnen - ernsthafte, kluge, ehrliche und hilfsbereite Menschen, die erkannt haben und umsetzen, worum es in dieser kurzen Existenz wirklich geht.
Da dieser Gott sich von Anfang an geschworen hat, niemals in die natürlichen Abläufe dieser Welt einzugreifen, weiss er, dass diese Menschheit dem Untergang geweiht ist, weil nicht Liebe und Vernunft, sondern Egoismus und Zweckrationalität dominieren.
Da es viele ähnliche Wekten im Kosmos gibt, wird er sich von dieser gelangweilt oder auch angewidert abwenden, um sich mit interessanteren, positiveren Welten zu befassen - Welten, die ihm vielleicht sogar Freude berieten, weil sie es geschafft haben, der Liebe und der Vernunft zum Sieg zu verhelfen!