Reaktionen auf das Schlecker-Aus: "Eine absolute Hiobsbotschaft"

dapdDie geplante Zerschlagung von Schlecker trifft auf geteilte Meinungen. Opposition und Gewerkschafter fürchten eine "soziale Katastrophe" und geben der FDP die Schuld. Die Bundeskanzlerin verspricht dagegen, bei der Suche nach neuen Jobs sei für die Schlecker-Beschäftigten "sicher vieles möglich".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...836548,00.html
  1. #30

    Sozialfall Schlecker

    Zitat von eisfach Beitrag anzeigen
    Klar ist "vieles möglich".

    Möglich ist

    - daß man einen gleichwertigen Job findet
    - daß man einen schlechter bezahlten Job findet
    - daß man erst nach längerer Zeit einen Job findet
    - daß man in Hartz IV abrutscht

    ...wie recht die Frau Kanzlerin doch mal wieder hat.

    Bei den nächsten Bundestagswahlen ist auch vieles möglich. Da geht noch einiges, vielleicht sogar die Kanzlerin.
    Nun denn. Sollte sich die Meldung der SZ unter Berufung auf Informationen des Manager Magazins bewahrheiten, dürfte der Schleclker Clan noch ein Weilchen von Hartz 4 verschont bleiben, bei einem Monatseinkommen von 70.000 € als Lohn unternehmerischen Versagens; Zitat Süddeutsche v. 22.3.2012: "Wenn man zynisch sein möchte, dann kann man sagen, dass glücklicherweise nicht alle Betroffenen der Schlecker-Pleite in ernste wirtschaftliche Not geraten werden: Die Familie Schlecker jedenfalls, die ihr Drogerie-Imperium vor dreieinhalb Jahrzehnten gegründet hatte, wird auch in Zukunft etwa 70.000 Euro zum Leben haben - im Monat wohlgemerkt. Das zumindest meldet das Manager Magazin unter Berufung auf "Kenner der Familie".
    Zynismus fällt mir dazu nicht mehr ein...
  2. #31

    Ein Salve für die Angstkultur

    Was wird passieren? In einem halben Jahr haben die qualifizierten Fachverkäuferinnen wieder einen Job. Mit einem besseren Arbeitgeber, der sich nicht wie ein Sklaventreiber geriert.

    Was soll diese Angstmache? Das Leben ist doch nicht vorbei, wenn man mal den Job wechselt. Sondern ganz im Gegenteil, es wird spannender und anregender. Endlich mal was Neues.

    Sklaven, die befreit werden, wünschen sich oft ja ihre Ketten zurück. Das war ihr Leben, daran waren sie gewohnt. Und wenn sie masochistisch veranlagt sind, brauchen sie weiter die Prügel durch die Aufseher. Ein bisschen Selbstachtung bitte und auch ein bisschen Selbstdisziplin. Aber wenn man kein Selbst hat, ist man auch kein Mensch...
  3. #32

    Danke!

    Zitat von eisfach Beitrag anzeigen
    Und? Was sagt die nackte Zahl aus?

    Wie viele davon sind Vollzeitstellen?
    Wie viele Teilzeit?
    Von denen in Teilzeit: Wie viele sozialvers.-pflichtig?
    Wie viele mit tariflicher entlohung?

    Welche Stellen sind es? Wie viele davon in Modeketten, die keine 50jährige Schlecker-Mutti im hippen Verkaufsraum wollen?

    Sind es überhaupt echte 26.000 Stellen? Im BA-Computer stehen dieselben Angebote oft doppelt und dreifach drin: Ein Mal vom Arbeitgeber selbst und zusätzlich noch von Personalvermittlern.
    Die stehen da nicht nur doppelt und dreifach drin, sondern hier im Nordwesten teilweise zehnfach!

    Wir werden alle einfach nur veräppelt! Und leider scheint sich die FDP bundesweit wieder auf mehr als 5 % zu berappeln. Diese Partei ist der Krebs, an dem Deutschland sterben wird.

    Wobei die in die SPD gestreuten Metastasen (Agenda 2010) letztlich letal sein werden.
  4. #33

    das schaffen doch ................

    Zitat von eisfach Beitrag anzeigen
    Bei den nächsten Bundestagswahlen ist auch vieles möglich. Da geht noch einiges, vielleicht sogar die Kanzlerin.
    das schaffen doch die deutschen garnicht.
  5. #34

    eigene unfähigkeit

    wenn man aufgrund eigener unfähigkeit in eine situation gerät in der man nichts kann außer regale einräumen und eine kasse zu bedienen hat man halt pech gehabt und muss sich evtl auch mit einem schlechter bezahlten Job zufriedengeben. Müssen genug andere ja auch die der Meinung vieler Foristen nach ja mit ihren Steuergeldern die übertariflichen Luxusarbeitsplätze der schlechkerma die in keiner Realition zu ihrer Produktivität stehen finanzieren sollen. An die SchlckerMA viel spaß in der realen Wirtschaft wo es eben nix bringt zum Boykott seines Arbeitgebers zu rufen weil dieser völlig absurde Forderungen nicht erfüllen wollte.
  6. #35

    .

    Zitat von CMH Beitrag anzeigen
    In Sachen Schlecker ist die FDP die einzige Partei, die alles richtig gemacht hat. Danke dafür.
    Es ist die einzige Partei die Entscheidungen nur anhand von Logik und Vernunft trifft. Das macht sie wieder wählbar. Finde ich gut!
  7. #36

    Die Frage ist nicht, ob die Schlecker Mitarbeiterinnen einen Job bekommen, sondern vielmehr, ob sie eine menschenwürdige und Existenz sichernde Beschäftigung finden. Sklavenangebote gibt es viele, da geht einiges - In der Tat Frau Bundeskanzlerin. Übrigens Hartz 4 ist keine Gewähr dafür, dass man satt wird. Wieviele Hartz Schulkinder müssen gegen Monatsende hungrig zur Schule gehen. Und das ist nicht auf die Verschwendungssucht der Eltern zurück zu fführen, wie es in den Medien gerne dargestellt wird.
  8. #37

    verkehrte Welt

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Schlimm ist die Inkompetenz von Leute die fordern der Staat solle inkompetente Unternehmen stützen, damit die nur schön weiter den kompetenten Unternehmen das Leben schwer machen können.
    Absolut. Ein bischen Genugtuung könnte ja aufkommen, wenn dann noch die Aussagen von Maike Schlecker der Wahrheit entsprächen und von den Millionen nichts mehr übrig wäre. Die Konkurrenz von Schlecker hat gezeigt, dass sie besser wirtschaften kann von daher ist hier doch nichts anderes geschehen als ein normaler Prozess abgelaufen...

    Zitat von savanne Beitrag anzeigen
    bisher mindestens 10.000 Unternehmen insolvent geworden sein. Wegen den dort betroffenen AN habe ich noch nie ein Wort aus Politik, Gewerkschaften und anderen Betroffenheitsaposteln gehört. Verlogenes Pack.
    Das finde ich ja gerade das verlogene an der ganzen Schleckergeschichte...Die armen Schleckerfrauen(gabs eigentlich keine Schleckermänner? Ich bitte die Unwissenheit zu entschuldigen!) werden bei jedem Fitzelchen an Neuigkeit sofort wieder bemitleidet wie ein sterbendes Eichhörnchen aber durch die Insolvenzen von wie vielen Unternehmen sind dieses Jahr ganze Familien abgerutscht? Und wieviel hat man von diesen gehört?
    Ansonsten kann man nur hoffen, dass die Damen(und etwaigen Herren) in der Schule gut aufgepasst haben und Stellen finden. Aber für Damen, die mit 16 die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen haben und das für richtig hielten habe ich keinerlei Mitleid... Da kann man dann nur sagen: Hol das nach was du früher versäumt hast.
  9. #38

    Zitat von eisfach Beitrag anzeigen
    Die Lückenfüllerei anderer Drogerieketten wird das freigesetzte Schlecker-Personal nicht im Entferntesten auffangen. Warum?

    Die Zahl der durch die Schlecker-Schließung motivierte Eröffnung anderer Filialen wird sich in vergleichsweise engen Grenzen halten.

    Eine DM-Filiale macht rund zehn Mal so viel Umsatz wie eine Schlecker-Filiale, braucht aber keineswegs das zehnfache Personal.

    Allein aus der branchenbekannten Tatsache, daß Schlecker mit seinem Geschäftsmodell vergleichsweise viel Personal in Relation zum Umsatz benötigte, läßt sich ablesen, daß andere Ketten das Schlecker-Personal nicht zu 100% brauchen können, auch wenn sie 100% des Schlecker-Umsatzes unter sich aufteilen.

    Aber diese Feinheiten kann sich eben nicht jeder von sich aus vorstellen.
    Kann ich mir schon vorstellen, aber was wollen Sie damit sagen? Dass man ineffiziente Betriebe mit Staatsgeldern am Leben halten soll, damit Leute Arbeit haben? Hat man meines Wissens in Teilen Deutschlands mal versucht und hat 1989 mit einer Pleite eines gesamten Staates geendet.
  10. #39

    Naja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die geplante Zerschlagung von Schlecker trifft auf geteilte Meinungen. Opposition und Gewerkschafter fürchten eine "soziale Katastrophe" und geben der FDP die Schuld. Die Bundeskanzlerin verspricht dagegen, bei der Suche nach neuen Jobs sei für die Schlecker-Beschäftigten "sicher vieles möglich".

    Schlecker-Aus sorgt für Kritik bei Opposition und Gewerkschaften - SPIEGEL ONLINE
    Mich wundert es, daß den Ex- Schleckerbeschäftigten von Politikerseite noch nicht der Vorschlag gemacht wurde, Vorträge (z.B. "Perspektiven nach dem Verlust des Arbeitsplatzes: Wir suchen Menschen, die bereit sind, unten anzufangen - und auch dort zu bleiben." ) zu halten. Das soll pro Vortrag gerüchteweise mindestens einen Einzelhandels - Bruttomonatslohn einbringen.
    Wie bitte ? Ach so, die hält schon der Steinmeier..... ;)