DPABei Apple rollen Köpfe. Medienberichten zufolge wurde erneut ein Top-Manager gefeuert. Er soll die Entwicklung der fehlerhaften Apple-Maps-Software verantwortet haben. Die kritisierten Mängel sind unterdessen noch nicht behoben.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/k...-a-869717.html
> Die kritisierten Mängel sind unterdessen noch nicht behoben.
Warum schreibt ihr solchen Unsinn in die Headline? Natürlich sind sehr viele der kritisierten Mängel und Fehler schon lange behoben und die Qualität nimmt von Tag zu Tag zu. Wenn man sich alleine mal Berlin in 3D anschaut, dann sieht Google Maps ziemlich alt aus. Warum wird nicht darüber berichtet?
Auch ist es Experten überhaupt nicht schleierhaft, wie viele der Probleme entstanden sind. Das meiste ist ziemlich einfach nachvollziehbar und hat oft banale Gründe.
...denn solcherlei Bananaware hat Apple praktisch das erste Mal geliefert. Es war Mißmanagement, eine Karte im Alphastadium (nicht mal Beta!) auf die Kunden loszulassen. Da haben Manager in typischer Präsentationsfolien-Entscheidermanier die Probleme kleingeredet, denn Apple hatte intern von Entwicklerseite durchaus Hinweise, wie schlecht die Karten wirklich waren.
iMHO ist über viele Teile (z.B. Yelp-Integration), einfach nur Konvertierungssoftware gelaufen, das hat nie ein Mensch redigiert, und zwar in D nach Postleitzahlen. Das mußte beim dem Tohuwahohu, das die Deutsche Post seinerzeit zusammen mit den Behörden (Gebietsreform: nicht zusammengehörige Orte wurden willkürlich zur Kostenersparnis "eingemeindet") zu katastrophalen Ergebnissen führen, und das ist auch passiert.
Ich habe kurz nach dem Start der neuen Karten allein aus meiner Wohngegend am Rand des Berliner Speckgürtels mehr als ein Dutzend Fehler gemeldet. Bis jetzt ist davon lediglich ein einziger beseitigt worden, und die Detailliertheit, besonders abseits der Straßen, steht noch immer um Größenordnungen hinter zB OpenStreetMaps zurück. Für reine Autofahrer mag das reichen, mir als Fahrradfahrer, Jogger und Wanderer reicht es nicht.
Die Topographie (Feld, Wald, Wiese, bebautes Gelände usw.) ist nach wie vor kaum zu erkennen und wenn, dann oft fehlerhaft. Kein Wunder - TomTom bertreibt Autokarten, da ist das kaum wesentlich. Aber Smartphones werden nicht nur im Auto, sondern gerade von Joggern, Spaziergängern und Fahrradfahrern genutzt - im Auto ist doch sowieso schon meist ein Navi installiert.
Lediglich die 3D-Ansichten sind ein nettes, zT beeindruckendes Gimmick, wenn auch von zweifelhaftem praktischen Wert.
Das Desaster hat Apple 100 Milliarden Börsenwert gekostet, kein Wunder, daß da Köpfe rollen. Konsequenzen müssen derart gezogen werden, daß
1.) nie mehr Firmenplitik vor Nutzerzufriedenheit gestellt wird, und
2.) Kritik von Entwicklern und Nutzern ernst genommen wird, und
3.) ungeachtet aller strategischen "Markterfordernisse" Produkte aller Art erst dann herausgegeben werden, wenn sie den erwarteten Qualitätsanforderungen entsprechen. Mit iTunes 11, das offenbar noch nicht fertig ist, wird das gerade praktiziert: zur Not dauert es eben länger. So what.
Das war ein heftiger Schuß vor den Bug. Wenn die Konsequenzen gezogen werden, dann bleibt Apple eine Kultmarke, wenn nicht, dann war es das.
Erfolg macht satt und überheblich, was wiederum der Anfang des Mißerfolges ist.
Warum sollte das beim angebissenen Apfel anders sein?