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Rationierung von Leistungen: Der große Gesundheitsschwindel

Die Koalition will den Bürgern weismachen, dass dank ihrer Gesundheitsreform auch künftig jeder Patient alle Behandlungen bekommen wird. Doch die Kosten steigen so rasant, dass der Schwindel schon bald auffliegen wird. Dann wird es darum gehen, was wir uns noch leisten können und wollen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719073,00.html
  1. #140

    Wieviel Sitze

    Zitat von coma123 Beitrag anzeigen
    Unabhängig von der demografischen Problematik, die die Krankenversicherung in der heutigen Form noch vor ganz massive Probleme stellen wird, geht es bei der aktuellen "Sanierung" der GKV vor allem um eines: um LOBBYISMUS!
    Wann werden die Wähler endlich eines begreifen: Die FDP alter Prägung als liberale Partei mit hoher Themen-Ethik ist tot!

    Die heutige FDP ist im Grunde keine Partei mehr, sondern ein lobbyistisch orientierter Interessen-Klüngel.
    Nach dem Motto: "Was nützt meinen Wählerschichten" wird da sogenannte Politik gemacht. Angefangen hat es bei der Mehrwertsteuer-Thematik für Hoteliers und es wird nicht bei der "Gesundheitsreform" aufhören.

    Man kann nur hoffen, dass die Wähler diesem Lobbyhaufen bei den nächsten Wahlen in Ländern und Bund die rote Karte zeigen und diese Poltik-Scharlatane für mindestens zwei Jahrzehnte aus allen Parlamenten verbannen. Vielleicht wächst dann eine neue, wirklich liberale Politiker-Generation nach.

    Mit den Westerwelles, Brüderles, Röslers & Co ist das nicht möglich. Die gehören weg

    hat die FDP im Bundestag? Und da kann sie das alles
    erreichen.

    Gegen die Stimmen der anderen Abgeordneten.

    Liebe Foristen, schaltet doch mal Euren Verstand ein.
  2. #141

    Disziplin

    Zitat von arbusto Beitrag anzeigen
    Wenn Sie 1+1 zusammenzählen könnten, wäre Ihnen sofort aufgefallen, daß wir kein Einnahmenproblem haben, sondern ein Ausgabenproblem. Tatsache ist doch, daß außer den USA und der Schweiz im Verhältnis zur eigenen Wirtschaftskraft kein Land der Welt mehr Geld in sein Gesundheitssystem pumpt als Deutschland. Vor allem ist unser Gesundheitssystem großzügiger finanziert als das skandinavischer Länder. Und dennoch ist es chronisch unterfinanziert -- demographisch bedingt, da unsere Bevölkerung im Schnitt rasant altert (schneller als in allen anderen großen Industrieländern, von Japan, Italien und Spanien abgesehen). Daß kassenfinanzierte Leistungen in Zukunft immer mehr eingeschränkt und rationiert werden, ist in der herrschenden demographischen Situation das Selbstverständlichste vom Selbstverständlichen. Wer anderes behauptet, macht sich entweder selbst was vor oder lügt. Der einzige Weg das Ruder herumzureißen wäre den Bevölkerungsrückgang zu stoppen, damit die Balance zwischen jungen und gesunden finanzkräftigen Beitragszahlern und alten und gebrechlichen vergleichsweise geringfügigen Beitragszahlern wiederhergestellt wird.

    PS:
    Es ist ja auch nicht so, daß die Krankenkassen nicht das Geld aus dem Fenster werfen würden. Wie lange wird es denn noch brauchen, bis wir endlich den schon zigmal handfest als Scharlatanerie entlarvten Homöopathie-Voodoo aus der kassenfinanzierten Subvention herausnehmen? Die Kassen sollten nicht dazu mißbraucht werden, jedem dahergelaufenen Quacksalber und Bauernfänger ein finanziell sorgenfreies Leben zu garantieren. (Die Bemerkung geht nur gegen die Homöopathie im besonderen, nicht gegen sämtliche "alternativmedizinische" Verfahren).
    Homöophatie ist natürlich Schwachsinn hoch irgendwas. Was natürlich auch folgen muss, keine Medikamente oder Operationen für Übergewichtige deren Problem durch Gewichtsverlust behoben werden kann, Kuren werden nur bezahlt wenn sie erfolgreich verlaufen, Grippeimpfungen nur gegen horrende Beträge(Schwachsinnssteuer 5000%), zentrale Informationserfassung(keine Dopppeluntersuchungen), Zahnersatz industriealisieren, es kann nicht sein das Zahnersatz teuerer kommt als ein Kleinwagen.
    Für den Anfang sollten diese Maßnahmen reichen um die Ausgaben erheblich zu senken.
  3. #142

    So ist es!

    Zitat von arbusto Beitrag anzeigen
    So gut wie jeder hat so etwas schon innerhalb seiner Verwandschaft erlebt. Wer aber glaubt, er könne medizinische Maximalversorgung mit maximaler Qualität für'n Appel und'n Ei bekommen, der bewegt sich im Märchenland. Medizinische Intensivbetreuung ist kostspielig. Wer viel verlangt, muß auch entsprechend viel bezahlen. Besonders in einem Land, in dem die Älteren ab 60 bis 2030 ein Drittel der Bevölkerung ausmachen werden -- sofern die Regierung sich nicht mal endlich zu einer aktiven Bevölkerungspolitik durchringt. Wer aber ist bereit ein Viertel oder mehr seines Einkommens für Kassenbeiträge aufzubringen? Es gibt nur drei Grundalternativen: Entweder a) mehr finanzkräftige Beitragszahler ins System bringen (dazu braucht es mehr Einwanderung und/oder mehr Geburten), b) die Beitragszahler stärker belasten oder c) die Ausgaben durch Rationierung der Leistungen begrenzen bzw. eine beliebige Kombination der drei Grundalternativen.
    b) und c) finden ja seit Jahrzehnten bereits statt. 1983 betrug der mtl. GKV-Beitragssatz noch € 183,28 (bzw. der Gegenwert in DM) bei ansprechenden Leistungen. Dann begann die Flut der Reform- und Neuordnungsgesetze (1983 Haushaltsbegleitgesetz, 1993 Gesundheitsreformgesetz, ..,1997 Beitragsentlastungsgesetz, ....., 2003 Gesundheitsreform, ....., = inges. mind. 10). Alle verfolgten das Ziel, den Anstieg der Beiträge stark zu begrenzen, was nur durch eine starke Beschränkung der Leistungen möglich war. Trotzdem wird der Beitrag in 2011 € 742,50 betragen.

    Die über Jahrzehnte gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung annähernd gleichbleibender Leistungen ist somit ein Riesen-Schwindel.

    Wer sich aktuell ausreichend gegen Krankheiten versichern will, kommt zumindest an einer PKV-Zusatzversicherung nicht vorbei. Die Leistungen der PKV übersteigen die der GKV (bei vielfach geringeren Monatsbeiträgen) um ein Vielfaches. Wollte die GKV bei den derzeitigen Strukturen auf diese Leistungsniveau, wären mtl. etwa € 3500 fällig.
  4. #143

    Gesundheitsreform

    „Die Gesundheit wird nicht besser, nur die Beiträge steigen auf ein unerträgliches Maß für die gesetzlich Versicherten. Der Lobbyminister Dr. Rösler ist der Erfüllungsgehilfe der Pharma- und Versicherungsindustrie sowie der Ärzteverbände. Es wird der Systemwechsel zugunsten unseres feudalistischen Mehrklassen-Krankensystems weiter beschleunigt. Nun müssen die Rentner für ihre Betriebsrenten den vollen Beitragssatz von 15,5 Prozent für eine minder klassische Krankenversorgung bezahlen, während die Beamten und Gleichgestellten mit Betriebspensionen aus Steuermitteln 70 Prozent Krankenversorgung erster Klasse erstattet bekommen. Die Verfassungsrichter, selbst Nutznießer dieses unsolidarischen Mehrklassen-Feudalsystems, sehen dabei keine Ungleichbehandlung. Dabei wäre der Artikel 3 (1) des Grundgesetzes ,Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich‘ so einfach zu verstehen. Die Pharmalobby hat mit dem neuen Gesetz jetzt auch einen Schiedsrichter als Schlichter erhalten, der bei unterschiedlichen Preisvorstellungen mit den Krankenkassen endgültig entscheiden kann. Man muss sich nur an die letzte Schlichtung (Oktober 2010) eines Schiedsrichters der Ärzteverbände mit den Krankenkassen erinnern. Die kostet die gesetzlich Versicherten ab 2011 zusätzlich eine Milliarde Euro pro Jahr und bringt jedem niedergelassenen Kassenarzt durchschnittlich 555 Euro pro Monat ihrem jetzt schon sechsstelligen Jahreseinkommen. Dies ist Lobbyarbeit in Vollendung. In Europa gibt es nach Expertenmeinung bessere Gesundheitssysteme als in Deutschland. Dies ist beispielsweise in Österreich der Fall, wohlgemerkt bei einer höheren Lebenserwartung als in Deutschland. Dort gibt es aber kein Mehrklassen-Krankensystem und die Beitrags- finanzierung ist solidarisch jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer aufgeteilt. Der ,Hammer‘ dort ist der Beitragssatz. Er liegt bei 7,6 Prozent, das ist weniger als die Hälfte des Beitrags in Deutschland. Nun, Herr Rösler, wann gibt es eine Reform unseres Gesundheits- systems nach den Vorgaben aus Österreich?“
    Lutz Schowalter
  5. #144

    Einnahmeverluste wären sofort ausgleichbar, wenn …..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Koalition will den Bürgern weismachen, dass dank ihrer Gesundheitsreform auch künftig jeder Patient alle Behandlungen bekommen wird. Doch die Kosten steigen so rasant, dass der Schwindel schon bald auffliegen wird. Dann wird es darum gehen, was wir uns noch leisten können und wollen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719073,00.html
    Zur Zeit sind 920.000 Beschäftigte unter den Regeln der Arbeitnehmerüberlassung bei gewerblichen Verleihern unter Vertrag.

    Nach einem sehr realitätsnahen Kalkulationsbeispiel des Ifo Instututs für Wirtschaftsforschung beläuft sich die Differenz zwischen Entleihgebühr (annähernd marktgerechter Lohn, der vom Beschäftigungsbetrieb an den gewerblichen Verleiher entrichtet wird) und tatsächlich ausgezahltem Bruttolohn (der den LeiharbeitnehmerInnen zugestanden wird) auf 6,50 €. Dadurch reduziert sich bei 160 geleisteten Arbeitsstunden pro Monat das Beitragaufkommen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen um jährlich 1.710.758.400,00 €.

    Schafft diesen unsäglichen gewerblichen Verleiher ab, dies entlastet die Krankenkassen sofort und dürfte wegen der belebenden Konjunktureffekte zu weiteren Beitragseinnahmen führen.
    (Besuchen Sie in diesem Zusammenhang bitte mal meine Homepage!)

    Wenn dieser „weitsichtige“ Herr Rösler die Pflichtversichertengrenze nicht auch noch herabgesetzt hätte, würde einer Abwanderung von den gesetzlichen zu den privaten Krankenversicherungen vorgebeugt anstatt sie zu fördern. Mit Blick auf die jetzt zusätzlich verordnete Schonung für Arbeitgeber haftet der gesamten Gesundheitsreform der bittere Geschmack lobbyistischer Klientelpolitik an. Der Sozialstaat wird von Arzneimittelherstellern, Heilberuflern und Interessenvertretern privater Versicherungen und willfährigen Politiker aller Coleur zerlegt. Und dieser intelligente, junge und unerfahrene Rösler macht bei der ganzen Chose mit dem reinen Gewissen eines Chorknaben mit, der disharmonische Lösungsansätze scheut wie der Teufel das Weihwasser.

    Jordan Sokol








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