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Rationierung von Leistungen: Der große Gesundheitsschwindel
Die Koalition will den Bürgern weismachen, dass dank ihrer Gesundheitsreform auch künftig jeder Patient alle Behandlungen bekommen wird. Doch die Kosten steigen so rasant, dass der Schwindel schon bald auffliegen wird. Dann wird es darum gehen, was wir uns noch leisten können und wollen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...719073,00.html
- #140 24.09.2010 19:26 von
- #141 25.09.2010 10:28 von Kontra
Disziplin
Homöophatie ist natürlich Schwachsinn hoch irgendwas. Was natürlich auch folgen muss, keine Medikamente oder Operationen für Übergewichtige deren Problem durch Gewichtsverlust behoben werden kann, Kuren werden nur bezahlt wenn sie erfolgreich verlaufen, Grippeimpfungen nur gegen horrende Beträge(Schwachsinnssteuer 5000%), zentrale Informationserfassung(keine Dopppeluntersuchungen), Zahnersatz industriealisieren, es kann nicht sein das Zahnersatz teuerer kommt als ein Kleinwagen.
Für den Anfang sollten diese Maßnahmen reichen um die Ausgaben erheblich zu senken. - #142 25.09.2010 11:11 von
So ist es!
b) und c) finden ja seit Jahrzehnten bereits statt. 1983 betrug der mtl. GKV-Beitragssatz noch € 183,28 (bzw. der Gegenwert in DM) bei ansprechenden Leistungen. Dann begann die Flut der Reform- und Neuordnungsgesetze (1983 Haushaltsbegleitgesetz, 1993 Gesundheitsreformgesetz, ..,1997 Beitragsentlastungsgesetz, ....., 2003 Gesundheitsreform, ....., = inges. mind. 10). Alle verfolgten das Ziel, den Anstieg der Beiträge stark zu begrenzen, was nur durch eine starke Beschränkung der Leistungen möglich war. Trotzdem wird der Beitrag in 2011 € 742,50 betragen.
Die über Jahrzehnte gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung annähernd gleichbleibender Leistungen ist somit ein Riesen-Schwindel.
Wer sich aktuell ausreichend gegen Krankheiten versichern will, kommt zumindest an einer PKV-Zusatzversicherung nicht vorbei. Die Leistungen der PKV übersteigen die der GKV (bei vielfach geringeren Monatsbeiträgen) um ein Vielfaches. Wollte die GKV bei den derzeitigen Strukturen auf diese Leistungsniveau, wären mtl. etwa € 3500 fällig. - #143 28.11.2010 15:52 von
Gesundheitsreform
„Die Gesundheit wird nicht besser, nur die Beiträge steigen auf ein unerträgliches Maß für die gesetzlich Versicherten. Der Lobbyminister Dr. Rösler ist der Erfüllungsgehilfe der Pharma- und Versicherungsindustrie sowie der Ärzteverbände. Es wird der Systemwechsel zugunsten unseres feudalistischen Mehrklassen-Krankensystems weiter beschleunigt. Nun müssen die Rentner für ihre Betriebsrenten den vollen Beitragssatz von 15,5 Prozent für eine minder klassische Krankenversorgung bezahlen, während die Beamten und Gleichgestellten mit Betriebspensionen aus Steuermitteln 70 Prozent Krankenversorgung erster Klasse erstattet bekommen. Die Verfassungsrichter, selbst Nutznießer dieses unsolidarischen Mehrklassen-Feudalsystems, sehen dabei keine Ungleichbehandlung. Dabei wäre der Artikel 3 (1) des Grundgesetzes ,Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich‘ so einfach zu verstehen. Die Pharmalobby hat mit dem neuen Gesetz jetzt auch einen Schiedsrichter als Schlichter erhalten, der bei unterschiedlichen Preisvorstellungen mit den Krankenkassen endgültig entscheiden kann. Man muss sich nur an die letzte Schlichtung (Oktober 2010) eines Schiedsrichters der Ärzteverbände mit den Krankenkassen erinnern. Die kostet die gesetzlich Versicherten ab 2011 zusätzlich eine Milliarde Euro pro Jahr und bringt jedem niedergelassenen Kassenarzt durchschnittlich 555 Euro pro Monat ihrem jetzt schon sechsstelligen Jahreseinkommen. Dies ist Lobbyarbeit in Vollendung. In Europa gibt es nach Expertenmeinung bessere Gesundheitssysteme als in Deutschland. Dies ist beispielsweise in Österreich der Fall, wohlgemerkt bei einer höheren Lebenserwartung als in Deutschland. Dort gibt es aber kein Mehrklassen-Krankensystem und die Beitrags- finanzierung ist solidarisch jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer aufgeteilt. Der ,Hammer‘ dort ist der Beitragssatz. Er liegt bei 7,6 Prozent, das ist weniger als die Hälfte des Beitrags in Deutschland. Nun, Herr Rösler, wann gibt es eine Reform unseres Gesundheits- systems nach den Vorgaben aus Österreich?“
Lutz Schowalter - #144 28.11.2010 17:20 von
Einnahmeverluste wären sofort ausgleichbar, wenn …..
Zur Zeit sind 920.000 Beschäftigte unter den Regeln der Arbeitnehmerüberlassung bei gewerblichen Verleihern unter Vertrag.
Nach einem sehr realitätsnahen Kalkulationsbeispiel des Ifo Instututs für Wirtschaftsforschung beläuft sich die Differenz zwischen Entleihgebühr (annähernd marktgerechter Lohn, der vom Beschäftigungsbetrieb an den gewerblichen Verleiher entrichtet wird) und tatsächlich ausgezahltem Bruttolohn (der den LeiharbeitnehmerInnen zugestanden wird) auf 6,50 €. Dadurch reduziert sich bei 160 geleisteten Arbeitsstunden pro Monat das Beitragaufkommen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen um jährlich 1.710.758.400,00 €.
Schafft diesen unsäglichen gewerblichen Verleiher ab, dies entlastet die Krankenkassen sofort und dürfte wegen der belebenden Konjunktureffekte zu weiteren Beitragseinnahmen führen.
(Besuchen Sie in diesem Zusammenhang bitte mal meine Homepage!)
Wenn dieser „weitsichtige“ Herr Rösler die Pflichtversichertengrenze nicht auch noch herabgesetzt hätte, würde einer Abwanderung von den gesetzlichen zu den privaten Krankenversicherungen vorgebeugt anstatt sie zu fördern. Mit Blick auf die jetzt zusätzlich verordnete Schonung für Arbeitgeber haftet der gesamten Gesundheitsreform der bittere Geschmack lobbyistischer Klientelpolitik an. Der Sozialstaat wird von Arzneimittelherstellern, Heilberuflern und Interessenvertretern privater Versicherungen und willfährigen Politiker aller Coleur zerlegt. Und dieser intelligente, junge und unerfahrene Rösler macht bei der ganzen Chose mit dem reinen Gewissen eines Chorknaben mit, der disharmonische Lösungsansätze scheut wie der Teufel das Weihwasser.
Jordan Sokol
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