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Rating-Agenturen: Der Mythos vom Währungskrieg

Die Deutschen lieben Verschwörungstheorien. Die neueste handelt von den bösen amerikanischen Rating-Agenturen, die unseren schönen Euro kaputt machen wollen. Diese Deutung hat sich bis in die höchsten Zirkel der Politik durchgesetzt. Wahr wird sie dadurch nicht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...809658,00.html
  1. #60

    Die Wahrheit liegt in der Mitte

    Es wurden grobe Fehler bei der Einfuehrung des Euro gemacht.
    Tatsache ist aber auch dass das anglo-amerikanische Finanzwesen ein Sargnagel fuer das globale Finanzsystem ist.
    Es gehoeren aber immer zwei oder mehr zu einem Streit.
    Selbst bei der Bewertung der Vorgaenge vor Beginn der beiden Weltkriege und danach stellt sich immer mehr heraus dass Deutschland lediglich eine Teilschuld am Ersten Weltkrieg hat und zwar die Hauptschuld am Zweiten Weltkrieg aber eben nicht 100% die Alleinschuld traegt. Der Holocaust hat weltweit viel Zustimmung gehabt und es ist mir bis heute ein Raetsel dass es so weit kommen konnte.
  2. #61

    Eine finanzielle Wirklichkeit

    Zitat von wusel8 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie glaubhaft versuchen wollen, eine sog. "Verschwörungstheorie" (ein Dummwort, das abweichende Meinungen im Vorhinein zu diskreditieren versucht) zu widerlegen, dann sollten Sie sich nicht den Luxus leisten, ihr Hauptargument links liegen zu lassen:

    Die USA profitieren sehr wohl von einer ihrer Kreditwürdigkeit beraubten Euro-Zone, denn die größte Bedrohung des Dollar (und der amerikanischen Wirtschaft) liegt darin, dass er als Reservewährung - auch dank des Euro - eine immer geringere Rolle spielt. Oder anders formuliert: Ein schwacher Euro steigert die Nachfrage nach Dollars.

    Es wundert mich, dass Sie diesen offensichtlichen Zusammenhang einfach unterschlagen - und es spricht nicht für Ihre eigene Glaubwürdigkeit!
    Des Einen Leid ist des Anderen Freud, geht das Sprichtwort. Leider ist Euroland finanziell nicht in Ordnung und so lange es so weiter geht geht die Ratingsfahrt weiter nach unter.

    In wie weit das dem Dollar oder dem Yuan oder dem Neuseelaendischen Dollar nuetzt oder schadet ist fuer die Ratingsagenturen ganz nebenbei.

    So lange die Eurolaender finanziellen Mist bauen, geht es weiter bergab. Aber beruhigen sie sich. Unter D gibt es nichts mehr, aber moeglicherweise sollte man DDD oder sogar DDD- erfinden.
  3. #62

    Bedarf keiner Verschwörung!

    "Die Deutschen lieben Verschwörungstheorien. Die neueste handelt von den bösen amerikanischen Rating-Agenturen, die unseren schönen Euro kaputt machen wollen. Diese Deutung hat sich bis in die höchsten Zirkel der Politik durchgesetzt. Wahr wird sie dadurch nicht."

    Falsch wird die Theorie dadurch auch nicht. Es muss sich auch um gar keine Verschwörung handeln. Es kann schlicht sein, dass hier - als zusätzliches Motiv nicht als alleiniges - gegen den Euro gewettet wird, weil die Position des Dollars als alleinige Leitwährung gefährdet ist. Wenn der Dollar fällt, dann fällt auch die Macht des zentralen Handelsplatzes Wallstreet und die Macht der amerikanischen Rating-Agenturen. Es könnte sich dabei schlicht um ein gewisses Maß an Eigeninteresse und fehlender Unabhängigkeit handeln.
  4. #63

    wer braucht die denn ???

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutschen lieben Verschwörungstheorien. Die neueste handelt von den bösen amerikanischen Rating-Agenturen, die unseren schönen Euro kaputt machen wollen. Diese Deutung hat sich bis in die höchsten Zirkel der Politik durchgesetzt. Wahr wird sie dadurch nicht.

    Rating-Agenturen: Der Mythos vom Währungskrieg - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Will mal ehrlich zugeben, dass ich vor wenigen Jahren gar nicht gewusst habe, dass es solche Agenturen überhaupt gibt. "Dank der Medien" wird mir seit Beginn der Krisen suggeriert, dass deren Urteil immens wichtig sein soll. Uns dies obwohl wohl schon öfters Fehleinschätzungen vorgelegen haben. (Lehmann). Ich frage mich ernsthaft wie diese Agenturen arbeiten, und warum die anderen Beteiligten (Banken) dies nicht selber tun können - und vor allem warum die Agenturen wohl bessere Informationen haben als die Beteiligten selbst.??
    Bei mir auf der Volksbank ist mein Kundenbetreuer für die Feststellung meiner Bonität zuständig. Informationen von außerhalb behandelt er in der Regel diskret.

    Was machen die vielen Mitarbeiter dieser anderen Banken eigentlich sonst ??? Geld zählen ??? Wo ist denn da der Wettbewerb, wenn alle Risiko-Infos jedermann zugänglich sind ?? Oder arbeiten die alle nur im Vertrieb -sprich dubiose "Produkte" basteln und vermarkten ???

    Zurück zum Thema: die Medien signalisieren uns, dass zumindest die Höhe der Zinsen entscheidend vom Agentur-Urteil abhängt. - wieso eigentlich hohe Zinsen - wenn es durch die Rettungsschirme kaum mehr Risiko für die Investoren gibt ??

    Vergleicht der kleine Mann andere Stories, die die Medien so vor sich hin köcheln, kommt er zwangsläufig zur Einschätzung, dass hier eine "andere Absicht" dahinter stecken muss. Wer das als Verschwörungstheorie bezeichnet, kann das gerne tun. Mir stellt sich nur die Frage, wem gehören diese Agenturen und für wen wen arbeiten die wohl ??

    Hier werden doch nur Argumente gesammelt, um alle Geldströme in die richtige Richtung zu lenken, unangenehme Staaten zu entmachten oder zu verwarnen, Sozialleistungen zu minimieren, lukratives Staatsvermögen zu privatisieren und so ganz nebenbei die sowieso schon recht knappe Demokratie ganz langsam abzuschaffen.

    Für mich ist das alles reine Volksverdummung !!!
  5. #64

    Die unbedarften Deutschen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Deutschen lieben Verschwörungstheorien. Die neueste handelt von den bösen amerikanischen Rating-Agenturen, die unseren schönen Euro kaputt machen wollen. Diese Deutung hat sich bis in die höchsten Zirkel der Politik durchgesetzt. Wahr wird sie dadurch nicht.
    Es ist niemand so blind wie Deutsche, die nicht sehen wollen. Dabei beweist schon die Tatsache, dass die Ratingagenturen bereits im Juli die USA herab stuften, Frankreich erst jetzt und Deutschland immer noch nicht, dass die Agenturen ganz unabhängig arbeiten.
  6. #65

    Nicht das Problem der Verschwörungstheoretiker

    Eine Verschwörungstheorie BLEIBT EINE SOLCHE,wenn Sie nicht zu 100% wiederlegt wird.
    Z.B. die Mondlandungs-Verschwörungstheorie.Punkt für Punkt wurde alles widerlegt.Jetzt gibt es keine Zweifel mehr,dass diese stattfand.

    Solange bleiben eben die Ratingsagenturen in Erklärungsnot.

    Es ist also nicht das Problem der Verschwörungstheoretiker.
  7. #66

    Zitat von vedran Beitrag anzeigen
    Es tut mir irgendwie leid, dass die meisten Menschen die einfachsten Zusammenhänge verstehen.
    Ihre Analyse ist ja weitestgehend sogar richtig. Die Zentralbank gibt einer Bank Geld, diese gibt Geld unter den richtigen Umständen an Unternehmen weiter. Diese kaufen damit Maschinen oder investieren in andere Dinge. Damit wird WERT geschaffen, es muss also auf der Welt mehr GELD geben. Manchmal werden durch Kredite auch neue Innovationen geschaffen (neue Medikamente, neue Motoren usw.) Dafür gibt es neue Märkte (ein weiteres Argument, warum die Geldmenge größer sein muss). Denn die Menschen kaufen diese neuen Produkte, bspw. Medikamente.

    Unser Geldsystem ist also nicht blödsinn, wie sie das sagen. Es passt zu uns Menschen, da wir immer wieder nach Innovationen streben.
    Oder würden Sie behaupten, dass sie kein "neues" Geld(Ihr altes würde ja nicht reichen) brauchen, um sich neu entwickelte Medikamente zu kaufen?

    Das Medikamenten Beispiel können Sie auch genauso auf alle Luxusgüter anwenden. Ob solche Güter sinnvoll sind, ist etwas anderes. Das hat aber mit unserem wie Sie es nenen "Geldschöpfungssystem" gar nichts zu tun, sondern mit unserer Gesellschaft.
    Dazu von mir mal eine Frage: der Wert der dadurch geschaffen wird, der steht doch durch die exponentiell verlaufenden Schulden bzw. Zinseszinsen in keinen Verhältnis zum geschaffen Wert? (ernshafte Frage von einem wirtschaftlichen Laien)
  8. #67

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Des Einen Leid ist des Anderen Freud, geht das Sprichtwort. Leider ist Euroland finanziell nicht in Ordnung und so lange es so weiter geht geht die Ratingsfahrt weiter nach unter.
    Ob eine Zombie-Wirtschaft wie bspw. die des deindustrialisierten Britanniens gesünder und damit kreditwürdiger ist als etwa die französische, ist mehr als fragwürdig. Tut mir leid: Ich halte diese Agenturen nicht für vertrauenswürdig.

    Aber mal abgesehen davon: Ein Artikel wie dieser hier, der eine Ansicht widerlegen möchte, ohne auf die offensichtlichsten Zusammenhänge und wichtigsten Gegenargumente einzugehen, ist ebenfalls unglaubwürdig. Hier geht es nicht nur um wirtschaftliche Zusammenhänge, sondern auch um journalistische Qualität. Und die liegt in diesem Falle tatsächlich bei DDD-.
  9. #68

    right said Fred

    Zitat von royblackrock Beitrag anzeigen
    es wird ZEIT,

    dass die menschen in diesem lande erkennen, dass unser jetziges finanzsystem eine fehlkonstruktion ist! es kann nicht einmal theoretisch auf dauer funktionieren.

    das kann nicht sein?

    ist aber leider so.

    ich versuche es in aller kürze:

    die wurzel allen übels ist die geldschöpfung - also die prozesse, bei denen unser geld entsteht. geld entsteht bei uns nur in zwei prozessen: a) die zentralbank gibt einer geschäftsbank einen KREDIT b) eine geschäftsbank gibt einem kunden (unternehmen, privatperson) einen KREDIT.

    fällt ihnen etwas auf?

    alles geld entsteht als KREDIT. für kredite sind ZINSEN zu zahlen. das geld für diese zinsen wurde aber nicht geschaffen und kann in der gesamtheit nur über neue kredite von den schuldnern aufgebracht werden. dies bedingt eine endlose verschuldungsspirale, die im crash des systems enden MUSS.
    danke für den Beitrag ....

    und jetzt noch meine Antwort an den netten Herrn Kaiser vo nebenan

    Im Ganzen ein netter Beitrag von Herrn Kaiser - allerdings aus einem anderen Winkel betrachtet ... denn

    ... was hat die USA von einem starken EUROPA, einer starken Gemeinschaftswährung?

    -----> immense Probleme da andere Länder in die starke Währung investieren ... mit dem Resultat einer realistischen Bewertung des $$$ und der Gefahr der Ablösung des $$$ als Leitwährung mit einer darauf folgenden Abwärtsspirale des $$$

    Meiner Meinung nach hat die USA ernsthafte Bedenken das ihre gute Währung zukünftig an Gewichtung verliert und wird daher alles mögliche Unternehmen dies zu unterbinden.

    Fakt ist, das die USA aber auch GB zahlentechnisch übelst in den roten Zahlen stecken ... die USA druckt munter weiter und deckelt GB ... ohne diese Rückendeckung wäre GB heute triple B.

    Das bedarf keiner Verschwörungstheorien ... da es zu offensichtlich ist was da seit Monaten passiert.

    Sicher wird das kein US-Politiker an/ bzw. aussprechen - wir können es dann in 10-30 Jahren lesen wenn wieder mal einer der heutigen Beteiligten Details zum aktuellen Vorgehen auspackt.

    In den vergangenen Wochen konnte man lesen das Japan und China zukünftig nicht mehr in US$ abrechnen möchten. Zieht das Vorgehen Kreise kann der Ami relativ zügig die Energiesparlampe einsetzen bzw. das Licht ausknipsen.

    Natürlich sind die Länder alle hoch verschuldet und es ist an der Zeit das sich das ändert. Eigenartig nur das alle großen namhaften Rating-Agenturen aus den USA kommen - über ganze Gesellschaften entscheiden um dabei noch cash zu generieren, gleichzeitig aber ihren Sitz in einer übelst verschuldeten Staatengemeinschaft halten. Raubtierkapitalismus in perverser Ausführung ...
  10. #69

    Zitat von Sleeper_in_Metropolis Beitrag anzeigen
    Wenn die großen Rating-Agenturen (zufällig alle in Amiland beheimatet) tatsächlich so objektiv sind, wie im Artikel behauptet wird, wieso haben die USA dann immernoch Triple-A ?
    S&P hat die USA schon vor einer Weile auf AA+ (Outlook: Negative) herabgestuft.








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