CorbisEinschüchtern, isolieren, Zoten reißen: Wer sicher gehen will, dass der Mann und NICHT die Frau den Job an der Uni bekommt, muss einige Regeln beachten, erklärt Autorin Heide Oestreich. Dem Hochschulmagazin "duz" hat sie eine satirische Betriebsanleitung geschrieben - ganz ohne Gender-Gedöns.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-885056.html
Lustig geschrieben ohne Frage, aber realistisch? - Mir scheint das Feindbild männlicher Chef ideologisch überzeichnet, denn auch weibliche Chefinnen bedienen zum Teil und manchmal sogar mit weitaus mehr Härte gegenüber den eigenen Geschlechtsgenossinen (mit Kind) diese Verhaltensmuster. Ich möchte aber auch fundamental gegenhalten: Wo geht es Frauen besser als in den wenigen westlich verfassten Demokratien? Das Problem ist doch häufig eher die Qual der Wahl, welchem Leitbild sie sich zuwenden wollen, ob sie überhaupt von all den Freiheiten und Rechten Gebrauch machen oder nicht doch lieber Kinder bekommen wollen. Es muss sich ja nicht jede Frau der zwangsläufigen Zerrissenheit zwischen Beruf und Familie aussetzen, um als emanzipiert zu gelten.
Daher ein Tipp an das Autorinnenkollektiv - lasst die Kirche im Dorf anstatt Euch an überholten Feindbildern zu weiden.
Nett zu lesen. Aber was kann der Vorgesetzte dafür, welche Aufgabenteilung ein Paar bei der Kinderbetreuung wählt?
Wie sähe denn die Geschichte aus, wenn der Mann die Hauptlast bei der Kinderbetreuung trägt und die Frau frei von kinderbedingten Fehlzeiten - ab Ende des Mutterschutzes - voll einsatzfähig im Job ist?
Wie gesagt, das ist eine private Entscheidung.
immer wieder Gejammer. Das nervt.
Der Artikel erinnert mich an ein Zitat frei nach Karl Lagerfeld: "Solidarität unter Frauen gibt es nur im Jammern, nicht im Handeln."
In der wirklichen Welt läuft es für männliche wie weibliche Bewerber genau gleich, wenn es bereits einen Wunschbewerber gibt. Das jetzt allein auf das Geschlecht zurückzuführen, ist einfach nur billig. Aber Hauptsache, es steht Satire drüber, dann hat man die sexistischen Tendenzen ja nicht so gemeint. Etwas mehr Demut auch in hinblick auf die eigene geglaubte Kompetenz wäre hier nicht verkehrt, aber die Männer haben sich ja sowieso alle verschworen.
Und das obwohl versprochen "ganz ohne Gendergedöns" wurde.
als Professorin und ehemalige Gleichstellungsbeauftragte, kann ich sagen, dass diese Schilderung meine Erfahrung an drei verschiedenen Universitäten in drei Bundesländer absolut genau entspricht. Ich habe es sowohl in Kommissionen wie auch als Bewerberin genau so erlebt.
So wird es wirklich gemacht.
Netterweise war meine jetzige Universität eine Ausnahme: der Umgangsform war höflich und korrekt. Ich denke das sagt sehr viel, wenn "höflich und korrekt" die absolute Ausnahme ist.
Ich kann nur denken, dass die Leser, die diesen Text für unrealistisch sind Leser und keine Leserinnen sind. Deutschland wird nie wissenschaftlich wettbewerbsfähig sein, wenn eine solche Praxis stillschweigend akzeptiert wird. Die Statistiken sprechen weiterhin für sich.