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Rassismus-Debatte: Amerika hat Angst vorm schwarzen Mann

AFPDie tödlichen Schüsse auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin stellen Amerika vor eine unangenehmen Frage: Wie lebendig sind alte Vorurteile? Nicht einmal der schwarze Präsident Barack Obama kann den Rassismus laut und deutlich verurteilen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...823689,00.html
  1. #1

    Man kann derzeit

    wohl kaum erwarten, dass sich Barack Obama so kurz vor den nächsten Präsidentschaftswahlen präziser zu dem Tod des Teenagers in Florida, oder zur Rassenfragen grundsätelich äusserst, und damit Fressen vor die Hunde wirft. Man kann aber hoffen, dass er das Thema in seiner zweiten Amtszeit anders und artikuliert angeht.
  2. #2

    ...

    Warum bezeichnet der Autor Obama auschließlich als "schwarz"? Da er eine weiße (genauer: rosa) Mutter und einen schwarzen (genauer: tiefbraunen) Vater hatte, könnte man ihn mit derselben Logik des Autors als "weiß" bezeichnen. Oder gilt für den Autor -- "ein Elternteil schwarz, also auf jeden Fall kein Weißer!"?
  3. #3

    .

    Der (schwarze) amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson sagt einmal:

    “There is nothing more painful for me at this stage in my life than to walk down the street and hear footsteps and start thinking about robbery—and then look around and see somebody white and feel relieved.”

    Schwarze begehen nun einmal überproportional viele Straftaten, deswegen sind sie auch überproportional in den Gefängnissen vertreten.
  4. #4

    Ich bin immer schon fasziniert gewesen vom Land

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die tödlichen Schüsse auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin stellen Amerika vor eine unangenehmen Frage: Wie lebendig sind alte Vorurteile? Nicht einmal der schwarze Präsident Barack Obama kann den Rassismus laut und deutlich verurteilen.

    Rassismus-Debatte: Amerika hat Angst vorm schwarzen Mann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Und habe nie verstanden, warum dort der tradierte und lebendige Rassismus nicht viel stärker die Politik bestimmt. Was eint dieses Land nur, dass es diese unglaublichen Diskrepanzen und dieses himmelschreiende Unrecht negiert?

    Besonders fasziniert war ich dabei immer von Hemingway, der einen so starken Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang pflegte und sich in Wirklichkeit weder in seinen Werken noch in seinem Wirken je um das Schicksal der Schwarzen in seinem eigenen Land geschert hat. Dafür aber mit Begeisterung meinte, im Ausland immer auf der richtigen Seite im Kampf gegen Diktatur und Unterdrückung zu stehen.

    Man muss sich einmal vorstellen, wie bigott es war, wenn die USA z.B. im 1.WK behaupteten, für die Demokratie in den Kampf zu ziehen...
  5. #5

    dann sollte man...

    Zitat von Rubeanus Beitrag anzeigen
    Der (schwarze) amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson sagt einmal:

    “There is nothing more painful for me at this stage in my life than to walk down the street and hear footsteps and start thinking about robbery—and then look around and see somebody white and feel relieved.”

    Schwarze begehen nun einmal überproportional viele Straftaten, deswegen sind sie auch überproportional in den Gefängnissen vertreten.
    ...vielleicht mal darüber nachdenken, warum Schwarze überproportional viele Straftaten begehen. Es liegt ja wohl auch daran, dass sie eben immer noch weniger Aufstiegschancen als Weisse haben und im Verhältnis zu vergleichbaren Straftaten von Weissen imme rnoch ungerechter behandelt werden...
  6. #6

    Sehen wir's doch mal so:

    Die Skrupel, die Herrn Obama davon abhalten, die Tat des Herrn Zimmerman zu verurteilen sind nur zu verständlich. Das prophylaktische (manchmal 'extralegal' genannte) Umlegen - Pardon, Töten potentieller Terroristen ist eine gängige Praxis der amerikanischen Politik, und nach der Dick-Cheney-Regel ist jede Bedrohung als real einzustufen, deren Wahrscheinlichkeit bei einem Prozent (1%) liegt. Man kann im eigenen Land nicht eine Praxis verdammen, die man im Ausland (Afghanistan, Pakistan ec.) tagtäglich erfolgreich praktiziert.
    Die Wahrscheinlichkeit es mit einem zum Äußersten entschlossenen Straftäter zu tun zu haben, ist im Falle des erschossenen Schwarzen mit mindestens zehn Prozent (10 %) anzusetzen: es war dunkel, er trug einen Kapuzenpulli und war obendrein ein Schwarzer. Herr Zimmerman hat zweifellos im guten Glauben an seine gerechte Sache gehandelt ('wie unsere Jungs in Afghanistan') und die Tatsache, daß er seinen Dienst freiwillig, aus sozialem Engagement (hat in den USA einen hohen Stellenwert!) versah, läßt ihn hinsichtlich seinr Motive über kleinliche und bösartige Verdächtigungen erhaben erscheinen. Die Schwarzen sollen mal nicht so meckern und die Presse nicht so heuchlerisch jammern. Die Tatsache, daß ein gefährlicher Straftäter ausgeschaltet wurde, dient schließlich unser aller Sicherheit.

    Herzliche Grüße
  7. #7

    Kann sein aber dass manche Schwarze mit ihrem hypersensiblen Reagieren diese Vorurteile noch verstärken, bzw. sie vielleicht unabsichtlich am Leben halten?
    Es war wohl ein Mord und ein Verbrechen was der Herr Zimmermann, übrigens selbst Angehöriger einer Minderheit gemacht hat.
    Aber, ganz ehrlich, mir ist trotzdem noch nicht klar, warum dieser Fall des getöteten Jungen, soviel Aufschrei ausgelöst hat, dass alle US Medien und alle Weltmedien darüber berichten, dass sogar der Präsident sich einschalten muss.
    Bei allem Tragischen an dem Fall, man kann doch nicht so tun, als wären es jetzt die Fünfziger Jahre und als gäbe es noch den zum Teil staatlichen Rassismus von damals. Aber, gerade so tun diejenigen die da sofort grosse Demos machen, einige Bürgerrechtler, etc... die aus diesem tragischen Fall eine Riesensache machen.
    Also als wäre der ganze US Staat noch so wie in den Dreißiger oder Fünziger Jahren.
    Das ist einfach nicht wahr. Und kann sein dass dann soviel Aufregung, soviel Beklagen, soviel Vervorurteilung von den einigen Schwarzen dann die Weissen oder in dem Fall, auch die Latinos, ärgert und verärgert?
    Denn da bekommt man den Eindruck vielleicht, das nur die eine ethnische Gruppe das exklusive Recht hat, das Opfer zu sein und die anderen nicht. Bzw. was wäre passiert wenn es umgekehrt gewesen wäre; Also ein Schwarzer hätte einen Latino erschossen? Kommt auch in USA vor, aber soviel Aufregung hat es nie gegeben.

    Ich behaupte mal dass der Rassismus von einst im Großen und Ganzen in USA überwunden ist. Und man kann jetzt nicht da mit den Tratsch-Gesschichtchen aus dem Wahlkampf von Santorum am Schiessstand etwas unterstellen.
    Die Spaltung der US Bevölkerung läuft heute eher auf der Linie konservativ-religiös gegen sekulär-liberal als auf der Linie Schwarz-Weiss.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die tödlichen Schüsse auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin stellen Amerika vor eine unangenehmen Frage: Wie lebendig sind alte Vorurteile? Nicht einmal der schwarze Präsident Barack Obama kann den Rassismus laut und deutlich verurteilen.

    Rassismus-Debatte: Amerika hat Angst vorm schwarzen Mann - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Obama ist lernfähig. Das letzte Mal als er sich über einen Fall von Rassismus aufgeregt hat, stellte sich das im Nachhinein als Fehler heraus.
    Rassismus in den USA: Der Professor und der Polizist | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

    Das ist ein sensibles Thema, bei dem es um die Ängste sowohl von schwarzen wie weißen Menschen geht. Daher ist es auch sehr wichtig aufzuklären, was genau geschehen ist.
  9. #9

    Beschämend

    Dass der Rassismus in den USA selbst in internationalen Metropolen wie New York oder Los Angeles allgegenwärtig habe ich schon häufig mit dunkelhäutigen Freunden erlebt. Stehen sie an der Strasse und versuchen ein Taxi anzuhalten hält keiner an, stehe ich dort und sie halten sich im Hintergrund hält jedes leere Taxi an. In guten Restaurants werde ich freundlich bedient und schwarzen Freunden oft zu verstehen gegeben, dass sie hier nicht so erwünscht sind. In teuren Geschäften kann ich mich problemlos umsehen, dunkelhäutigen Freunden folgt jemand.
    Im Süden der USA ist dies alles noch eine Stufe extremer und rassistischer und wenn hier behauptet wird, dass dies alles mit der höheren Verbrechensquote zu tun hat, dann stellt sich doch die Frage was zuerst da war die Henne oder das Ei. Wenn ich einer Minderheit systematisch gute Jobs verweigere und ihnen nicht die gleichen Aufstiegschancen gebe und mich dann wundere, dass die Kriminalitätsrate dort höher ist, dann bin ich naiv.
    Die meisten Amerikaner haben aus den Verbrechen der Sklaverei nichts gelernt, im Grossteil der Schulen ist dies ein kleines Randthema, der Holocaust muss aber auch von jedem schwarzen Schüler, desse Vorfahren systematisch geknechtet wurden mehrfach durchgenommen werden ( nicht dass dies schlecht ist, es steht aber in keiner Relation zur eigenen Geschichte). Ich hoffe Obama nutzt seine zweite Amtszeit um hier deutlicher zu werden und aktiv für die schwarze Minderheit in den USA einzutreten. Höchste Zeit wäre es !


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