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Rapider Anstieg: Psychische Erkrankungen verursachen 54 Millionen Fehltage

CorbisDie Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen ist deutlich gestiegen. 53,5 Millionen Fehltage fielen 2010 in Deutschland an. 2001 waren es noch 33,6 Millionen. Die Regierung sieht dennoch keinen akuten Handlungsbedarf.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...830519,00.html
  1. #70

    !!

    Zitat von weizenbier warrior Beitrag anzeigen
    Ich finde das ganze Wirtschafts-System krank. Es zwingt uns, wie Hamster auf die Speed durch die Gegend zu rennen.
    Ziel scheint zu sein, den Planeten immer effektiver auszubeuten und zu verbrauchen.
    Anstatt an den Symptomen herum zu doktern, sollte man nach den Ursachen forschen.

    Warum kann man nicht mit nur drei Tagen Arbeit pro Woche gut leben? Warum muss bis zum Umfallen in stressiger Atmosphäre geschuftet werden?

    Der Chef sollte sagen: "Müller, mehr als drei Tage Arbeit verbiete ich! Ich möchte, dass sie zufrieden und gesund sind!"
    Es wird schweigend akzeptiert, dass viele Leute, besonders Männern, sich kaputt schaffen.
    Die Matrix hat uns. Wo bleibt Neo?
    Jeder sollte für jede Krankschreibung 50 euro gebühren beim arzt zahlen müssen, da wird sich jeder überlegen ob er sich krankschreiben läßt weil er sich ein bischen traurig fühlt! Es kann nicht sein, dass hier eine Schicht von Minderleistern die konkurrenzfähigkeit der deutschen wirtschaft gefährden und unser aller arbeitplätze gefährden!
  2. #71

    Zitat von kobmicha Beitrag anzeigen
    Wenn man die gestiegene Zahl der Mediziner und Therapeuten betrachten die in dem Feld der Psychologie tätig sind und ihr Leben damit finanzieren betrachtet,ist das ganze eine reine "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" der Insider.
    Alles wird ja gut vom Sozialstaat bezahlt.
    Wenn jeder der nicht arbeitet auch Hunger hätte würde sich die ganze Krankheitsgeschichte in Luft auflösen.
    Ja. Ein Teil hört auf zu simulieren, ein Teil reißt sich zusammen, ein Teil bringt sich um, ein Teil bringt seine Familie um (und dann wohl sich selbst) und ein Teil bringt seinen Chef und/oder seine Kollegen um. Und der Rest wird als gesellschaftlicher Versager hinter der nächsten Mülltonne still verrecken.

    Sorry. Entweder spricht aus deinem Beitrag völlige Unkenntnis der Materie (freu dich und sei dankbar, dass deine Birne stabil und lebensfroh funktioniert) oder absoluter Zynismus, den ich nicht unterstellen will.
  3. #72

    Zitat von gutefisch Beitrag anzeigen
    Jeder sollte für jede Krankschreibung 50 euro gebühren beim arzt zahlen müssen, da wird sich jeder überlegen ob er sich krankschreiben läßt weil er sich ein bischen traurig fühlt! Es kann nicht sein, dass hier eine Schicht von Minderleistern die konkurrenzfähigkeit der deutschen wirtschaft gefährden und unser aller arbeitplätze gefährden!
    Ein bißchen traurig oder das abgrundtiefe Loch einer Depression, das ist zweierlei. Wer den Unterschied kennt, der weiß, was ich meine. Du offenbar nicht. Sei froh und bete (falls du Atheist bist: hoffe), dass du den Unterschied nie kennenlernst.
  4. #73

    Zitat von Lobbykratie Beitrag anzeigen
    Die psychosoziale Versorgung der deutschen Bevölkerung ist ohnehin schon seit langem nicht mehr existent. Oder versuchen Sie doch mal einen Termin beim Psychologen zu bekommen...
    Bei mir in der Region beläuft sich die Wartezeit auf bis zu 1,5 Jahre.
  5. #74

    Zitat von Nickela Beitrag anzeigen

    Das bringt mich zu meinem letzten Kommentar: Ich habe so langsam den Eindruck, dass irgendwas "in der Luft liegt". Was zum Geier haut die Leute in den letzten Jahren reihenweise um? Arbeitswelt und Gesellschaft liefern meiner Meinung nach keine ausreichende Erklärung. Aber was kommt an Ursachen noch dazu?
    möglicherweise die tatsache, daß seit der jahrtausendwende alles das, was man klassischerweise unter arbeit verstand von einer kleinen elitistischen minderheit als rückständig betrachtet wird. nur wer sein geld "für sich arbeiten" lassen kann, ist im sinne der neudefinition von "sozialer marktwirtschaft" ein vollwertiges mitglied der gesellschaft.

    arbeit wurde nicht nur im ideologischen sinne entwertet, sondern auch im materiellen und nicht immateriellen bereich. einerseits durch sinkenden löhne und gehälter und zum anderen durch beseitigung von störenden wohlfühlfaktoren während der arbeit. weil schon der gang zur toilette ein grund für abmahnungen sein kann.

    im rahmen der rauchverbote an arbeitsplätzen kam noch eine andere dimension dazu. mal eine kurze rauchpause im raucherzimmer? womöglich noch mit kollegen? von wegen! jetzt muß in vielen firmen ausgestempelt werden und auch der gang in die kaffee/teeküche und der kleine schwatz nebenher stehen auch schon im ruch von insubordination.

    wenn dann mitarbeiter gekündigt werden, weil sie ihr privates handy in der firma aufladen und somit die firma "bestehlen", damit das private handy nach feierabend für betriebliche zwecke weiterhin funktionsfähig ist, sollte sich über psychische erkrankungen jedweder art nicht wundern.

    unser staatswesen krankt daran, daß es eine marktkonforme demokratie sein soll, und die menschen kranken daran, daß sie marktkonforme wesen sein sollen.

    ich nenne es trauma der späten geburt. viele der heutigen elitisten hätten unter den nazis wie auch unter den kommunisten glänzende karrieren hingelegt.
  6. #75

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Wenn sich jemand ein Bein bricht oder jemand an Krebs erkrankt, sind sich alle einig: Unfälle und körperliche Krankheiten erzeugen Schmerzen und Leid und müssen fachmännisch behandelt werden. Körperliche Gesundheit ist für uns alle ein hohes Gut – und keiner würde erst bei hohen Fehlzeiten durch Unfälle oder Krankheiten auf den Gedanken kommen, dass diese ein behandlungsbedürftiges Problem darstellen.
    hier irren sie. seit jahren wird den leuten durch meinungsführer und pressure groups jeglicher coleur eingebleut, daß unfälle aber vor allem krankheiten selbstverschuldete ereignisse sind, die die gemeinschaft belasten, und die leute gefälligst selber für die kosten der behandlung aufkommen sollten.

    in spätestens 2 jahren wird man das auch bei psychischen erkrankungen fordern, weil das einfach zu teuer ist. und dann sind all die betroffenen auch "selber" schuld, weil sie in ihrer knappen freien zeit nicht genug yoga und andere ausgleichenden wohlfühlprogramme absolviert haben.

    und natürlich ist es dann selbstverständlich auch eine forderung, daß die leute dann für ihre therapie gefälligst selbst voll zahlen sollen. sowie das für die raucher , die säufer und all die fetten "arschlöcher" heute schon gefordert wird.
  7. #76

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Das Humankapital ist egal.
    und weil das humankapital nicht ausreichend erschöpfend ist, heißt es eben nur noch "human resources". ich glaube, so hieß das während des dritten reiches auch, wenn man es wieder ins deutsche zurückübersetzte.
  8. #77

    !?

    Zitat von korox Beitrag anzeigen
    Bei mir in der Region beläuft sich die Wartezeit auf bis zu 1,5 Jahre.
    in der wartezeit könnten sie ja mal zur abwechslung arbeiten!
  9. #78

    Zitat von mr. kritisch Beitrag anzeigen
    Sorry, aber wenn ich so etwas lese, wird mir schlecht...

    Als ob die Gewerkschaften sich für die arbeitende Bevölkerung einsetzen würde - denen geht es doch vorrangig nur um die eigenen Pfründe! Schauen Sie doch mal als gutes Beispiel zur Bahn (Transnet) rüber: Der damalige Gewerkschaftsführer Hansen wechselte 2008 von Gewerkschaftsseite direkt in den Vorstand...
    Auch in anderen Unternehmen waren und sind solche Wechsel keine Seltenheit also wundern Sie sich nicht darüber, dass die arbeitende Bevölkerung sich von den Gewerkschaften abwenden!
    Gute Besserung!

    Aber an meinen dargestellten Fakten ändert das gar nichts, denn für den Zustand der Gewerkschaften und auch Parteien sind die Mitglieder verantwortlich. Wenn einem die Führungsriege nicht mehr passt, dann wählt man sie ab. Ganz einfach. Gewerkschaften und SPD gibt es seit 150 Jahren und bis vor 30 Jahren haben diese beiden Institutionen super funktioniert. Von grundsätzlichen Problemen wie deren Haltung zum 1. Weltkrieg oder auch Vietnamkrieg und der idiotischen Konfrontation mit den Kommunisten in den 20er/30er Jahren mal abgesehen.
  10. #79

    Zitat von templer76 Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub aber die Gewerkschaft ist zu einem Instrument der Großkonzerne verkommen und dies schon seit den 60er Jahre, als sie sich einverstanden erklärten, eine Masseneinwanderung von Arbeitskräften zu zu lassen, dessen einziger Ziel und Zweck es war, die rapide steigenden Reallöhne zu senken.
    Diese Politik haben die Genossen der Bosse weiterbetrieben bis zur Selbstaufgabe. Und da wollen sie auch noch Beiträge von mir?
    Nein Danke!
    Sie haben Recht aber ohne Gewerkschaft bzw. der Solidarität der Arbeitnehmer untereinander (dessen Institutionalisierung eine Gewerkschaft eigentlich sein sollte) ist man den Arbeitgebern völlig schutzlos ausgeliefert! Finden sie das besser?


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