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Randale in Großbritannien: Aufstand der Frustrierten

Tausende Jugendliche marodieren in London, Liverpool, Birmingham und Bristol, plündern Geschäfte, zünden Autos an: Warum explodiert die Gewalt in England? Eine ganze Generation fühlt sich abgehängt - und ist geeint im Hass auf Eliten und Polizei.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...779268,00.html
  1. #500

    Titel

    Zitat von _meinemeinung Beitrag anzeigen
    sehe ich auch so - asoziales Verhalten (im Sinne von Unsozial) kommt an häufigsten bei den sogenannten "Eliten" vor. Die armen Schweine, die da Krawall machen, sind nicht asozial bzw. sozial schwach, sondern ökonomisch schwach.
    ... zu dieser Meinung gehört schon eine ganze Menge Realitätsverweigerung.

    Mir graut es davor, dass sich jeder Kriminelle auf das Versagen Anderer berufen können soll.
    Der Mob der sich in England austobt tut dies aus kriminellen Motiven wie mir ein Freund gestern sagte der mitten in London lebt.
    ... just looters, taking an opportunity to go nuts!
    Für kriminelles Verhalten eine wohlfeile Entschuldigung zu finden hilft nicht weiter.
  2. #501

    AW: Das ist die zukünftige Generation

    Zitat von frank4979 Beitrag anzeigen
    die wir leider Gottes aufgezogen haben. Im Kopf noch weniger als "Null", nur der Gedanke an Konsumgueter und Randale macht sie scharf, selbst nicht wissend was einmal spaeter, falls das harte Arbeitsleben sie treffen sollte, sie .....
    Du hast recht. Eins muss ich aber korrigieren: Eher weil Mama und Papa NICHT da waren bzw. sind.
  3. #502

    ..

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Dann tun Sie es doch einfach nicht.
    Sie selbst wollen doch als solche bezeichnet werden. Die Hamburger Machteliten, wie unser Ex HH Innensenator und Ex-OB hatte schon eine Vorahnung und verrauchte mal locker

    http://www.abendblatt.de/hamburg/kom...lion-Euro.html
    http://www.taz.de/!51118/
    1 Mio. Steuergelder in seine Villa an Sicherheitsmassnahmen. Und das in einer Gegend wo die einzige Gefahr ist von einem totoen Eichhörnchen getroffen zu werden...
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  4. #503

    .

    Zitat von Zeugma Beitrag anzeigen
    Mir Verlaub, aber das ist von Ihnen ein misslungener Versuch, die Begrifflichkeiten zu besetzen und umzudrehen. Es geht nicht darum, irgendwem die Verantwortung zu nehmen. Verantwortung für sich heißt eben auch immer, dass man Wahlmöglichkeiten hat, diese Verantwortung gestaltend einzusetzen. Und die Menschen in der im Artikel zutreffend beschriebenen Perspektivlosigkeit haben keine Alternativen.
    Nett jetzt ist T.I.N.A. also schon in Tottenham angekommen. Was sie uns erzählen ist ein Märchen. Man braucht sich nur die US Ghettos anzuschauen, in denen die Bedingungen um Längen schlechter sind als in Tottenham, und wo es auch viele schaffen, sich eine lebenswerte Existenz aufzubauen. Doch wer auf die schiefe Bahn gerät, Drohen nimmt und sich Banden anschließt hat kaum eine Chance mehr. Diese Entscheidung aber ist eine persönliche Freiheit. Die kann ihnen niemand abnehmen. Nicht die Eltern, nicht die Regierung, nicht die Lehrer. Armut ist nur eine faule Ausrede, mit der sie höchstens das Selbstmitleid befördern.
    Zitat von Zeugma Beitrag anzeigen
    Irgendeine Freiheit zur Gestaltung ihrer Zukunft haben die Randalierer wohl nicht.
    Das ist eine pauschale Behauptung für die sie nie den Beweis erbringen können.
    Zitat von Zeugma Beitrag anzeigen
    Und noch zu Mutter Theresa: Hier liegt eine völlig andere Motivation und Lebenseinstellung zugrunde, die auf einem spirituellen Gerüst aufbaut. Das als Ideal für Millionen Menschen hinzustellen ist schon sehr schräg.
    Nein, es geht nicht um Teresas Ideale, sondern darum überhaupt welche zu haben. Ideale und Werte, mit denen schaffen es sogar drogensüchtige Knastinsassen zurück ins Leben. Und sie wollen uns was vom "alternativlosen" Leben in Tottenham erzählen? Sie haben keine Ahnung vom Leben und sie haben keine Ahnung von Tottenham.
  5. #504

    *

    Zitat von Spreeufer Beitrag anzeigen
    Wird alles fleißig ignoriert...dass passiert halt wenn man sich um die Jugend nicht kümmert...Scheiße fressen ist nun angesagt! Wenn es in Berlin so weiter geht, wird es auch irgendwann knallen...

    Ich bin 22 Jahre alt und habe keine Lust eure verfehlte.......
    Verfehlte Arbeitsmarkt-und Industriepolitik, Selbstbereicherung einiger so genannter Eliten und ein auf Lug und Betrug aufgebautes (Investment-)Banksystem kann man nun schwerlich abstreiten.
    Allerdings frage ich mich ernsthaft, warum die Krawallisten nicht da zündeln, wo es angebracht scheint. Immer vorausgesetzt, man erachtet Terrorismus - nichts anderes ist das, was die Leute dort gerade tun, als legitimes Mittel zur Gegenwehr.
    Warum also, werden die Leute beraubt,verprügelt, ausgeplündert und deren Häuser angezündet, die doch eigentlich die Verbündeten der armen Jugendlichen und deren Mitbewohner in den betroffenen Vierteln sind? Haben Sie da eine vernünftige Erklärung ? Warum brennen nicht die Paläste der Investmentbanken und die Villen der Reichen ?
  6. #505

    Von Hunden haben Sie keine Ahnung

    Zitat von Tottiso Beitrag anzeigen
    Wodurch ist soziale Ungerechtigkeit gerechtfertigt?
    Aber der Hund wird in die ihm fütternde Hand nicht beißen.
  7. #506

    -

    Zitat von nepo77 Beitrag anzeigen
    Der Punkt ist der das man in Europa in der Regel nicht so aufwächst wie diese Menschen weil wir als kollektiv weiter entwickelt sind. Dies ist jedoch das Ergebniss jeden einzelnen. Sie suggerieren das wäre vom Himmel gefallen -ist es nicht. Es gab einfach Individuen die den Mut und die Stärke aufzeigten Ihr Schicksal zu bestimmen und andere folgten Ihnen. Davon ist bei diesen Menschen keine Spur vor Handen. Die erwarten wie Sie das Ihr Glück vom Himmel fällt. Obwohl ich nicht religiös bin, passt doch ein alter Bibel Zitat. Gott hilft denen die sich selbst helfen.
    Sie verstehen es nicht oder wollen es nicht verstehen, diese Menschen haben keine Möglichkeiten, die hat man ihnen genommen.Punkt.Zu Ihrem Bibelspruch: Diese Menschen helfen sich gerade selbst, denn aus deren Sicht besteht keine andere Möglichkeit.
    Sie halten sich für weit entwickelt? Ist es etwa Ihr Verdienst in einem halbwegs gescheiten Umfeld aufgewachsen zu sein? Ihre Eltern haben Ihne vorgegeben Strukuren aufgezeigt:Grundschule,Gymnasium,Studium? Nein ich vergaß, das haben Sie alles ganz allein aus dem sozialen Ghetto heraus mit Eigeninitiative geschafft, ist schon klar.
    P.S. Ihre Rechtschreibung lässt leider nicht auf grosse Bildung schließen, aber das nur am Rande.
  8. #507

    Reden

    Zitat von oliver twist aka maga Beitrag anzeigen
    Nein, sie sie nicht arme Schweine, sondern krimineller Abschaum und sollten auch als solcher behandelt werden. Hier hilft nur eine klare Linie. (Wenn die Ordnung wiederhergestellt ist, kann man über mehr Sozialarbeiter und mehr Gelder für Jugendarbeit reden.)
    Ja man wird reden,viel reden.Aber dabei wird es bleiben wie so oft.Ändern wird sich nichts.Es gab in Tottenham schon mal Unruhen(vor 30 Jahren glaube ich). Danach hat man auch viel versprochen,geändert hat sich nichts denn die Jugendzentren usw., die damals eröffnet wurden hat man im laufe der Zeit wieder zusammengespart.
    mfg
  9. #508

    Ordnung muss sein!

    Ich verstehe, dass für Sie die Herstellung von Zucht und Ordnung oberste Priorität hat, aber wie sähe denn Ihre "klare" Linie gegenüber dem "Abscheum" (manche würden sie vielleicht auch mit Ratten vergleichen) aus? Und welche Maßstäbe würden sie ansetzen?
    Zitat von oliver twist aka maga Beitrag anzeigen
    Nein, sie sie nicht arme Schweine, sondern krimineller Abschaum und sollten auch als solcher behandelt werden. Hier hilft nur eine klare Linie. (Wenn die Ordnung wiederhergestellt ist, kann man über mehr Sozialarbeiter und mehr Gelder für Jugendarbeit reden.)
  10. #509

    Fortschritt?

    Zitat von rolf sternberger Beitrag anzeigen
    Ich empfehle Ihnen mal die Lektüre von Ranciére.
    Was Sie hier als „weiter entwickelt“ beschreiben, ist vor allem das kontingente Ergebnis von sozialen Kämpfen.
    Diese sozialen Kämpfe folgen einem bestimmten Muster: Es sind stets die, welche über keinen gesellschaftlich anerkannten Logos verfügen, die ihre eigene Sprache in die Gesellschaft tragen. Solche Kämpfe sind also niemals „gesellschaftsfähig“, sondern erscheinen in den Augen und Ohren derjenigen, welche Teil der bestehenden Gesellschaft sind, nur als Lärm – in unser heutigen medialen Sprache also als „krimineller Krawall“ oder „unpolitische Randale“.
    Daraus lässt sich dann aber auch schlussfolgern, dass solche Proteste, die in den Medien und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit problemlos als „politisch“ anerkannt sind, schon keine sozialen Proteste mehr sind. Sie bringen keine neue Sprache in die Gesellschaft ein. Wirklicher sozialer Protest ist immer verstörend und entzieht sich den gängigen Interpretationsmustern.
    Wenn wir heute so verdammt stolz auf unsere gesellschaftliche Moderne – oder wie Sie es bezeichnen auf eine Gesellschaft sind, die „weiter entwickelt“ ist, dann sollten Sie mal scharf darüber nachdenken, auf welchen Fundamenten diese Gesellschaft eigentlich basiert. Bestimmt nicht auf dem ewigen Bewahren des Status quo – was Sie hier als mutige Individuen loben, war in ihrer Zeit auch Menschen, die sich radikal gegen die bestehende gesellschaftliche Ordnung wendeten. Sie suggerieren, dass auch die Zeitgenossen des revolutionären Bürgertums oder des aufständischen Proletariats in diesen immer schon die Keimzelle eines emanzipatorischen Fortschritts hätte erkannt – dies ist historisch schlicht falsch – in den Augen und Ohren der Zeitgenossen handelte es sich bei diesen Menschen einfach um gefährliche Kriminelle oder unpolitische Randaliere“ - erst nachdem sich diese Bewegungen einen Platz in der gesellschaftlichen Realität erkämpft hatten – sind diese post-facto als politische Bewegungen anerkannt worden.

    Ja und Sie haben natürlich recht: Das Glück ist nicht von Himmel gefallen, es ist in unerer eigenen Geschichte einfach das Ergebnis von sozialen Kämpfen.
    Ich denke, Sie machen einen entscheidenden Fehler, wenn Sie glauben, in diesen Krawallen die "Keimzelle eine emanzipatorischen Fortschritts" erkennen zu können. Eine Zielrichtung dieser Krawalle ist nicht zu erkennen, und das unterscheidet sie bspw. von dem Wüten der Sansculotten und der Enragées in der Revolution. Erst recht besteht ein Unterschied zu der Disziplin der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Und sogar die 68er hatten Anliegen, hatten eine Stimme...

    Das ist wirklich ein gelangweilter, vielleicht frustrierter Pöbel, der in Erscheinung tritt. Keine Keimzelle zivilisatorischen Fortschritts.


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