Der Steinkohleförderer RAG hat ausgerechnet, welche Mehrkosten bei einem vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleförderung anfallen: Unterm Strich müsste die Bundesregierung mit einer zusätzlichen Belastung von 1,34 Milliarden Euro rechnen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...722766,00.html
War letztens bei einer Zechenführung und dort wurde gesagt das Zechen die einmal still gelegt wurden, wegen der Wasserhaltung nicht wieder in Betrieb gehen können.
Wie hoch nun der Anteil der deutschen Steinkohle an der Stromerzeugung überhaupt ist weis ich nicht, aber eine strteigische Reserve solte sich ein Land wie Deutschland auf jeden Fall vorbehalten.
Als Standort mit sehr hochwertiger Kohle würde sich z.b. Ibbenbüren anbieten.
Eine neue Zeche abzutäufen dauert 5-7 Jahre bevor überhaupt die erste Kohle ans Licht kommt.
Korrekt, die stillgelegten Zechen werden "absaufen", d.h. mit Wasser voll laufen und sind dann nicht mehr zu bewirtschaften. Die Zechen fuer spaeter betriebsbereit zu halten haette laufende Kosten verursacht, die die deutsche Politik, v.a. CDU und FDP, nicht zu tragen bereit war.
Der Energiemix Deutschlands bestand 2007 zu 26% aus Kohle (also 1/4), zu 34% aus Erdoel und zu 23% aus Erdgas, der kuemmerliche Rest verteilte sich auf die viel dikustierte Kernenergie und die dringend noetigen erneuerbaren Energien. Erdoel wird sich die naechsten 10 Jahre ueber aufgrund steigender Nachfrage und sinkender Foerdermengen drastisch verteuern. Erdgas und Kohle bezieht Deutschland zum groessten Teil von seinem verlaesslichen Partner Russland der dieses Monopol natuerlich niemals politisch ausnutzen wuerde. Zum Teil kommt die Kohle auch aus China wobei China bei einem Engpass natuerlich ebenfalls seine eigenen Interessen hinten anstellen wuerde damit die deutsche Versorgung weiter gesichert bleibt... Ganz davon abgesehen dass die chinesische Kohle unter menschenunwuerdigen Bedingungen gefoerdert wird und wir den Preisvorteil mit der Gesundheit der chinesischen Kumpel bezahlen.
Die Verlaengerung der AKW-Laufzeiten hat am Gesamtbild nur wenig geaendert - entweder Deutschland begibt sich inmitten einer sich immer weiter verschaerfenden Rohstoffkrise noch weiter in die Abhaengigkeit anderer Staaten oder es setzt auf den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Die Abwicklung der Kohlefoerderung in Deutschland ist schon aus rein technischen Gruenden unumkehrbar und endgueltig. Dass man ein neues Bergwerk in Deutschland innerhalb von 5 Jahren genehmigt bekommt und abtaeuft halte ich fuer voellig unrealistisch. Bei den meisten Vorkommen war man bereits in 1000m Tiefe angekommen, das ist nicht so einfach nochmal neu abgetaeuft. Und komplett neue Technologien wie Kernfusion etc. sind noch voellige Science Fiction, das wuerde selbst bei optimistischen Prognosen Jahrzehnte dauern bis da der erste Strom fliesst. Also - Licht aus und Kerze an!
Es ist die falsche Argumentation. So sehr ich die Kritik an der vorgezogenen Zechenstilllegung verstehe.
Aber mit 2,1 Milliarden entlocken sie einem Polit-Kasper der sich schon mal auf seine Oppositionszeit vorbereitet, nur ein müdes Arschrunzeln.
Ist doch schon egal, kommen zu dem bisherigem "Hartz_4-Abschaum" eben noch ein paar dazu. Die gehören sowieso nicht zum Wählerpotenzial, also durchaus verzicht-und vernachlässigbar.
Eher sollte man sich fragen, wer von dieser vorgezogenen Maßnahme profitiert. Erfahrungsgemäß jemand der ohnehin schon genug hat.
Verehrte RAG, bis 2014 sind schon noch ein Paar Tage...
Da wäre es dem einen oder anderen Mitarbeiter doch sicher möglich, sich um einen anderen Job zu bemühen?! Wir anderen Arbeitnehmer haben nicht einmal die Sicherheit, dass wir (bestenfalls) in drei Monaten noch einen Job haben. Von uns wird auch immer mehr Flexibilität verlangt.
Und mit wie viel Euro wird doch gleich jeder Arbeitsplatz in der Kohleförderung subventioniert?
Oh RAG, diese Milchmädchenrechnungen reißen doch niemanden mehr aus dem Schlaf.
Seit wann lasse ich mir denn vom größten Kohleförderer in Deutschland vorrechnen, dass es günstiger ist, ihm weiter Subventionen in Milliardenhöhe reinzuschieben, als da schnell auszusteigen?
Zumal in dem Artikel nicht mal ansatzweise die Kosten für den schnelleren Ausstieg identifiziert werden, nicht einmal grob aufgeteilt werden, ist die Aussage der RAG mal gerade gar nichts wert.
Sie bedeutet übersetzt eigentlich nur: "Gebt uns weiter das Geld anderer Leute, sonst werden wir ein paar tausend gut organisierte und kampferprobte Kumpel auf die Straße!"
Da lasse ich mich überhaupt nicht beeindrucken. So ein Käse! Jede Woche verlieren mehr Leute in Deutschland ihren Job als diese 8800 Leute bei der RAG.
Das Argument, dass billige Kohle in China gefördert wird und der billige Preis auf den Knochen der chinesischen Bergarbeiter zustande kommt, kann ich auch nicht gelten lassen.
Ein sehr großer Teil der am Weltmarkt gehandelten Kohle stammt derzeit aus Australien, wo die Förderkosten aufgrund der geologischen lage sehr niedrig sind. Chinesische Kohle dürfte kaum exporteiert werden, weil China selber mehr Energieträger importiert, als es selbst herstellen kann. Nur der Inlandspreis ist dann entsprechend niedrig, daher die üblen Bedingungen. Das ist aber ehrlicherweise nicht unser Bier, sondern das der Chinesen.
Ich fürchte nur, dass sich unsere Regierung mal wieder von den gehaltlosen Drohungen der RAG einschüchtern lässt, vor allem, weil die Steinkohlesubventionen ja gar nicht auf dem Budget der Regierung, also im Bundeshaushalt stehen, sondern auf unserer Stromrechnung. Die aber bekommt Fr. Merkel ja nicht zu sehen.
Man muss sich schon die Frage stellen, ob es in Zeiten, in denen mehr oder weniger alle großen Länder - insbesondere natürlich China und die USA - fleissig dabei sind, sich weltweit direkten Zugriff auf die Rohstoffe zu sichern, sinnvoll ist, den einzigen Rohstoff, über den wir in Deutschland verfügen, komplett abzuschreiben.
Leider ist das ja eine ideologische Frage. In 20 Jahren kaufen wir die Steinkohle dann zu weit höheren Preisen bei der Volksrepublik China. Unsere Förderung haben wir ja auf dem Altar der Wettbewerbsgleichheit und der freien Marktwirtschaft geopfert.
"Der Energiemix Deutschlands bestand 2007 zu 26% aus Kohle (also 1/4), zu 34% aus Erdoel und zu 23% aus Erdgas, der kuemmerliche Rest verteilte sich auf die viel dikustierte Kernenergie und die dringend noetigen erneuerbaren Energien."
Das Erdgas wird laut Wikipedia nur zu ca. 13% genutzt, Steinkohle zu ca. 18% (aber eben nicht nur deutsche Kohle), Braunkohle hingegen immerhin zu fast 25% und Kernenergie zu fast 23%. Auch die vielen Windmühlen kommen zusammen nur auf etwas über 6%, der Rest liegt jeweils unter 5%, der besonders teure Strom aus Solarzellen zum Glück nur bei 1%. Das alles gilt für 2009.
Strom kostet nicht zuletzt wegen falscher Subventionen, für die der Kunde aufkommen muß, in Deutschland EU-weit fast am meisten, nur Dänemark ist teurer. Nur Italien und Belgien haben noch kWh Preise von über 20 Cent, alle anderen pendeln um 15 Cent, besonders billig ist es in Bulgarien, Lettland und Litauen mit unter 10 Cent.
Wir können deutsche Steinkohle schon deshalb nicht als Energiereserve nutzen, weil ihr Anteil an der Energieerzeugung schon heute extrem gering ist. Selbst wenn man da ein paar Zechen betriebsbereit halten würde, könnte man damit nie einen Ernstfall abfedern.
Schon früher hat ein Kumpel im Bergbau mehr Subventionen ausgelöst, als er im Jahr inkl. Arbeitgeberanteile verdient hat. Diese Subventionen kamen vom Staat, es kann also gar nicht noch mehr kosten, wenn diese paar 1000 Leute arbeitslos wären, im Gegenteil - Arbeitslose sind ja durchweg günstiger wenn man von den KOsten ausgeht.