RAF-Prozess: Der einsame Kampf des Michael Buback

Er will wissen, wer seinen Vater, den Generalbundesanwalt Siegfried Buback*ermordet hat. Doch als Michael Buback im Prozess gegen die Ex-RAF-Terroristin Verena Becker als Zeuge gehört wird, fühlt er sich "schlecht behandelt".*Der tragische Auftritt eines Verzweifelten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799823,00.html
  1. #20

    wurden bestraft

    ich möchte aber auch darauf hinweisen dass die mitglieder der raf bereits kollektiv für die taten bestraft wurden, sprich, lebenslängliche haftstrafen bekommen haben für taten welche ihnen nicht direkt persönlich nachgewiesen werden konnten. dies war vor allem auch im sinne der raf welche sich eben als gruppe und nicht als einzeltäter verstanden und somit alle verantwortlich für alle taten der raf waren.

    bestraft wurde also bereits, einzig die gewissheit wer den finger am abzug hatte hat man heute nicht. verantwortlich ist aber die raf als gruppe. ich weiss nicht inwiefern einem angehörigen eines opfer's es wichtig ist zu wissen wer persönlich beteiligt war. zumal alle diese ja bereits zu hohen haftstrafen verurteilt wurden und ihre strafen abgesessen haben.

    dies ist jedenfalls nicht die handschrift einer justiz welche alle menschen gleich behandelt.
  2. #21

    .

    Zitat von Der Bruddler Beitrag anzeigen
    Ich habe den Bericht nicht so aufgefasst wie Sie.

    Tragisch ist nicht der Wunsch des Herrn Bubak sondern das wie er mit dem Wunsch umgeht bzw. was der Wunsch mit ihm anstellt.

    Es ist eben ganz einfach nicht möglich, dass in einem Prozess einfach über andere Inhalte als die gesetzten verhandelt wird. Genau das war aber der Wunsch des Herrn Bubak und offenbar hat ihn dieser so im Griff dass er diese Grundlage nicht mehr verstehen kann.

    Das hat auch nichts damit zu tun dass Herr Bubak schlecht gemacht werden soll wie in einem anderen Post zu lesen war.
    Ich denke, dass Herrn Buback das klar ist.

    Es ist nur seine einzige Chance eine öffentliche Bühne für seine Vorwürfe gegen die Strafverfolgungsbehörden zu bekommen und ich kann seine Verbitterung darüber verstehen, wie wenig Resonanz diese Vorwürfe in den Medien finden.

    Ich glaube nicht, dass er wirklich so realitätsfern ist, wie hier dargestellt.
  3. #22

    Aufklärung nicht erwünscht.

    Zitat von cooner Beitrag anzeigen
    Und als Buback die Ladung des Chefs des Bundesamtes für Verfassungsschutz Fromm beantragte, sowie die Ladung dessen Vorgängers aus dem Jahr 1977 - Richard Meier - erhob Bundesanwalt Hemberger Einspruch! Weshalb?
    "Fürchtet" er, Meier könnte etwas sagen, was die Buback-These untermauert?
    Leider ist es wahr:
    Die Justiz hat kein Interesse an der Aufklärung dieses Mordes.
    Die Rolle von V-Leuten in der RAF ist äusserst dubios.
    Hier wird etwas vertuscht.
    Warum sonst unterliegen heute noch Akten über die RAF der Geheimhaltung?

    Im Fall des Mordes an dem RAF-Terroristen und Verfassungsschutz-V-Mann Schmücker war die Justiz an den Machenschaften des Verfassungsschutzes gescheitert:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schm%C3%BCcker-Prozess
    "Ingeborg Tepperwein, Vorsitzende Richterin der 18. Strafkammer, begründete die Einstellung mit „Mitwirkung und Einwirkung des Landesamtes für Verfassungsschutz“. Nach Überzeugung des Gerichtes war der Verfassungsschutz erheblich mitschuldig am Tod Ulrich Schmückers.
    ...
    Der Bundesgerichtshof prüfte die Einstellung und beschloss, dass sie rechtmäßig war. Die Verurteilten erhielten Haftentschädigung.
    Wer Ulrich Schmücker getötet hat und ob der Täter aus den Reihen von Linksradikalen oder dem Verfassungsschutz stammte, blieb bis heute ungeklärt."

    Im Fall Buback verzichtet das Gericht gar von vornherein auf eine Aufklärung, wenn es die Rolle des Verfassungsschutzes ausblendet.
    Einmal mehr erweist sich die Justiz in Deutschland als staatshörig - wie immer in der Geschichte.

    Und Frau Friedrichsen, deren Artikel ich ansonsten sehr schätze, erkennt leider nicht die aktuelle politische Dimension dieses Prozesses:
    Die gleiche Verquickung zwischen Verfassungsschutz-V-Leuten und terroristischen Morden gibt es auch heute wieder:
    Diesmal im rechts-terroristischen Umfeld.
  4. #23

    verschwendung. der fall ist längst abgeschlossen

    Zitat von Critik Beitrag anzeigen
    Da möchte jemand den Tod seines Vaters aufgeklärt wissen, und dann mach man Ihn gleich zur tragischen Figur. Mit welchem Recht?
    der tod seines vaters IST aufgeklärt. die täter wurden wegen gemeinschaftlichen mordes rechtskräftig verurteilt und haben ihre strafe abgesessen nach recht und gesetz. das und nur das ist es, was dem herrn mißfällt. wenn er es wirklich wissen wollen würde, dann würde er andere wege gehen. kein gericht wird jemals mehr aufklären können. es war eine gemeinschaftstat der raf und das ganze ist längst geschichte. dafür braucht man keinen cent an steuergeldern mehr verschwenden.
  5. #24

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    Zitat von reinsurer Beitrag anzeigen
    Diese Terroristen sind offensichtlich uneinsichtig und gehören alle hinter Gitter, da sie unsere freiheitliche Gesellschaft ja verachten.
    Für falsches T-Shirt tragen und uneinsichtig sein gehören also alle hinter Gitter.
    Wie gut dass ihre Rechtsauffassung nicht die angewandte ist.
  6. #25

    Akteneinsicht

    In einem 3Sat-Beitrag wurde erwähnt, dass die Akten erst 2041 geöffnet werden.

    Wer hat das entschieden und was ist so lange schützenswert?

    Was sollen die Öffentlichkeit und die Angehörigen der Opfer jetzt noch nicht erfahren?
  7. #26

    .

    Zitat von membot Beitrag anzeigen
    Während Zeugen sich bei ihm melden und im ihre Erlebnisse anvertrauen, ...
    So ist es nun auch wieder nicht. Er bedrängt Zeugen ja geradezu in seine Sicht der Dinge einzusteigen.
    Ich habe da ein Bild im Auge, wo er eine Frau, die am Fenster ziemlich weit vom Tatort weg wohnt, geradezu suggestiv in Richtung "es war eine Frau" drängt.
    So ein Verhalten zu kritisieren ist legitim.
  8. #27

    .

    Zitat von Coroner Beitrag anzeigen
    Leider ist es wahr:
    Die Justiz hat kein Interesse an der Aufklärung dieses Mordes.
    Die Rolle von V-Leuten in der RAF ist äusserst dubios.
    Hier wird etwas vertuscht.
    Warum sonst unterliegen heute noch Akten über die RAF der Geheimhaltung?
    Die äußerst undurchsichtige Rolle, die V-Leute in diesem Fall gespielt haben, findet sich ja jetzt bei den aktuellen Nazi-Morden wieder.

    Für mich entsteht da der Eindruck, dass da dringender Klärungsbedarf besteht, darüber wie V-Leute eingesetzt werden, was sie dürfen und vor allen Dingen was passiert, wenn sie etwas tun was sie nicht dürfen.

    Denn in diesem Augenblick kollidieren ja die Interessen der Justiz und die des Verfassungsschutzes und in dieses Zwielicht möchte ich etwas mehr Licht haben, da gibt es dann nämlich massive Interessen etwas zu vertuschen, was Leuten mit viel Macht sehr peinlich wäre.
  9. #28

    .

    Zitat von trafozsatsfm Beitrag anzeigen
    Und ist es nicht genau das, was den Rechtsstaat von Terroristen unterscheidet? Der Terrorist mordet willkürlich - der Rechtsstaat hält sich auch bei denen, die ihn hassen und ablehnen, an seine eigenen Regeln.

    Würden wir dieses Prinzip abschaffen, wären wir nicht mehr besser als die Terroristen.
    Genau das hat die Bundesrepublik in Bezug auf die RAF nicht getan. Es wurde häufig einfach irgendwer als Täter für ein Attentat bezeichnet und dann verurteilt.

    Oder warum meinen sie, muss der Buback heutzutage darum kämpfen, rauszufinden wer seinen Vater wirklich ermordet hat? Daran, dass die Verurteilten auch an dem Attentat beteiligt waren, gibt es ja Zweifel.
    Wenn es keine Zweifel gäbe, hätte es diesen Prozess ja nicht gegeben!
  10. #29

    Verfassungsschutz mal wieder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er will wissen, wer seinen Vater, den Generalbundesanwalt Siegfried Buback*ermordet hat. Doch als Michael Buback im Prozess gegen die Ex-RAF-Terroristin Verena Becker als Zeuge gehört wird, fühlt er sich "schlecht behandelt".*Der tragische Auftritt eines Verzweifelten.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...799823,00.html
    Irgendwie habe ich bei diesem Fall das Gefühl, dass die Staatsmacht auch damals mindestens genau so eine schlechte Figur abgegeben hat, wie aktuell bei der NSU.
    Damals waren V-Leute aktiv dabei - heute ebenso ...
    Mein Respekt gilt Michael Buback, der da nicht locker lässt!