Normalerweise zucke ich immer etwas zusammen, wenn das Gnadenrecht des Bundespräsidenten populistisch von BILD-Zeitung und Politikern instrumentalisiert wird (man denke an die Diskussion bei Christian Klahr). Immerhin soll das Gnadenrecht ja genau den formalen Rechtsstaat lösgelöst von allen Konventionen singulär "stören", um als souveräne Gesellschaft die Größe und Chance eines Neuanfangs und Befriedung wagen zu können. Es ist ein Zeichen.
Und im Prinzip bin ich sehr dafür, wenn nach ausreichender Zeit (Notwendig für das Sühnebedürfniss der Gesellschaft und der Opfer) der Staat mit der Begnadigung die Hand reichen kann.
Allerdings finde ich die Entscheidung von Herrn Köhler beachtlich, da er sich scheinbar wirklich entsprechend intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt hat bis Hin zu einem persönlichen Gespräch mit Frau Hogefeld.



