Forum


 

Radikales Steuerkonzept: Kirchhof feiert seine Bierdeckel-Revolution

Seit Jahren trommelt Paul Kirchhof erfolglos für die radikale*Vereinfachung des Steuersystems. Seinem Selbstbewusstsein hat das nicht geschadet. Er sei "optimistisch", dass sein Konzept bald umgesetzt werde, sagt der Heidelberger Professor. Auch die französische Revolution habe ihre Zeit gebraucht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771006,00.html
  1. #90

    Wär schön, kommt aber nicht...

    Jenseits aller Parteigräben ist dieser Vorschlag der einzig Zielführende. Es wird allerdings nicht dazu kommen.

    Krankenschwestern vs Abschreibungsmodellinvestor
    Arbeitnehmer vs Selbstständige
    Rentner und Hartz IVler vs "die da Oben"

    Alle Seiten werden die entsprechenden Argumente von der einzigen Berufsgruppe bekommen, die diesen Dschungel noch in Teilbereichen durchblickt: Der Steuerberater- und Steuerbeamtenindustrie.

    Insbesondere auch schön, dass er Erbschaften mit einbezieht. Das ist die staatliche Finanzierungquelle der Zukunft. Nicht die profane Erwerbsarbeit...
  2. #91

    Wo haben Sie das denn her?

    Zitat von jgb Beitrag anzeigen
    Da Kirchhoff alle Freibeträge abschaffen will zahlen die unteren Einkommensschichten allerdings kräftig drauf
    Herr Kirchhoff möchte selbst Freibeträge einführen.

    Bis 10.000€: Keine Besteuerung
    Ab 20.000€: Die vollen 25% Steuer
    Für jedes Kind zusätzlich 8000€ Freibetrag.
    http://www.tagesschau.de/inland/kirchhofsteuern100.html
    Nach Kirchhoffs Rechnung: Familie mit 40.000 Euro Einkommen und zwei Kindern.

    Freibeträge: 10.000 + 16.000 Euro = 26.000 Euro
    Bleiben 14.000 zu besteuern.

    Die ersten 10.000 mit 20% macht 2.000 Euro
    Dann 4.000 mit 25% macht 1.000 Euro:

    Eine Familie mit 40.000 Euro Bruttoeinkommen zahlt nach Kirchhoff-Modell also 3.000 Euro Steuern). Ich fände das fair.
  3. #92

    Wirklich einzigartig...

    Kaum jemand in Deutschland, der nicht auf die Steuern schimpft: Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer ... und eben die Einkommensteuer.
    Dass viele viel zu wenig Steuern zahlen, weil sie sich arm rechnen, weil der Spitzensteuersatz gesunken ist, weil leistungsloses Einkommen viel zu gering besteuert ist - die anderen regen sich auf über die Pendlerpauschale, über zuviele Steuern (auch wenn es sowohl absolut als auch prozentual nur ein geringer Teil von den Abzügen ausmacht.

    Jeder versucht bei der Einkommensteuererklärung das Maximale heruaszutricksen und wenn nur bei den Werbungskosten ein paar km dazugeschummelt werden.

    Aber kommt mal jemand und sagt "Schluss mit diesem völlig unüberschaubaren und undurchsichtigen Steuerwirrwarr, den selbst Experten der Finanzverwaltung kaum noch verstehen und fröhlich unterschiedlich interpretieren" dann ist das Geschrei schon wieder groß
    Was zur Hölle ist falsch daran, ein völlig aus den Fugen geratenes Fehlbesteuerungssystem GRUNDLEGEND und RADIKAL zu reformieren?????

    Wenn es mich nicht selbst auch betreffen würde, könnte ich manchmal einfach denken, dass dieses Volk diese Stümper-Regierung und diese Farce von Demokratie und seine Witzfiguren mehr als verdient hat.

    Aber es betrifft mich eben auch und da gehen mir die Leute, die das Konzept von Kirchof weder ganz gelesen noch zum größten Teil verstanden haben und trotzdem alles in Bausch und Bogen verdammen, gehörig auf den Sack.

    Ich wünsche Kirchof (weiterhin) viel Standfestigkeit und er hat meinen allergrößten Respekt, dass er dieses Thema, das ihm eine Herzensangelegenheit ist, - parteipolitisch unabhängig - weiter verfolgt.

    Es gibt nur eine einzige Gruppe von Menschen, denen ich Kritik an Kirchhof zubillige: Dem Heer von Steuerberatern, -optimierern, -anwälten und sonstigen -tricksern.

    DIE - und nur die - hätten mit dieser radikalen Vereinfachung ein Riesenproblem.
  4. #93

    Man stelle sich mal vor ...

    ... 90 Prozent aller Finanzbeamter und Steuerberater würden durch eine solche Reform arbeitslos ... Katastrophe! Die Steuerfritzen sind eine systemrelevante Berufsgruppe, und wenn das Abendland gerettet werden soll, dann dürfen die nicht baden gehen.

    Also: Weitermachen wie bisher, Geld hinterherschmeissen, wie geübt, wie gehabt, alles alternativlos ...
  5. #94

    Französische Revolution?

    Ja, die bekommen wir bald, wenn die Armen immer ärner udn dei Reichen immer reicher werden und das auch noch durch so eien Steuer vorangetriebenw ird.

    Eifnach ja, aber gerade die oberen Einkommen mssten dann eher mehr bezahlen.
  6. #95

    Erst informieren...

    Zitat von jgb Beitrag anzeigen
    Da Kirchhoff alle Freibeträge abschaffen will zahlen die unteren Einkommensschichten allerdings kräftig drauf
    Bis 10.000 € gar keine Steuern
    10.000 bis 20.000 ein niedrigerer Satz
    ab 20.000 € die vollen 25%

    Damit sind die unteren Lohngruppen wohl aus dem Schneider... genau die, die jetzt ohnehin keine Steuererkläung machen bzw. machen lassen.
  7. #96

    Frieden auf Erden und eine gute Gesinnung für jedermann

    Zitat von deppvomdienst Beitrag anzeigen
    Also lassen wir die Schichten- oder -Stände-Debatte!
    Warum fangen Sie diese überhaupt erst an?
    Ein "gerechtes" Steuersystem besteuert "Reiche" mehr als Arme.
    Genau das leistet Das Kirchhoffsche System. Weil es alle Ausnahmen beseitigt, die dazu führen, dass Höchstverdiener bisher den höchsten Satz nicht zahlen. Es ist schon faszinierend und erschreckend zugleich, dass dieser Punkt immer unterschlagen wird. Da wird die Gerechtigkeitskeule geschwungen und ignoriert, dass der "gerechte"Steuersatz nur ein theoretischer ist, den ein Höchstverdiener nie erreicht - unserem ausufernden Steuerrecht sei Dank!
    Nach dem KIrchhoff-System wird der Geringverdiener tatsachlich entlastet und höhere Einkommen stärker belastet als bisher, weil es keine Möglichkeit mehr gibt, auf Ausnahmeregelungen auszuweichen.
    niemand hätte das Recht, sich auf seinem Vermögen auszuruhen!
    Weit gefehlt. Jeder hat das Recht, mit seinem Vermögen genau das zu tun, was er will. Das ist auch eine Errungenschaft der Demokratie. Im übrigen tut sich da ein merkwürdiges Weltbild auf, in dem diejenigen das meiste Vermögen haben, die sich ausruhen. Das klingt nach Klassenkampfromantik vergangener Zeiten oder "Money for nothing and the chicks for free" Aber natürlich hat jeder das Recht, zu träumen.

    Aber um die moralische Begründung von Steuern hat sich der Preofessor aus Heidelberg natürlich auch keine Gedanken gemacht ...
    Da wird auch schon mal die Schrödersche Wahlkampfrhetorik aufgewärmt. Es ist ein Armutszeugnis, wenn man sich darüber lustig macht, dass sich ein Professor zu solch einem komplexen Thema äußert. Er verdient es, allein deswegen gehört zu werden, weil er aufgrund seines Berufs den meisten Politikern vor allem Kompetenz und Sachverstand voraus hat. Aber solche Eigenschaften werden ja heute völlig überschätzt.
    Es wäre ihm und uns allen zu wünschen, wenn dieses Mal eine sachliche Diskussion zu Stande käme, doch ich bin skeptisch. Einfache Parolen sind einfach unschalgbar: "Ungerecht! Dagegen! Mehr netto vom brutto! den Sozialismus in seinem Lauf...", usw. Das bringt uns zwar nicht mehr Geld, und auch nicht mehr Steuern von Großverdienern, aber wenigstens FÜHLEN wir uns dabei GERECHT. Nur darauf kommt es an.
    Außerdem will kein Politiker auf sein Lieblingsspielzeug "Steuergeschenke" verzichten. Dieser und jener Klientel 2% geschenkt, der anderen 5% genommen. Mehr geht beim besten Willen nicht und mehr kann man auch nicht erwarten. Aber wer einfach nicht lernen will, der hat es auch nicht besser verdient. Das ist dann wohl wieder gerecht!
  8. #97

    Richtig!

    Zitat von Thomas von und zu B. Beitrag anzeigen
    Herr Kirchhoff möchte selbst Freibeträge einführen.

    Bis 10.000€: Keine Besteuerung
    Ab 20.000€: Die vollen 25% Steuer
    Für jedes Kind zusätzlich 8000€ Freibetrag.
    http://www.tagesschau.de/inland/kirchhofsteuern100.html
    Nach Kirchhoffs Rechnung: Familie mit 40.000 Euro Einkommen und zwei Kindern.

    Freibeträge: 10.000 + 16.000 Euro = 26.000 Euro
    Bleiben 14.000 zu besteuern.

    Die ersten 10.000 mit 20% macht 2.000 Euro
    Dann 4.000 mit 25% macht 1.000 Euro:

    Eine Familie mit 40.000 Euro Bruttoeinkommen zahlt nach Kirchhoff-Modell also 3.000 Euro Steuern). Ich fände das fair.
    Und? Wieviel zahlt er heute? Sie haben doch keine Ahnung mein Lieber. Das ist überhaupt das Hauptproblem hier. Einige wissen Null und überhaupt nicht, wie hoch die zu zahlende Einkommenssteuer bislang ist.
  9. #98

    Wäre doch klasse

    Zitat von fritz_64 Beitrag anzeigen
    dürfen dann im Gegenzug Selbständige ihre Zahlungen für KV und RV zu 100% abziehen?
    Das wäre doch super! Bin als Selbständiger sofort dafür ;-) Ich glaube jedoch, dass da mal wieder einer meinte, dass Unternehmer und Selbständige nichts für ihre soziale Absicherung zahlen, was von diversen Politikern ja immer mal wieder indirekt behauptet wird. Beamte zahlen fast nichts für ihre soziale Absicherung, sondern lassen sich vom übrigen Volk dahingehend alimentieren.
  10. #99

    Richtig!

    Zitat von emil_sinclair73 Beitrag anzeigen
    Bis 10.000 € gar keine Steuern
    10.000 bis 20.000 ein niedrigerer Satz
    ab 20.000 € die vollen 25%

    Damit sind die unteren Lohngruppen wohl aus dem Schneider... genau die, die jetzt ohnehin keine Steuererkläung machen bzw. machen lassen.
    Wohl eher nicht.








TOP



TOP