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Putschversuche gegen Berliner Piraten-Chef: Feuer Frei!
dapdSeit Wochen steht der Berliner Vorsitzende Hartmut Semken unter Beschuss, ein Mitglied hat beim Bundesvorstand sogar ein Parteiausschluss angeregt. Das Pikante dabei: Im parteiinternen Machtkampf werden das Transparenzgebot und Liquid Feedback als Waffe eingesetzt.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...832786,00.html
- #1 12.05.2012 11:24 von
- #2 12.05.2012 11:43 von
Kiddies trifft es nicht. Zum einen sind viele Piraten weiter oben recht alt und selbst, wenn man es auf den Charakter bezieht, so sind die Piraten charakterlich nicht unreif (nicht mehr als andere Parteien).
Es gibt einfach nur eine grobe Fehlannahme, nämlich dass der Mensch zu Schwarmintelligenz fähig ist. Menschen können sicherlich zusammenarbeiten, aber wenn ein Haufen Leute zusammenarbeitet, von denen die Meisten keine Ahnung haben, aber bei allem mitreden wollen, führt das zu gar nichts.
Es geht einfach mehr in die Richtung dieses Filmzitats, als umgekehrt:
"Ein Mensch ist intelligent, aber ein Haufen Menschen sind dumme, hysterische, gefährliche Tiere, das wissen Sie."
Menschen sollten darüber abstimmen, ob sie eine ausgearbeitete Idee als gut empfindn, aber wenn jeder schon bei deren Entstehung mitredet, gibt es am Ende gar keine Idee mehr oder so viele, dass die guten im vornherein zugrunde gehen.
Es braucht auch Vertrauen in die Fähigkeiten anderer und dafür bringt man seine eigenen eben dort ein, wo diese anderen fehlen. - #3 12.05.2012 11:47 von
Werkzeuge
Der Beitrag rückt die Fixierung der Computerfreunde auf ihre (Software-) Werkzeuge ins rechte Licht.
Im politischen Kontext ist mit diesen Werkzeugen die "Vision" verbunden, dass man die Unwägbarkeit von Menschen, gruppendynmischen Effekten, Lobbyismus usw. vermeiden könnte, wenn man die Personen entmachtet, indem man nur die richtige Software einsetzt.
Dass diese Idee, die für viele Freunde der jungen Partei ein echtes Faszinosum darstellt, sehr schnell nach hinten losgeht, zeigen die Berliner Vorgänge ganz gut: Bei jedem Werkzeug zählt am Ende doch wieder die Haltung der Menschen, die es einsetzen.
Anders gesagt, man kommt nicht umhin, Politik zwischen Menschen zu verhandeln, und mehr, neue, komplexere Werkzeuge machen das nur schwieriger, intransparenter, damit letztlich undemokratischer. - #4 12.05.2012 11:57 von
Selbstkontrolle
ist doch schön, wenn eine Partei eine so offensichtliche Fehlentscheidung so schnell wieder rückgängig machen kann. Derartige Selbstüberprüfungsmechanismen würde man auch den etablierten Parteien wünschen, Dort sitzen dann die Fehlentscheidungen über Jahre im Amt und schädigen der Partei nachhaltig, bevor man sie nach der nächsten Wahlschlappe wieder loswerden kann
- #5 12.05.2012 11:58 von
Die Piraten sollen sich zurückentwickeln zu einem Verein ehe sie in die Politik ohne Konzept und Zukunftsorientierung starten. Dort im Verein können sie diskutieren, argumentieren und zielorientiert Beschlüsse fassen. So wie es ist, ist ein ein zusammengelaufener Haufen von Möchtegern-Politikern.
- #6 12.05.2012 11:59 von
GRÜNE leben gut mit Basis-Demkoratie
Eine falsche Einschätzung, dass das Problem mit der Basis-Demokratie zusammenhängt, dass jedes Parteimitglied in Landesversammlungen mit entscheiden kann. Bei den GRÜNEN in Hamburg ist das genauso und hat nicht geschadet. Eher im Gegenteil, weil Diskussionen seit jeher sehr offen geführt werden müssen. Der Unterschied ist, dass die GRÜNEN eine inhaltlich klare Partei sind, was bei ihrem Alter und der Entstehung aus konkreten politischen Visionen auch nicht verwundert. Das gibt bei Personenwahlen Orientierung. Das fehlt bei den Piraten.
- #7 12.05.2012 12:09 von
Diese Auskotzfreiheit auch über Personen
ist besser als Massregelungen durch Parteien, Medien und sonstigen Besserwissern. Die PIRATEN riskieren ihr uneinheitliches, schlechtes "Aussehen" in der Öffentlichkeit - Bravo!
Demgegenüber herrscht eine reaktionäre Antiaufklärung, die sehr viele Menschen diffamiert, sobald sie sich öffentlich äussern. Auch Gefühle müssen raus, um diskutiert zu werden einschl. ganz links und ganz rechts.
Die psychische Erkrankung bei gemassregelten Personen entsteht auch bei Gruppen und ganzen Völkern.
Begreifen Sie PIRATEN-Schwarmintelligenz anders als beim Fischschwarm, weil ständig feedback stattfindet = Abgleich an der Realität und der Frage: Wohin wollen wir? - #8 12.05.2012 12:10 von
Eigentlich schon toll. Der Semken als "normalo" wird zuerst in die rechte Ecke gestellt, als das nicht funktioniert setzt man Ihn in die linke Ecke. Die Machtgeilheit von Lauer, Höffinghof und Urbach ist einfach nur zum kotzen.
Auf deren Abschussliste stand auch schon mal Susanne Graf die Ihren Lebensgefährten als Hiwi anstellte und Ihn wegen der Empörung einiger Piraten entlassen musste. Jetzt wo Höffinghof auch ein Verhältnis mit seiner Sekretärin hat ist alles natürlich GAAAAANZ anderst. - #9 12.05.2012 12:12 von
An diesem Beispiel wird doch klar...
...dass bei den Piraten auch nur Menschen in der Partei sind. Und bei Menschen geht es um Macht, um Machtspielchen. Das ist bei SPD, CDU und FDP so, bei den LINKEN und bei den Grünen auch. Warum bitte soll es jetzt Menschen geben, die anders sind?
Insofern - das wird die Zukunft zeigen - wird es keinen anderen Umgang mit Macht geben. Es werden sich über Jahre die gleichen Strukturen herauskristallisieren, wie bei anderen Parteien. Statt Hinterzimmern wird nun Politik in Wohnzimmern der Vorstände gemacht. Holla, danke liebe Piraten, ein echter Fortschritt.
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