Pulitzer-Preisträger Greenblatt: "Ich sah nach oben. Da war kein Gott"

APGott? Gibt es nicht. Der US-Autor Stephen Greenblatt wird am Montag für seine Aufklärungsgeschichte "Die Wende - Wie die Renaissance begann" mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Im Interview spricht er über seine eigene Bekehrung zum Unglauben, nackte Deutsche im Park - und seine Mutter.

Interview mit Pulitzer-Preisträger Stephen Greenblatt - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Noch' n Fantasieloser

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gott? Gibt es nicht. Der US-Autor Stephen Greenblatt wird am Montag für seine Aufklärungsgeschichte "Die Wende - Wie die Renaissance begann" mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Im Interview spricht er über seine eigene Bekehrung zum Unglauben, nackte Deutsche im Park - und seine Mutter.

    Interview mit Pulitzer-Preisträger Stephen Greenblatt - SPIEGEL ONLINE
    Gott? Gibt es doch! Natürlich nur für den, der ihn sucht und erkennen kann.
    Jaja, diese Angstmacherei, die kenne ich auch aus der Kinder-, Jugendzeit, damit werden Menschen gefügig gemacht. Sie sollen den religiösen Hirachien sich unterordnen.
    Aber so läuft das nicht bei Allen. Stephen Greenblatt hat dem Kommentar nach sich dafür entschieden, zu glauben, dass es keinen Gott gibt, was immer man auch unter selbigem versteht.
    Wäre noch die Frage, was er unter einer Seele versteht. Keine Ahnung, was er damit meint.
    Ach ja, er sollte nicht so viel nach Oben schauen, er könnte sonst über einfachste Dinge auf dem Boden stolpern.
  2. #2

    Sie machen es sich einfach. Und falsch.

    Zitat von Trivalent Beitrag anzeigen
    Gott? Gibt es doch! Natürlich nur für den, der ihn sucht und erkennen kann.
    Nein. Nur weil wir etwas suchen und zu erkennen glauben, gibt es das noch lange nicht. Jede optische Täuschung ist ein Gegenbeispiel. Es ist vielmehr so, dass wir, je mehr wir finden wollen, desto mehr dazu neigen, Dinge zu sehen, die gar nicht da sind.
  3. #3

    das Leben ist die Aufgabe

    Spargel mit Sauce Hollandaise ist ungemein widerlich.

    Die Juden haben ohnehin ein recht eigentümliches Verhältnis zu ihrem Gott (außer den Frommen natürlich). Er ist eine Vorstellung und gepflegt irreal, auch sehr widersprüchlich, launisch wie Zeus. Es wäre wohl nicht unvernünftig, die jüdische Religion als ein Konglomerat von Sitten, Gebräuchen, Wertvorstellungen zu deuten, die dem Irdischen sehr viel Raum lassen. Als Jude Atheist zu werden ist wohl noch einfacher als bei Protestanten.

    Aber sonst war das eine ganz tolle Befragerei. Etwas zu hoch für mich einfaches Individuum.
  4. #4

    Immer wieder erfrischend,

    diese demonstrativ und hemdsärmelig vorgebrachte 'Glaubensgewissheit' der 'Gläubigen' à la Trivalent, die sich präzise auf gar nichts gründet. Außer auf sich selbst. Aber das ist ja das Entscheidende - für die 'Gläubigen'. Und wieder von vorn...
  5. #5

    Ewiges Leben ist der Kern der Heilsbotschaft

    Hallo,
    Um diese Hoffnung aller Christen zu bewerten, sollte man sich den Begriff Ewigkeit klarer machen. Geholfen hat mir das Buch „Gott und die moderne Physik“ von Paul Davis mit der Beschreibung der möglichen Zukunft des Universums.
    Falls es sich unendlich weiter ausdehnt, werden nach und nach die Sterne ausbrennen, die Materie sammelt sich in schwarzen Löchern, dann zerfallen die Protonen und die schwarzen Löcher verdampfen, weil das Universum zu kalt geworden ist. So in 10 hoch 10 hoch 50 Jahren (Eine Zahl mit 10 hoch 50 Nullen, das Universum hat gerade mal 10 hoch 80 Atome) existiert in einem über alle Massen ausgedehnten Universum nur noch Positronium, ein Atom bestehend aus einen Elektron und einem Positron, die sich in 1000 Millonen Lichtjahren Entfernung umkreisen. Dabei legen sie 1cm pro Jahr auf ihrer Umlaufbahn zurück. Und diese Zeitspanne, millionenmal aneinander gehängt, ergibt immer nur noch einen unendlich kleinen Teil der Ewigkeit. Das Grauen, das mich bei der Vorstellung befällt, so lange und noch länger zu existieren, sollte jeder nachfühlen können. Dann lieber doch Lukrez.
    mfg Kioto
  6. #6

    2.000 Jahre Aufklärung verschenkt!

    Was hätte die Menscheit seit Lukrez alles erreichen können, wo würde unsere Zivilisation heute stehen, wenn seine Ideen konsequent aufgriffen worden wären und sich durchgesetzt hätten! Statt dessen starben in dieser Zeit Abermillionen von Menschen aufgrund religiöser Konflikte - auch heute wieder. Eine fortwährende Tragödie, Katastrophe, Schande!

    Irgendwer sagte mal, Gott sei tot - dabei hat es ihn nie gegeben, es wird Zeit, dies zu akzeptieren! Aber Autoren wie Greenblatt geben mir die Hoffnung, dass sich einestages die Vernunft durchsetzen wird, aber vermutlich wird das mindestens weitere 2.000 Jahre dauern... was für eine Zeitverschwendung!
  7. #7

    xxx

    Zitat von Sique Beitrag anzeigen
    Nein. Nur weil wir etwas suchen und zu erkennen glauben, gibt es das noch lange nicht. Jede optische Täuschung ist ein Gegenbeispiel. Es ist vielmehr so, dass wir, je mehr wir finden wollen, desto mehr dazu neigen, Dinge zu sehen, die gar nicht da sind.
    Es gibt nur ganz wenige Menschen, die ernsthaft behaupten und dabei nicht lügen, Gott sei Ihnen persönlich und real begegnet.
    Bei Lichte betrachtet hatten diese aber nur traumatische Erlebnisse, Halluzinationen oder sog. Nahtoderfahrungen, d.h. Zustände, in denen das Gehirn "verrückt spielt".

    Der Rest der gläubigen und nüchternen Menschheit erreicht - wenn überhaupt - per Einbildung eine bemühte Wunschvorstellung von dem, was ihm die Kleriker von klein auf eingeblasen haben.
    Und da nun mal ein "Gott zum Anfassen" so schwer zu kriegen ist und seinerzeit alle Welt auf einen Messias gewartet hat und die Vergötterung von Menschen im Römischen Reich gerade in Mode war, verfiel unser Paulus auf die geniale Idee, einen Menschen, der sich nicht mehr wehren konnte, zum Gottessohn und Erlöser der Menschheit, zu stilisieren.
    Das war das Einzigartige an der christlichen Religion gegenüber allen anderen Religionen der damaligen Zeit bis heute: ein Gott zum Anfassen.
  8. #8

    Könnte sein

    Zitat von Sique Beitrag anzeigen
    Nein. Nur weil wir etwas suchen und zu erkennen glauben, gibt es das noch lange nicht. Jede optische Täuschung ist ein Gegenbeispiel. Es ist vielmehr so, dass wir, je mehr wir finden wollen, desto mehr dazu neigen, Dinge zu sehen, die gar nicht da sind.
    Würden Sie die Souveränität haben, etwas nicht Beweisbares als Glauben zu bezeichnen, könnten Wir zusammenkommen.
    Sie glauben Dies und ich Jenes.
    Mir würde es jedenfalls nicht einfallen, Ihren Glauben als falsch zu bezeichen.
    Denken Sie mal darüber nach.
  9. #9

    Falscher Blickwinkel

    "Ich sah nach oben. Da war kein Gott" ... tja, das ist auch nicht die richtige Blickrichtung, lieber Mr. Greenblatt. Denn Gott ist INNEN.