Naturpsychologisch basierte, wie beispielsweise die hellenistische "Götter"Metaphern-Philosophie nicht! Vgl. astrologische Metapher des Abendmahls
APGott? Gibt es nicht. Der US-Autor Stephen Greenblatt wird am Montag für seine Aufklärungsgeschichte "Die Wende - Wie die Renaissance begann" mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Im Interview spricht er über seine eigene Bekehrung zum Unglauben, nackte Deutsche im Park - und seine Mutter.
Interview mit Pulitzer-Preisträger Stephen Greenblatt - SPIEGEL ONLINE
Naturpsychologisch basierte, wie beispielsweise die hellenistische "Götter"Metaphern-Philosophie nicht! Vgl. astrologische Metapher des Abendmahls
Natürlich gibt es keinen Gott. Er wurde lediglich erschaffen, weil der Mensch ihn braucht, in den unterschiedlichsten Formen. Dem Christengott konnte ich schon als Kind nichts abgewinnen, aber Athene hat mich begeistert, weil sie ihren Odysseus immer aus den Fängen von böswilligen Hexen errettet hat.
Nachdem wir mehrfach jährlich solche Modelle vorgestellt bekommen, die zum einen von der Hybris des Menschen zeugen, zum anderen von seiner Erklärungssucht, bezweifle ich sehr, daß dies jemals eintreten wird. Man kann sogar befürchten, daß das Pendel in die andere Richtung ausschlägt, nämlich zum emotionalen Unsinn, den die Philosophen Metaphysik oder Transzendenz zu nennen belieben. Das wäre durchaus menschlich.
Das Glück wird es wohl auch nicht geben. Ein schönes Beispiel ist der Kommunismus, der sich dieses Ziel gesetzt hatte, nämlich das Paradies auf Erden zu schaffen. Man kann einen glücklichen Menschen eben nicht dazu bewegen, reihenweise Menschen aus dem Weg zu räumen. Er muß unzufrieden sein. Ein zufriedener Mensch wäre doch glatt imstande, nur das zu kaufen, was er braucht.
Die Hoffnung ist übrigens einer der wichtigsten Bestandteile von Religionen. Wie von menschlichem Sein. Absolut unbegründet. Das Ding heißt Lebenswille und ist rein organisch verdrahtet. Die Ärzte nennen es Kreislauf.
Völlig richtig, auch den asiatischen Religionen fehlt die Angstmacherei. Und Jesus erscheint überaus lebensfreudig und optimistisch, keineswegs so, wie ihn Paulus und die Kirchen verfälscht haben. Es gibt jede Menge Widersprüche, im Alten Testament sind sie geradezu Prinzip.
Die Ungleichheit ist das Prinzip. Und die benötigt die Angst.
Eigentlich ist die Sache einfach. An einem gesunden Menschen kann ich nichts verdienen. Also sorge ich dafür, daß er krank wird oder wenigstens nicht gesund. Das gleiche gilt für das Wissen. Einen rational denkenden Menschen kann man nur mit Mühe täuschen geschweige denn überzeugen. Also ist der dumme Mensch Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. Dieses wohlverstandene Prinzip haben die Kirchen immer beherzigt, heute machen es die Medien, die Werbung, die Wirtschaft, und vor allem diejenigen, die es besser wissen, und die nennt man nach wie vor Wissenschaftler, gerade wenn sie im Auftrag irgendwelcher Interessengruppen ewige Wahrheiten künden.
„Je weniger einer weiß, desto eher glaubt er jeden Scheiß.“ (Grafito)
Gibt es einen Grund, warum Sie sich so vehement gegen eine strenge sprachliche Trennung von physisch existenten Phänomenen und fiktiven Konstrukten verwehren? Gott wurde eben nicht "erschaffen", sondern lediglich "erdacht".
Von solchem Pessimismus halte ich nichts. Zum einen sind die angeblich jährlich auftauchenden Modelle ein reines Medien- bzw. pseudowissenschaftliches Phänomen. Zum anderen betreiben wir jetzt gerade mal hundert bis zweihundert Jahre lang auf breiter Front echte, methodische Wissenschaft. Alles davor war eher ein herumstochern im Nebel mit bestenfalls einem Zufallstreffer pro Jahrzehnt.
Im Groben gebe ich Ihnen recht. Aber Sie wissen auch, dass es einiger Anstrengung bedarf, zu sich selbst zu finden und sich zeitlebends neu erfahrenem Wissen immer wieder anzupassen, ohne die Garantie einer Allwissenheit.
Ob nun mit, oder ohne Gott ist dabei egal.
D. h. , Jede/r kann letztendlich nur für sich entscheiden, zu welchem Ergebnis Er/Sie/Es kommt.
Deshalb finde ich auch die Herabsetzung Andersdenkender arrogant und fehlerhaft im Ansatz.
Wer Wissen und Glauben nicht auseinander halten kann, erliegt am ehesten einer Manipulation.
Nach vielen Diskussionen und nach Kenntnis einer Menge frommer Menschen bin ich zu dem Schluß gekommen, daß Gott ein Faktum ist, und zwar als Bedürfnis des menschlichen Hirns. Das bedeutet keineswegs, daß er objektiv existiert. Aber anscheinend gibt es Subjekte, die felsenfest von ihm überzeugt sind, und daß kann man nur als neurologisches Phänomen deuten, eine Mangelerscheinung dessen, was man Geist nennt, ganz sicher auch Bequemlichkeit selbst zu denken. „In God we trust.“
Die unzähligen Ersatzreligionen und Ideologien unserer Zeit sprechen durchaus für die Annahme, daß der Mensch keine allzu hohe Achtung vor der Vernunft hat. Und meine Träumereien im wachen oder halbwachen Zustand sind auch nicht gerade ein Beweis dafür, daß der Mensch vernunftbegabt ist. Spinnen ist nun mal eine schöne Beschäftigung: was wäre wenn. Weil die Realität regelmäßig wenig optimistisch stimmt, und sie ist auch so gnadenlos langweilig. Mich unterscheidet von Gottgläubigen lediglich der Begriff Gott, der bei mir nicht vorkommt. Vor allem weiß ich meine Phantastereien vom Leben zu trennen.
Man ist schon sehr weit. So hat man die Seele längst eingekreist in diesem Zentrum von Hypothalamus, limbischem System. Mandelkern, Vegetativum. Es gibt bereits zahlreiche Arzneien, die direkt oder indirekt auf dieses Regelzentrum wirken. Wie genau wissen nicht mal die Ärzte, und die Pharma wird einen Teufel tun, ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen. Es wird sich aber um Teilkenntnisse handeln, also nach dem Konditionalansatz „wenn – dann“, ohne genau zu wissen, warum die Mittel funktionieren, Probiererei mit zum Teil entsetzlichen Nebenwirkungen. Auch diese Forscher werden vom Erstellen des Homunkulus träumen, aber wissen, daß dieses Ziel unerreichbar ist. Falls es ihnen wider Erwarten gelänge Gott zu spielen, wäre vergleichsweise die Euthanasie ein Furz. Tatsächlich hat die Medizin an vielen Stellen die ordnende Tätigkeit der Kirchen übernommen, die einordnende.
Zurück zu Lukrez. Der glückliche und zufriedene Mensch ist genauso ein Unding wie der allmächtige Gott, der alles im Griff hat. Es geht eigentlich um all die teuflischen Neigungen und Sehnsüchte, die der Mensch hat. Früher hatten sie Namen, sie hießen die sieben Todsünden. Die Kirche hat sie gebannt und verflucht für alle Zeiten mit Hilfe des Satans. Die Befallenen wurden verbrannt oder bei lebendigem Leibe gehäutet, wenn sie nicht Herrscher waren oder hohe geistige Würdenträger. Lukrez macht es sich genauso einfach wie Jesus und Epikur. Er meint nämlich, es gäbe diese grauenvollen Eigenschaften des Menschen nicht, oder man könne sich leicht davon befreien, wenn man bedächtig und genügsam wäre, was als Aussage der buddhistischen Philosophie sehr ähnelt. Es ist unrealistisch, weil alle streben, und zu gern mit unlauteren Mitteln, ganz im Gegensatz zu allen edlen Menschen, etwa diesem unsäglich törichten Jesusverschnitt Old Shatterhand. Die Amerikaner teilen klar auf in Looser und Winner. Der Calvinismus lehrt nämlich, daß irdischer Erfolg ein Zeichen von Gottes Gnade ist. Müßte man mal Jesus erzählen.
Der Mensch giert nach Erfolg, aber der ist fast so selten wie das Glück, das er gar zu gern mit dem Erfolg verwechselt. Es bleibt allerdings eine Kunst, ohne größere Erfolge bescheiden und doch glücklich dieses Leben positiv anzuschauen und zu genießen. Gerade wenn man voll in die Scheiße geflogen ist. Lukrez ist eben eine Ideologie für jedermann. Maul halten, kuschen, funktionieren, glücklich sein. Ehefrauen haben einen ähnlichen Effekt. Die Heilige Kirche will auch nichts anderes.
Sie werden sicher erläutern können, wo und wie ich Andersdenkende herabgesetzt habe. Die dürfen alles glauben, soweit sie diesen Glauben nicht benutzen. An die blaugrüne Würfelmaus zum Beispiel oder an die ewige unverbrüchliche Liebe und Treue.
Und was Wissen und Glauben angeht meine ich auch unterscheiden zu können. Nur bei einer Sache bin ich noch unschlüssig. Ich habe keinerlei Wissen über Frauen und doch Illusionen, für die mich jeder gescheite und ordentliche Mensch sofort in die Psychiatrie einweisen müßte. Dazu müßte er sich aber zuvor selbst betrügen. Und genau das wäre eine leichte Übung für ihn, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
So nicht! Erstens beziehen Sie etwas auf sich, was von mir so nicht beschrieben wurde (Herabsetzen durch ihre Person). Oder beziehen Sie etwas auf sich, weil Sie sich angesprochen fühlen? Ja dann sind Sie auch gemeint!
Und zweitens werde ich auch ohne Ihre höchstgütigste Erlaubnis meinen Glauben leben, ob es Ihnen passt, oder nicht!
Also dieses Satz-Konstrukt haben Sie so kompliziert beschrieben, dass ich mir die Gedankengänge erspare, es verstehen zu müssen. Vielleicht können Sie es auch so schreiben, dass man es leichter und unmissverständlicher verstehen werden kann.