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Publizier-Bilanz der Exzellenzinitiative: Ich veröffentliche, also bin ich Elite-Uni

Was haben die Elite-Unis mit den Millionen aus der Exzellenzinitiative erreicht? Das Hochschulmagazin "duz" hat sich auf die Suche nach den Publikations-Meistern gemacht und ausgewertet, wer wie viel veröffentlicht hat. Weit vorne liegt Heidelberg: Die Uni steigerte ihren Output um 63 Prozent.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...783650,00.html
  1. #1

    Publikationen, und sonst?

    Und wie schauts in der Lehre aus? Schon länger ist eine reale Mehrgewichtung der Forschung, sowohl für die Karriere der Forscher, die öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung etc. gegenüber der Lehre festzustellen. Die auch gesetzlich verankerte Gleichberechtigung von Forschung und Lehre gilt nicht (mehr). Indikatoren, wie die Zahl der Veröffentlichungen bestätigen und Verstärken durch mediale Präsenz diesen Umstand.

    Wo bleiben Indikatoren für eine gute Lehre? Wie wird der Forschernachwuchs ausgebildet? Ohne eine solide Ausbildung der Studis, Doktoranden etc. siehts auf lange Sicht nicht gerade super aus für die deutschen Unis.

    Das Thema Lehre sollte man in Deutschland nicht zu stiefmütterlich behandeln!
  2. #2

    Masse ist nicht gleich Klasse

    Die Anzahl der Publikationen darf nicht das ausschließliche Kriterium für den "Erfolg" der Spitzenforschung sein. Nicht jeder veröffentlichte Aufsatz ist von gleicher Relevanz. Es wäre wohl angeraten, auch die Anzahl von Zitaten in anderen Aufsätzen mit einfliessen zu lassen, zum Beispiel über den relative citation impact index.
  3. #3

    ungeknickt

    Zwei Aspekte der Daten aus diesem Beitrags lassen doch sehr zu wünschen übrig; und stellen auch die Analysebereitschaft des Autors ein wenig in Frage. Zum einen ist doch beachtlich, dass allein die Kurve der LMU München für das Jahr nach dem Förderbeginn einen leichten Knick vorzuweisen hat. Alle anderen sogenannten Exzellenzuniversitäten haben einfach ihre schon vor der Finanzierung erreichten Zuwachsraten fortgesetzt. Mit anderen Worten: man bekommt den Eindruck, dass die vielen Millionen bestenfalls den Status gesichert haben. Um das zu prüfen, wäre es (zum anderen) interessant, die Kurven der sog. Exzellenzuniversitäten mit denen anderer deutscher Hochschulen zu vergleichen. Der Vergleich mit den Zuwachsraten an den anderen Unis legt nahe, dass insgesamt einfach in den letzten Jahren der output gestiegen ist. Dass Bibliometrie in der Tat kaum über die tatsächliche Forschungsqualität Aussagen treffen kann, ist eine andere Geschichte: auf die mangelnde Abdeckung bestimmter Fachbereiche wurde bereits verwiesen. Bei Zitationsindixes ist die Problematik ja teils noch viel eklatanter.
  4. #4

    mann mann mann

    Sorry, aber den wissenschaftlichen Output einer Uni rein an der Anzahl der Publikationen messen zu wollen ist schlichtweg Unsinn.

    Zu These 1: Eine (!) Publikation in einer absoluten Top-Zeitschrift wie Science oder Nature ist mehr wert, als 50 Publikationen in irgendwelchen Wald und Wiesenblättern.

    Zu These 2: Wenn man nur anhand der Anzahl von Publikationen bewertet wird...verhällt man sich entsprechend und publiziert halt nur noch auf Masse (Wissenschaftler sind ja nich blöde). Die Qualität der Universität nimmt dadurch aber eher ab als zu (!) und gute Wissenschaftler, die um ihrer Karriere willen auf ihre Publikationsliste achten werden von solchen Publikationsbedingungen langfristig abgeschreckt...
    Zu These 3: Das ist banal...............
    Schade, diese "Analyse" hätte man journalistisch ruhig mal kritisch angehen können, aber stattdessen.........
  5. #5

    Nö.

    Hach, immer wieder der gleiche Quark: Die Qualität einer Hochschule wird in der Quantität ihrer Veröffentlichungen gemessen. Wenn da nun in 80 % der Aufsätze festgestellt wird, dass Wasser nass ist und im Rest Ergebnisse publiziert werden, die (zumindest in den Naturwissenschaften) nicht im Ansatz reproduzierbar sind, dann haben wir ganz fix chinesische Verhältnisse. Die kloppen auch Aufsatz nach Aufsatz raus, aber reproduzierbar ist davon (fast) nichts! Ging mir so, und ich habe noch von keinem was anderes gehört.

    Was ich sagen will: Studenten sind immer gegen alles, also kann man deren Umfragen nicht trauen, die Industrie behauptet immer alle wären zu alt und zu schlecht ausgebildet, also deren auch nicht, und die Anzahl der Publikationen ist etwa so aussagekräftig wie die Durchschnittstelefonnummer von Köln. Man sollte also mehr als nur einen Indikator für die Qualitätsbeurteilung von Hochschulen heranziehen.
  6. #6

    Noch einmal nachdenken?

    Glücklicherweise machen sich immer mehr Betroffene klar, was es heißt, sich der Logik des akademischen"schneller-höher-weiter" auszuliefern.

    Die Fragen müsssen gestellt werden: Welche lehr- und forschungsignoranten Elemente haben eigentlich ein Interessen daran, die Denke des "was man nicht messen kann, das existiert nicht" bis ins Besinnungslose voranzutreiben? Und: Hat eine suspekte Mischung aus Unternehmensberatern, die neue Märkte erschließen, BildungspolitikerInnen, die sich mit Projekten profilieren wollen, deren Umsetzbarkeit sie nur am Rande kümmert und Wissenschaftsfunktionären, die wähnen, sie hätten die nächste Stufe der professoralen Weihen erreicht, das Recht, die Universitäten zu ihrem Labor zu machen?
  7. #7

    Impact

    Zitat von horch Beitrag anzeigen
    Sorry, aber den wissenschaftlichen Output einer Uni rein an der Anzahl der Publikationen messen zu wollen ist schlichtweg Unsinn.

    Zu These 1: Eine (!) Publikation in einer absoluten Top-Zeitschrift wie Science oder Nature ist mehr wert, als 50 Publikationen in irgendwelchen Wald und Wiesenblättern.
    Beim Zahlenverhältnis 1:50 kann man sich vielleicht noch streiten, aber im Prinzip stimme ich Ihnen weitgehend zu. Allein dadurch, dass ich Ergebnisse in mehreren Teilergebnissen in wenig angesehenen Zeitschriften publiziere, mache ich keine bessere Forschung, als wenn ich stattdessen das Gesamtergebnis in einer angesehenen Zeitschrift veröffentliche. Aber auch eine Top-Publikation ist wenig wert, wenn sich hinterher herausstellt, dass die Publikation auf einem (zum Zeitpunkt der Einreichung nicht bekannten) Messfehler oder einer Fehlinterpretation der Daten beruht. Wie schon von anderen Teilnehmern erwähnt, sind Zitierungsquoten auch ein Kriterium, und die Lehre darf bei der Bewertung ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

    Allerdings muss man zu Artikeln in Top-Zeitschriften auch sagen, dass die Chancen, dort zu publizieren steigen, wenn man an Themen von aktuellem Interesse forscht (wie z.B. vor ein paar Jahren die Vogel- oder Schweinegrippe oder vor gut zehn Jahren BSE), während Ergebnisse der Grundlagenforschung (die nicht weniger wichtig ist) dort schon deutlich schwerer unterzubringen sind. Allein am Impact Factor kann man die Forschungsleistung also auch nich messen, aber ein besseres Kriterium als die reine Anzahl von Publikationen ist das allemal.
  8. #8

    in den Rankings weiter oben

    der Anstieg in den Veröffentlichungen hat sich aber anscheinend, zumindest für Rankings, gelohnt. Denn in den neuen World University Rankings sind genau diese Unis weiter nach oben gesprungen.
    über Rankings lässt sich ja aber generell diskutieren...
  9. #9

    Haftung

    Wenn man Wissenschaftler wegen der veröffentlichen Ergebnisse haftbar machen könnte, gäbe es auf einen Schlag 50 % weniger Publikationen.








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